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Steuerlinks-Newsletter
Ausgabe 30 vom 05.06.2001
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)

Sagt der Finanzbeamte in der Hochzeitsnacht: "Nie hätte ich gedacht, dass zwischen Steuerklasse I und III so ein fulminanter Unterschied ist."
 [Unbekannt]

Inhaltsverzeichnis

  1. Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges
    1. Steuerbilanzpolitik von Personenunternehmen
    2. Steuerliche Gewinnermittlung
    3. Wie verhält man sich bei der Steuerfahndung?
    4. Erbfolge, Steuerbescheid
    5. Die Bedeutung der elektr. Signatur für den Vorsteuerabzug
    6. Internetauftritt / Internet-Research für Steuerberater
       
  2. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise
    1. Neue BMF-Schreiben
    2. Neue Urteile vom BFH
       
  3. Neue Fachliteratur
    1. Fallsammlung Buchführung - Bilanzen - Berichtigungstechnik
    2. Internationale Umsatzsteuer-Systeme
       
  4. Aktuelles
    1. Bankenverband: Vertrauen in Euro wächst - Kleinere Unternehmen häufig unzureichend vorbereitet
    2. Alle Finanzämter in Nordrhein-Westfalen online
    3. Rechnungslegung: Kommission begrüßt Verabschiedung der "fair value"-Richtlinie
    4. Neue Senatsvorsitzende beim Bundesfinanzhof
       
  5. Impressum

A.  Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges

1. Steuerreform 2000, Auswirkungen des StSenkG auf die Steuerbilanzpolitik von Personenunternehmen

Diplomarbeit von Tobias Schwinger

2. Steuerliche Gewinnermittlung

3. Wie verhält man sich bei der Steuerfahndung?

Wenn die Steuerfahndung vor der Tür steht, wissen die betroffenen Personen oder Unternehmen nicht, wie sich sich verhalten sollen. Der Autor informiert über den Verfahrensverlauf und die Rechte und Pflichten.

4. Erbfolge, Steuerbescheid

5. Die Bedeutung der elektronischen Signatur für den Vorsteuerabzug

6. Internetauftritt / Internet-Research für Steuerberater

 

B. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise

1. Neue BMF-Schreiben

Anwendungserlass zur Abgabenordnung; Verzinsung der Körperschaftsteuer nach § 233a AO bei offenen Gewinnausschüttungen
BMF-Schreiben vom 10.05.2001

Anwendungserlass zur Abgabenordnung (Volltext Stand 10.05.2001)

 

2. Neue Urteile vom Bundesfinanzhof (BFH)

Ein vierrädriges, offenes, mit Einzelsitz und Motorradlenker ausgestattetes Fahrzeug mit einer Höchstgeschwindigkeit von 73 km/h ist ein PKW und keine Zugmaschine (LKW).

Urteil vom 3. April 2001 VII R 7/00

http://www.bundesfinanzhof.de/www/entscheidungen/2001.5.24/7R700.html

 

Führt der Arbeitgeber entgegen § 39c Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 39d Abs. 3 Satz 4 EStG den Lohnsteuerabzug trotz Nichtvorliegen der Bescheinigung gemäß § 39d Abs. 1 Satz 3 EStG nicht nach der Steuerklasse VI, sondern nach der Steuerklasse I durch, kann der Arbeitgeber auch nach Ablauf des Kalenderjahres, für das die Bescheinigung nach § 39d Abs. 1 Satz 3 EStG gilt, grundsätzlich nach § 42d Abs. 1 Nr. 1 EStG in Haftung genommen werden.
Urteil vom 12. Januar 2001 VI R 102/98

 

1. Hat ein Unternehmer Rechnungen mit gesondertem Ausweis von Umsatzsteuer ausgestellt und Dritten übergeben, obwohl er die darin bezeichneten Leistungen nicht ausgeführt hat, und haben die Rechnungsempfänger die ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuerbeträge abgezogen, so schuldet der Aussteller die ausgewiesene Steuer nach § 14 Abs. 3 UStG, auch wenn er seine angeblichen Leistungen umsatzversteuert hat.

