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Steuerlinks-Newsletter
Ausgabe 116 vom 20.01.2005
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)
Die eMail-Ausgabe ging an 8.095 Empfänger

Solang der Wirt nur weiter borgt, sind sie vergnügt und unbesorgt.
[Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter]


Inhaltsverzeichnis

  1. Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges

    1. Lohnsteuer-Anmeldung - ab 1.1.2005 auf elektronischem Wege
      Steuerliche Behandlung von Spenden
       
  2. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise
    1. Neues vom Bundesministerium der Finanzen (BMF)
    2. Neues vom Bundesfinanzhof (BFH)

       
  3. Neue Fachliteratur
    1. Die Prüfung der Steuerfachangestellten
    2. Klausurentraining für Steuerfachangestellte

  4. Aktuelles
    1. Aufwendungen für Domain-Adresse weder sofort abzugsfähige Betriebsausgaben noch Anschaffungskosten für ein abschreibungsfähiges Wirtschaftsgut.
    2. Voraussetzungen einer mittelbaren Grundstücksschenkung
    3. Zahlung für einen "werthaltigen Tipp" ist zu versteuern
    4. Steuervereinfachung vor 2006 vorantreiben

  5. Impressum

 

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A. Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges

aus der Reihe SteuernTransparent

B. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise

1. Neues vom Bundesministerium der Finanzen (BMF)

Einführungsschreiben zur Zinsinformationsverordnung (ZIV)
BMF-Schreiben vom 6. Januar 2005 -IV C 1 - S 2000 - 363/04
Anlage



Anwendung des ermäßigten Steuersatzes auf die Lieferung von Münzen aus unedlen Metallen
Die steuerpflichtige Lieferung von Münzen aus unedlen Metallen unterliegt gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG i.V.m. Nr. 54 Buchst. c Doppelbuchst. bb der Anlage 2 zum UStG dem ermäßigten Steuersatz, soweit die Gegenstände als Sammlungsstücke von münzkundlichem Wert (aus Position 9705 des Zolltarifs) anzusehen sind.

Aus Vereinfachungsgründen kann für die steuerpflichtigen Umsätze kursgültiger und kursungültiger Münzen aus unedlen Metallen die Steuerermäßigung stets in Anspruch genommen werden. Dies gilt jedoch nicht, sofern dem Unternehmer eine Zolltarifauskunft vorliegt, die die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes ausschließt. Zum Nachweis der Voraussetzungen für die Steuerermäßigung genügt die Bezeichnung der Münze. Im Übrigen gelten die Aufzeichnungspflichten nach Randziffer 175 des BMF-Schreibens vom 5. August 2004 - IV B 7 - S 7220 - 46/04 - (BStBl I S. 638) entsprechend.

Die Vereinfachungsregelung kann auf alle nach dem 31. Juli 2004 ausgeführten Umsätze angewandt werden.
BMF-Schreiben vom 7. Januar 2005 - IV A 5 - S 7229 - 1/05 -

 

Umsatzsteuervergünstigungen auf Grund des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut;
Neuauflage der Liste der amtlichen Beschaffungsstellen
Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterung mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird die Liste der amtlichen Beschaffungsstellen in der Fassung des BMF-Schreibens vom 12. November 2003 - IV D 1- S 7492 - 47/03 - (BStBl 2003 I S. 621) durch die beiliegende Liste nach dem Stand vom 1. Januar 2005 ersetzt.
BMF-Schreiben vom 10. Januar 2005 - IV A 6 - S 7492 - 3/05
Liste der amtlichen Beschaffungsstellen

 

Steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer der Seebeben-Katastrophe im Dezember 2004 in Indien, Indonesien, Sri Lanka, Thailand, Malaysia, Birma (Myanmar), Bangladesch, auf den Malediven, den Seychellen sowie in Kenia, Tansania und Somalia
BMF-Schreiben vom 14. Januar 2005 - IV C 4 - S 2223 - 48/05

