Alle Ausgaben des Steuerlinks-Newsletter:
138 137 136 135 134 133 132 131 130 129 128 127 126 125 124 123 122 121 120 119 118 117 116 115 114 113 112 111 110 109 108 107 106 105 104 103 102 101 100 99 98 97 96 95 94 93 92 91 90 89 88 87 86 85 84 83 82 81 80 79 78 77 76 75 74 73 72 71 70 69 68 67 66 65 64 63 62 61 60 59 58 57 56 55 54 53 52 51 50 49 48 47 46 45 44 43 42 41 40 39 38 37 36 35 34 33 32 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15

Steuerlinks-Newsletter
Ausgabe 123 vom 05.05.2005
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)
Die eMail-Ausgabe ging an 8.662 Empfänger

Man sollte für alle Staus eine Mindestgeschwindigkeit einführen!


Inhaltsverzeichnis

  1. Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges
    1. - Vorsteuerabzug und Vorsteuerkorrektur, Besonderheiten bei gemischt genutzten Grundstücken
      - Abzugsverbot ausländischer Verluste europarechtswidrig? Die Rechtssache Ritter-Coulais
    2. Eichel: Steuerliche Maßnahmen zur Stärkung von Konjunktur und Wachstum auf den Weg gebracht
       
  2. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise
    1. Neues vom Bundesministerium der Finanzen (BMF)
    2. Neues vom Bundesfinanzhof (BFH)
       
  3. Neue Fachliteratur
    1. Schmidt / Einkommensteuergesetz: EStG Kommentar

  4. Aktuelles
    1. GmbH-Gründungen werden erleichtert
    2. Umsatzsteuer 2003: Großunternehmen erzielen 44% der Umsätze
    3. Einkommensteuererklärung vollständig online erledigen

  5. Impressum
 

Werbung

Jahresabschluss der GmbH
Praktische Gestaltungsempfehlungen

Ihre Handels- und Steuerbilanz muss finanz- und steueroptimal gestaltet sein. Dazu müssen Sie sich intensiv mit betriebswirtschaftlichen Vorgängen und gezielter Bilanzpolitik und -gestaltung auseinandersetzen.

Im Seminar „Jahresabschluss der GmbH“ erfahren Sie auf Basis des
aktuellen Bilanzrechts u. a.,

  • wie Sie hohe Nachzahlungen und Ärger bei der Betriebsprüfung
    vermeiden,
  • handels- und steuerrechtliche Bilanzierungsspielräume nutzen sowie
  • die Auswirkungen des Bilanzrechtsreformgesetzes und des Bilanz-
    kontrollgesetzes zu Ihrem Vorteil anwenden.

 

 

A. Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges

 


2.
Steuerliche Maßnahmen zur Stärkung von Konjunktur und Wachstum auf den Weg gebracht

Zur Billigung der Entwürfe eines Gesetzes zur Verbesserung der steuerlichen Standortbedingungen und eines Gesetzes zur Sicherung der Unternehmensnachfolge durch das Bundeskabinett am 04.05.2005 erklärt das Bundesministerium der Finanzen:

Mit den beiden Gesetzen werden die Reformen der Agenda 2010 wirkungsvoll flankiert und die erforderlichen, kurzfristig umsetzbaren steuerlichen Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbs- und Investitionskräfte ergriffen. Die aufkommensneutral gestaltete Tarifentlastung für Unternehmen ist – zusammen mit den übrigen Maßnahmen des 20-Punkte-Programms - ein wichtiger Beitrag zur Stärkung von Konjunktur und Wachstum und zur Sicherung des nationalen Steueraufkommens.

Die steuerliche Erleichterung der Generationenfolge ist ein deutliches Zeichen für die Unternehmenskontinuität im Bereich der mittelständischen Personengesellschaften. Durch die Neuregelung werden den Unternehmen Mittel für Investitionen, insbesondere zum Erhalt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen belassen. Daraus resultieren positive Wachstums- und Beschäftigungseffekte.