Da aber in diesem Fall keine Gefährdung des Steueraufkommens besteht, wenn der Vorsteuerabzug bei den Rechnungsempfängern berichtigt wurde, verlangt der Grundsatz der Neutralität der Mehrwertsteuer, dass die unberechtigt in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer unabhängig von einem guten Glauben des Rechnungsausstelleers berichtigt werden kann (Anschluss an EuGH-Urteil vom 19. September 2000 Rs. C-454/98, Schmeink & Cofreth und Manfred Strobel, UR 2000, 470).

2. Beantragt der Unternehmer beim FA, ihm diese entrichtete Umsatzsteuer aus sachlichen Billigkeitsgründen gemäß § 227 AO 1977 zu erstatten, kann sein Antrag nur Erfolg haben, soweit der den Rechnungsempfängern gewährte Vorsteuerabzug rückabgewickelt worden ist.
Urteil vom 8. März 2001 V R 61/97

 

Die Tarifbegrenzung nach § 32c EStG 1994 war für gewerbesteuerbefreite Einkünfte (hier aus dem Betrieb eines Krankenhauses) nicht zu gewähren.
Urteil vom 1. März 2001 IV R 24/00

 

1. Nach deutschem Steuerrecht bestehen für vGA keine speziellen Aufzeichnungs- oder Dokumentationspflichten. Es bestehen allerdings die allgemeinen Auskunftspflichten (§ 93, § 200 AO 1977), die Verpflichtung zur Vorlage von Urkunden (§ 97, § 200 AO 1977) und ggf. auch die erhöhten Mitwirkungspflichten nach § 90 Abs. 2 AO 1977.

2. Eine Dokumentation dient lediglich dem Nachweis, dass der Steuerpflichtige sich bei der Festsetzung seines Verrechnungspreises von Überlegungen leiten ließ, die auch ein fremder Dritter angestellt hätte. Sie erlaubt nur in Grenzen den Rückschluss auf die Unangemessenheit des tatsächlich angesetzten Preises. In keinem Fall dient sie dem Nachweis des angemessenen Fremdvergleichspreises der Höhe nach.

3. Eine inländische Tochtergesellschaft hat regelmäßig keine Möglichkeit, Kalkulationsunterlagen ihrer ausländischen Muttergesellschaft zu beschaffen. Die Nichtbeschaffung löst deshalb nicht die Rechtsfolge des § 90 Abs. 2 AO 1977 aus.
Beschluss vom 10. Mai 2001 I S 3/01

 

Zahlungen durch Scheck sind grundsätzlich mit der Übergabe des Schecks zugeflossen. Dies gilt auch dann, wenn auf die Zahlung (hier: Bestechungsgelder) kein Anspruch besteht.
Urteil vom 20. März 2001 IX R 97/97

 

1. Wird ein Darlehensbetrag dem Konto des Steuerpflichtigen gutgeschrieben und am selben Tag für eine Anlage als Festgeld wieder abgebucht, so ist --unabhängig vom Saldo des Kontos-- aufgrund der betragsmäßigen Übereinstimmung des gutgeschriebenen und des abgebuchten Betrages und des engen zeitlichen Zusammenhangs erwiesen, dass der Darlehensbetrag zur Anlage als Festgeld verwendet worden ist.

2. Unterlässt es der Steuerpflichtige, einen ursprünglich für allgemeine betriebliche Zwecke aufgenommen Kredit nach der Aufgabe seines Betriebes mit Hilfe der Veräußerung des früheren Betriebsgrundstücks zu tilgen, um dieses nunmehr zu vermieten, und löst

er deshalb die betrieblichen Verbindlichkeiten durch ein neues Darlehen ab, so sind die Schuldzinsen für das neue Darlehen als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar (Anschluss an BFH-Urteil vom 19. August 1998 X R 96/95, BFHE 187, 21, BStBl II 1999, 353).

Urteil vom 25. Januar 2001 IX R 27/97

Sollen Honoraransprüche eines Steuerberaters in der Weise erfüllt werden, dass er Anteile an einer GmbH erwirbt, um diese Anteile später, nachdem ihr Wert verabredungsgemäß durch verbilligten Erwerb von Betriebsvermögen der GmbH gesteigert worden ist, wieder zu veräußern, so gehören die GmbH-Anteile zum notwendigen Betriebsvermögen des Steuerberaters.
Urteil vom 1. Februar 2001 IV R 57/99

 

1. Die Beteiligung einer steuerbefreiten Körperschaft an einer gewerblich tätigen Personengesellschaft begründet einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Dies gilt auch für Kommanditbeteiligungen.

