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Steuerlinks-Newsletter
Ausgabe 78 vom 20.06.2003
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)
Die eMail-Ausgabe ging an 5.450 Empfänger

Wussten Sie schon:

Dass die nächsten Ausgaben des Steuerlinks-Newsletter aus beruflichen Gründen unregelmäßig bzw. gar nicht erscheinen werden. Ab dem 20. Oktober 2003 geht es dann im gewohnten Rhythmus weiter. Vielen Dank für Ihr Verständnis und schöne Ferien.
[Benjamin Hirth, Herausgeber des Steuerlinks-Newsletter] .


Inhaltsverzeichnis

  1. Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges

    1. Entwurf der RVO zu § 90 Abs. 3 AO
    2. Umfrage zu GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2003
       
  2. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise
    1. Neues vom Bundesministerium der Finanzen (BMF)
    2. Neues vom Bundesfinanzhof (BFH)

       
  3. Neue Fachliteratur
    1. Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse
    2. Besondere Buchungsvorgänge, Bilanzanalyse

  4. Aktuelles
    1. Von der Steuerhinterziehung über die "Brücke zur Steuerehrlichkeit"
    2. Eichel nennt Voraussetzungen für Vorziehen der Steuerreform
    3. Bundesfinanzhof hat Zweifel an der Vereinbarkeit des früheren Betriebsstättensteuersatzes von 42 v.H. mit dem EG-Vertrag
    4. Dr. Klaus Heilgeist neuer Präsident der Bundessteuerberaterkammer

  1. Impressum

 

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A. Skripte/Klausuren/Folien/Sonstiges

1. Entwurf der RVO zu § 90 Abs. 3 AO

Entwurf vom 12. Juni 2003 der Verordnung zu Art, Inhalt und Umfang von Aufzeichnungen im Sinne des § 90 Abs. 3 der Abgabenordnung

Die Veröffentlichung des Arbeitsentwurfs erfolgt zur allgemeinen Information über den vorgesehenen Inhalt der RVO. Bis zum 27. Juni 2003 besteht die Möglichkeit, dem BMF Stellungnahmen, Verbesserungsvorschläge und Anregungen zuzuleiten, wenn möglich unter folgender e-mail-Adresse: udo.roehner @ bmf.bund.de

 

2. Umfrage zu GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2003

Der DStV, die BBE-Unternehmensberatung und das Wirtschaftsmagazin "impulse" veranstalten gemeinsam eine aktuelle Umfrage zur Höhe von GmbH-Geschäftsführervergütungen.

Jeder GmbH-Geschäftsführer und jeder Steuerberater kann mitmachen. Die Teilnahme ist kostenlos. Jeder Teilnehmer erhält unentgeltlich einen Auswertungsbericht. Die streng vertraulich erhobenen und verarbeiteten Daten sind einerseits Grundlage zur Ermittlung einer angemessenen Vergütung und dienen andererseits zur Argumentation gegenüber der Finanzverwaltung im Falle von Steuernachforderungen.

B. Rechtsprechung/Verwaltungshinweise

1. Neues vom Bundesministerium der Finanzen (BMF)

Vorläufige Steuerfestsetzung (§ 165 AO) hinsichtlich der Anwendung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 3 EStG bzw. des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6a EStG (zeitliche Begrenzung des Abzugs der Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung)
BMF-Schreiben vom 13. Juni 2003 - IV D 2 - S 0338 - 40/03

 

Vorläufige Steuerfestsetzung im Hinblick auf anhängige Musterverfahren (§ 165 Abs. 1 AO); Ruhenlassen von außergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren (§ 363 Abs. 2 AO)
BMF-Schreiben vom 12. Juni 2003 - IV D 2 - S 0338 - 38/03

 

Steuerliches Einlagekonto - Anwendung der §§ 27 und 28 KStG 2002

Zur Anwendung der Vorschriften der §§ 27 und 28 KStG zum steuerlichen Einlagekonto nimmt das BMF-Schreiben vom 4. Juni 2003 (IV A 2 - S 2836 - 2/03) Stellung.