Im Einzelnen beinhalten die Gesetzentwürfe folgende Maßnahmen:

  • Tarifsenkung der Körperschaftsteuer

Im Zentrum steht die Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25% auf 19% ab dem Veranlagungszeitraum 2006. Die Tarifabsenkung ist ein zentraler Beitrag zur Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu den wichtigsten Ländern der Europäischen Union. Die Senkung des Nominalsteuersatzes hat eine wichtige Signalfunktion, die auch für anstehende Investitionsentscheidungen von Bedeutung ist.


Durch die deutliche Senkung des Körperschaftsteuersatzes wird der Standort Deutschland für Unternehmen attraktiver. Erzielte Erträge werden in stärkerem Maße wieder der deutschen Besteuerung unterworfen, da sich eine Gewinnverschiebung ins Ausland wirtschaftlich nicht mehr lohnt.

Derzeit bestehen aufgrund der hohen nominalen Gewinnbesteuerung von Kapitalgesellschaften für international tätige Konzerne Anreize, Kosten und Verluste in Deutschland zu realisieren und Gewinne im Ausland zu versteuern.

Das führt zu erheblichen Steuerausfällen in Deutschland. Es besteht zudem die Gefahr, dass in Deutschland dringend benötigte Investitionen unterbleiben und auf mittlere Sicht Arbeitsplätze verloren gehen. Durch die Senkung des Körperschaftsteuersatzes wird diesem negativen Trend Einhalt geboten.

 

Werbung

Ihre Erfolgsbasis:

Das Expertenwissen von NWB mit den Inhalten der drei marktführenden Zeitschriften NBW, IWB und BBK.

Aus über 100.000 Dokumenten mit mehr als 2.000.000 Verlinkungen sekundenschnell per Mausklick immer das Richtige finden. Inklusive 50.000 Gerichtsentscheidungen im Volltext, 400 Arbeitshilfen und
700 infoCenter-Beiträgen.

NWB steuerXpert, die erfolgreiche Steuerrechtsdatenbank vom Verlag Neue Wirtschafts-Briefe, setzt ihren Innovationskurs fort.

Inhaltlich und technisch. Am besten, Sie testen.


  • Erhöhung des Anrechungsfaktors bei der Anrechung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer.

Neben der Tarifentlastung für die Kapitalgesellschaften werden die bereits günstigen steuerlichen Rahmenbedingen für die Personenunternehmen weiter verbessert, indem der maßgebliche Faktor bei der Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer von 1,8 auf 2,0 erhöht wird.

Damit werden Personenunternehmen bis zu einem Hebesatz von 379 % vollständig von der Gewerbesteuer entlastet. Dies hilft gezielt der mittelständischen Wirtschaft.

  • Steuerliche Erleichterung der Unternehmensnachfolge in mittelständischen Familienunternehmen

Durch das auf dem bayerischen Vorschlag basierende Gesetz soll die auf produktiv eingesetztes Vermögen entfallende Erbschaft- und Schenkungsteuer über einen Zeitraum von zehn Jahren gestundet werden. In diesem Zeitraum wird die Steuerschuld in gleichen Jahresraten unter der Voraussetzung der Betriebsfortführung abgeschmolzen. Führt der Erwerber den Betrieb über zehn Jahre fort, entfällt die Steuer damit gänzlich.

Die vorgeschlagene Regelung dient auch dazu, familiengeführte Unternehmen von den Unwägbarkeiten eines Mittelentzugs durch die Erbschaft- und Schenkungsteuer zu befreien, denen große Aktiengesellschaften und Konzerne mit Publikumsbeteiligungen nicht direkt ausgesetzt sind. Sie wird damit mehr Chancengleichheit mittelständischer Unternehmen gegenüber Großunternehmen herstellen.