2. Im Rahmen der Anwendung des § 64 Abs. 3 AO 1977 ist auf die Bruttoeinnahmen abzustellen.
Urteil vom 27. März 2001 I R 78/99

C.  Neue Fachliteratur

1. Fallsammlung Buchführung - Bilanzen - Berichtigungstechnik

Der Aufbau dieser NWB-Fallsammlung in Buchungstechnik, Abschlusstechnik und Berichtigungstechnik entspricht den Bedürfnissen der Ausbildung. Damit wendet sich dasÜbungsbuch insbesondere an Studenten, angehende Steuerfachangestellte, Steuerfachwirte/Steuerfachassistenten, Bilanzbuchhalter sowie Diplom-Finanzwirte und Steuerberater, die sich mit dieser Materie beschäftigen müssen.

Die Grundlagen des Bilanzsteuerrechts werden dabei ebenso vermittelt wie Besonderheiten bei Personen- und Kapitalgesellschaften. Im Abschnitt “Berichtigungstechnik” wurde bewusst auf eine Einzelfalldarstellung verzichtet. Vielmehr werden die einzelnen Fallgruppen immer eingebettet in den kompletten Jahresabschluss abgehandelt. Damit hat der Bearbeiter stets die Möglichkeit, die Berichtigung im Gesamtzusammenhang zu verfolgen.

Die Gewinnermittlungsarten in typischen Fällen, dargestellt auch in Kombination mit der Berichtigungstechnik, runden den Stoff ab. Somit dienen die ausgewählten Stoffgebiete sowohl der gezielten Prüfungsvorbereitung wie auch den speziellen Bedürfnissen der Praxis.

Die Neuauflage entspricht dem neuesten Rechtsstand. Die Auswirkungen des Steuer-Euroglättungsgesetzes (StEuglG) wurden berücksichtigt. Beträge werden deshalb nur noch in Euro ausgewiesen. Die Bilanzberichtigung bei Kapitalgesellschaften ist sowohl nach altem KSt-Recht (Anrechnungsverfahren) wie auch nach neuem KSt-Recht dargestellt.

Von Diplom-Finanzwirt Regierungsdirektor a.D. Wolfgang Blödtner, Diplom-Ökonom Kurt Bilke und Diplom-Finanzwirt Rudolf Heining. 4. Auflage. Broschur. 2001. 325 Seiten. DM 55,00, ISBN 3-482-42914-6

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2. Internationale Umsatzsteuer-Systeme

Das Umsatzsteuerrecht in den Mitgliedsstaaten der EU sowie ausgesuchten weiteren Ländern in Europa.

Unternehmen aus der Bundesrepublik Deutschland – aber ebenso aus den Nachbarstaaten – sehen sich einer immer größer werdenden Globalisierung ihrer Aktivitäten gegenüber. Die Internationalisierung der Tätigkeiten berührt häufig Steuerrechtsvorschriften der europäischen Nachbarstaaten. Insbesondere bei der Umsatzsteuer werden sehr oft Tatbestände, die eigentlich zu einer Steuerpflicht in den anderen Staaten führen, übersehen. Oder sie werden wegen der Nichteinhaltung von Formvorschriften im Vorfeld der geschäftlichen Aktionen zum Nachteil der betroffenen Unternehmen ausgelegt.

Dieser Leitfaden für Praktiker stellt die Umsatzsteuer-Systeme in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten sowie von Drittlandsstaaten dar. Das Buch gibt einen Überblick über die allgemeine Rechtslage zur Umsatzsteuer. Darüber hinaus werden Besonderheiten oder Abweichungen von den in Deutschland gängigen Handhabungen oder Definitionen aufgezeigt.

Behandelt werden die Umsatzsteuer-Systeme (mit den jeweiligen amtlichen Mustern und Formularen) der folgenden 20 Staaten: Belgien, Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn.

Der umfangreiche Anhang enthält u. a. die Umsatzsteuer-Umrechnungskurse, Anschriften der zuständigen Behörden und Erklärungen zum Aufbau der Identifikationsnummer.