 

Umsatzsteuer: Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen im Sinne des § 3a Abs. 4 Nr. 13 UStG sowie auf elektronischem Weg erbrachte sonstige Leistungen im Sinne des § 3a Abs. 4 Nr. 14 UStG

Durch Artikel 6 und 7 des Gesetzes zum Abbau von Steuervergünstigungen und Ausnahmeregelungen (Steuervergünstigungsabbaugesetz - StVergAbG) vom 16. Mai 2003 (BGBl. I S. 660) wurden insbesondere die §§ 3a, 16, 18 und 22 UStG sowie § 1 Abs. 1 und § 59 UStDV geändert. Die Änderungen treten am 1. Juli 2003 in Kraft (Artikel 14 Abs. 2).

Das BMF-Schreiben nimmt zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen (§ 3a Abs. 4 Nr. 13 UStG) und von auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen (§ 3a Abs. 4 Nr. 14 UStG) ab 1. Juli 2003 Stellung.

BMF-Schreiben vom 12. Juni 2003 - IV D 1 - S 7117 f - 15/03

 

Mitteilungsverordnung

Bundeseinheitlich zugelassene Ausnahmen von der Mitteilungspflicht nach § 2 Abs. 2 MV (BMF-Schreiben vom 25. März 2002 - IV D 2 - S 0229 - 26/02 -, BStBl I S. 477)

Hierzu: BMF-Schreiben vom 13. Juni 2003 - IV D 2 - S 0229 - 12/03

 

Umsatzsteuerrechtliche Behandlung der Geschäftsführungs- und Vertretungsleistungen der Gesellschafter an die Gesellschaft; BFH-Urteil vom 6. Juni 2002 (V R 43/01)

Mit BMF-Schreiben vom 13. Dezember 2002 - IV B 7 - S 7100 - 315/02 - (BStBl I 2003 S. 68) zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung der Geschäftsführungs- und Vertretungsleistungen der Gesellschafter an die Gesellschaft im Zusammenhang mit dem BFH-Urteil vom 6. Juni 2002 (V R 43/01, BStBl II 2003 S. 36) ist bestimmt worden, dass die diesem BFH-Urteil entgegenstehenden Regelungen der Abschnitte 1 Abs. 8 Satz 1, 17 Abs. 1 Sätze 10 und 11 sowie 18 Abs. 4 Satz 1der Umsatzsteuer-Richtlinien 2000 ab dem 1. Juli 2003 nicht mehr anzuwenden sind.

Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder gilt nunmehr, dass die o.g. Abschnitte der Umsatzsteuer-Richtlinien 2000 ab dem 1. Januar 2004 (anstatt dem 1. Juli 2003) nicht mehr anzuwenden sind.

BMF-Schreiben vom 17. Juni 2003 - IV B 7 - S 7100 - 121/03

 

2. Neues vom Bundesfinanzhof (BFH)

Betankt ein Leasingnehmer das geleaste Fahrzeug bei Tankstellen mittels einer Kreditkarte des Leasinggebers entsprechend einer "Übereinkunft über Kraftstoffverwaltung" für Rechnung des Leasinggebers, so liegt keine Kraftstofflieferung des Leasinggebers an den Leasingnehmer vor. Die Mineralölgesellschaft verschafft nicht dem Leasinggeber, sondern dem Leasingnehmer die Verfügungsmacht an dem Treibstoff. Die "Übereinkunft über Kraftstoffverwaltung" ist in Fällen wie im Streitfall kein Vertrag über Kraftstofflieferung, sondern ein Vertrag über die Finanzierung des Bezugs von Kraftstoff.

Urteil vom 10. April 2003 V R 26/00

 

Die an den typisch stillen Gesellschafter gezahlten Gewinnanteile sind insoweit nicht als Betriebsausgaben abziehbar, als der Geschäftsinhaber die Vermögenseinlage des stillen Gesellschafters zu privaten Zwecken verwendet hat.

