Alle Ausgaben des Steuerlinks-Newsletter:
138 · 137 · 136 · 135 · 134 · 133 · 132 · 131 · 130 · 129 · 128 · 127 · 126 · 125 · 124 · 123 · 122 · 121 · 120 · 119 · 118 · 117 · 116 · 115 · 114 · 113 · 112 · 111 · 110 · 109 · 108 · 107 · 106 · 105 · 104 · 103 · 102 · 101 · 100 · 99 · 98 · 97 · 96 · 95 · 94 · 93 · 92 · 91 · 90 · 89 · 88 · 87 · 86 · 85 · 84 · 83 · 82 · 81 · 80 · 79 · 78 · 77 · 76 · 75 · 74 · 73 · 72 · 71 · 70 · 69 · 68 · 67 · 66 · 65 · 64 · 63 · 62 · 61 · 60 · 59 · 58 · 57 · 56 · 55 · 54 · 53 · 52 · 51 · 50 · 49 · 48 · 47 · 46 · 45 · 44 · 43 · 42 · 41 · 40 · 39 · 38 · 37 · 36 · 35 · 34 · 33 · 32 · 31 · 30 · 29 · 28 · 27 · 26 · 25 · 24 · 23 · 22 · 21 · 20 · 19 · 18 · 17 · 16 · 15

Steuerlinks-Newsletter
Ausgabe 72 vom 20.03.2003
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)
Die eMail-Ausgabe ging an 5.166 Empfänger

Wussten Sie schon:
Es ist besser, sein Wissen zu verheimlichen,
als seine Dummheit zu offenbaren.
[Katalanisches Sprichwort]


Inhaltsverzeichnis

  1. Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges

    1. Neues Formularcenter im Internet
    2. Steuern von A bis Z (Ausgabe 2002)
    3. Referentenentwurf Zinsabgeltungssteuergesetz
       
  2. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise
    1. Neues vom Bundesministerium der Finanzen (BMF)
    2. Neues vom Bundesfinanzhof (BFH)
       
  3. Neue Fachliteratur
    1. Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 2002
    2. Unternehmenskauf, Unternehmensverkauf
    3. Unternehmensbewertung erstellen und verstehen

  4. Aktuelles
    1. Berufliche Selbstverwaltung in Europäischer Verfassung verankern - Steuerberaterkammern als Vorbild
    2. Sachverständigenkommission zur Neuordnung der Altersbesteuerung übergibt Gutachten

  1. Impressum

 

Werbung


Steuer-Office.de
Die neue Online-Dimension für Steuer-Profis

Alle relevanten Fachinformationen für die Steuerberater-Praxis stehen Ihnen ab sofort unter www.steuer-office.de zur Verfügung.

Die neue Online-Komplettlösung der Haufe Mediengruppe für Steuer-, Wirtschafts- und Arbeitsrecht. News und Tipps sowie fachspezifische Newsletter halten Sie tagesaktuell auf dem Laufenden.

Praxisorientierte Arbeitshilfen stehen kostenlos zum Download bereit. Gleichzeitig bietet das neue Steuer-Portal den einheitlichen Zugang zu vielen Haufe-Produkten rund um die Steuerberater-Praxis, die ebenfalls online zur Verfügung stehen.

Informieren Sie sich

A. Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges

1. Neues Formularcenter im Internet

Das im Internetangebot des Bundesfinanzministeriums enthaltene Formularcenter wurde grundlegend überarbeitet und unter den Gesichtspunkten Benutzerfreundlichkeit und Serviceorientierung neu erstellt.

Es beinhaltet Formulare und Vordrucke aus allen Arbeitsbereichen des Hauses, von A wie Agrardiesel bis Z wie Zusatzrente, und soll dem wachsenden Bedarf an elektronischen Publikationen gegenüber der Öffentlichkeit Rechnung tragen.