Von Volker Senger. Boschur. 2001. 331 Seiten. DM 68,00 ISBN 3-482-53471-3

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D.  Aktuelles

1. Bankenverband: Vertrauen in Euro wächst - Kleinere Unternehmen häufig unzureichend vorbereitet

"Fast 60 % der Deutschen sind der Auffassung, dass der Euro langfristig ein Erfolg sein wird", sagte Dr. Manfred Weber, Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Vorstands des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), anlässlich der Vorstellung einer neuen Broschüre des Verbandes mit dem Titel "Die Euro-Bargeldeinführung". Interessant sei dabei vor allem, dass die Zahl seit Oktober vergangenen Jahres um 12 Prozentpunkte angestiegen sei, kommentierte Weber eine Umfrage von ipos Mannheim im Auftrag des BdB. Der Euro sei damit schon heute, gut zwei Jahre nach seiner Einführung als Buchgeld, ein Erfolg - trotz der Vorbehalte, die immer noch bestünden. "Worauf es jetzt ankommt, ist eine hohe Akzeptanz für den Euro bei den Bürgern zu schaffen".

Im Zusammenhang mit der Einführung des Euro bzw. des Euro-Bargeldes fürchteten die Deutschen vor allem die Gefahr von Preissteigerungen. Gerade diese Sorge habe sich jedoch als unbegründet erwiesen. In den letzten fünf Jahren habe die Preissteigerungsrate im Euro-Raum im Durchschnitt bei 1,9 Prozent pro Jahr, in Deutschland sogar nur bei

1,2 Prozent gelegen. Der gegenwärtige Anstieg der Inflationsrate auf 3,5 Prozent sei in aller erster Linie auf Sondereffekte (Energiepreise, Ökosteuer, BSE und Maul- und Klauenseuche) zurückzuführen, die auch bei der D-Mark aufgetreten wären.

Was Sicherheit und Logistik in Zusammenhang mit der Euro-Bargeldeinführung angehe, sei man inzwischen auf einem guten Weg, so der Bankenverband. Alle erforderlichen Rahmenbedingungen für eine reibungslose Euro-Einführung seien geschaffen worden. Auch die Tarifparteien hätten ihre Hausaufgaben gemacht und notwendige Ausnahmen bei der Arbeitszeit vereinbart. "Jetzt sind die zuständigen Behörden der Bundesländer gefordert", so Weber, "die Vorschläge bis auf die kommunale Ebene umzusetzen."

In Punkto Information der Bürger bliebe allerdings noch einiges zu tun. Erst rund die Hälfte der Deutschen habe sich bisher damit beschäftigt, welche Auswirkungen die Umstellung auf den Euro für sie persönlich haben werde. Dies gelte häufig auch für Firmenkunden. Insbesondere kleinere Einzelhandelsunternehmen seien nach Erkenntnissen der privaten Banken in vielen Fällen noch nicht ausreichend auf die Bargeldumstellung vorbereitet. Die aktuell vorgestellte Broschüre bietet daher u.a. spezielle Checklisten für Firmenkunden an.

Neben den politischen Erwägungen für die Euro-Einführung und den bisherigen Erfahrungen mit dem Euro ist noch einmal der genaue Zeitplan für die Euro-Einführung dargestellt. Aufgezeigt werden außerdem der rechtliche Rahmen, das konkrete Einführungsprocedere des neuen Bargelds sowie die einzel- und gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Währungsumstellung.

 

2. Alle Finanzämter in NRW von A wie Aachen bis W wie Wuppertal online

Die Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung werden immer stärker an den Möglichkeiten gemessen, die das Internet bietet.

Mit Startschuss 1. Juni sind sämtliche 111 nordrhein-westfälischen Finanzämter mit einer eigenen Homepage im Internet präsent. Die Oberfinanzdirektionen und die Fachhochschule für Finanzen gehen gleichzeitig online.

Die Finanzämter bieten neben Öffnungszeiten und Adressen und Wegbeschreibungen jede Menge Steuertipps und Verbraucherinfos an. So kann sich jeder Steuerzahler online ausrechnen, wie viel Einkommensteuer er bezahlen muss, außerdem ist eine umfangreiche Wissensdatenbank angelegt worden, die die häufig auftauchenden Fragen im Zusammenhang mit dem Finanzamt und der Steuererklärung einfach und verständlich erklärt.

“Für viele Steuerzahler, das zeigt zum Beispiel die jüngste emnid-Umfrage zu den Online-Angeboten von Behörden, ist es wichtig, Formulare als download zu bekommen. Die Finanzämter bieten dies deshalb seit dem 1. Juni 2001 an”, so Finanzminister Steinbrück.