 

 

2. Neues vom Bundesfinanzhof (BFH)

Mittelbare Grundstücksschenkung - Ehebedingte Zuwendung

1. Sagt der Schenker dem Bedachten den für den Kauf eines bestimmten Grundstücks vorgesehenen Geldbetrag vor dem Erwerb des Grundstücks zu und stellt er ihm den Betrag bis zur Tilgung der Kaufpreisschuld zur Verfügung, liegt eine mittelbare Grundstücksschenkung auch dann vor, wenn der Bedachte bereits vor der Überlassung des Geldes Eigentümer des Grundstücks geworden war (Änderung der Rechtsprechung).

2. Ein Grundstück kann aufgrund entsprechender Abreden auch dadurch (mittelbar) geschenkt werden, dass der Schenker dem Bedachten einen ihm zustehenden Anspruch auf Übereignung des Grundstücks unentgeltlich abtritt oder ihm die Mittel für den Erwerb eines solchen Anspruchs gewährt.

Urteil vom 10. November 2004 II R 44/02 

 


Steuerbarkeit eines "werthaltigen Tipps" nach § 22 Nr.3 EStG

1. Ermittelt jemand eine dem Rechtsträger selbst nicht bekannte Rechtsposition, so hat sich eine daraus ergebende Geschäftschance noch nicht wie eine sog. Zufallserfindung zu einem greifbaren Vermögenswert und damit zu einem Wirtschaftsgut am Markt verfestigt, wenn der Erfolg ihrer Verwirklichung noch ungewiss ist.

2. Weist jemand einen anderen auf die Möglichkeit einer Rechtsposition hin und wird er für diesen "werthaltigen Tipp" auf Grund eines partiarischen Rechtsverhältnisses am Erfolg der Realisation beteiligt, so erzielt er steuerbare Einkünfte i.S. von § 22 Nr. 3 EStG.

Urteil vom 26. Oktober 2004 IX R 53/02 

 

Unternehmereigenschaft bei Strohmannverhältnissen

1. Wer in eigenem Namen, aber für Rechnung eines anderen ein Einzelunternehmen führt oder persönlich haftender Gesellschafter einer Personengesellschaft ist, wird, sofern das Treuhandverhältnis den Geschäftspartnern gegenüber nicht offengelegt wird, regelmäßig allein wegen seiner unbeschränkten Haftung zum (Mit-)Unternehmer. Dies gilt auch dann, wenn er den Weisungen des Treugebers unterliegt und im Innenverhältnis von jeglicher Haftung freigestellt ist.

2. Eine hiervon abweichende Beurteilung kann ausnahmsweise dann in Betracht kommen, wenn das Unternehmen --wie bei einer Handelsvertretung-- wesentlich durch die persönliche Arbeitsleistung geprägt wird, ein nur geringer Kapitaleinsatz erforderlich ist und die Geschäftsabschlüsse kein nennenswertes wirtschaftliches Risiko bergen.

Urteil vom 04. November 2004 III R 21/02 

 

Nachholung der Begründung eines Prozesskostenhilfeantrags innerhalb der in § 116 Abs. 3 FGO bezeichneten Zwei-Monats-Frist - Verletzung des rechtlichen Gehörs

Die nach der Rechtsprechung des BFH erforderliche laienhafte Darlegung von Revisionszulassungsgründen in einem Antrag auf Gewährung von PKH für das Verfahren der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision kann von dem Antragsteller innerhalb der in § 116 Abs. 3 Satz 1 FGO bezeichneten Zwei-Monats-Frist nachgereicht werden.