 

2. Steuern von A bis Z (Ausgabe 2002)

In einem Gemeinwesen gibt es viele Aufgaben, die ein Einzelner nicht lösen kann: Bildung und öffentliche Infrastruktur, Gesundheitswesen und soziale Absicherung, innere und äußere Sicherheit gehören beispielsweise dazu. Hier wird der Staat für uns alle tätig. Seine Leistungen finanziert er mit den Steuereinnahmen. Sie sind die wichtigste Einnahmequelle des Staates. Ohne diese Gelder könnte er seinen gestalterischen Aufgaben nicht nachkommen.

Die vorliegende Broschüre gibt einen Überblick über die verschiedenen Steuerarten in Deutschland. Sie beantwortet die Fragen, wer eine Steuer wofür zahlen muss und wie hoch sie ist. Sie gibt Einblick in die geschichtliche Entstehung von Steuern und Abgaben sowie deren rechtliche Grundlagen.

Broschüre: Steuern von A bis Z (PDF, 953 KB)

 

3. Referentenentwurf Zinsabgeltungssteuergesetz

Die derzeit geltende Zinsbesteuerung wird vielfach kritisiert. So wird unter anderem eingewandt, die Höhe der Steuerbelastung werde dem besonderen Charakter von Kapitaleinkünften nicht gerecht, weshalb zahlreiche Kapitalanleger ihr Kapitalvermögen im Ausland anlegen.

Die steuerliche Belastung der Kapitaleinkünfte soll deshalb ab dem Jahr 2004 durch einen moderaten Abgeltungssatz von 25 Prozent begrenzt werden. Dies vermindert den Anreiz, der Steuerbelastung auszuweichen, und macht die Kapitalanlage in Deutschland attraktiver.

Zudem soll durch eine Brücke zur Steuerehrlichkeit Bürgern, die in der Vergangenheit ihre steuerlichen Pflichten nicht erfüllt haben, eine zeitlich befristete Chance gewährt werden, unter attraktiven Bedingungen in die Steuerehrlichkeit zurückzukehren.
Die Brücke zur Steuerehrlichkeit soll dabei - anders als vielfach vermutet wird - nicht nur bei Hinterziehung von Zinsen gelten, sondern auch bei nicht versteuerten Erträgen aus anderen Einkunftsarten ("Schwarzgeld").

Drogenhändler und andere Schwerstkriminelle sollen natürlich nicht in den Genuss einer Strafbefreiung kommen.

Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Neuregelung der Zinsbesteuerung und zur Förderung der Steuerehrlichkeit - kurz gesagt Zinsabgeltungssteuergesetz - ist nunmehr der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Nach der erforderlichen Ressortabstimmung und einer Anhörung der Länder und der betroffenen Verbände über diesen Referentenentwurf wird das Bundeskabinett - voraussichtlich noch in der ersten Aprilhälfte den Regierungsentwurf des Zinsabgeltungssteuergesetzes verabschieden.

Referentenentwurf Zinsabgeltungsteuer Stand 17.03.2003 (PDF, 259 KB)
Anlage zum Referentenentwurf (PDF, 49 KB)

B. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise

1. Neues vom Bundesministerium der Finanzen (BMF)

Anwendungsschreiben zu §§ 3 und 3a Investitionszulagengesetz 1999

Gewährung von Investitionszulagen nach §§ 3, 3a Investitionszulagengesetz 1999 für Modernisierungsmaßnahmen an Mietwohngebäuden sowie den Mietwohnungsneubau im innerörtlichen Bereich.

BMF-Schreiben vom 28. Februar 2003 - IV A 5 - InvZ 1272 - 6/03

 

Werbung

 

Sind Sie

Steuerberater
Wirtschaftsprüfer
Leiter Rechnungswesen ?

Brauchen Sie komplettes Bilanzierung-Wissen sofort zur Hand?

Das Praxis-Handbuch "Deutsche Bilanzierungs-Richtlinien" - inklusive CD-ROM bietet Ihnen jetzt gesammelt, geordnet, auf einen Blick:

  • das komplette Bilanzierungs-Know-How
  • alle wichtigen Gesetze, Richtlinien, Urteile und praktische DATEV-Hinweise
  • beispielhaft ausgefüllte Musterfälle, bewährte Praxis-Checklisten und Rechentools

Erleichtern Sie sich jetzt Ihre tägliche Arbeit und gewinnen Sie deutlich mehr Zeit...