Urteil vom 6. März 2003 XI R 24/02

 

Ein Missbrauch rechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten i.S. des § 42 AO 1977 liegt nicht vor, wenn ein Ehegatte dem anderen seine an dessen Beschäftigungsort belegene Wohnung im Rahmen einer doppelten
Haushaltsführung zu fremdüblichen Bedingungen vermietet.

Urteil vom 11. März 2003 IX R 55/01

 

Wirtschaftsförderung i.S. des § 5 Abs. 1 Nr. 18 KStG setzt eine ausschließliche und unmittelbare Förderung von Unternehmen voraus.

Urteil vom 26. Februar 2003 I R 49/01

 

Dem EuGH werden zur Vorabentscheidung folgende Rechtsfragen vorgelegt:

1. Ist Art. 52 i.V.m. Art. 58 EGV dahin gehend auszulegen, dass es gegen das Recht auf freie Niederlassung verstößt, wenn der von einer ausländischen EU-Kapitalgesellschaft im Jahr 1994 durch eine Zweigniederlassung in Deutschland erzielte Gewinn einer deutschen Körperschaftsteuerbelastung von 42 v.H. (= sog. Betriebsstättensteuersatz) unterliegt, obwohl

- der Gewinn nur mit 33,5 v.H. deutscher Körperschaftsteuer belastet worden wäre, wenn eine in Deutschland unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtige Tochterkapitalgesellschaft der ausländischen EU-Kapitalgesellschaft ihn erzielt und bis zum Ablauf des 30. Juni 1996 voll an die Muttergesellschaft ausgeschüttet hätte,

- der Gewinn zwar zunächst mit deutscher Körperschaftsteuer in Höhe von 45 v.H. belastet worden wäre, wenn die Tochterkapitalgesellschaft ihn bis zum Ablauf des 30. Juni 1996 thesauriert hätte, sich die Körperschaftsteuerbelastung aber im Fall einer vollständigen Ausschüttung nach dem 30. Juni 1996 nachträglich auf 30 v.H. vermindert hätte?

2. Muss der Betriebsstättensteuersatz, falls er gegen Art. 52 i.V.m. Art. 58 EGV verstößt, für das Streitjahr auf 30 v.H. herabgesetzt werden, um den Verstoß zu beseitigen?

Beschluss vom 1. April 2003 I R 31/01

 

Die für die umsatzsteuerrechtliche Organschaft erforderliche wirtschaftliche Eingliederung kann bereits dann vorliegen, wenn zwischen dem Organträger und der Organgesellschaft aufgrund gegenseitiger Förderung und Ergänzung mehr als nur unerhebliche wirtschaftliche Beziehungen bestehen; insbesondere braucht die Organgesellschaft nicht wirtschaftlich vom Organträger abhängig zu sein.

Urteil vom 3. April 2003 V R 63/01

 

Da einen Versandhandel nur derjenige betreibt, der Kaffee "aus einem anderen Mitgliedstaat" an nichtgewerbliche Endverwender im Steuergebiet liefert, muss der Versandhändler zwar nicht unbedingt seinen (juristischen) Sitz in dem anderen Mitgliedstaat haben, er darf jedoch nicht im Steuergebiet niedergelassen sein.

Beschluss vom 14. April 2003 VII B 267/02

C. Neue Fachliteratur

1. Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse

Dieses Lehrbuch ist als Grundlage zur Einarbeitung in die Probleme der Erstellung und Auswertung von Jahresabschlüssen konzipiert. Es umfasst diejenige Bereiche und Aspekte des finanziellen Rechnungswesens der Unternehmung, die nach wohl übereinstimmender Auffassung zum Pflichtbestandteil jeder betriebswirtschaftlichen Ausbildung gehören sollte.

Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung im Bilanzwesen sowie der konzeptionellen und theoretischen Fragestellungen erfolgte in der Neuauflage eine vollständige Überarbeitung und Aktualisierung. Berücksichtigung fanden neben den handels- und steuerrechtlichen Bestimmungen insbesondere die bereits vollzogenen und konkret zu erwartenden Neuregelungen internationaler Bilanzierungsstandards. Im Bereich der Bilanztheorie sind neue Ansätze hinzugekommen, die neben der Prognose- und Entscheidungsrelevanz verstärkt die Bewertungsrelevanz von Rechnungslegungsinformationen für den Aktienmarkt untersuchen.