Urteil vom 27. Oktober 2004 VII S 11/04 

C. Neue Fachliteratur

1. Die Prüfung der Steuerfachangestellten - Fälle, Fragen, Lösungen.

Auch die 23. Auflage dieses Standardwerks für die Prüfung der Steuerfachangestellten gibt dem Leser größtmögliche Sicherheit bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung. Der komplizierte Stoff wird in übersichtlicher Form anhand von über 1.200 Fragen mit Antworten und mehr als 30 praxisorientierten Prüfungsfällen aufbereitet. Die ausführlichen Lösungen unterstützen den Prüfling bei der Kontrolle und dem Verständnis der Aufgaben.

Das Buch lehnt sich strikt an den ausbildungs- und lernzielorientierten Rahmenlehrplan für den Berufschulunterricht sowie an das Niveau der Abschlussprüfung der Steuerfachangestellten an. Daher eignet es sich nicht nur hervorragend zur gezielten Prüfungsvorbereitung, sondern auch als begleitende Literatur zum Unterricht. In Verbindung mit dem detaillierten Stichwortverzeichnis besitzt der Prüfling, aber auch der bzw. die gestandene Steuerfachangestellte ein Nachschlagewerk, auf das man bei der täglichen Berufsarbeit zurückgreifen kann.

Die Neuauflage stellt auf den Veranlagungszeitraum 2004 ab und enthält die wichtigsten Hinweise auf die ab 2005 eintretenden Rechtsänderungen. Im Rechnungswesenteil wurden die Kontierungen nach den DATEV-Kontenrahmen SKR 03/SKR 04 vorgenommen.Kliewer/Zschenderlein, Die Prüfung der Steuerfachangestellten, 23. Auflage 2004. 831 Seiten, EUR 34,00 - ISBN 3 470 54033 0

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2. Klausurentraining für Steuerfachangestellte

Die Steuerfachangestelltenprüfung markiert den Einstieg in den steuerberatenden Beruf. Sie stellt damit eine der Weichen für den beruflichen Werdegang. Ein gutes Prüfungsergebnis unterstützt die künftige Gehaltsentwicklung und eröffnet zudem berufliche Perspektiven und interessante berufliche Tätigkeitsfelder. Es ist daher besonders wichtig, sich auf die Abschlussprüfung zum Steuerfachangestellten gründlich vorzubereiten.

Neben der fachlichen Vorbereitung ist es notwendig, sich ein möglichst konkretes Bild davon zu verschaffen,

  • wie Prüfungsaufgaben aufgebaut sind,
  • wie umfangreich sie sind,
  • was in der Abschlussprüfung verlangt wird (Gesetzeszitate, Umfang schriftlicher Ausführungen etc.),
  • welche Fragestellungen üblicherweise vorkommen,
  • welche Fach- und Themengebiete erfahrungsgemäß

Prüfungsgegenstand sind.

Das „Klausurentraining für Steuerfachangestellte“ hilft, sich auf die Prüfung vorzubereiten. Anhand von fünf Klausurensätze mit Original-Klausuren zu allen drei Prüfungsfächern, die Originalklausuren in Nordrhein-Westfalen und anderer Bundesländer in Aufbau und Schwierigkeitsgrad nachempfunden sind, kann der Leser sein Fachwissen in den Gebieten Steuerwesen, Rechnungswesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde auf die Probe stellen, mögliche Lücken erkennen und bis zur Abschlussprüfung schließen.

Durch Einhaltung der jeweils vorgegebenen Bearbeitungszeit und Verwendung ausschließlich auch in der Prüfung zugelassener Hilfsmittel wird die Prüfungssituation optimal simuliert. Die Angaben zur Punktevergabe helfen zudem, die Einteilung der Bearbeitungszeit zu trainieren.

Nach jeder Klausur sind Lösungshinweise abgedruckt. Zusätzliche „ergänzende Hinweise“ dienen dem Verständnis und der Nachbereitung der Prüfungsinhalte.

Mit diesem Buch – jetzt in 3. Auflage – erhalten angehende Steuerfachangestellte Routine bei der Bearbeitung von Prüfungsaufgaben, lernen das Wissen auf klausurtypische Fälle anzuwenden und die zur Verfügung stehende Zeit richtig einzuteilen. Dadurch wird Prüfungsangst und -stress vermieden.