Gleich hier anfordern und

4-Wochen-GRATIS testen

 

 

2. Neues vom Bundesfinanzhof (BFH)

Neuer Senatsvorsitzender beim Bundesfinanzhof

Dr. Friedrich-Karl Schwakenberg (geboren am 15. April 1944 in Unna) wurde vom Bundespräsidenten zum Vorsitzenden Richter am Bundesfinanzhof (BFH) ernannt. Er übernimmt - als Nachfolger des Ende Januar 2003 in den Ruhestand getretenen Vorsitzenden Richters am BFH Dr. Gerhard Mößlang - den Vorsitz im II. Senat, der sich im Wesentlichen mit Fragen der Einheitsbewertung, Grunderwerbsteuer und der Erbschaft- und Schenkungsteuer befasst.

 

1. Nach § 10 Abs. 3 Nr. 2 Satz 2 Buchst. a EStG ist der Vorwegabzug auch dann um 16 v.H. der Summe der Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit zu kürzen, wenn der Arbeitgeber Leistungen für die Zukunftssicherung des Arbeitnehmers während des Veranlagungszeitraums nur zeitweise erbringt.

2. Der Vorwegabzug ist auch dann zu kürzen, wenn der Arbeitgeber nur Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung leistet.

Urteil vom 16. Oktober 2002 XI R 75/00

 

Vororganschaftlich verursachte Mehrabführungen einer Organgesellschaft an ihren Organträger stellen keine Gewinnausschüttungen i.S. der §§ 8 Abs. 3, 27 KStG 1996, sondern Gewinnabführungen i.S. der §§ 14 ff. KStG 1996 dar (Abweichung von Abschn. 59 Abs. 4 Satz 3 KStR 1995). Nichts anderes ergibt sich aus § 37 Abs. 2 Satz 2 bzw. § 41 KStG 1996.

Urteil vom 18. Dezember 2002 I R 51/01

 

1. Aus einer jahrelangen Übung zusammenveranlagter Eheleute, wonach die von beiden geschuldeten Einkommensteuern stets allein von demselben Ehegatten gezahlt wurden, ist auf den beiderseitigen Willen zu schließen (konkludentes Verhalten), von einem Ausgleich nach § 426 Abs. 1 BGB abzusehen.

2. Wer diesem Schluss nach dem Tod eines oder beider Ehegatten widerspricht, hat die zur Begründung seiner Einwendungen vorgetragenen Tatsachen zu beweisen.

Urteil vom 15. Januar 2003 II R 23/01

 

Es steht der Steuerbarkeit einer Anteilsübertragung nach § 1 Abs. 3 Nrn. 3 und 4 GrEStG 1983 nicht entgegen, dass die die Anteile übertragende Gesellschaft und die die Anteile erwerbende Gesellschaft denselben Alleingesellschafter haben.

Urteil vom 15. Januar 2003 II R 50/00

 

Veräußert der Steuerpflichtige Eigentumswohnungen in einem von ihm sanierten Gebäude, so beginnt die für die Annahme eines gewerblichen Grundstückshandels bedeutsame Frist von fünf Jahren im Sinne der Drei-Objekt-Rechtsprechung mit Abschluss der Sanierungsarbeiten.

Urteil vom 5. Dezember 2002 IV R 57/01

 

1. Wird im Gesamtprozess einer Kollektionserstellung die letzte Verbesserung der Mustervorgaben, die nicht nur unwesentliches Beiwerk ist, im Ausfuhrland durch Personen durchgeführt, die vom Käufer der unter Verwendung dieser Muster dort hergestellten und dann in die Gemeinschaft eingeführten textilen Fertigerzeugnisse (Serienproduktion) bezahlt werden, so kommen die vom Käufer getragenen Aufwendungen für dieses Personal (hier: Zahlung der Gehälter und Übernahme von Wohnungsmieten), soweit sie nicht bereits im tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preis für die eingeführten Waren enthalten sind, als unter dem Aspekt der sog. Geistigen Beistellungen in deren Zollwert einzubeziehender Hinzurechnungsposten in Betracht.

