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Ausgabe 18 vom 05.12.2000
Diese Ausgabe geht heute an insgesamt 892 Empfänger

Wer wenig angibt, hat mehr vom Leben
[Wahlspruch eines Steuerpflichtigen]

  1. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise
     
  2. Aktuelles
    1. BdSt gegen Verschärfungen bei den Abschreibungen
    2. Aktuelle Stellungnahmen der Bundessteuerberaterkammer - Entwurf der neuen AfA-Tabellen
    3. Werbungskostenabzug für PC wird großzügiger
    4. Halber Steuersatz auf Betriebsveräußerungen und Betriebsaufgaben wird wiedereingeführt
    5. EU-Finanzminister einigen sich über einheitliche Zinsbesteuerung
    6. Bundessteuerberaterkammer: Rechtlicher Anspruch auf Teilzeitarbeit beschäftigungspolitisch kontraproduktiv
       
  3. Neuerscheinungen / Fachbuchtipps
    1. Selbstmanagement für den Steuerberater
    2. Der neue Künstlerkalender 2001 von Walter Hanel
  1. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise

Steuersenkungsgesetz - Erstmalige Anwendung der Neuregelungen des Umwandlungssteuergesetzes in den Fällen der rückwirkenden Umwandlung

Lohnsteuerliche Behandlung von unentgeltlichen oder verbilligten Mahlzeiten der Arbeitnehmer im Kalenderjahr 2001 (BMF-Schreiben vom 24. November 2000)

Bewertung der Unterkunft bei Angehörigen der Bundeswehr und des Bundesgrenzschutzes für das Kalenderjahr 2001 (BMF-Schreiben vom 24. November 2000)

Liste der Goldmünzen für 2001 (BMF-Schreiben vom 21.11.2000 nebst Anlage)
 

 

  1. Aktuelles
  1. BdSt gegen Verschärfungen bei den Abschreibungen

In der Anhörung des Bundesfinanzministeriums am 30.11.2000 zur Neufassung der AfA-Tabellen hat der BdSt folgende Stellungnahme abgegeben:

Der vorliegende Entwurf für die neuen AfA-Tabellen wird vom Bund der Steuerzahler abgelehnt. Er ist sachlich nicht gerechtfertigt und finanzpolitisch nicht erforderlich. Er stellt eine Steuererhöhung durch die Hintertür dar. Dadurch würde die Unternehmensteuerreform konterkariert. Denn die Verschärfung der AfA-Tabellen läuft den Bemühungen um steuerliche Erleichterungen für die Betriebe zuwider. Dies gilt um so mehr, als schon durch das Steuersenkungsgesetz die Bedingungen für die degressive AfA verschlechtert werden. Des Weiteren geraten viele Unternehmen durch die so genannte Öko-Steuer und die ungünstige Entwicklung der Energiepreise immer stärker unter Druck. Statt einer Verschärfung der Abschreibungsbedingungen sollten vielmehr überfällige Erleichterungen bei den Abschreibungsmöglichkeiten erfolgen. Aufgrund des Anstiegs der Steuereinnahmen und bei einer sparsamen Haushaltsführung kann auf die Einschränkung der Abschreibungsmöglichkeiten verzichtet werden.

Im Vergleich zum bisherigen Recht enthält der vorliegende Entwurf fast durchweg wesentlich längere Fristen für die lineare Abschreibung. Das bedeutet für viele Betriebe, dass sie in den kommenden Jahren mit beträchtlichen Mehrbelastungen rechnen müssen. Wir befürchten, dass es dadurch auf breiter Front zu negativen Effekten auf die betrieblichen Investitionen und damit auch auf die Beschäftigung kommt.

