Hinweis

Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Existensgründer-Handbuch

06.04 Franchising


Als eine Existenzgründung ohne den gefürchteten Sprung ins kalte Wasser kann die Unternehmensgründung des weit verbreiteten Vertriebssystems Franchising angesehen werden.
Das Franchising kommt aus den USA und beinhaltet die Vermarktung einer Geschäftsidee ( 02.01 Geschäftsidee ). Derzeit gibt es in Deutschland ca. 500 Franchisesysteme am Markt. Franchisegeber und Franchisenehmer regeln vertraglich die Zusammenarbeit rechtlich und wirtschaftlich selbstständiger Unternehmen zum Zwecke der Verbesserung der jeweiligen Leistungsfähigkeit. Etwa 50 % aller Franchiseanbieter hier zu Lande sind Mitglieder im Deutschen Franchiseverband. Dieser arbeitet mit eigenen Aufnahmerichtlinien und versucht so, seriöse von weniger seriösen Anbietern zu trennen.
Der Franchisegeber verkauft eine meist erprobte und erfolgreiche Unternehmensstrategie an mehrere Franchisenehmer, die das Konzept als selbstständige Unternehmer unter eigenem Risiko weiterführen. Der Franchisegeber stellt sein Konzept zur Verfügung, das der Franchisenehmer gegen eine Einstiegsgebühr und normalerweise gegen eine umsatzabhängige monatliche Gebühr übernimmt. Wenn für den Geschäftsbetrieb bestimmte Waren nur über den Franchisegeber bezogen werden können, verzichtet dieser häufig auf die Umsatzbeteiligung und verlangt stattdessen einen höheren Materialpreis.
Für den Franchisegeber liegt der Vorteil darin, dass er ohne große Kapital- und Personalbindung mit seinem Konzept expandieren kann. Der Franchisenehmer trägt das wirtschaftliche Risiko, ist aber dafür in eine Franchiseorganisation eingebunden, die ihm meist mit Gebietsschutz eine eingeführte Marke überlässt und ihn betriebswirtschaftlich unterstützt, berät und fördert. In der Branche heißt es, dass das Franchising einem Franchisenehmer drei bis vier Jahre Erfahrung als Unternehmer erspart.
Die Vorteile von Franchising für den Franchisenehmer auf einen Blick:
  • Vertrieb eines im Markt eingeführten Produktes,
  • betriebswirtschaftliche und vertriebsorientierte Hilfestellungen werden durch den Franchisegeber sichergestellt,
  • es handelt sich um ein Geschäftskonzept, das sich schon in zahlreichen Fällen am Markt bewährt hat,

Praxistipp

Bevor Sie in ein Franchisingsystem einsteigen und sich vertraglich binden, sollten Sie die Qualität des Konzeptes überprüfen. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Schließen Sie keinen Franchisevertrag ab, ohne das Vertragswerk und die kaufmännischen Unterlagen sorgfältig geprüft zu haben. Dabei sollten Sie auf Qualitätsmerkmale achten und diese genau hinterfragen.
Fragestellung Franchising
  • Seit wann besteht der Franchisegeber?
  • Welcher Wettbewerbsvorteil ist effektiv vorhanden?
  • Besteht die Eintragung von gewerblichen Schutzrechten?
  • Sind "Pilotgeschäfte" vorhanden? (als "Pilotprojekt" sollte man sich nicht missbrauchen lassen)
  • Wieviele Franchisenehmer sind dem Franchisegeber angeschlossen?
  • Wie erfolgreich arbeiten diese?
  • Wie ist die Stellung der Franchisenehmer im System (Beiräte, Erfahrungsaustauschgruppen)?
  • Wie unfassend sind die Leistungspakete?
  • Ist der Franchisegeber Mitglied des Deutschen Franchiseverbandes e.V. (DFV)?
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