Dahms/Puke, Klausurentraining für Steuerfachangestellte, 3. Auflage 2005, 251 Seiten, EUR 24,00 - ISBN 3 482 52063 1

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D. Aktuelles

1. Aufwendungen für Domain-Adresse weder sofort abzugsfähige Betriebsausgaben noch An-schaffungskosten für ein abschreibungsfähiges Wirtschaftsgut.

Mit Urteil zur Einkommensteuer 2000 vom 16. November 2004 (Az.: 2 K 1431/03) hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz zu der Frage Stellung genommen, inwieweit Aufwendungen für eine (Internet-) Domain-Adresse steuerlich berücksichtigt werden können.

Im Streitfall hatte der Kläger in der Gewinnermittlung seines Gewerbebetriebes - „Übernahmekosten Domain-Adresse“ - 8.700.- DM als sofort abzugsfähige Betriebsausgaben geltend gemacht und angegeben, er habe „nur den Namen gekauft und die Internetseite selbst eingerichtet“.

Das Finanzamt ließ diese Aufwendungen im Einkommensteuerbescheid 2000 jedoch unberücksichtigt und begründete das damit, dass es sich bei der Domain-Adresse um ein nicht abschreibbares Wirtschaftsgut handele.

Die dagegen gerichtete Klage hatte keinen Erfolg.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz führte u.a. aus, bei den mit dem Erwerb der Domain-Adresse zusammenhängenden Aufwendungen handele es sich weder um sofort abzugsfähige Betriebsausgaben noch um Anschaffungskosten für ein abschreibungsfähiges Wirtschaftsgut. Die Domain-Adresse stelle ein immaterielles Wirtschaftsgut des Anlagevermögens dar. Internet-Adressen könnten am Markt gehandelt werden, und unterständen – was mittlerweile zivilrechtlich geklärt sei – dem Schutz des Namensrechtes, bzw. dem des Markengesetzes. Das mit der Domain verbundene (Nutzungs-)Recht und nicht etwa dessen körperliche Registrierung stehe im Vordergrund.

Einen im Laufe der Zeit eintretenden Wertverzehr – und damit die Möglichkeit, Absetzungen für Abnutzung vorzunehmen - vermochte das Gericht nicht zu erkennen. Der Meinung des Klägers, wegen der rasanten technischen wie auch inhaltlichen Weiterentwicklung bei Internet-Auftritten könne eine wirtschaftliche Abnutzung nicht verneint werden, EDV-Software werde ja auch planmäßig über drei Jahre abgeschrieben, sei nicht zu folgen. Bei Domain-Adressen gebe es weder Anhaltspunkte noch Erfahrungswerte dafür, dass deren Nutzung unter rechtlichen, technischen oder wirtschaftlichen Gesichtspunkten einer zeitlichen Begrenzung unterliege.

Die Domain werde nach den Registrierungsbedingungen auf unbestimmte Zeit eingerichtet. Der markenrechtliche Schutz bestehe zunächst 10 Jahre und könne auf nicht absehbare Zeit verlängert werden. Im Unterschied zu Warenzeichen bestehe der wirtschaftliche Nutzen einer Domain-Adresse nicht aus ihrem Bekanntheitsgrad. Eine Internet-Adresse sei vielmehr als Eingangstor zum Internet-Auftritt unabhängig vom Zeitgeist sowie der Bewerbung und auf Dauer ohne zusätzliche Maßnahmen, ähnlich einer Hausadresse oder Telefonnummer, nutzbar. Der Wert einer Internet-Adresse werde maßgeblich von ihrer Prägnanz/ihrem schlagwortartigen Charakter bestimmt, wobei – jedenfalls wenn die Domain, wie hier, nicht aus einer Marke bestehe – keine Abnutzungserscheinungen festgestellt werden könnten.