Der Entwurf für die neuen AfA-Tabellen ist nach unserer Auffassung sachwidrig und lebensfremd. Bei einer ganzen Reihe von Anlagegütern beträgt die Verlängerung der zu Grunde gelegten Nutzungsdauer 50 Prozent und mehr. Für unverständlich halten wir z.B., dass die Abschreibungsfrist von Büromöbeln von 10 auf 13 Jahre verlängert werden soll. Nicht nachvollziehbar ist auch, dass in ihrer Funktion zusammenhängende Wirtschaftsgüter wie PC und Drucker nicht in gleicher Weise, nämlich in 3 Jahren abgeschrieben werden sollen.

Die Entscheidung, bei den neuen Regeln für die lineare AfA generell statt von der wirtschaftlichen von der in der Regel längeren technischen Nutzungsdauer auszugehen, halten wir für eine fragwürdige Verallgemeinerung des BFH-Urteils zur

Pkw-Abschreibung bei einem Fahrzeug-Vermieter. Die bisherige Orientierung der Abschreibungsdauer an der (betriebs-) wirtschaftlichen Verwertbarkeit eines Anlagegutes hatte sich bewährt. Insbesondere bei technisch hochwertigen Geräten wie z.B. des Telekommunikationsbereichs, die nicht nur in Unternehmen, sondern auch von Arbeitnehmern immer stärker eingesetzt werden, ist eine wirtschaftliche Verwertbarkeit nach wenigen Jahren nicht mehr gegeben, obwohl sie technisch noch einige Zeit weiter genutzt werden können. Hier kommt es zu einer künstlichen und nicht gerechtfertigten Ausdehnung der Abschreibungsdauer. Die weitgehende Ausrichtung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer am technischen Verschleiß geht u.E. an der Realität vorbei.

Nicht nur die materiellen Verschlechterungen für die Steuerzahler geben Anlass zur Besorgnis. Es ist darüber hinaus zu befürchten, dass es zu einer Verschlechterung des Steuerklimas kommt. Denn Streitigkeiten zwischen Steuerzahler und Finanzverwaltung als Folge der neuen Abschreibungsregelungen sind unserer Ansicht nach vorprogrammiert.

Nicht zuletzt plädieren wir nachdrücklich dafür, die jahrzehntelang unveränderte Betragsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von 800 DM endlich anzuheben. Die Grenze wurde seit 1964 nicht mehr angepasst. Nimmt man die Entwicklung der Geldentwertung zum Maßstab, dann müsste die Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter auf deutlich über 2.000 DM angehoben werden. Dies würde sowohl im betrieblichen Bereich wie auch bei der Abschreibung von Arbeitsmitteln durch Arbeitnehmer erhebliche Vereinfachungseffekte mit sich bringen.
[Bund der Steuerzahler, 30.11.2000]

 

Webtip zum Thema:

 

 

  1. Aktuelle Stellungnahmen der Bundessteuerberaterkammer - Entwurf der neuen AfA-Tabelle

Die Bundessteuerberaterkammer hat zum Entwurf der neuen AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter mit Schreiben vom 27. November 2000 beim Bundesministerium der Finanzen Stellung bezogen.

Abschreibungen sollten grundsätzlich den für die Zukunft absehbaren Wertverzehr erfassen. Eine Ausrichtung der steuerlichen AfA-Tabellen auf den Finanzierungsbedarf der öffentlichen Haushalte ist aus Sicht der Bundessteuerberaterkammer dagegen nicht sachgerecht.