Mit diesem umfassenden und auf dem neuesten Stand gebrachten Grundwissen zum Jahresabschluss und zur Jahresabschlussanalyse steht dem Studierenden wie auch dem Praktiker eine Lehrbuch und Nachschlagewerk zur Verfügung.

Alfred G. Coeneberg, 19. völlig neu überarb. Auflage 2003, 1.336 Seiten, EUR 49,95, ISBN 3-7910-2185-0

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2. Besondere Buchungsvorgänge, Bilanzanalyse Kostenrechnung, Finanzwirtschaft

Die 10. Auflage des zweiten Bandes der Reihe "Neue Schule des Bilanzbuchhalters" beeinhaltet wichtige Themenbereiche des so genannten funktionsspezifischen Teils der Bilanzbuchhalterprüfung, nämlich besondere Buchungsvorgänge (z.B. Wechselgeschäfte, Leasing, Reisekosten, Lohn und Gehalt), Konzernrechnungslegung, Auswertung der Rechnungslegung (Bilanzanalyse), Kosten- und Leistungs-rechnung sowie Finanzwirtschaft und Planungsrechnung. Neu hinzugefügt wurden Branchendaten zur Kennziffernanalyse.

Kresse/Leuz (Hrsg.), 10. Auflage 2003, 563 Seiten, EUR 49,95, ISBN 3-7910-2127-3

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D. Aktuelles

1. Von der Steuerhinterziehung über die "Brücke zur Steuerehrlichkeit"

Zum Kabinettsbeschluss am 18.06.2003 über das Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit erklärt das Bundesministerium der Finanzen:

An der Finanzierung der Staatsaufgaben sollten sich alle Steuerbürger beteiligen. Eine gerechte und der Leistungskraft entsprechend angepasste Besteuerung bildet dafür die Grundlage. Aber auch sämtliche Einkommen sind dafür heranzuziehen. Nur so ist Steuerehrlichkeit auch in der Praxis durchsetzbar. Mit dem heute vom Kabinett beschlossenen Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit kommt Deutschland diesem Ziel einen großen Schritt näher.

Bisher steuerunehrliche Bürgerinnen und Bürger bieten wir eine Brücke in die Steuerehrlichkeit. Sie haben bis zum 31. März 2005 die Möglichkeit ihre Steuerschuld zu begleichen. Damit wird in diesen Fällen endlich Rechtsfrieden erreicht.
Gleichzeitig mit dieser Regelung für die Vergangenheit werden aber auch die Überprüfungsmöglichkeiten der Finanzverwaltung verbessert. Damit soll Steuerhinterziehung in der Zukunft erheblich erschwert werden. Nur im Zusammenwirken dieser beiden Maßnahmen ist es möglich, eine gerechte Besteuerung zu fördern und die Steuerbasis dauerhaft zu verbreitern.

Ergänzt werden diese Maßnahmen durch die EU-Zinsrichtlinie, die auch international eine verbesserte Durchsetzung der Steuergesetze ermöglichen wird. Die Richtlinie soll in Kürze in nationales Recht umgesetzt werden und 2005 in Kraft treten.
Mittelfristig beabsichtigt die Bundesregierung, die Besteuerung der Kapitalerträge in Deutschland durch die Einführung einer Abgeltungssteuer mit einem maßvollen Steuersatz attraktiver zu gestalteten. Der Anlageplatz Deutschland wird dadurch attraktiver.

Zu dem Gesetz im Einzelnen:

In der strafbefreienden Erklärung soll die Summe der nach dem 31. Dezember 1992 und vor dem 1. Januar 2002 erzielten Einnahmen angegeben werden, die zu Unrecht nicht der Besteuerung zugrunde gelegt wurden.
Mit Zahlung der pauschalen Abgabe sollen folgende Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis erlöschen, soweit die strafbefreiende Erklärung sich auf diese Ansprüche bezieht: Einkommen- oder Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Vermögensteuer [bis 1996], Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie Abzugsteuern nach dem Einkommensteuergesetz, d.h. insbesondere Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer.