Die Tarifsenkung und die Erhöhung der Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer werden durch folgende Maßnahmen aufkommensneutral gegenfinanziert:

  • Beschränkung der Abzugsfähigkeit von Verlusten aus Steuerstundungsmodellen

Die Attraktivität so genannter Steuerstundungsmodelle wird eingeschränkt. Bisher hatten Anleger die Möglichkeit, im Rahmen von vorgefertigten Steuersparkonstruktionen Verluste in der Anfangsphase der Investition sofort mit übrigen positiven Einkünften verrechnen zu können. Zukünftig werden sie diese Verluste nur noch mit späteren positiven Einkünften aus derselben Einkunftsquelle verrechnen können.

Damit wird die Förderung volkswirtschaftlich fragwürdigen Steuersparens und die daraus resultierende Fehlleitung volkswirtschaftlicher Ressourcen beendet.

Diese Maßnahme schränkt steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten ein, die bislang insbesondere von Besserverdienenden genutzt werden, um ihre Steuerbelastung teilweise auf Null zu senken. Die Neuregelung trägt daher auch zu mehr Steuergerechtigkeit bei.

Verluste aus einer auf den wirtschaftlichen Erfolg gerichteten unternehmerischen Betätigung sind von der Neuregelung nicht betroffen.

  • Hälftige Berücksichtigung von Gewinnen aus der Aufdeckung von stillen Reserven durch die Veräußerung von Grundstücken und Gebäuden

Immobilien, die eigentlich für den Betrieb nicht mehr erforderlich sind, werden oft nur noch aus steuerlichen Gründen im Bestand des Unternehmens gehalten.

Für einen begrenzten Zeitraum von 3 Jahren werden deshalb die bei der Aufdeckung von stillen Reserven durch die Veräußerung von betrieblichen Grundstücken und Gebäuden realisierten Gewinne nur zur Hälfte der Besteuerung unterworfen.

Damit wird ein zeitlich befristeter Anreiz geschaffen, nicht betriebsnotwendige Immobilien zu veräußern, um so freiverfügbares Eigenkapital für wirtschaftliche Aktivitäten zu mobilisieren. Die Maßnahme führt insbesondere zugunsten des Mittelstandes zu einer Stärkung der Liquidität und der Eigenkapitalquote.

Gleichzeitig leistet sie einen Beitrag zur Sicherung der Haushaltseinnahmen.

 

Werbung

Speziell für Sie als Steuerberater:

Deutsche Steuerberater-Richtlinien:
kompakt & kompetent speziell für Ihre tägliche Beratungspraxis:

- aktuelle Praxis-Tipps anerkannter Steuerexperten
- Checklisten und Musterschreiben
- Kommentierungen zu allen wichtigen steuerlichen Fragen...
*** mit CD-ROM *** mit CD-ROM *** mit CD-ROM ***

Gleich hier erhalten Sie interessante Leseproben
testen Sie 4 Wochen in der Praxis...

 

  • Begrenzung des Verlustabzugs auf 50% des Gesamtbetrags der Einkünfte bei einem Sockelbetrag von 1 Million Euro

Verluste, die über einen Sockelbetrag von 1 Million Euro hinausgehen, dürfen künftig nur noch bis zu einer Höhe von 50 % statt bisher 60 % des Gesamtbetrags der Einkünfte abgezogen werden.

Die Abzugsbeschränkung verhindert insbesondere, dass Großunternehmen Verlustvorträge dazu nutzen, über Jahre hinweg keine Körper­schaftsteuer zu zahlen, obwohl sie Infrastruktur und andere öffentliche Leistungen ständig in Anspruch nehmen. Die Beibehaltung des Sockelbetrags stellt sicher, dass kleine und mittlere Unternehmen von dieser Regelung weiterhin nicht erfasst werden. [BMF Nr. 57/2005]

Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der steuerlichen Standortbedingungen (PDF, 74 KB)
Einzeldarstellung der Maßnahmen und finanzielle Auswirkung (PDF, 52 KB)