Nach Auffassung der Bundessteuerberaterkammer sollen Abschreibungen den für die Zukunft absehbaren Wertverzehr erfassen. Dagegen ist eine Ausrichtung der steuerlichen AfA-Tabellen auf den Finanzierungsbedarf der öffentlichen Haushalte und eben nicht nach voraussichtlicher Nutzungsdauer nicht sachgerecht. Soweit das Erfordernis einer neuen AfA-Tabelle mit dem BFH-Urt. X R 78/94 vom 19.11.97 (BStBl. II 1998, 59) begründet wird, ist dies nicht überzeugend. Zum einen gibt es - anders als im Urteilsfall - für die überwiegende Zahl der Anlagegüter keinen nennenswerten Markt für gebrauchte Güter. Darüber hinaus verbietet der rasante Fortschritt im EDV-Bereich im weiteren Sinne ein Abstellen allein auf die technische Nutzungsdauer der Wirtschaftsgüter (der Urteilsfall, der sich auf die VZ 1984 - 1987 bezieht, konnte diesen Aspekt noch nicht mit berücksichtigen). In diesem Zusammenhang weist die Bundessteuerberaterkammer außerdem nachdrücklich darauf hin, dass der EDV-Fortschritt nicht nur die Anschaffung neuer PC erforderlich macht. Zudem müssen die hiermit technisch verbundenen sog. Peripheriegeräte wie auch elektronisch gesteuerte Produktionsmaschinen ständig an die neuen Programme angepasst und somit ausgetauscht werden. Von daher ist die nach dem Entwurf der neuen AfA-Tabelle abgesenkte Nutzungsdauer allein bei PC und Notebooks unzureichend.

Auf den Betrieb abgestimmte Abschreibungssätze sind ein wichtiges Instrument der Selbstfinanzierung. Wird - insbesondere dem Personenunternehmen - dieses Instrument im Vorgriff auf die für 2005 in Aussicht gestellte Steuersatzsenkung genommen, besteht die Gefahr, dass an sich betrieblich notwendige Investitionen verzögert werden.

Die ausschließliche Betrachtung der technischen Nutzungsdauer lässt ferner die Inflation von gesetzlichen Bestimmungen und Auflagen bei der Ausstattung von Arbeitsplätzen unberücksichtigt. Wenn nunmehr beispielsweise die Nutzungsdauer von Büromöbeln mit 13 Jahren angesetzt werden soll, mag dies technisch hinkommen. Die erforderliche ständige neue Anschaffung mit PC erzwingt jedoch in den meisten Fällen auch eine neue Arbeitsplatzeinrichtung, ganz einfach, weil die entsprechenden Arbeitsplatzschutzbestimmungen (z.B. Einhaltung von Mindestabständen) dies so verlangen.

Den vom BMF dargestellten finanziellen Auswirkungen muss man mit Skepsis begegnen, da das volle Ausmaß der Mehrbelastungen erst ersichtlich wird, wenn auch die neuen Branchentabellen bekannt sind.
[
Bundessteuerberaterkammer, 27.11.2000]

 

 

  1. Werbungskostenabzug für PC wird großzügiger

Durchbruch für verbesserte steuerliche Anerkennung privater PC erreicht.

Mit sofortiger Wirkung können die Anschaffungskosten eines privat angeschafften Computers auch teilweise steuermindernd abgezogen werden, soweit sie beruflich veranlasst sind. Bislang wurde eine Aufteilung in einen privaten und einen beruflichen Anteil in der bundeseinheitlichen Verwaltungspraxis stets abgelehnt. "Entscheidungen nach dem Prinzip 'Alles oder nichts' gehören der Vergangenheit an.”

Die jetzt gefundene Lösung greift einen Vorschlag Baden-Württembergs auf und unterstützt den immer mehr an Bedeutung gewinnenden Einsatz moderner Kommunikationstechnologien, der aus der heutigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken ist. Mit der großzügigeren Anerkennungspraxis kann die Steuerverwaltung künftig flexibler auf die unterschiedlichen Fallkonstellationen reagieren. Dies ist ein großer Erfolg für unsere Initiative." Dies betonte Finanzminister Gerhard Stratthaus am Donnerstag (30. November 2000) in Stuttgart.