Daher sei das entgeltlich von einem Dritten erworbene Wirtschaftsgut mit den Anschaffungskosten aktivierbar. Eine Berücksichtigung der Anschaffungskosten als Betriebsausgaben kann deshalb allenfalls bei einer eventuellen Veräußerung (oder Entnahme) in Betracht kommen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Revision wurde zur Fortbildung des Rechts zugelassen.

 

 

2. Voraussetzungen einer mittelbaren Grundstücksschenkung

Grundstücksschenkungen unterliegen im Regelfall einer niedrigeren Schenkungsteuer als die Schenkung der zum Grundstückserwerb erforderlichen Geldmittel. Diese steuerliche Begünstigung setzt dabei nicht voraus, dass der Schenker dem Bedachten ein ihm gehörendes Grundstück unentgeltlich überträgt. Ein Grundstück kann vielmehr auch dadurch - mittelbar -geschenkt werden, dass der Schenker dem Bedachten die zum Erwerb erforderlichen Geldmittel überlässt.

Der Bundesfinanzhof hat nunmehr in Fortentwicklung und teilweiser Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung mit Urteil vom 10. November 2004 II R 44/02 entschieden, dass der Schenker in diesem Fall dem Bedachten den für den Kauf eines bestimmten Grundstücks vorgesehenen Geldbetrag vor dem Erwerb des Grundstücks zusagen und ihm den Betrag bis zur Tilgung der Kaufpreisschuld zur Verfügung stellen muss. Andernfalls liegt eine Geldschenkung vor. Der Annahme einer mittelbaren Grundstücksschenkung steht es nicht entgegen, wenn der Bedachte bereits vor der Überlassung des Geldes Eigentümer des Grundstücks geworden war.

Wie der Bundesfinanzhof ferner entschieden hat, kann ein Grundstück auch dadurch mittelbar geschenkt werden, dass der Schenker dem Bedachten einen ihm zustehenden Anspruch auf Übereignung des Grundstücks unentgeltlich abtritt oder ihm die Mittel für den Kauf eines solchen Anspruchs vor dessen Erwerb zusagt und bis zur Tilgung der Kaufpreisschuld zur Verfügung stellt. Voraussetzung für eine mittelbare Grundstücksschenkung in solchen Fällen ist aber, dass der Bedachte nach den mit dem Schenker getroffenen Abreden die Übereignung des Grundstücks an sich verlangen muss und den Übereignungsanspruch nicht weiterübertragen darf.

In allen genannten Fällen bedarf die Zusage der zum Erwerb bestimmten Geldmittel keiner bestimmten Form, muss aber nachweisbar sein.

 

 

3. Zahlung für einen "werthaltigen Tipp" ist zu versteuern

Wer einen anderen auf die Möglichkeit einer Rechtsposition hinweist und für diesen "werthaltigen Tipp" auf Grund eines Vertrages am Erfolg beteiligt wird, erbringt eine sog. "sonstige Leistung" und erzielt daher nach § 22 Nr. 3 des Einkommensteuergesetzes zu versteuernde Einkünfte. Dies hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 26. Oktober 2004 IX R 53/02 entschieden.

Im Streitfall verkaufte das Land Berlin im Jahr 1993 ein im Jahr 1966 erworbenes, in der Innenstadt gelegenes Grundstück für ca. 100 Mio. DM. Ein Rechtsanwalt fand heraus, dass der frühere Eigentümer das Grundstück an das Land verkauft hatte, um eine drohende Enteignung zu vermeiden, die auf dem Grundstück ursprünglich geplante städtebauliche Maßnahme aber wegen eines geänderten Bebauungsplans nicht durchgeführt worden war. Der Rechtsanwalt ermittelte auch den Rechtsnachfolger des früheren Eigentümers, wies ihn auf den möglichen Rückübertragungsanspruch hin und vereinbarte eine Erfolgsbeteiligung von 15 v.H. In der Tat wurde das Land Berlin - allerdings erst in letzter Instanz vor dem Bundesgerichtshof (Urteil vom 14. März 1997, BGHZ 135, 92) - dazu verurteilt, das Grundstück wieder herauszugeben. Der Rechtsanwalt erhielt seine Belohnung von ca. 10 Mio. DM, die Finanzamt und Finanzgericht der Besteuerung unterwarfen.

