Hinweis

Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Existensgründer-Handbuch

05.01 Krankenversicherung


Obwohl Selbstständige vom Gesetzgeber nicht in die Krankenversicherungspflicht einbezogen worden sind, haben Sie und Ihre Familienmitglieder dennoch die Möglichkeit, sich in der gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern. Voraussetzung für diese vorteilhafte freiwillige Krankenversicherung ist, dass Sie zuvor Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse waren.
Sind Sie schon bisher freiwillig versichert gewesen, z. B. weil Sie wegen der Höhe Ihres Gehaltes in einem Arbeitsverhältnis nicht mehr krankenversicherungspflichtig waren, können Sie diese Versicherung natürlich fortsetzen . Wollen Sie als Selbstständiger die Krankenkasse wechseln, müssen Sie in diesem Fall eine Kündigungsfrist von zwei Monaten einhalten. Die Mitgliedschaft endet in diesem Fall regelmäßig mit Ablauf des auf den Monat der Kündigung folgenden übernächsten Kalendermonats.
Als bisher pflichtversichertes Mitglied können Sie bereits im unmittelbaren Anschluss an diese Pflichtversicherung zu einer anderen Krankenkasse wechseln. Damit Sie freiwilliges Mitglied werden können, müssen Sie allerdings eine Vorversicherungszeit erfüllen. Die Voraussetzungen können Sie der nachfolgenden Grafik entnehmen.
Waren sie bisher als Familienangehöriger versichert, z. B. beim Ehegatten oder einem Elternteil, so ist eine bestimmte Vorversicherungszeit nicht erforderlich. Auch in diesem Fall ist ein sofortiger Wechsel zu einer anderen Krankenkasse möglich.
Für alle Fälle gilt: Die freiwillige Mitgliedschaft müssen Sie innerhalb von drei Monaten nach dem Ende der bisherigen Versicherung beantragen.
Wie hoch ist der Beitrag für die freiwillige Versicherung?
Die Beiträge für Selbstständige werden grundsätzlich aus der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) berechnet. Diese Grenze beträgt im Jahr 2007 3.562,50 EUR im Monat bzw. 42.750 EUR im Jahr in den alten und in den neuen Bundesländern.
Aus diesem Wert werden anhand des jeweiligen Beitragssatzes die Beiträge errechnet. Der Beitragssatz richtet sich nach dem gewählten Krankengeldanspruch.
Nun verfügen nicht alle Selbstständigen über ein der BBG entsprechendes Einkommen, insbesondere zu Beginn der Tätigkeit. Daher ist auch eine einnahmeorientierte Beitragseinstufung möglich. Hierfür müssen Sie den Nachweis eines geringeren Einkommens erbringen.
Dies geschieht in der Regel durch die Vorlage des Einkommensteuerbescheides. Wenn Sie sich erst selbstständig gemacht haben, und daher noch keinen Einkommensnachweis erbringen können, genügt eine gewissenhafte Schätzung des Einkommens. Für die Beitragsbemessung von Selbstständigen wurde allerdings im Gesetz eine Untergrenze in Höhe von 75 % der monatlichen Bezugsgröße festgelegt.
Die Bezugsgröße wird anhand der durchschnittlichen Einkommensentwicklung jährlich neu festgesetzt. Sie beträgt monatlich für
2008
  • in den alten Bundesländern 2.485 EUR,
  • in den neuen Ländern 2.100 EUR.
Ist eine private Krankenversicherung nicht günstiger?
Als Selbstständiger sind Sie nicht krankenversicherungspflichtig. Sie haben also die Möglichkeit zu wählen: Entweder die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung - der GKV, oder eine private Krankenversicherung - die PKV. Auf jeden Fall sollten Sie sich vor Ihrer endgültigen Entscheidung sorgfältig und individuell beraten lassen.
Wenn Sie zusätzlich Informationen von neutraler Seite wünschen, empfehlen wir Ihnen, den Rat einer unabhängigen Institution einzuholen. Hierzu wenden Sie sich am Besten an Ihre örtliche Verbraucherzentrale.
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