Nach der bisherigen Rechtsprechung hätten Aufwendungen für die Anschaffung eines Personalcomputers im Privatbereich nur dann als Werbungskosten anerkannt werden können, wenn eine private Nutzung so gut wie ausgeschlossen gewesen sei, so Stratthaus weiter. Es habe für die Absetzbarkeit der Aufwendungen gerade nicht gereicht, dass der Computer nur teilweise für berufliche Zwecke benötigt und auch tatsächlich eingesetzt worden sei. Eine Aufteilung der Anschaffungskosten sei nach dem bisherigen Verständnis des Einkommensteuergesetzes nicht möglich gewesen. "Hiervon sind die obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder auf Initiative meines Hauses nunmehr abgerückt. Mit sofortiger Wirkung können die Anschaffungskosten eines privat angeschafften Computers aufgeteilt und der berufliche Anteil steuermindernd abgezogen werden", erläuterte Finanzminister Gerhard Stratthaus.

Die Entscheidung gelte für alle noch offenen Fälle. Sei beispielsweise ein beruflicher Anteil von 40 Prozent nachgewiesen oder glaubhaft gemacht, so könne dieser Anteil der Anschaffungskosten im Wege der Abschreibung künftig als Werbungskosten angesetzt werden.

"Insbesondere Lehrern, die sich den neuen Herausforderungen des integrativen Einsatzes neuer Medien im Unterricht stellen müssen, konnten wir mit dieser Änderung der Verwaltungspraxis steuerrechtliche Hindernisse aus dem Weg räumen", betonte Stratthaus. Hinsichtlich des erforderlichen Nachweises und der Glaubhaftmachung des tatsächlichen Anteils der beruflichen Nutzung eines Personalcomputers sicherte der Finanzminister eine großzügige Handhabung der neuen Verwaltungsregeln zu.

"Die Finanzämter sind angewiesen, im Interesse einer zügigen Erledigung der anhängigen Fälle nicht kleinlich zu verfahren und den Besonderheiten der einzelnen Berufsgruppen Rechnung zu tragen", unterstrich Finanzminister Gerhard Stratthaus.

Trotz des Erfolges werde das Land an seiner Initiative im Bundesrat festhalten, das jetzt auf Verwaltungsebene gefundene Ergebnis auch in Gesetzesform zu gießen. "Baden-Württembergs Entschließungsantrag im Bundesrat mit dem Ziel, den Werbungskostenabzug durch eine Änderung des Einkommensteuergesetz zu erleichtern, wird weiter verfolgt. Eine Gesetzesänderung wäre die beste Lösung, um dieses Problem ein für alle Mal gerichtsfest zu machen." Er forderte in diesem Zusammenhang insbesondere die SPD-geführten Ländern im Bundesrat auf, Baden-Württembergs Initiative endlich zu zustimmen. Angesichts der rasant zunehmenden Bedeutung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien für immer mehr Berufe gebe es keine Alternative zu einer großzügigeren steuerlichen Behandlung von Personalcomputern auch auf gesetzlicher Grundlage. "Ich bin zuversichtlich, dass wir auch im Bundesrat jetzt eine Mehrheit für unsere Initiative bekommen werden", schloss Finanzminister Gerhard Stratthaus.
[FinMin Baden-Württemberg, 1.12.2000]

 

 

  1. Halber Steuersatz auf Betriebsveräußerungen und –aufgaben wird wiedereingeführt

Der Bundesrat hat dem Steuersenkungsergänzungsgesetz zugestimmt. Damit können Gewinne aus Betriebsveräußerungen und –aufgaben zukünftig wahlweise wieder mit dem halben durchschnittlichen Steuersatz besteuert werden.

Unter der Voraussetzung, dass der über 54-jährige oder dauernd berufsunfähige Steuerpflichtige einen entsprechenden Antrag stellt, kann diese Steuerermäßigung einmal im Leben, gerechnet ab dem Veranlagungszeitraum 2001, für Gewinne bis 10 Mio. Mark (ab 2002: 5 Mio. EURO) in Anspruch genommen werden.