2. Solche geistigen Beistellungen (1.) sind jedenfalls dann i.S. des Art. 8 Abs. 1 Buchst. b Ziff. iv ZWVO 1980 "außerhalb der Gemeinschaft erarbeitet" worden und damit zuschlagpflichtig, wenn hinsichtlich der Tätigkeit der betreffenden ausländischen Mitarbeiter des in der Gemeinschaft ansässigen Käufers eine enge Beziehung zum Zollgebiet und damit zur Wirtschaft der Gemeinschaft nicht besteht. Die bloße Führung auf der Gehaltsliste des Käufers reicht hierfür nicht aus.

Urteil vom 21. November 2002 VII R 21/01

 

Die Fertigung von Monatsabschlüssen eines Unternehmens als Grundlage für die Prüfung von dessen Kreditwürdigkeit stellt in der Regel keine Tätigkeit auf dem Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern dar, wie sie als Voraussetzung für die Bestellung des Leiters einer Beratungsstelle eines Lohnsteuerhilfevereins verlangt wird.

Urteil vom 8. Januar 2003 VII R 37/02

 

1. Der gesetzliche Vertreter einer GmbH ist auch in Zeiten der Krise nicht verpflichtet, von Geschäften Abstand zu nehmen, weil diese Umsatzsteuer auslösen; das gilt grundsätzlich auch für die Ausübung steuerlicher Gestaltungsrechte wie der Option nach § 9 UStG. Ein Konkursverwalter verletzt jedoch seine steuerlichen Pflichten, wenn er aufgrund einer Vereinbarung mit einem Grundpfandgläubiger ein Grundstück unter Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung freihändig verkauft und den Kaufpreisanspruch an den Grundpfandgläubiger abtritt, obwohl er weiß, dass Mittel zur Tilgung der Steuerschuld nicht zur Verfügung stehen (Abgrenzung zu BFH-Urteil vom 9. Januar 1997 VII R 51/96, BFH/NV 1997, 324).

2. Der Grundsatz der anteiligen Tilgung wird durch die konkursrechtlichen Vorschriften modifiziert.

Urteil vom 28. November 2002 VII R 41/01

 

Vermietet der Steuerpflichtige sein Haus zu fremdüblichen Bedingungen an seine Eltern, kann er die Werbungskostenüberschüsse bei seinen Einkünften aus Vermietung und Verpachtung auch dann abziehen, wenn er selbst ein Haus seiner Eltern unentgeltlich zu Wohnzwecken nutzt; ein Missbrauch steuerrechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten i.S. des § 42 AO 1977 liegt insoweit nicht vor.

Urteil vom 14.1.2003 IX R 5/00

 

1. Bleibt der Lieferant von versteuertem Mineralöl, nachdem ein Antrag auf Eröffnung der Gesamtvollstreckung über das Vermögen seines Abnehmers gestellt worden ist, im Hinblick auf die gerichtliche Durchsetzung seines Zahlungsanspruchs untätig, verliert er den Vergütungsanspruch unabhängig davon, ob das Verfahren der Gesamtvollstreckung später tatsächlich eröffnet und die Forderung beim Verwalter angemeldet wird.

2. Die gerichtliche Verfolgung eines Anspruchs erfordert auch bei Anhängigkeit eines Antrags auf Eröffnung der Gesamtvollstreckung über das Vermögen eines Abnehmers von versteuertem Mineralöl, dass der Lieferant den Erlass eines Mahnbescheids erwirkt. Die Mineralölhändler ist in diesem Fall jedoch nicht mehr gehalten, den Erlass eines Vollstreckungsbescheids zu beantragen und hieraus gegen den Schuldner im Wege der Zwangsvollstreckung vorzugehen.

Urteil vom 8.1.2003 VII R 7/02

 

Es besteht weder eine rechtliche noch eine sittliche Verpflichtung, eine von der Krankenkasse nicht bezahlte naturheilkundliche Krebsnachbehandlung in Höhe von rund 700 000 DM für einen krankenversicherten Elternteil zu tragen.