Dem folgte der Bundesfinanzhof in seiner Entscheidung: Anders als beim nicht steuerpflichtigen Verkauf einer sog. Zufallserfindung hatte sich die vom Rechtsanwalt gefundene Geschäftschance noch nicht zu einem Wirtschaftsgut verfestigt. Es handelte sich um eine steuerpflichtige vertragliche Leistung, deren Erfolg lediglich zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses ungewiss war.

 

 

4. Steuervereinfachung vor 2006 vorantreiben

Die Bundessteuerberaterkammer fordert, eine durchgreifende Steuervereinfachung noch vor dem Wahljahr 2006 voranzutreiben. Ein Aufschub bei der Entschlackung des komplizierten Steuerrechts wäre fatal. Neben zurzeit 118 Steuergesetzen, 87 Rechtsverordnungen und rund 4.000 Erlassen wurde allein das Einkommensteuergesetz seit dem Amtsantritt der Bundesregierung 49-mal geändert.

Anlässlich der Anhörung vor dem Bundestags-Finanzausschuss am 19. Januar hat die Bundessteuerberaterkammer in ihrer Stellungnahme zu den Steuerreformkonzepten von CDU/CSU und FDP eigene Eckpfeiler für wirksame Steuervereinfachung benannt:

Das Steuerrecht muss von Lenkungsnormen befreit werden. Sind sozialpolitische Transferleistungen nötig, sollten diese getrennt erfolgen und nicht in das Steuerrecht integriert werden.

Das Leistungsfähigkeitsprinzip muss der Besteuerung zugrunde liegen, tatsächliche Aufwendungen ohne betragsmäßige Höchstgrenze müssen abgezogen werden können. Überprüft werden sollte auch, ob mit dem Leistungsfähigkeitsprinzip übereinstimmt, dass der Spitzensteuersatz bereits bei einem Durchschnittsverdienst greift.

Die Gewerbesteuer muss abgeschafft werden. Sie ist ein Fremdkörper im deutschen Steuer-system und verschlechtert die deutsche Wettbewerbsposition. Wie ein Vorschlag des Deutschen wissenschaftlichen Instituts der Steuerberater (unter http://www.dws-institut.de - „Presse“) zeigt, ist ein kommunaler Zuschlag auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer eine Lösung.

Die Streichung von Subventions- und Lenkungsnormen aus dem Steuerrecht und der Abbau von Ausnahmetatbeständen muss durch eine ausreichende Senkung des Steuertarifs begleitet werden, damit es nicht zu neuen Steuerbelastungen kommt.

Bei Steuervereinfachung und einer Steuerreform sollte die steuerrechtliche Terminologie beibehalten werden. Etablierte Fachbegriffe bringen Rechtssicherheit und tragen zur Lesbarkeit von Gesetzestexten und zur Verständlichkeit des Steuerrechts bei.

Die Stellungnahme der Bundessteuerberaterkammer ist abrufbar unter http://www.bstbk.de im Menüpunkt „Presse“.

 

E. Impressum

Steuerlinks GmbH
Feldbergweg 7
76275 Ettlingen

Herausgeber
Benjamin Hirth
Diplom Betriebswirt (FH) / Steuerberater

Erscheinungsweise:
Am 5. und 20. jeden Monats

Deutsche Bibliothek:
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)
ISSN 1617-7797 (eMail-Ausgabe)
[
Mediadaten und Anzeigenpreisliste ] [ Ergebnisse der Onlinebefragung 2/2003 ]

Ende des Steuerlinks-Newsletter vom 20.01.2005



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