Der Steuerpflichtige hat nach der Neuregelung, die auf eine Entschließung des Bundesrates vom 14. Juli dieses Jahres zurückgeht, ein Wahlrecht, ob er die Besteuerung mit dem halben Steuersatz oder die ermäßigte Besteuerung nach der so genannten Fünftel-Regelung beantragt.

Das Gesetz wurde auf Empfehlung des Bundesrates dahingehend ergänzt, dass zur Vermeidung von unangemessenen Gestaltungen bei der Veräußerung von im Privatvermögen gehaltenen Anteilen an Kapitalgesellschaften der halbe Steuersatz nicht anzuwenden ist.

Darüber hinaus sieht das Gesetz eine weitere Verringerung des Spitzensteuersatzes in der Einkommensteuer ab 2005 von 43 Prozent auf dann 42 Prozent vor.

Anträge auf Anrufung des Vermittlungsausschusses, die unter anderem eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzes zum Ziel hatten, fanden nicht die notwendige Unterstützung von 35 Stimmen.

Die gesetzliche Neuregelung tritt am 1. Januar 2001 in Kraft.
[Bundesrat , 1.12.2000]

 

 

  1. EU-Finanzminister einigen sich über einheitliche Zinsbesteuerung

Die Finanzminister der Europäischen Union haben sich am 27.11.2000 auf die Ausgestaltung einer einheitlichen Zinsbesteuerung für ausländische Kapitaleinkünfte geeinigt. Das betrifft künftig auch Investmentfonds, die bisher von einer Besteuerung ausgenommen waren.

Ab 2003 soll es für Geldanlagen in den Ländern, die eine Quellensteuer erheben, zunächst einen einheitlichen Zinssteuersatz von 15 Prozent geben, ab 2006 von 20 Prozent. Quellensteuer erheben z.B. Belgien, Österreich, Frankreich, Italien. Das bedeutet, wenn z.B. eine Deutsche ihr Geld in diesen Ländern anlegt, werden die Zinserträge von dem dortigen Land besteuert.

Quellenstaat (Das ist das Land, in dem das Geld angelegt ist) und Wohnsitzstaat teilen sich künftig das Steueraufkommen der EU-Bürger aus den im Ausland erzielten Zinserträgen im Verhältnis von 25 Prozent 75 Prozent.

Ab 2010 soll es europaweit Kontrollmitteilungen an die Steuerbehörden geben.

Die endgültige Umsetzung dieses Beschlusses steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich die EU mit anderen nicht zur EU gehörenden Staaten über die Besteuerung von Kapitalanlagen ebenfalls einigt, um eine Kapitalflucht zu verhindern. Die Verhandlungen mit diesen Drittstaaten, u.a. Schweiz und Liechtenstein, sollen bis Ende 2001 zum Abschluss gebracht werden.

Bundesfinanzminister Eichel zeigte sich erfreut über den Fortschritt bei dieser Steuer, der langjährige Verhandlungen vorausgegangen waren. Damit sei die Europäische Union im Kampf gegen die Kapitalflucht ein Stück vorangekommen.

Für den deutschen Steuerzahler ändert sich an der geltenden Zinsabschlagssteuer in Deutschland von 30% nichts. Bei der EU-Vereinbarung handelt es sich um eine Mindeststeuer, die von dem persönlichen Einkommensteuersatz übertroffen werden kann.
[Bundesregierung, 28.11.2000]

 

Weitere Hinweise finden Sie bei der Europäischen Kommission.

 

 

  1. Bundessteuerberaterkammer: Rechtlicher Anspruch auf Teilzeitarbeit beschäftigungspolitisch kontraproduktiv

Die Bundessteuerberaterkammer kritisiert den am 16. November 2000 vom Deutschen Bundestag beschlossenen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeitarbeit und befürchtet negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Die Aussicht auf eine Million zusätzliche Arbeitsplätze, wie sie Bundesarbeitsminister Riester durch das Gesetz erwartet, geht nach Ansicht der Bundessteuerberaterkammer an der Realität vorbei. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass Arbeitgeber von Einstellungen absehen, um den willkürlich gewählten Schwellenwert von 15 Arbeitnehmern nicht zu überschreiten. Dadurch könnten sie den Teilzeitanspruch in ihren Betrieben vermeiden.

