Anleitung Steuererklärung 2012

zur Einkommensteuererklärung 2012

zum Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage 2012

zur Erklärung zur Festsetzung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge

zur Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags


Inhaltsverzeichnis


Abgabefrist

Einkommensteuererklärung 2012
- wenn Sie zur Abgabe verpflichtet sind: bis 31. Mai 2013
- wenn Sie die Veranlagung beantragen: bis 31. Dez. 2016

Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage 2012:
bis 31. Dez. 2016

Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags 2012:
bis 31. Mai 2013

 

Nach oben

Diese Anleitung soll Sie darüber informieren

Wie Sie den Hauptvordruck sowie die Anlage Vorsorgeaufwand, Anlage Unterhalt, Anlage Kind und Anlage N richtig ausfüllen,

welche steuerlichen Pflichten Sie haben,

welche Möglichkeiten Sie haben, Steuern zu sparen. Sie kann allerdings nicht alle Fragen beantworten.

Nach oben

Einkommensteuererklärung / Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags

Zur Erklärung gehören der Hauptvordruck, zur Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen (Beiträge zu Versicherungen) die Anlage Vorsorgeaufwand, zur Berücksichtigung von Kindern die Anlage(n) Kind, sowie zusätzlich

Nach oben

für

die Anlage

für

jeden Arbeitnehmer

N

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, für Angaben zum Arbeitslohn, zu den Werbungskosten und zur Arbeitnehmer-Sparzulage

Sparer

KAP

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Rentner

R

Sonstige Einkünfte, für Angaben zu Renten, Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und aus der betrieblichen Altersversorgung

Land-und Forstwirte

L

Einkünfte aus Land und Forstwirtschaft

Gewerbetreibende

G

Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Selbständige und Freiberufler

S

Einkünfte aus selbständiger Arbeit

Haus- und Wohnungseigentümer

V und/oder

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

Haus- und Wohnungseigentü

FW

Steuerbegünstigung zur Förderung des Wohneigentums

 

SO

• private Veräußerungsgeschäfte (z. B. Grundstücksverkäufe), • Unterhaltsleistungen, • andere wiederkehrende Bezüge (z. B. Schadensersatzrenten, die als Ersatz für entgangene oder entgehende Einkünfte gezahlt werden), • Zahlungen aufgrund einer Vermögensübertragung oder eines schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs, • Einkünfte aus Leistungen (z. B. gelegentlichen Vermittlungen) und • Abgeordnetenbezüge

In besonderen Fällen können weitere Anlagen erforderlich sein, auf die dann in den Vordrucken hingewiesen wird, z. B.:

 

 

 

AUS und / oder N-­AUS

ausländische Einkünfte

 

AV

den zusätzlichen Abzug von Altersvorsorgebeiträgen als Sonderausgaben

 

Unterhalt

die Berücksichtigung von Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen

Nach oben

Elektronische Übermittlung der Einkommensteuer­erklärung

Die Einkommensteuererklärung ist elektronisch an die Finanz- verwaltung zu übermitteln, wenn Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit erzielt werden. Die Pflicht zur elektronischen Übermittlung greift nicht, wenn daneben Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit mit Steuerabzug erzielt werden und die positive Summe der Einkünfte, die nicht dem Steuerabzug vom Arbeitslohn zu unterwerfen waren, sowie die positive Summe der Progressionseinkünfte jeweils den Betrag von 410 € nicht übersteigen.

Für die elektronische authentifizierte Übermittlung benötigen Sie ein Zertifikat. Dieses erhalten Sie im Anschluss an Ihre Re- gistrierung auf der Internetseite www.elsteronline.de/eportal. Bitte beachten Sie, dass der Registrierungsvorgang bis zu zwei Wochen dauern kann. Programme zur elektronischen Übermittlung finden Sie hier.

Für Fälle, die nicht unter die Verpflichtung fallen, ist ebenfalls eine elektronische Übermittlung möglich.

Nach oben

Pflicht zur Abgabe der Einkommensteuererklärung

Arbeitnehmer sind nur in bestimmten Fällen zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, z. B.