 

B. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise

1. Neues vom Bundesministerium der Finanzen (BMF)

Auslegung des Begriffs Betrieb im Investitionszulagengesetz; Betriebliche Investitionszulage für Windenergieanlagen
BMF-Schreiben vom 22. April 2005 - IV C 8 - InvZ 1271 - 11/05 - PDF, 94 KB


Anwendung der Dreimonatsfrist nach R 39 Abs. 1 Satz 5 LStR bei Einsatzwechseltätigkeit;
Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 27. Juli 2004 entschieden, dass die Dreimonatsfrist des § 4 Abs. 5 Satz 1 und Nr. 5 Satz 5 EStG anzuwenden ist, wenn ein Arbeitnehmer im Zuge einer Einsatzwechseltätigkeit längerfristig vorüber­gehend an derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte eingesetzt wird (gegen R 39 Abs. 1 Satz 5 LStR).

Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder ist dieses Urteil aus Vertrauensschutzgründen allgemein erst für nach dem 31. Dezember 2005 beginnende Lohnzahlungs- bzw. Veranlagungszeiträume vorbehaltlich einer etwaigen Gesetzesänderung anzuwenden. Entsprechendes gilt für die Regelung in Nummer 3 „Einsatzwechseltätigkeit“ des BMF-Schreibens vom 30. Juni 2004 (BStBl I S. 582), wonach nach Ablauf der Dreimonatsfrist die Abwesenheitszeit von der auswärtigen Unterkunft maßgebend ist. Für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2005 ist nicht zu beanstanden, wenn bei einer längerfristigen vorübergehenden Einsatzwechseltätigkeit an derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte weiterhin nach R 39 Abs. 1 Satz 5 LStR verfahren wird.
BMF-Schreiben vom 11. April 2005 - IV C 5 - S 2353 - 77/05 - PDF, 106 KB

Hailpratiker

Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung von Lohnsteuer-Anmeldungen und Umsatzsteuer-Voranmeldungen
Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Abstimmung mit den obersten Finanzbehörden der Länder ist es für bis zum 31. Mai 2005 endende Anmeldungs- bzw. Voranmeldungszeiträume abweichend von dem o.a. BMF-Schreiben vom 29. November 2004 nicht zu beanstanden, wenn Lohnsteuer-Anmeldungen bzw. Umsatzsteuer-Voranmeldungen entgegen der Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung (§ 41a Abs. 1 EStG, § 18 Abs. 1 Satz 1 UStG) in Papierform oder per Telefax abgegeben werden.

Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht.
BMF-Schreiben vom 28. April 2005 - IV A 7 - S 0321 - 34/05 - PDF 9 KB


 

 

 

 

2. Neues vom Bundesfinanzhof (BFH)

Abgrenzung Betrieb gewerblicher Art/Hoheitsbetrieb: Vermessungsamt und Katasteramt einer Gemeinde - Auslegung von Landesrecht obliegt dem FG
1. Die Ausübung öffentlicher Gewalt durch eine juristische Person des öffentlichen Rechts umfasst Tätigkeiten, die dieser eigentümlich und vorbehalten sind. Kennzeichnend dafür ist die Erfüllung spezifisch öffentlich-rechtlicher Aufgaben, die aus der Staatsgewalt abgeleitet sind; die Mitwirkung mit hoheitlichen Aufgaben betrauter (beliehener) Unternehmer steht dem nicht entgegen.