Zudem sieht die Bundessteuerberaterkammer den Sinn und Zweck des Gesetzes bereits durch die Ermittlung des Schwellenwertes konterkariert. Demnach sollen bestehende Teilzeitarbeitsverhältnisse nicht berücksichtigt werden. Arbeitgeber, die schon Arbeitnehmer in Teilzeit beschäftigen, werden aus diesem Grunde gegenüber denjenigen Arbeitgebern, die keine Teilzeitkräfte beschäftigen, benachteiligt. Ferner verkennt das Gesetz, dass die Arbeitskosten für die Arbeitgeber steigen, wenn aus einer Vollzeitstelle zwei Teilzeitstellen entstehen. Zur Entlastung kleiner und mittlerer Steuerberaterkanzleien fordert die Bundessteuerberaterkammer deshalb eine Anhebung der Freistellungsgrenze auf mindestens 50 Beschäftigte.

Das Gesetz verfehlt auch seine gesellschaftspolitische Zielsetzung. Denn in den letzten Jahren ist die Anzahl der Teilzeitarbeitplätze, die überproportional von Frauen besetzt sind, allein auf Grund freiwilliger Vereinbarungen in den Steuerberaterpraxen spürbar gestiegen. Eines rechtlichen Anspruchs auf Teilzeitarbeit hätte es somit nicht bedurft, zumal dieser das Arbeitsrecht noch mehr reguliert und zu einer erheblichen Rechtsunsicherheit bei den betroffenen Arbeitgebern führt. Schließlich greift das Gesetz in unzumutbarer Form in die unternehmerische Entscheidungsfreiheit der betroffenen Steuerberater ein. Verlässliche Personalplanungen in den Steuerberaterpraxen werden ab dem 1. Januar 2001 nicht mehr möglich sein. Jeder Vollzeitbeschäftigte, dessen Arbeitsverhältnis bereits sechs Monate besteht, kann dann seinen gesetzlich vorgesehenen Anspruch auf Teilzeitarbeit zu jedem beliebigen Zeitpunkt geltend machen.
[
Bundessteuerberaterkammer, 4.12.2000]

 

  1. Neuerscheinungen / Fachbuchtipps
  1. Selbstmanagement für den Steuerberater

In der Reihe Kanzleiorganisation und Kommunikation ist der Titel "Selbstmanagement für Steuerberater" erschienen. Er beschäftigt sich mit dem optimalen Zeitmanagement als unabdingbarem Erfolgsfaktor für jede Kanzlei. Anhand zahlreicher kurzweiliger Beispiele wird dem Berater vermittelt, wie er trotz Störfaktoren und Zeitdieben Zeit für das Wesentliche findet und nebenbei seine Lebensqualität steigert. Aufgenommene Themen sind u.a. Zielsetzung, Zielerreichung, Entscheidungsfindung und Tagesplanung. Abschließend wird aufgezeigt, wie Störfaktoren erkannt und unter Einbindung von Mitarbeitern und Mandanten beseitigt werden können.
 

Der Autor Gerd Merz zu seinem Buch:

Zwischen Suchen und Finden nach dem Ziel "Lebensqualität" liegt ein beschwerlicher, aber durchaus gangbarer Weg. Auf diesem möchte Sie dieses Buch nicht nur begleiten. Es soll Sie dort führen, wo Sie (typischerweise) bereitwillig und aus freien Stücken folgen. Es soll Sie dort vorantreiben, wo der "innere Schweinehund" (erfahrungsgemäß) wieder die Oberhand gewinnen möchte.(Zuckerbrot und Peitsche, Schalmeienklänge und imperative Provokation!).