Wer sich für die Ausbildung in der Finanzverwaltung interessiert, kann sich bei seinem Finanzamt ebenfalls Online über Chancen, Möglichkeiten und auch Gehälter als Finanzbeamter informieren.

Kurzfilme über den Weg einer Steuererklärung oder die Infostellen der Finanzämter sind demnächst über das Internet zu sehen.

Steinbrück: “Die Finanzverwaltung macht mit dem neuen Internetauftritt einen großen Schritt auf dem Weg in die Wissens- und Informationsgesellschaft. Schon jetzt gibt es über 20 Millionen Internetnutzer in Deutschland - und jeden Tag kommen 80.000 hinzu. Jeder Steuerzahler ist ein potenzieller Internetbenutzer, den wir mit dem neuen Angebot erreichen wollen.”

 

3. Rechnungslegung: Kommission begrüßt Verabschiedung der "fair value"-Richtlinie

Die Europäische Kommission hat die Verabschiedung einer EU-Richtlinie durch den Rat und das Europäische Parlament am 31. Mai begrüßt, mit der die EU-Rechnungslegungsvorschriften durch Einführung der "fair value"-Methode modernisiert werden. Mit der neuen Richtlinie werden die EU-Rechnungslegungsrichtlinien den Entwicklungen der Märkte (wie etwa der Verbreitung sog. "Derivate"), des Finanzgeschäfts und der internationalen Rechnungslegungsstandards angepasst. Für europäische Unternehmen, die sich weltweit Kapital beschaffen, wird es damit einfacher, die Rechnungslegungsanforderungen der internationalen Kapitalmärkte zu erfüllen und somit zu gleichen Bedingungen mit außereuropäischen Wettbewerbern zu konkurrieren. Dass die Richtlinie nur 15 Monate, nachdem sie von der Kommission vorgeschlagen wurde (siehe IP/00/187), bereits verabschiedet ist, macht die Effizienz des äußerst kooperativen und produktiven Ansatzes deutlich, den Kommission, Parlament und Rat bei dieser Initiative verfolgt haben. Die Richtlinie ist Bestandteil des Aktionsplans für Finanzdienstleistungen (siehe IP/00/1269).

Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein dazu: "Die Richtlinie wird europäischen Unternehmen die Möglichkeit geben, weltweit akzeptierte und verständliche Finanzausweise zu erstellen. Indem die EU-Rechnungslegungsrichtlinien an bestehende internationale "fair value"-Standards angepasst wurden, ist dafür gesorgt, dass die europäischen Unternehmen an den internationalen Kapitalmärkten zu gleichen Bedingungen mit ihren außereuropäischen Wettbewerbern konkurrieren können. Die rasche Verabschiedung dieser Richtlinie ist ein sehr positives Beispiel dafür, dass die Organe der EU effizient zusammenarbeiten, um Rechtsvorschriften rasch auf den Weg zu bringen. Dieses Beispiel kann und sollte bei anderen Rechtsvorschlägen Schule machen."

Mit der Richtlinie werden die Vierte Richtlinie über den Jahresabschluss, die Siebte Richtlinie über den konsolidierten Abschluss und die Bankabschlussrichtlinie so geändert, dass bestimmte Finanzinstrumente fortan zum "fair value" bewertet werden können. Der "fair value" von Finanzinstrumenten wird anhand des Marktwerts oder - falls ein verlässlicher (liquider) Markt fehlt - anhand allgemein akzeptierter Bewertungsmodelle ermittelt. Nahezu alle, auch die nicht realisierten Änderungen des "fair value" müssen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden. Der "fair value" vermittelt ein genaueres Bild von der Finanzlage und -entwicklung eines Unternehmens.

