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Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Existensgründer-Handbuch

10.05 Jahresabschluss


Der Jahresabschluss ist eine Zusammenfassung der Rechnungslegung eines Unternehmens über sein Betriebsvermögen, seine Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge im abgelaufenen Geschäftsjahr .
Der Jahresabschluss ist nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Bilanzierung (Ordnungsmäßigkeit der Bilanzierung) aufzustellen (§ 243 Abs. 1 HGB). Darüber hinaus sind auch Handelsbräuche, Handelsrechtsprechung, Steuerrechtsprechung und Erkenntnisse der Betriebswirtschaftslehre zu berücksichtigen.
Das Handelsrecht stellt unterschiedliche Anforderungen an den Jahresabschluss von Kapital- und Nichtkapitalgesellschaften.
1. Einzelunternehmen und Personengesellschaften
Bei Einzelunternehmen ( 08.01 Einzelunternehmen ) und Personengesellschaften (OHG, KG, BGB-Gesellschaften, Stille Gesellschaften) besteht der Jahresabschluss nach § 242 Abs. 3 HGB nur aus
1.1 Aufstellungspflichten und -fristen
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind die Einzelunternehmer bzw. bei Personengesellschaften die persönlich haftenden Gesellschafter verantwortlich. Er sollte innerhalb der einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufgestellt werden (§ 243 Abs. 3 HGB), in der Praxis ist eine Frist von maximal sechs Monaten üblich.
Für den Jahresabschluss von Einzelunternehmen ( 08.01 Einzelunternehmen ) und Personengesellschaften besteht grundsätzlich keine Offenlegungspflicht .
2. Kapitalgesellschaften
Der Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften ( 08.08 Aktiengesellschaft , KG auf Aktien, 08.06 GmbH , Genossenschaften und - seit 1997 - 08.07 GmbH & Co. KG) hat drei Bestandteile, die eine Einheit bilden (§ 242 Abs. 3 HGB i. V. m. § 264 Abs. 1 HGB) und nach den Vorschriften der §§ 264ff. HGB aufgestellt werden müssen:
Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften (gemäß § 267 Abs.2 und Abs. 3 HGB) ergänzen diesen Jahresabschluss durch einen Lagebericht.
Konzerne haben darüber hinaus einen Konzernabschluss zu erstellen, bestehend aus Konzernbilanz, Konzernerfolgsrechnung und dem Konzernanhang (§ 297 Abs. 1 HGB).
2.1 Aufstellungspflichten und -fristen (§ 264 HGB)
Der Jahresabschluss ist von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft aufzustellen. Das sind bei einer Aktiengesellschaft ( 08.08 Aktiengesellschaft ) die Vorstandsmitglieder, bei einer Kommanditgesellschaft auf Aktien die persönlich haftenden Gesellschafter und bei einer GmbH die Geschäftsführer ( 08.06 GmbH ).
Die Frist für die Aufstellung des Jahresabschlusses beträgt bei großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften drei Monate nach dem Bilanzstichtag, bei kleinen Kapitalgesellschaften maximal sechs Monate nach dem Bilanzstichtag.
2.2 Prüfung und Veröffentlichung
Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften (auch Genossenschaften und Konzerne) müssen ihren Jahresabschluss und ihren Lagebericht durch einen Abschlussprüfer prüfen lassen. Zur Prüfung berechtigt sind grundsätzlich nur Wirtschaftsprüfer, bei mittelgroßen GmbH auch vereidigte Buchprüfer.
Nach der Bestätigung des Jahresabschlusses durch den Abschlussprüfer erfolgt die Feststellung durch die Gesellschafter ( 08.06 GmbH ) bzw. durch den Aufsichtsrat ( 08.08 Aktiengesellschaft ).
Kapitalgesellschaften, Konzerne, Genossenschaften und GmbH & Co. KG müssen ihren Jahresabschluss offen legen (§§ 325-327 HGB):
  • Kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften hinterlegen ihn bei einem Registergericht und geben im Bundesanzeiger lediglich die Tatsache der Hinterlegung bekannt.
  • Große Kapitalgesellschaften veröffentlichen den gesamten Jahresabschluss im Bundesanzeiger.
Die Frist für die Offenlegung beträgt bei kleinen Kapitalgesellschaften maximal zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag (Einreichung beim Handelsregister); bei mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften maximal neun Monate nach dem Bilanzstichtag. Der Umfang der Offenlegungspflicht richtet sich ebenfalls nach der Größe der Kapitalgesellschaft.
Kommen die gesetzlichen Vertreter der Kapitalgesellschaften ihrer Pflicht zur Aufstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes nicht nach, können sie von einem Registergericht durch Festsetzung eines Zwangsgeldes bis zu 5.000 EUR angehalten werden, ihrer Pflicht nachzukommen (§ 335 HGB). Allerdings erhebt das Registergericht nur dann das Zwangsgeld, wenn dies von einem Gesellschafter, Gläubiger oder dem (Gesamt-)Betriebsrat beantragt wird (§ 335 Satz 2 HGB).
3. Bedeutung im betrieblichen Rechnungswesen
Dem Jahresabschluss kommt innerhalb des Rechnungswesens ( 10.00 Rechnungswesen ) im Unternehmen eine gewisse Schlüsselfunktion zu, da er zu einem bestimmten Zeitpunkt (Ende des Geschäftsjahres) eine Gesamtschau über alle Unternehmensbereiche (Beschaffung, Lagerung, Fertigung, Absatz, Verwaltung) zu liefern vermag. Er bildet daher den Gegenstand für die Bilanzanalyse (strategische Bilanz), die die Grundlage für die Absicherung bzw. Fundierung von unternehmerischen Entscheidungen schafft.
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