Hinweis

Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Existensgründer-Handbuch

01.03 Vor- und Nachteile


Häufig erfolgt die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit ( 01.02 Umfeld ) nach einer vorherigen Tätigkeit in einem Arbeitsverhältnis. In der heutigen Situation gilt sowohl für den Existenzgründer als auch für den abhängig Beschäftigten: Beide Tätigkeitsbereiche bergen jeweils ein nicht zu unterschätzendes Risikopotenzial .
Was für den Arbeitnehmer die Kündigung bedeutet, ist für den Existenzgründer die Insolvenz . Was für den Arbeitssuchenden die Bewerbung darstellt, ist für den Unternehmer die Akquisition . Als Existenzgründer müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass nunmehr andere Gesetze gelten. Eine Tatsache, die häufig unterschätzt wird.
Nicht selten werden nur die positiven Seiten gesehen und die negativen Seiten bewusst außer Acht gelassen. Betrachten Sie zunächst folgende wesentliche Vor- und Nachteile einer selbstständigen und abhängigen Tätigkeit:
  • Während ein gekündigter Mitarbeiter eine gesetzliche Kündigungsfrist genießt und im Anschluss an das Ende des Beschäftigungsverhältnisses Sozialleistungen erhält, erfolgt beim selbstständig Tätigen ohne Vorwarnung der Absturz in die Insolvenz mit der Konsequenz, bis zur nächsten Tätigkeitsaufnahme keine Übergangshilfen zu beziehen.
  • Der sichere Arbeitsplatz und eine geregelte Arbeitszeit können heutzutage nicht länger als positives Argument für ein Arbeitsverhältnis angeführt werden. Allerdings können sich Arbeitnehmer auf arbeitsfreie Wochenenden und Feiertage freuen, was für den selbstständig Tätigen nicht ohne weiteres gilt. Darüber hinaus erhält der Unternehmer - ähnlich zu den leitenden Angestellten - keinen Lohnausgleich für geleistete Überstunden in Form von Freizeit- und Finanzausgleich o. ä.
  • Ein wichtiges Plus für ein Arbeitsverhältnis ist das geregelte Arbeitseinkommen , das Planungssicherheit verspricht; jedenfalls solange das Unternehmen nicht in eine finanziell bedrohliche Schieflage gerät. Hinzu kommt ein Paket mit Sozialleistungen , wie z. B. 13. Monatsgehalt, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, 50 %iger Arbeitgeberzuschuss zur Sozialversicherung, vier bis sechs Wochen bezahlter Urlaub usw. Insbesondere für den Existenzgründer gehören regelmäßige und kostendeckende Einnahmen eher zur Ausnahme denn zur Regel, was eine zuverlässige Unternehmensplanung stark beeinträchtigt.
Dennoch wagen viele Menschen den Weg in die Selbstständigkeit, da auch ein Arbeitsverhältnis seine negativen Seiten hat:
  • Ein Mitarbeiter ist weisungsgebunden tätig, was den Handlungsspielraum einschränkt, insbesondere dann, wenn er es besser machen könnte, aber der Vorgesetzte die kreativen Lösungsvorschläge ablehnt. Als Existenzgründer bestimmen Sie selbst, welcher Weg eingeschlagen wird.
  • Nicht zu verachten sind auch die steuerlichen Anreize , die nur Selbstständigen offen stehen, wie z. B. Abschreibungen.
    Arbeitnehmern werden fällige Steuern monatlich vom Gehalt angezogen, eventuell zu viel gezahlte Steuern können dann in der Regel erst mit der Einkommensteuererklärung im Folgejahr zurückgefordert werden.
WoltersKluwer
Ein einfacher Schritt zur Antwort auf Ihre Steuerfrage(n) ...

Wählen Sie die 0900 / 1000 277 600 *)

*) Der Anruf kostet 1,99 EUR/Min. inkl. 19% MwSt. aus dem dt. Festnetz; in Mobilfunknetzen gelten ggf. andere Preise. Deutsche Steuerberatungshotline