Urteil vom 12.12.2002 III R 25/01

 

Eine Personengesellschaft, deren erklärter Gesellschaftszweck die Verwaltung ihres Vermögens ist und die Eigentümerin von sechs Grundstücksparzellen ist, kann selbst dann gewerblich tätig werden, wenn sie diese Grundstücke durch nur einen Vertrag an eine Erwerberin veräußert. Dies ist dann der Fall, wenn sie ab dem Zeitpunkt des Veräußerungsentschlusses zahlreiche Einzelaktivitäten verschiedenster Art im Hinblick darauf entfaltet hat, dass auf dem zu veräußernden Grundbesitz von der Käuferin ein Einkaufszentrum errichtet werden soll, dessen Baupläne Gegenstand des Kaufvertrages sind.

Urteil vom 9.12.2002 VIII R 40/01

 

1. § 1 Abs. 3 Satz 3 EStG 1997 bezieht sich nur auf den unmittelbar vorangehenden Satz 2 der Vorschrift. Demgemäß sind auch die in Satz 3 aufgeführten inländischen Einkünfte, die nach einem DBA nur der Höhe nach beschränkt besteuert werden dürfen, in die inländische
Einkommensteuerveranlagung gemäß § 46 Abs. 1 Nr. 7 Buchst. b i.V.m. § 1 Abs. 3 EStG 1997 einzubeziehen.

2. Bei der Festsetzung der Einkommensteuer ist die rechnerische Gesamtsteuer quotal aufzuteilen und sodann der Steuersatz für die der Höhe nach nur beschränkt zu besteuernden Einkünfte zu ermäßigen.

3. Die Körperschaftsteuer ist nach Maßgabe des § 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 Satz 1 EStG 1997 anzurechnen. § 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 Satz 4 Buchst. e EStG 1997 steht dem nicht entgegen, weil die betreffenden Einnahmen nach einem DBA nicht ausschließlich in dem anderen Vertragsstaat, sondern auch im Quellenstaat besteuert werden können.

Urteil vom 13.11.2002 I R 67/01

 

§ 8b Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 KStG 1991 schließt den gewinnmindernden Abzug lediglich ausschüttungsbedingter, nicht aber auch abführungsbedingter Teilwertabschreibungen aus.

Urteil vom 13.11.2002 I R 9/02

 

Zu den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit, um die der Vorwegabzug zu kürzen ist, gehört auch eine vom Arbeitgeber gezahlte Entlassungsentschädigung, für die kein Arbeitgeberbeitrag zu leisten war.

Urteil vom 16.10.2002 XI R 71/00

 

1. Plant der Erwerber eines vermieteten Gebäudes bereits im Zeitpunkt der Anschaffung die Eigennutzung und nicht die weitere Vermietung, machen die von vornherein geplanten und nach Beendigung des Mietverhältnisses durchgeführten Baumaßnahmen das Gebäude betriebsbereit, wenn dadurch ein höherer Standard erreicht wird. Die betreffenden Aufwendungen sind daher Anschaffungskosten.

2. Bei der Frage, ob Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen zu einer wesentlichen Verbesserung des Gebäudes und damit zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten i.S. von § 255 HGB führen, kommt es nicht auf die subjektiven Vorstellungen des Erwerbers, sondern allein auf die objektiven Auswirkungen der Maßnahmen auf den Nutzungswert des Gebäudes an. Auch Aufwendungen für die Beseitigung versteckter Mängel können den Nutzungswert eines Gebäudes steigern.

3. Der Gebrauchswert eines Wohngebäudes wird auch durch Erweiterungen i.S. von § 255 Abs. 2 Satz 1 Variante 2 HGB bestimmt. Liegen insofern Herstellungskosten in einem der den Wohnstandard eines Gebäudes bestimmenden Bereiche vor, führen wesentliche Verbesserungen in wenigstens zwei weiteren Bereichen der Kernausstattung einer Wohnung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten.