  • wenn die positive Summe der Einkünfte, von denen keine Lohnsteuer einbehalten worden ist, mehr als 410 € beträgt;
  • wenn ein Arbeitnehmer von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Arbeitslohn bezogen hat;
  • wenn die positive Summe bestimmter Lohn- /Entgeltersatzleistungen mehr als 410 € betragen hat (vgl. die Erläuterungen zu Zeile 94 des Hauptvordrucks und zu den Zeilen 27 bis 29 der Anlage N);
  • wenn beide Ehegatten Arbeitslohn bezogen haben und einer von ihnen für das Kalenderjahr oder für einen Teil des Kalenderjahres nach der Steuerklasse V oder VI besteuert oder bei Steuerklasse IV der Faktor nach § 39f des Einkommen- steuergesetzes eingetragen worden ist;
  • wenn vom Finanzamt für den Steuerabzug vom Arbeitslohn ein Freibetrag ermittelt worden ist (ausgenommen Pauschbeträge für behinderte Menschen /Hinterbliebene und Zahl der Kinderfreibeträge) und der im Kalenderjahr insgesamt erzielte Arbeitslohn 10.200 €, bei zusammenveranlagten Ehegatten der im Kalenderjahr von den Ehegatten insgesamt erzielte Arbeitslohn 19.400 € übersteigt;
  • wenn bei geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Eltern oder bei Eltern nichtehelicher Kinder beide Elternteile eine Aufteilung des Freibetrags zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung oder des einem Kind zustehenden Pauschbetrags für behinderte Menschen /Hinterbliebene in einem anderen Verhältnis als je zur Hälfte beantragen;
  • wenn im Lohnsteuerabzugsverfahren Entschädigungen oder Arbeitslohn für mehrere Jahre ermäßigt besteuert worden sind;
  • wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuer von einem sonstigen Bezug berechnet hat und dabei der Arbeitslohn aus früheren Dienstverhältnissen des Kalenderjahres außer Betracht ge- blieben ist (Großbuchstabe S);

Personen, die keinen Arbeitslohn bezogen haben, werden mit ihren steuerpflichtigen Einkünften zur Einkommensteuer ver- anlagt und haben deshalb ebenfalls eine Einkommensteuererklärung abzugeben.
Eine Steuererklärung ist außerdem abzugeben, wenn zum Schluss des vorangegangenen Veranlagungszeitraums ein ver- bleibender Verlustvortrag festgestellt worden ist.

Nach oben

Antrag auf Einkommensteuer­veranlagung

Wenn Sie nicht verpflichtet sind, eine Einkommensteuerer- klärung abzugeben, kann sich ein Antrag auf Einkommen- steuerveranlagung insbesondere lohn

  • wenn Sie nicht ununterbrochen in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis gestanden haben;
  • wenn die Höhe Ihres Arbeitslohns im Laufe des Jahres ge- schwankt und Ihr Arbeitgeber keinen Lohnsteuer-Jahresausgleich durchgeführt hat;
  • wenn sich Ihre Steuerklasse oder die Zahl der Kinderfrei- beträge im Laufe des Jahres zu Ihren Gunsten geändert hat und dies noch nicht bei einem Lohnsteuer-Jahresausgleich durch Ihren Arbeitgeber berücksichtigt worden ist;
  • wenn Ihnen Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Aufwendungen, für die eine unmittelbare Minderung der Einkommensteuerschuld möglich ist, entstanden sind, für die kein Freibetrag vom Finanzamt für den Steuerabzug vom Arbeitslohn ermittelt worden ist;
  • wenn Sie oder Ihr Ehegatte im Ausland wohnen, Ihre Einkünfte nahezu ausschließlich der deutschen Einkommen- steuer unterliegen und Sie bisher keine familienbezogenen Steuervergünstigungen in Anspruch genommen haben (vgl. die Erläuterungen zu den Zeilen 101 bis 106).

Außerdem wird auf Antrag eine Einkommensteuerveranlagung z. B. durchgeführt,

  • wenn Verluste aus anderen Einkunftsarten berücksichtigt werden sollen
  • wenn Verlustabzüge aus anderen Jahren berücksichtigt werden sollen;
  • wenn beide Ehegatten für das Jahr der Eheschließung die besondere Veranlagung beantragen;
  • wenn einbehaltene Kapitalertragsteuer im Fall der Günstigerprüfung angerechnet und ggf. erstattet werden soll (Anlage KAP).