Ziel der Richtlinie ist vor allem, dass Unternehmen die Internationalen Rechnungslegungsstandards (International Accounting Standards - IAS), namentlich den ab dem Geschäftsjahr 2001 verbindlichen IAS 39 für die Bewertung von Finanzinstrumenten, uneingeschränkt anwenden können. In der Richtlinie wird definiert, welche Finanzinstrumente gemäß IAS 39 mit dem "fair value" bewertet werden können. Außerdem können die Mitgliedstaaten nach bestimmten Regeln festlegen, welche Unternehmen ihre Rechnungslegung anhand des "fair value" vornehmen dürfen bzw. müssen. So kann ein Mitgliedstaat die Bewertung zum "fair value" beispielsweise nur für börsennotierte Unternehmen zulassen bzw. vorschreiben. Nach der Richtlinie müssen sämtliche Unternehmen Informationen über derivative Finanzinstrumente wie Optionen, Swaps und Futures, im Anhang zum Jahresabschluss offenlegen. Kleinunternehmen können allerdings von dieser Pflicht freigestellt werden.

Durch die Änderung werden die historischen Kosten als Grundlage der Bewertung gemäß den Rechnungslegungsrichtlinien nicht ersetzt, sondern nur ergänzt, zumal man sich international nicht darüber einig ist, ob eine "fair value"-Rechnungslegung in allen Fällen angemessen ist. So ist man sich auf internationaler Ebene beispielsweise noch nicht im Klaren darüber, ob einer Gesellschaft vorgeschrieben werden sollte, die eigenen Verbindlichkeiten zum "fair value" zu bewerten, oder ob bei einer solchen Bewertung das eigene Kreditrisiko des Schuldnerunternehmens zu berücksichtigen ist. Aus diesem Grund wird die Bewertung zum "fair value" nicht für alle Bilanzposten zulässig sein (ausgenommen sind z.B. Grundstücke und Gebäude oder technische Anlagen und Maschinen). Auch bestimmte Finanzinstrumente, wie langfristige Schuldtitel, werden weiterhin zu historischen Kosten bewertet.

Wenngleich die Richtlinie auch für Banken gilt, wurde damit wohlgemerkt doch keine ausschließlich auf dem "fair value" basierende Rechnungslegung eingeführt, gegen die die Bankenbranche gewisse Bedenken hegt. Die Idee wird derzeit auf internationaler Ebene diskutiert und von der Kommission gesondert bewertet werden.

Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Kommission, Parlament und Rat konnte die Richtlinie in einem beschleunigten Verfahren mit nur einer Lesung im Parlament verabschiedet werden. Diese durch den Vertrag von Amsterdam eröffnete Möglichkeit wurde damit erstmals im Binnenmarktbereich genutzt.
[EU Brüssel 31.5.2001, IP/01/770]

Weitere Informationen zur "fair value"-Richtlinie im Internet auf der Europa-Website
(unter Gesellschaftsrecht, Rechnungslegung & Abschlußprüfung / Rechnungslegung).

 

4. Neue Senatsvorsitzende beim Bundesfinanzhof

Reinhild Ruban (geboren am 10. Mai 1944) wurde vom Bundespräsidenten zur Vorsitzenden Richterin am Bundesfinanzhof (BFH) in München ernannt.

Die in Kempten gebürtige Steuerjuristin begann ihre Laufbahn im April 1973 in der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach zuletzt dreijähriger Tätigkeit als Referentin für Umsatzsteuer an der Oberfinanzdirektion Düsseldorf wechselte sie Ende 1979 in die Finanzgerichtsbarkeit zum Finanzgericht Düsseldorf. Ab Februar 1981 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin zum BFH abgeordnet und wurde fünf Jahre später aus dieser Position zur Bundesrichterin gewählt.

Reinhild Ruban ist seither Mitglied im VIII. Senat des BFH, der überwiegend mit Streitfällen betreffend die Besteuerung gewerblich tätiger Personengesellschaften sowie die Einkünfte aus Kapitalvermögen befasst ist. Die ausgewiesene Spezialistin im Verwaltungs- und Gerichtsverfahrensrecht gehört zudem seit Jahren dem Großen Senat des obersten Gerichts in Steuer- und Zollsachen an. Sie übernimmt nunmehr im VIII. Senat den Vorsitz von Vorsitzendem Richter am BFH Dr. Hans Joachim Herrmann, der Ende Mai in den gesetzlichen Ruhestand ging.

E. Impressum

Herausgeber:
Benjamin Hirth
Diplom Betriebswirt (FH)
Feldbergweg 7
76275 Ettlingen

Erscheinungsweise:
Am 5. und 20. jeden Monats

Deutsche Bibliothek:
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)
ISSN 1617-7797 (eMail-Ausgabe)

Ende des Steuerlinks-Newsletter vom 05.06.2001



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