2. Die Auslegung einschlägiger landesrechtlicher Vorschriften obliegt dem FG.
Urteil vom 25. Januar 2005 I R 63/03  BFH vom 25.01.2005 I R 63/03

 

Vom Erblasser bestimmte Testamentsvollstreckervergütung auch soweit unangemessen hoch in der Regel nicht erbschaftsteuer- sondern einkommensteuerpflichtig
Die vom Erblasser bestimmte Testamentsvollstreckervergütung unterliegt, auch soweit sie eine angemessene Höhe überschreitet, im Regelfall nicht der Erbschaftsteuer, sondern in vollem Umfang der Einkommensteuer.
Urteil vom 02. Februar 2005 II R 18/03  BFH 02.02.2005 II R 18/03 

 

Kettenschenkung bei fehlender Dispositionsmöglichkeit des Zwischengeschalteten
Übertragen (Schwieger-)Eltern unter Mitwirkung ihres Kindes schenkweise Grundstückseigentum unmittelbar auf den Ehegatten ihres Kindes (Schwiegerkind), kann hierin auch dann kein schenkungsteuerrechtlich beachtlicher Durchgangserwerb des Kindes liegen, wenn die Zuwendung "auf Veranlassung des Kindes" erfolgen soll und als "ehebedingte Zuwendung" des Kindes bezeichnet wird. Eine Schenkung des Kindes an seinen Ehegatten kommt unter diesen Umständen nicht in Betracht (gegen FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. Februar 1999 4 K 2011/98, EFG 1999, 617).
Urteil vom 10. März 2005 II R 54/03 BFH 10.03.2005 II R 54/03 

 

Zum Beteiligungserfordernis für den Schenker nach § 13a Abs. 4 Nr. 3 ErbStG bei einer mittelbaren Anteilsschenkung - Auslegung gegen den Wortlaut
Auch bei einer mittelbaren Schenkung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft sind die Steuerbegünstigungen des § 13a ErbStG zu versagen, wenn der Schenker nicht zu mehr als einem Viertel am Nennkapital der Gesellschaft beteiligt ist.
Urteil vom 16. Februar 2005 II R 6/02 

 

Abfindung eines Pensionsanspruchs anlässlich einer Betriebsaufgabe berührt den Aufgabegewinn - revisionsrechtliches Verböserungsverbot
Wird der gegenüber einer Personengesellschaft bestehende Pensionsanspruch eines Gesellschafters anlässlich der Aufgabe des Betriebs der Gesellschaft abgefunden, so mindert sich hierdurch der Aufgabegewinn der Gesellschaft; beim Gesellschafter stellt die Abfindung eine Sondervergütung dar, die seinen Anteil am Aufgabegewinn erhöht.
Urteil vom 20. Januar 2005 IV R 22/03 

 

Nutzung des Körperschaftsteuerguthabens aus Nachsteuer
Es bestehen ernstliche Zweifel daran, ob § 37 KStG 2002 der Nutzung eines Körperschaftsteuerguthabens entgegensteht, das auf einer Ausschüttung eines Tochterunternehmens im laufenden Wirtschaftsjahr beruht und daher zum Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres nicht gesondert festgestellt wurde.
Beschluss vom 05. April 2005 I B 221/04 

 

Bedarfsbewertung: Ansatz der vertraglich vereinbarten Miete auch bei der Betriebsaufspaltung - Selbständigkeit der Unternehmen trotz Betriebsaufspaltung
Der typisierenden Bedarfsbewertung bebauter Grundstücke ist auch in Fällen entgeltlicher Überlassung im Rahmen einer Betriebsaufspaltung die vertraglich vereinbarte Miete zugrunde zu legen; ein Ansatz der üblichen Miete kommt nicht in Betracht.
Urteil vom 02. Februar 2005 II R 4/03 


An britisches College gezahltes Schulgeld nicht als Sonderausgabe abziehbar - Einholung einer Vorabentscheidung des EuGH
Die Versagung des Sonderausgabenabzugs nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG für das an ein britisches College gezahlte Schulgeld verletzt jedenfalls dann nicht das gemeinschaftsrechtliche Diskriminierungsverbot, wenn die Höhe des Schulgeldes eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern fördert und es deshalb auch beim Besuch einer inländischen Schule steuerlich nicht berücksichtigt werden könnte.
Urteil vom 14. Dezember 2004 XI R 66/03 

C. Neue Fachliteratur

1. Schmidt / Einkommensteuergesetz: EStG Kommentar

Der "Schmidt" erscheint jährlich. Als Jahreskommentar berücksichtigt er in seiner Kommentierung mit Rechtsstand 1. März alle Änderungen des EStG, alle wichtigen BFH-Urteile, alle einschlägigen Verwaltungsanweisungen sowie das relevante einkommensteuerrechtliche Schrifttum.

