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Existensgründer-Handbuch

08.08 Aktiengesellschaft (AG)


1. Allgemein
Die Aktiengesellschaft (AG) ist eine Kapitalgesellschaft. Für ihre Verbindlichkeiten haftet den Gläubigern nur das Gesellschaftsvermögen. Das Grundkapital ist in Aktien zerlegt. Des Weiteren ist die AG sowohl Handelsgesellschaft, Kaufmann i. S. des HGB als auch eine juristische Person, ohne Rücksicht auf den von ihr verfolgten Zweck. Die Rechtsform der AG dient als Kapitalsammelbecken; die AG kann sich - wie die Kommanditgesellschaft auf Aktien - durch Ausgabe von Aktien über die Börse finanzieren.
2. Gründung
Die Gründung einer AG erfolgt in mehreren Stufen:
  • Feststellung der Satzung (Abschluss des Gesellschaftsvertrages),
  • Übernahme aller Aktien durch die Gründer
  • Bestellung der Organe (Aufsichtsrat, Vorstand; Abschlussprüfer)
  • Erstellung des Gründungsberichts und Prüfung der Gründung
  • Erbringung des Kapitals bzw. der Einlagen
  • Anmeldung zur Eintragung ins Handelsregister
Hinsichtlich der Firmierung sind alle Namensgebungen denkbar. Zwingend vorgeschrieben ist die Angabe der Rechtsform "Aktiengesellschaft" bzw. "AG".
3. Kapital
Wesentlich für die AG ist ein bestimmtes Grundkapital , dessen Aufbringung und Erhaltung im Vordergrund stehen, während die Persönlichkeit der Aktionäre ganz zurücktritt. Jede AG muss ein ziffernmäßig in der Satzung festgelegtes Grundkapital haben, das in einzelne Anteile (Aktien) zerlegt ist. Es muss mindestens 50.000 Euro betragen und stellt eine feste Größe dar. Diese Kapitalgrundlage ist für die AG von entscheidender Bedeutung. Das Gesetz sucht deshalb die Aufbringung des Grundkapitals bei Gründung und die Erhaltung eines dem Grundkapital entsprechenden Gesellschaftsvermögens mit allen Mitteln zu sichern (Verbot der Unterpariemission, Übernahme sämtlicher Aktien durch die Gründer vor der Eintragung der AG in das Handelsregister, kein Erlass der Pflicht zur Einzahlung der Einlagen, keine Gewinnverteilung, solange das Gesellschaftsvermögen den Betrag des Grundkapitals nicht übersteigt).
4. Haftung
Für Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet das Gesellschaftsvermögen . Ein Teil des Vermögens ist das Grundkapital von mindestens 50.000 Euro. Als feste Rechnungsgröße stellt es die gesetzliche Garantie für die Gläubiger dar. Eine Haftung der Aktionäre und der Gesellschaftsorgane mit dem Privatvermögen ist bis auf wenige Ausnahmen ausgeschlossen.
5. Organe
Die AG hat drei zwingend vorgeschriebene Organe:
  • Vorstand - leitet die Unternehmung,
  • Aufsichtsrat - überwacht die Geschäftsführung des Vorstandes,
  • Hauptversammlung - hier vertreten die Aktionäre ihre Interessen.
6. Anforderungen
Formvorschriften: Schriftform, notarielle Beurkundung
Handelsregister: ja
Mindestkapital: 50.000 Euro
Vertretung: Vorstand
Haftung: beschränkt mit der Einlage
Aufsichtsorgan: ja, Aufsichtsrat
Jahresabschluss: Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, evtl. Lagebericht
Steuern vom Ertrag: Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer
7. Vorteile
  • hohes Ansehen in der Wirtschaftswelt (Banken, Geschäftspartner, Öffentlichkeit),
  • erleichterte Kapitalbeschaffung,
  • keine Haftung der Aktionäre und Gesellschaftsorgane.
8. Nachteile
  • erschwerte Gründungsformalitäten,
  • hohes Gründungskapital erforderlich.
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