Die strafbefreiende Erklärung soll wie eine Steueranmeldung ausgestaltet werden und damit ohne weiteres Zutun der Finanzbehörden als Steuerfestsetzung wirken.
Der Steuerpflichtige soll es selbst in der Hand haben, durch umfassende Erklärung vollständig steuerehrlich und damit auch straffrei zu werden. Soweit die Erklärung nicht alle unversteuerten Einnahmen umfasst, bleibt es hinsichtlich der nicht erklärten Einnahmen beim geltenden Straf- und Steuerrecht.

Für die strafbefreiende Erklärung sollen zwei Stufen gelten: Bei einer Erklärung vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2004 soll ein Steuersatz von 25 % auf die erklärten Einnahmen gelten. Wer sich danach bis zum 31. März 2005 erklärt, soll 35 % Steuern auf die erklärten Einnahmen zahlen. Diese Steuer ist dann innerhalb von zehn Tagen nach Erklärungseingang zu zahlen.

Die "Brücke zur Steuerehrlichkeit" soll Straf- und Bußgeldbefreiung nur bei Steuerhinterziehung, leichtfertiger Steuerverkürzung, Steuergefährdung oder Gefährdung von Abzugsteuern gewähren.
Die Straf- und Bußgeldbefreiung erstreckt sich dabei nicht nur auf den Erklärenden, sondern auf alle Tatbeteiligten (z.B. Mittäter, Anstifter, Gehilfen).

Verbesserte Ermittlungsmöglichkeiten der Finanzbehörden

Den Finanzbehörden soll die Möglichkeit eröffnet werden, einzelfallbezogen, bedarfsgerecht und gezielt über das Bundesamt für Finanzen ermitteln zu können, bei welchen Kreditinstituten ein bestimmter Steuerpflichtiger ein Konto oder Depot unterhält. Dieses an § 24c des Kreditwesengesetzes angelehnte Verfahren belastet die Steuerpflichtigen und die Kreditinstitute deutlich weniger als flächendeckende Kontrollmitteilungen. Das Verfahren ist unbürokratisch und dennoch sehr effektiv. Da das Abfragesystem nur die von den Kreditinstituten bereits heute nach § 24c des Kreditwesengesetzes vorzuhaltenden Daten erfasst, entstehen ihnen keine zusätzlichen Kosten.

Die Finanzbehörden werden dabei nur erfahren können, bei welchem Kreditinstitut ein bestimmter Steuerpflichtiger ein Konto oder ein Depot hat, wenn deren Kenntnis im Einzelfall steuerlich von Bedeutung ist. Einzelne Kontenbewegungen oder sogar die Kapitalerträge können nicht abgefragt werden.
Die Finanzbehörde soll bei den Kreditinstituten über das Bundesamt für Finanzen nur dann die Daten abrufen können, wenn ein Auskunftsersuchen an den Steuerpflichtigen nicht zum Ziele geführt hat oder keinen Erfolg verspricht. Ermittlungen ohne Anlass sind ausgeschlossen.

Zahlreiche andere Gesetze, insbesondere Sozialgesetze, knüpfen bei Ermittlung der Leistungsfähigkeit eines Bürgers an Begriffe des Einkommensteuergesetzes an. Beispiele sind BAföG, Kindergeld, Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Auf Ersuchen der jeweils zuständigen Behörden oder eines Gerichtes sollen die Finanzämter künftig auch in diesen Fällen Kontoabfragen über das Bundesamt für Finanzen durchführen können. Allerdings muss die ersuchende Behörde oder das ersuchende Gericht versichern, dass eigene Ermittlungen nicht zum Ziele geführt haben oder keinen Erfolg versprechen. Ein allgemeiner Datenabgleich wäre nicht möglich.