Der "Schmidt" spricht die Probleme an, setzt sich mit streitenden Meinungen auseinander und gibt gezielt eigene Lösungshinweise.

In die 24. Auflage sind alle EStG-Änderungen eingearbeitet, die zwischen dem Erscheinen der Vorauflage und dem 1.1.2005 verabschiedet wurden bzw. noch werden:

Ein weiterer wichtiger Punkt der Neuauflage betrifft die grundlegende Entschlackung der Kommentierung und damit rund 150 Seiten Umfangsreduzierung!

Bestellen Sie bitte bei Ihrer Buchhandlung oder unter Amazon.de

D. Aktuelles

1. GmbH-Gründungen werden erleichtert

Das Bundesministerium der Justiz hat am 29. April 2005 den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des Mindestkapitals im GmbH-Recht (MindestKapG) den Ländern und Verbänden zur Stellungnahme zugeleitet. Nach dem Gesetzentwurf wird das Mindeststammkapital der Gesellschaft mit beschränkter Haftung ab dem 1. Januar 2006 von derzeit 25.000 EUR auf 10.000 EUR abgesenkt.

" Durch die Absenkung des Mindeststammkapitals wird es insbesondere für Unternehmensgründerinnen und Unternehmensgründer aus dem Dienstleistungsbereich erheblich einfacher, unternehmerisch tätig zu werden. Dies erhöht die Attraktivität der Rechtsform der GmbH für den deutschen Mittelstand und stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt", sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries.
Der Gesetzentwurf ist Teil des 20-Punkte Programms zur Fortsetzung der Agenda 2010, das Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner Regierungserklärung am 17. März 2005 vorgestellt hat.

Mit diesem ersten Schritt zur Reform des GmbH-Rechts wird das Mindeststammkapital der GmbH deutlich abgesenkt. Dies geschieht auch mit Blick auf den zunehmenden Wettbewerb der Rechtsformen von Kapitalgesellschaften in der Europäischen Union: Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen GmbH soll auch im europäischen Vergleich erhalten und gestärkt werden, ohne die Vorteile des deutschen GmbH-Rechts aufzugeben.

Die Absenkung des Mindeststammkapitals wird flankiert durch eine verstärkte Transparenz gegenüber Dritten, insbesondere den Geschäftspartnern:

Die Haftkapitalausstattung der Gesellschaft muss künftig offen gelegt werden, indem die Gesellschaft die Höhe des gezeichneten Stammkapitals auf ihren Geschäftsbriefen angibt.

In einem zweiten Gesetz wird es vor allem um die Problematik der missbräuchlichen Verwendung der GmbH in der Krise gehen. Der Schwerpunkt wird darin liegen, Verbesserungen für die sogenannten Bestattungsfälle zu schaffen, in denen die GmbH zum Schaden ihrer Gläubiger einer ordentlichen Liquidation oder Insolvenz entzogen wird. Zudem soll verhindert werden, dass Gesellschafter und Geschäftsführer sich ihrer Verantwortung entziehen, indem die GmbH entweder gar keine Geschäftsführer mehr hat oder diese nur noch im Ausland schwer erreichbar sind. [BMJ, 29. April 2005, PM]
Entwurf und Begründung
Hailpratiker


