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Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Existensgründer-Handbuch

10.06 Bilanz


Die Bilanz bildet den Schlusspunkt der Buchhaltung ( 10.01 Buchführung ) und ist ein wesentlicher Bestandteil des Jahresabschlusses (§ 242 Abs. 3 und § 264 Abs. 1 HGB).
Bei der Bilanz handelt es sich um einen gedrängten Vergleich von Vermögenswerten einerseits und Schulden (Verbindlichkeiten) und Eigenkapital (Betriebsreinvermögen) andererseits zu einem bestimmten Bilanzstichtag ( 09.03 Eigenkapital ). Sie stehen sich in der Bilanz als Aktiva (positive Vermögenswerte) und Passiva (Schulden und Eigenkapital) gegenüber.
  • zum Beginn der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens ( Eröffnungsbilanz ),
  • danach zum Ende jeden Geschäftsjahres als Bestandteil des Jahresabschlusses und
  • bei Geschäftsaufgabe ( Schlussbilanz ).
Die Schlussbilanz eines Geschäftsjahres gilt gleichzeitig als Eröffnungsbilanz des Folgejahres. Es wird in diesem Kontext von einem Bilanzzusammenhang oder einer Bilanzidentität (§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB) gesprochen.
1. Eröffnungsbilanz
Grundlage für die Aufstellung einer Eröffnungsbilanz ist das Inventar :
  • Einzelposten des Inventars werden zu Gruppenposten zusammengefasst;
  • die zusammengefassten Vermögensposten ( Aktiva ) werden den zusammengefassten Schuldposten ( Passiva ) gegenübergestellt ;
  • der Unterschiedsbetrag wird als Eigenkapital ausgewiesen ( 09.03 Eigenkapital ) und erscheint auf Seiten der Passiva .
Schema der Eröffnungsbilanz eines Einzelunternehmens
(aufgestellt nach dem unter Inventar aufgeführten Schema eines Inventars)
Musterfirma, Metallbau, Musterstadt Bilanz zum 31.12.01
Aktiva Passiva
EUR EUR
A. Anlagevermögen A.Eigenkapital 874.000
1. Grundstücke und Bauten 430.000 B.Verbindlichkeiten
2. Maschinen 500.000 1.gegenüber Kreditinstituten 520.000
3.Betriebs- und Geschäftsausstattungen 220.000 2.aus Lieferungen und Leistungen 43.000
3.sonstige 17.000
B. Umlaufvermögen
1.Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 115.000
2.Unfertige Erzeugnisse 30.000
3.Fertige Erzeugnisse 40.000
4.Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 40.000
5.Sonstige Vermögensgegenstände 3.000
6.Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 76.000
1.454.000 1.454.000
Musterstadt, den 20. März 02 gez. Max Müller
Die Eröffnungsbilanz wird im Eröffnungsbilanzkonto aufgelöst, dessen Posten als Anfangsbestände des Folgejahres auf den Bestandskonten gegengebucht werden.
2. Schlussbilanz
Für die Bilanz zum Jahresabschluss (Schlussbilanz) werden zunächst die laufende Buchführung und die Ergebnisse der Inventur zur Betriebsübersicht zusammengefasst. Auf dieser Basis werden das Schlussbilanzkonto und schließlich die Bilanz erstellt.
Dabei ist Folgendes zu beachten :
  • Zu jeder Bilanzposition einer Kapitalgesellschaft muss der entsprechende Betrag des Vorjahres (Schlussbilanz des Vorjahres, Eröffnungsbilanz des laufenden Jahres) angegeben werden. Daher werden in der Regel zwei Zahlenspalten angelegt.
  • Leerposten , d. h. solche Bilanzpositionen des Gliederungsschemas für Kapitalgesellschaften, die weder im laufenden noch im vorhergehenden Geschäftsjahr belegt sind, können weggelassen werden. Wurde jedoch im Vorjahr ein Betrag ausgewiesen, muss unter der entsprechenden Position des laufenden Jahres ein Nullbetrag (z. B. 0 EUR) aufgeführt werden.
  • Die Bilanzsumme auf der Aktivseite der Bilanz muss der Bilanzsumme auf der Passivseite entsprechen; es wird daher auch von einer Bilanzgleichung oder Bilanzwaage gesprochen. Die Bilanz muss vollständig sein (§ 246 Abs. 1 HGB), die Posten der Aktivseite dürfen nicht mit Posten der Passivseite verrechnet werden (§ 246 Abs. 2 HGB). Jeder Geschäftsvorfall löst eine Veränderung der Bilanz aus: Da die Bilanzgleichung erhalten bleiben muss, verändert sich bei Änderung eines Bilanzpostens gleichzeitig entweder ein anderer Bilanzposten ( Betriebsvermögensumschichtung ) oder das Eigenkapital ( Betriebsvermögensänderung ).
Aus Gründen der Aussagefähigkeit und Vergleichbarkeit sind Bilanzen nach allgemeinen Grundsätzen einheitlich zu gliedern (Bilanzgliederung):
  • Für Kapitalgesellschaften ist die Bilanzgliederung nach § 266 HGB verbindlich.
  • Für alle anderen Unternehmensformen ist eine Mindestgliederung (§ 247 HGB) vorgeschrieben. In der Praxis erfolgt häufig eine weit gehende Orientierung an dem Gliederungsschema der Kapitalgesellschaften.
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