4. Aufwendungen, die mit Erweiterungen i.S. von § 255 Abs. 2 Satz 1 Variante 2 HGB bzw. mit zu einer Hebung des Wohnstandards führenden Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen bautechnisch zusammenhängen, führen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Urteil vom 22. Januar 2003 X R 9/99

 

Eine außerordentliche Beschwerde zum BFH ist seit dem In-Kraft-Treten des ZPO-RG vom 27. Juli 2001 (BGBl I 2001, 1887, 1902 ff.) für den Geltungsbereich der FGO nicht mehr statthaft.

Beschluss vom 29. Januar 2003 I B 114/02

 

Ein abgelaufenes Jahr betreffende Zinsansprüche aus Genussrechten sind auch dann in der Bilanz des Gläubigers zu aktivieren, wenn nach den Genussrechtsbedingungen der Schuldner die Ansprüche nicht bedienen muss, solange hierdurch bei ihm ein Bilanzverlust entstehen oder sich erhöhen würde.

Urteil vom 18. Dezember 2002 I R 11/02

 

1. Nach § 3 Satz 1 Nr. 2 InvZulG 1993 wird für eine vor dem 1. Januar 1993 begonnene Investition eine Investitionszulage nur gewährt, wenn die Investition vor dem 1. Januar 1995 abgeschlossen worden ist. Diese Regelung ist auch insoweit verfassungsgemäß, als Wirtschaftsgüter, deren Herstellung sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren erstreckt (hier: "Herstellung" von Milchkühen), von der Investitionszulage ausgeschlossen sind, wenn mit der Herstellung erst im zweiten Halbjahr 1992 begonnen worden ist.

2. Der Gesetzgeber war von Verfassungs wegen nicht verpflichtet, für vor dem 1. Januar 1993 begonnene Investitionen, die erst nach dem 31. Dezember 1994 fertig gestellt werden konnten, eine Übergangsregelung zu treffen oder den Investitionszeitraum zu verlängern.

Urteil vom 12. Dezember 2002 III R 33/01

 

1. Täter einer leichtfertigen Steuerverkürzung i.S. des § 378 AO 1977 kann auch derjenige sein, der die Angelegenheiten eines Steuerpflichtigen wahrnimmt.

2. Die fünfjährige Festsetzungsfrist des § 169 Abs. 2 Satz 2 AO 1977 greift daher auch dann ein, wenn eine Steuerfachangestellte der vom Steuerpflichtigen beauftragten Steuerberatungsgesellschaft den Gewinn des Steuerpflichtigen grob fahrlässig unzutreffend ermittelt und das FA diesen Gewinn der Steuerveranlagung zugrunde legt.

Urteil vom 19. Dezember 2002 IV R 37/01

 

Das Ausgleichs- und Abzugsverbot für Verluste aus gewerblicher Tierzucht oder gewerblicher Tierhaltung gilt nicht für Verluste aus einer Nerzzucht (Aufgabe des BFH-Urteils vom 29. Oktober 1987 VIII R 272/83, BFHE 151, 408, BStBl II 1988, 264).

Urteil vom 19. Dezember 2002 IV R 47/01

C. Neue Fachliteratur

1. Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 2002

Das Amtliche Einkommensteuer-Handbuch des BMF bietet dem Praktiker eine zusammenhängende Darstellung der für den Veranlagungszeitraum 2002 geltenden Vorschriften.

Gebunden. 2003. XXXVI, 1.920 Seiten, EUR 19,50 ISBN 3-4824-6780-3

Bestellen Sie bitte bei Ihrer Buchhandlung oder unter Amazon.de

 

2. Unternehmenskauf, Unternehmensverkauf

Zivilrechtliche und steuerrechtliche Gestaltungspraxis

Dieses Handbuch behandelt die rechtlichen und steuerrechtlichen Fragen des Unternehmenskaufs und Unternehmensverkaufs in ihrer Gesamtheit. Ausgehend von den praktischen Erfahrungen der Verfasser enthält die Darstellung eine Fülle zivil- und steuerrechtlicher Gestaltungshinweise. Stolpersteine bei Unternehmenstransaktionen werden klar aufgezeigt. Zu Rechtsproblemen und steuerrechtlichen Fragen wird fundiert und tiefgreifend Stellung bezogen.