2. Umsatzsteuer 2003: Großunternehmen erzielen 44% der Umsätze  

Wie das Statistische Bundesamt auf Basis der Umsatzsteuerstatistik mitteilt, haben im Jahr 2003  2,9 Mill. Unternehmen Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgegeben. Die Zahl der erfassten Unternehmen sank um 11 100 Steuerpflichtige oder 0,4% gegenüber 2002; dies wurde allerdings durch die Anhebung der Besteuerungsgrenze für Kleinunternehmen von 16 620 auf 17 500 Euro Vorjahresumsatz stark beeinflusst. Die umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen meldeten 4 255 Mrd. Euro Umsätze (Wert der Lieferungen und Leistungen), das war ein minimaler Anstieg von 2 Mrd. Euro im Vergleich zum Jahr 2002. Daraus erzielte der Staat Einnahmen in Höhe von 105,3 Mrd. Euro (– 2,4%).


1 598 Unternehmen verzeichneten einen Umsatz von mindestens 250 Millionen Euro. Diese umsatzstärksten Unternehmen erzielten mit 1 873 Mrd. Euro 44% des Gesamtumsatzes.


Die höchsten Umsätze wurden von den 279 300 Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe mit zusammen 1 532 Mrd. Euro und den 699 400 Handelsunternehmen mit 1 324 Mrd. Euro erzielt. Mit Abstand folgt der Bereich „Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen, Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen“, der mit 793 700 Unternehmen die höchste Zahl der Steuerpflichtigen aufweist (Umsatz von 510 Mrd. Euro).


Detaillierte Angaben über die steuerpflichtigen Unternehmen und deren Umsätze nach einzelnen Wirtschaftszweigen bietet das Internetangebot des Statistischen Bundesamtes im Bereich "Finanzen und Steuern" und der Statistik-Shop. [Statistisches Bundesamt, Pressestelle, www.destatis.de]


3. Einkommensteuererklärung vollständig online erledigen

 

Werbung

TOPAKTUELL
Einkommensteuererklärung vollständig online erledigen

Wie jedes Jahr ist es am 31. Mai wieder soweit: die Frist für Ihre Steuererklärung für das vergangene Jahr läuft ab. SteuerFuchs ist die erste echte Web-Anwendung, mit der Sie die Erstellung und Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung komplett "online" erledigen können.

Das heißt: Anschaffung, Download, Lizenzierung, Installation, Registrierung und Updates der Software entfallen. Ihr Computer mit einem gängigen Webbrowser auf einem beliebigen Betriebssystem ist alles, was Sie benötigen.

Alle notwendigen Steuerdaten werden in einem einfachen Interview abgefragt. Klären Sie so schnell und unkompliziert, ob sich die Abgabe einer Steuererklärung für Sie lohnt. Lassen Sie keinen Steuervorteil ungenutzt und holen Sie sich Unterstützung vom kostenlosen Online-Steuerratgeber.

Der SteuerFuchs bietet die Erfassung und Optimierung Ihrer Steuererklärung sowie Steuertipps anonym und vor allem jederzeit anmeldungsfrei. Nur wenn Sie möchten, ergänzen Sie abschließend Ihre persönlichen Daten und übermitteln die Erklärung für nur 14,95 Euro im modernen ELSTER-Verfahren direkt an Ihr Finanzamt.

Zum SteuerFuchs gelangen Sie, indem Sie auf dies Link klicken

 

E. Impressum

Steuerlinks GmbH
Feldbergweg 7
76275 Ettlingen

Herausgeber
Benjamin Hirth
Diplom Betriebswirt (FH) / Steuerberater

Erscheinungsweise:
Am 5. und 20. jeden Monats

Deutsche Bibliothek:
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)
ISSN 1617-7797 (eMail-Ausgabe)
[
Mediadaten und Anzeigenpreisliste ] [ Ergebnisse der Onlinebefragung 2/2003 ]

Ende des Steuerlinks-Newsletter vom 05.05.2005



Dieser Bereich dient lediglich noch als Archiv. Bitte verwenden Sie die neuen Seiten

Impressum