Seit fast 30 Jahren beschäftige ich mich mit der unternehmerischen Erwachsenenbildung. Davon seit 20 Jahren ausschließlich für Angehörige der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe. Dabei zeigten sich immer wieder ähnlich gelagerte Problembereiche, die man mit dem Begriff "Selbstmanagement" umschreiben kann. Recht früh bezog ich dies als Kombination von Streßbewältigung und Zeitorganisation in mein Seminar- Vortrags- und Beratungsangebot mit ein.

Zwangsläufig ergaben und ergeben sich dabei ungezählte Situationsschilderungen und Diskussionen mit Menschen in unterschiedlichen Kanzleisituationen, verschiedenen Alters und ungleicher Mentalität. Und dennoch: Die geschilderten Probleme glichen und gleichen sich ebenso, wie die branchentypische "Ohnmacht", damit umzugehen.

Vor allem sind es immer wieder die gleichen Störfaktoren und Zeitdiebe, die einem zu schaffen machen. Und es sind immer wieder die gleichen oder ähnlichen Ursachen, die dafür verantwortlich sind, dass man sich mit diesen eher arrangiert, als dass man ihnen konsequent und professionell den Kampf ansagt.

Zugeschnitten auf Ihren Berufsstand hoffe ich Ihnen dazu Hilfestellungen für die tägliche Arbeit geben zu können.

Dabei werden wir uns in einem ersten Teil mit den Ursachen und Auswirkungen des Steuerberaterstreßes und mit den Problemlösungsmöglichkeiten befassen. Der zweite Teil setzt sich mit einer daraus resultierenden, formalistischen Konsequenz auseinander, der Zeitorganisation, neudeutsch: Timemanagement

Der Weg zu einem erfolgreichen, die Lebensqualität steigernden Selbstmanagement wird auch durch die Niederungen des Egos gehen. Er wird Ihnen Ungewöhnliches, aber, und das verspreche ich Ihnen, niemals Unmögliches abverlangen.

Allerdings: Alleine sind Sie machtlos. Sie werden recht schnell feststellen, dass Sie auf die Mitwirkung Ihres Umfeldes angewiesen sind. Sie können noch so sehr versuchen, sich an Timemanagement-Regeln zu halten.

Seien es Mandanten, die meinen etwas besseres zu sein, seien es Sozietätspartner, die sich nicht an gemeinsam vereinbarte Standards halten, seien es Mitarbeiter, denen emotionale Grüppchenbildung wichtiger ist, als mandantenorientierte Teamarbeit - es ist wie Don Quichottes Kampf gegen die Windmühlen, wenn andere unkontrolliert, ungehindert und ungefiltert auf Sie Zugriff haben. Es ist die reinste Sisyphusarbeit, wenn Sie sich aus Ihrer scheinbaren Verantwortung für alles und für jeden einspannen lassen.

An diesem Punkt müssen Sie diszipliniert, mit einem Gemisch aus Phantasie und Bauernschläue den Hebel ansetzen und wo es nicht anders geht auch mit brachialer u.U. sogar kaltschnäuziger, eigennütziger Konsequenz!

Aber, lieber ein Löwe am Abgrund, als ein Esel vor dem Karren.

Damit der Löwe nicht in den Abgrund stürzt, habe ich aus eigener, leidvoller Erfahrung dieses Buch für Sie geschrieben.
[Quelle: Gerd Merz auf
Amazon.de]

 

 

 

  1. Der neue Künstlerkalender 2001 von Walter Hanel

Zwölf originelle steuerliche Karikaturen in einem dekorativen Kalender für 2001.

Der bekannte Karikaturist Walter Hanel hat sich des Dreieckverhältnisses Finanzamt, Steuerberater, Steuerbürger in dreizehn treffenden Cartoons ironisch-liebevoll angenommen.

Das Ergebnis seiner Arbeit wurde in diesem Kunstkalender von besonderem Reiz übernommen.

 

 



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