 

2. Eichel nennt Voraussetzungen für Vorziehen der Steuerreform

Bundesfinanzminister Hans Eichel hat sich am Freitag 13.06.200 zu der Debatte um ein Vorziehen der Steuerreformstufe 2005 auf 2004 geäußert. Eichel sagte, vor einer Entscheidung darüber, müssten klare Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Die komplette Umsetzung der Agenda 2010.
2. Die Aufstellung eines verfassungsgemäßen Haushalts 2004.
3. Deutliche Fortschritte beim Subventionsabbau auf der Einnahmen
und auf der Ausgabenseite.

Der Minister zeigte sich zuversichtlich, dass die Bundesregierung bei der Umsetzung der Agenda 2010 und bei der Vorlage eines verfassungsgemäßen Haushaltsentwurf 2004 erfolgreich sein werde. Beim Subventionsabbau komme es aber auch auf die Opposition an. Jüngste Äußerungen aus der Union zu diesem Thema, seien ein erfreuliches Signal. Allerdings müsse die Opposition ihren Ankündigungen auch Taten folgen lassen.

Eichel stellte klar, dass nur dann, wenn man diesen Maßgaben entsprechend, eine verantwortungsvolle Haushalts- und Finanzpolitik beschließt, Diskussionen über weitere, wachstumsfördernde Impulse Sinn machen. Er betonte, nur dann sei sichergestellt, dass man nicht wieder eine Schuldenpolitik auf Kosten künftiger Generationen betreibe.

Zu der konkreten Debatte um Steuersenkungen, sagte der Bundesfinanzminister, nur ein Bundeshaushalt, der ein stabiles Fundament bietet und ein konsequenter Subventionsabbau, könnten den Weg für weitere Steuerentlastungen ebnen. Man dürfe nicht immer nur über die schöne Seite der Medaille reden, sondern müsse sich zunächst um die weniger schöne Seite kümmern. Wenn man diese Aufgabe erledigt habe, und dann zu der Ansicht gelangen, dass eine verantwortungsvolle Finanzpolitik in der gegenwärtigen konjunkturellen Situation einen nachhaltigen Wachstumsimpuls geben muss, werde man über weitere Schritte reden, so Hans Eichel.

Weitere Informationen:

 

3. Bundesfinanzhof hat Zweifel an der Vereinbarkeit des früheren Betriebsstättensteuersatzes von 42 v.H. mit dem EG-Vertrag

In den Jahren 1994 bis einschließlich 1998 unterlag ein Gewinn, den eine beschränkt körperschaftsteuerpflichtige ausländische EU-Kapitalgesellschaft durch eine Betriebsstätte in Deutschland erzielte, einem Körperschaftsteuersatz von 42 v.H. (sog. Betriebsstättensteuersatz). Wurde der Gewinn dagegen von einer in Deutschland unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtigen Tochterkapitalgesellschaft der ausländischen EU-Kapitalgesellschaft erzielt und von der Tochtergesellschaft an die Muttergesellschaft ausgeschüttet, betrug die Belastung mit deutscher Körperschaftsteuer nur 30 v.H. bzw. bei Berücksichtigung der bis 30. Juni 1996 auf die Gewinnausschüttungen erhobenen Kapitalertragsteuer 33,5 v.H. Der I. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hält es für zweifelhaft, ob diese Belastungsunterschiede mit der Niederlassungsfreiheit gemäß Art. 43 des EG-Vertrages vereinbar sind. Er hat dem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) die Rechtsfrage zur Vorabentscheidung vorgelegt, ob der EG-Vertrag dahin auszulegen ist, dass der Betriebsstättensteuersatz von 42 v.H. gegen das Recht auf freie Niederlassung verstößt (Vorlagebeschluss vom 1. April 2003 I R 31/01).

 

4. Dr. Klaus Heilgeist neuer Präsident der Bundessteuerberaterkammer

StB/WP Dr. Klaus Heilgeist ist von der Bundeskammerversammlung der Steuerberater am 17. Juni 2003 in Berlin zum neuen Präsidenten der Bundessteuerberaterkammer gewählt worden. Der 58-jährige Karlsruher tritt mit dem heutigen Tage die Nachfolge von StB/WP Volker Fasolt im höchsten Amt der Spitzenorganisation der deutschen Steuerberater an.