Nach oben

Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer­ Sparzulage

Der Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage ist grundsätzlich zusammen mit der Einkommensteuererklärung zu stellen. Ein gesonderter Antrag ist z. B. erforderlich, wenn

  • Sie (ggf. auch Ihr Ehegatte) ausschließlich steuerfreien oder pauschal besteuerten Arbeitslohn bezogen haben oder
  • keine Steuerabzugsbeträge in der Lohnsteuerbescheinigung enthalten sind.

Zum gesonderten Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage gehören der Hauptvordruck, die Anlage N (Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) und die vom Anlageinstitut /Unternehmen übersandte Anlage VL (Bescheinigung vermögenswirksamer Leistungen).

Nach oben

Erklärung zur Festsetzung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Sind Sie kirchensteuerpflichtig und wurde auf Ihre Kapitalerträge keine Kirchensteuer einbehalten, z. B. weil Sie keinen entsprechenden Antrag bei Ihrem Kreditinstitut gestellt haben, sind Sie zur Abgabe der Erklärung zur Festsetzung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge verpflichtet. Diese Erklärung ist grundsätzlich zusammen mit der Einkommensteuererklärung abzugeben. Eine gesonderte Abgabe dieser Erklärung ist nur dann erforderlich, wenn Sie nicht aus anderen Gründen eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Nach oben

Steuernachzahlung

Durch die Veranlagung zur Einkommensteuer können sich auch Abschlusszahlungen und höhere Vorauszahlungen ergeben. Halten Sie bitte in Ihrem eigenen Interesse Mittel für diese Zahlungen bereit, damit Sie die Zahlungstermine einhalten können.

Nach oben

Zuständiges Finanzamt

Geben Sie die Erklärungen oder Anträge bei dem Finanzamt ab, in dessen Bezirk Sie zurzeit wohnen. Beachten Sie bitte, dass eine wirksame Abgabe per Telefax oder per E-Mail nicht möglich ist. Haben Sie zurzeit mehrere Wohnungen im Inland und

  • sind Sie nicht verheiratet, ist das Finanzamt Ihres Wohnsitzes zuständig, an dem Sie sich vorwiegend aufhalten;
  • sind Sie verheiratet und leben von Ihrem Ehegatten nicht dauernd getrennt, ist das Finanzamt des Wohnsitzes zuständig, an dem sich Ihre Familie vorwiegend aufhält;
  • sind Sie verheiratet und lebten bereits vor dem 1.1.2012 von Ihrem Ehegatten dauernd getrennt, ist das Finanzamt Ihres Wohnsitzes zuständig, an dem Sie sich vorwiegend aufhalten;
  • sind Sie verheiratet, lebten jedoch 2012 erstmals dauernd getrennt von Ihrem Ehegatten, können Sie Ihre Steuererklärung noch bei dem Finanzamt abgeben, das zuletzt mit Ihrer Besteuerung befasst war.

Nähere Informationen zu Ihrem zuständigen Finanzamt finden Sie auch im Internet unter www.finanzamt.de.

Nach oben

Abgabefrist

Die allgemeine Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklä­rung 2012 und der Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags 2012 läuft bis zum 31.5.2013. Bei Land- und Forstwirten endet die Abgabefrist spätestens fünf Monate nach Ablauf des Wirtschaftsjahres 2012 /2013. Diese Fristen können auf Antrag verlängert werden. Wird die Einkommensteuererklärung nicht oder verspätet abgegeben, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag von bis zu 10 % der Einkommensteuer und, falls erforderlich, Zwangsgelder festsetzen. Der Antrag auf Einkommensteuerveranlagung 2012 und der Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer­Sparzulage 2012 müssen bis zum 31.12.2016 beim zuständigen Finanzamt eingegangen sein. Diese Fristen können nicht verlängert werden. Später eingehende Anträge muss das Finanzamt ablehnen.

 

Nach oben