Im zivilrechtlichen Teil ist das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts ebenso berücksichtigt wie das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG). Der steuerrechtliche Teil befindet sich auf dem Stand des Gesetzes zur Fortentwicklung des Unternehmenssteuerrechts (UntStFG); das Steuervergünstigungsabbaugesetz (StVergAbG) wurde in der Fassung der BR-Drucksache 866/02 bereits berücksichtigt.

Rödder / Hötzel / Mueller-Thuns, 2003, 901 S., ISBN 3-406-42632-8, EUR 92,00

Bestellen Sie bitte bei Ihrer Buchhandlung oder unter Amazon.de

 

3. Unternehmensbewertung erstellen und verstehen

Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Unternehmensbewertungsmodelle und stellt die gebräuchlichsten Ansätze der Unternehmensbewertung transparent und ausführlich dar. Erläutert werden zum einen die in der Praxis gängigen Discounted Cash-flow-Ansätze und Multiplikatorenverfahren. Zum anderen wird der Realoptions-Ansatz vorgestellt, dessen praktische Anwendung derzeit breit diskutiert wird

Da Planzahlen die Grundlage jeder fundierten Unternehmensbewertung sind, wird auf die Unternehmensanalyse/Unternehmensplanung eingegangen und die jeweilige Vorgehensweise bei den einzelnen Bewertungsverfahren anhand von Praxisbeispielen Schritt für Schritt nachvollzogen. Ferner werden die Werttreiber einer Unternehmensbewertung und ihr Einfluss auf den Unternehmenswert veranschaulicht, und der Leser erhält Antworten auf eine Reihe von bewertungsspezifischen Fragestellungen.

Ziel des Praxisleitfadens ist es, dem Leser das notwendige Know How zu vermitteln, um Unternehmensbewertungen selbst erstellen zu können, um sein Bewusstsein für die maßgeblichen Stellschrauben einer Unternehmensbewertung zu schärfen und um die Beurteilung externer Unternehmensbewertungen zu ermöglichen.

Ernst / Schneider / Thielen, 306 S., ISBN 3-8006-2951-8, EUR 35,00

Bestellen Sie bitte bei Ihrer Buchhandlung oder unter Amazon.de

D. Aktuelles

1. Berufliche Selbstverwaltung in Europäischer Verfassung verankern - Steuerberaterkammern als Vorbild

Das deutsche Modell der beruflichen Selbstverwaltung sollte in der zukünftigen Europäischen Verfassung verankert werden. Dies empfiehlt ein Gutachten des Instituts für das Berufsrecht der Steuerberater am Beispiel der Steuerberaterkammern.

Das im Auftrag der Bundessteuerberaterkammer entwickelte Gutachten kommt zum Schluss, dass die berufliche Selbstverwaltung hinsichtlich Berufsrecht, Berufsaufsicht und Berufsethos wichtige Ordnungsfunktionen im Binnenmarkt übernimmt. Dadurch leistet sie bedeutende Beiträge für die soziale Ordnung im Binnenmarkt und den Verbraucherschutz. Die Steuerberaterkammern stehen dem Gutachten zufolge stellvertretend für zahlreiche Organisationen in vielen EU-Mitgliedstaaten, bei denen die betroffenen "Bürger", hier also die Steuerberater, mitwirken und sich selbst verwalten können. Beispielsweise dient das von den Steuerberatern mit entwickelte Steuerberatungsgesetz nicht zuletzt dem Schutz der Mandanten.

In seinem Gutachten verweist das Institut für das Berufsrecht der Steuerberater zudem auf das hohe Maß an grenzüberschreitenden Aktivitäten, vor allem bei den Freien Berufen. Auch aus diesem Grunde sollte der Europäischen Verfassungskonvent den Organisationstyp der beruflichen Selbstverwaltung bei der Vorbereitung der Europäischen Verfassung berücksichtigen.

