Hinweis

Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Existensgründer-Handbuch

08.00 Wahl der Rechtsform


Wägen Sie bei der Wahl der Rechtsform Ihres Unternehmens die persönlichen, steuerlichen, betriebswirtschaftlichen und gesellschaftsrechtlichen Kriterien genau ab.
Die optimale Rechtsform für ein Unternehmen gibt es nicht. Jede Form hat Vor- und Nachteile . Was für Sie bei einer Rechtsform wichtig ist, mag für einen anderen Unternehmer unwichtig sein. Im Vorfeld der eigentlichen Gründungsphase müssen Sie entscheiden, ob Sie Ihr Unternehmen allein oder mit anderen Personen gründen wollen. Durch Hinzunahme eines Partners können Sie unter Umständen Ihre Eigenkapitalbasis verbessern und eine zuverlässige Arbeitskraft hinzugewinnen.
Im Vorfeld sollten Sie klären, ob
  • Sie Ihr Unternehmen selbst betreiben und leiten möchten,
  • Sie über die alleinige Entscheidungsbefugnis verfügen möchten,
  • Sie genügend Eigenkapital aufbringen können,
  • Ihr Vorhaben mit hohen Risiken verbunden ist,
  • Sie die Haftung beschränken möchten,
  • Sie möglichst wenig Formalitäten bei der Gründung erledigen möchten,
  • die Rechtsform der Betriebsgröße angepasst sein soll und
  • die Rechtsform ein möglichst hohes Ansehen haben soll.
Im Falle der Existenzgründung kann der Unternehmer zwischen verschiedenen Rechtsformen wählen: Das Unternehmen kann als Einzelunternehmen oder als Gesellschaft geführt werden.
Im deutschen Recht gibt es einen so genannten Typenzwang der Gesellschaftsformen, d. h. es kann nur zwischen den bestehenden Gesellschaftsformen gewählt werden.
Innerhalb einer Gesellschaftsform kann vielfach durch vertragliche oder notarielle Vereinbarung von den gesetzlichen Regelungen abgewichen werden bzw. können nicht gesetzlich geregelte Bereiche durch Vereinbarung ausgefüllt werden.
Eine erste Abgrenzung der Gesellschaftsformen erfolgt nach ihrer Rechtspersönlichkeit :
Gesellschaften sind entweder rechtsfähig, teilrechtsfähig oder nichtrechtsfähig. Als Rechtsfähigkeit wird die Fähigkeit bezeichnet, Träger von Rechten und Pflichten zu sein. Ist eine Gesellschaft rechtsfähig, ist sie eine juristische Personen. Im Prozess z. B. ist die juristische Person selbst Klägerin bzw. Beklagte.
Unterschieden werden Personengesellschaften und Körperschaften, d. h. Kapitalgesellschaften , Genossenschaften und eingetragene Vereine.
Körperschaften sind immer juristische Personen. Bei Kapitalgesellschaften steht die kapitalmäßige Beteiligung der Gesellschafter im Vordergrund.
Zu den Kapitalgesellschaften gehören u. a.
  • GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung),
  • GmbH undamp; Co. KG,
  • Aktiengesellschaft (AG).
Bei den Personengesellschaften sind die Gesellschafter Träger von Rechten und Pflichten. Das Gesellschaftsvermögen liegt in gesamter Hand (Gesamthandsvermögen). Dies gilt allerdings nicht für die stille Gesellschaft, die eine reine Innengesellschaft ist. Der Gesellschafter tritt nicht nach außen in Erscheinung. Seine Kapitaleinlage geht in das Vermögen des Geschäftsinhabers über.
Zu den Personengesellschaften gehören u. a.
  • Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts (GbR),
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG),
  • Partnerschaftsgesellschaft (PartG),
  • Kommanditgesellschaft (KG).
Grundsätzlich sind Personengesellschaften keine juristischen Personen. Durch den Gesetzgeber und die Rechtsprechung bestehen aber folgende Ausnahmen:
Die Rechtsfähigkeit der Offenen Handelsgesellschaft und der Kommanditgesellschaft ist ausdrücklich gesetzlich geregelt; die Rechtsfähigkeit der Gesellschaft Bürgerlichen Rechts wurde durch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes im Januar 2001 festgestellt. Voraussetzung ist aber, dass die Gesellschaft nach außen in Erscheinung tritt.
Unternehmensformen für spezielle Wirtschaftsbereiche sind herkömmlicherweise gesondert aufgeführt: Die Reederei für die Schifffahrt, der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit für die Versicherungswirtschaft, die beträchtliche Gewerkschaft für den Bergbau (siehe auch 08.04 Partnerschaftsgesellschaft ).
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