Der in eigener Praxis als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer tätige Dr. Heilgeist setzt sich in zahlreichen Funktionen für die Entwicklung der Steuerberatung ein. Seit 1987 ist er Vorstandsmitglied und seit 1995 Präsident der Steuerberaterkammer Nordbaden. Zehn Jahre lang war der promovierte Diplom-Volkswirt Mitglied im Prüfungsausschuss für Steuerberater beim Finanzministerium Baden-Württemberg.

Neben seinem ehrenamtlichen Engagement auf regionaler Ebene tritt Dr. Heilgeist auf Bundesebene für die Interessen der deutschen Steuerberaterinnen und Steuerberater ein. Als Mitglied im Präsidium der Bundessteuerberaterkammer war der gebürtige Breslauer in den letzten vier Jahren für die Facharbeit der Ausschüsse "Umsatzsteuer und Verkehrsteuern" und "Unternehmensberatung/Betriebswirtschaft" zuständig.

Seminare zur betriebswirtschaftlichen Fortbildung für Steuerberater, die er selbst konzipierte, waren dabei stets ein wichtiges Anliegen von Dr. Heilgeist. Angesichts der für Steuerberater immer wichtigeren betriebswirtschaftlichen Beratung wurde unter seiner Federführung außerdem eine Kooperation zwischen der Bundessteuerberaterkammer und der DATEV ins Leben gerufen, über die der DATEV-Unternehmens-Check entwickelt werden konnte.

Steuerberater sind Angehörige der Freien Berufe. Seit 2000 vertritt Dr. Heilgeist nicht nur die Positionen seiner Berufskollegen, sondern aller Freiberufler als Vizepräsident des Bundesverbandes der Freien Berufe.

Ein berufspolitisch erfahrener Steuerberater übernimmt also das Ruder von Volker Fasolt, der die Bundessteuerberaterkammer von 1999 bis 2003 durch zum Teil stürmische Gewässer geführt hat. Unter der Regie von Fasolt gelang vor zwei Jahren der reibungslose Umzug der Bundessteuerberaterkammer von Bonn nach Berlin. Seitdem ist es der Spitzenorganisation der deutschen Steuerberater gelungen, sich fachlich und politisch in der Bundeshauptstadt zu etablieren.

Wie zuletzt bei den Diskussionen um den Abbau von Steuervergünstigungen verstand es Fasolt, im Interesse der Steuerberater und Steuerpflichtigen mit klaren Worten für ein praktikables und berechenbares Steuerrecht einzutreten. In seiner Amtszeit wurde das Berliner Haus der Steuerberater weiterentwickelt. Neben dem DWS-Institut und dem DWS-Verlag konnte mit DWS-Online ein neues Fortbildungsangebot für die Steuerberater geschaffen werden.

Mit Blick auf die grenzüberschreitende Rolle der Steuerberatung wurden durch die ebenfalls im Haus der Steuerberater vertretene europäische Steuerberater-organisation Confédération Fiscale Européenne (C.F.E.) neue Maßstäbe der Zusammenarbeit gesetzt.

Auch nach Osteuropa, etwa im Zuge der Gründung der polnischen Steuerberaterkammer nach deutschem Vorbild, erweiterte sich das berufspolitische Engagement der Bundessteuerberaterkammer, das schon seit Jahrzehnten Richtung Europa gerichtet ist.

Präsident Heilgeist wird die Arbeit seiner Vorgänger fortsetzen und die Bundessteuerberaterkammer und die deutschen Steuerberater in der erweiterten Europäischen Union etablieren.

E. Impressum

Herausgeber:
Benjamin Hirth
Diplom Betriebswirt (FH)
Feldbergweg 7
76275 Ettlingen

Erscheinungsweise:
Am 5. und 20. jeden Monats

Deutsche Bibliothek:
ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)
ISSN 1617-7797 (eMail-Ausgabe)
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Ende des Steuerlinks-Newsletter vom 20.06.2003



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