Unter http://www.jura.uni-halle.de/kluth/ibstb/index.htm
steht das vollständige Gutachten im Menüpunkt "Projekte" als Download zur Verfügung. [Pressemitteilung der Bundessteuerberaterkammer 14.3.03]

Eingabe an den Verfassungskonvent der Europäischen Union
http://www.jura.uni-halle.de/kluth/ibstb/eingabeeukonvent.pdf
http://www.jura.uni-halle.de/kluth/ibstb/kurzfassung.pdf

 

2. Sachverständigenkommission zur Neuordnung der Altersbesteuerung übergibt Gutachten

Zur Übergabe des Gutachtens am 17. März 2003 der Sachverständigenkommission zur Neuordnung der Altersbesteuerung teilt das Bundesministerium der Finanzen mit:

Das Bundesverfassungsgericht hatte am 6. März 2002 die unterschiedliche Besteuerung von Renten und Beamtenpensionen für verfassungswidrig erklärt. In der Urteilsbegründung forderte das Gericht den Gesetzgeber auf, spätestens bis zum 1. Januar 2005 die Rentenbesteuerung neu zu regeln. Die bisherige Besteuerung kann bis dahin weiter angewendet werden.

Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts hat die Bundesregierung eine Sachverständigenkommission zur Neuordnung der Altersbesteuerung eingesetzt. Ihre Aufgabe war es, den einkommensteuerrechtlichen Handlungsrahmen, den das Urteil des Bundesverfassungsgerichts einräumt, zu analysieren und innerhalb dieses Spielraums einen umfassenden Lösungsvorschlag zu entwickeln.

Dieser Lösungsvorschlag sollte zu einer systematisch schlüssigen, folgerichtig durchgeführten steuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbezügen führen, sollte in die Konsolidierungspolitik eingebettet, gesamtwirtschaftlich und sozial tragfähig sein und sollte unter Ausnutzung der vom Bundesverfassungsgericht zugebilligten generalisierenden, typisierenden und pauschalierenden Betrachtungen und Regelungen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen ebenso Rechnung tragen wie den Praktikabilitätserfordernissen.

Für die Steuerpflichtigen bietet die Überleitung auf das nachgelagerte Verfahren, das auch die Kommission vorschlägt, die Chance, das Gesamtversorgungsniveau längerfristig zu verbessern, mindestens aber zu halten. Die schrittweise Verbesserung der steuerlichen Berücksichtigung von Altersvorsorgeaufwendungen erweitert für alle Erwerbstätigen den Spielraum für die Zukunftsvorsorge wegen der nettoeinkommenssteigernden steuerlichen Freistellung.

Es gilt in der Prüfung der Kommissionsergebnisse nun die Konsequenzen auch für den Bundeshaushalt, insbesondere für die notwendigen Übergangsphase zwischen dem geltenden Recht und der Endstufe des neuen Rechts zu finden. Zudem gilt es, den Spagat zwischen der Vermeidung einer zweifachen Besteuerung in Anspar- und Leistungsphase der Renten und der Verhinderung unvertretbarer Steuermindereinnahmen im künftigen Gesetz zu verankern.

Das Bundesministerium der Finanzen wird den Abschlussbericht der Sachverständigenkommission gründlich analysieren und im Anschluß ein Gesetzgebungsverfahren einleiten.

Der Kommission gehören an: Bert Rürup (Vorsitzender), Klaus Altehoefer (Oberfinanzpräsident a.D.), Peter Bareis, Herbert Rische (Bundesversicherungsanstalt für Angestellte), Hans Schreiber (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft eV) sowie Hartmut Söhn.

Abschlussbericht der Sachverständigenkommission (PDF, 1479 KB)
Kurzfassung des Abschlussberichtes der (PDF, 41 KB)

E. Impressum

Herausgeber:
Benjamin Hirth
Diplom Betriebswirt (FH)
Feldbergweg 7
76275 Ettlingen

Erscheinungsweise:
Am 5. und 20. jeden Monats

Deutsche Bibliothek:
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)
ISSN 1617-7797 (eMail-Ausgabe) [
Mediadaten und Anzeigenpreisliste ]

Ende des Steuerlinks-Newsletter vom 20.03.2003



Dieser Bereich dient lediglich noch als Archiv. Bitte verwenden Sie die neuen Seiten

Impressum