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Hinweis 117 ErbStH 2003

Abgrenzung Betriebsgrundstück bei Miteigentum
Beispiel 1:
A, B und C sind zu je 1/3 Miteigentümer eines Grundstücks. B betreibt als Einzelunternehmer auf diesem Grundstück einen Gewerbebetrieb. A und C sind nicht an dem Gewerbebetrieb beteiligt; sie haben ihren Grundstücksanteil an B verpachtet. Das Grundstück gehört zum Grundvermögen, und zwar zu je 1/3-Anteil des Grundbesitzwerts dem A, B und C.
Beispiel 2:
A, B und C betreiben eine offene Handelsgesellschaft auf einem Grundstück, das A und B zu je 1/2 gehört. Das Grundstück ist bewertungsrechtlich Betriebsvermögen der offenen Handelsgesellschaft, weil es der Gesellschaft dient und im ausschließlichen Eigentum von Gesellschaftern steht.
Beispiel 3:
A, B und C sind zu je 1/3 Miteigentümer eines Grundstücks. A und B betreiben auf diesem Grundstück eine offene Handelsgesellschaft. Das Grundstück gehört nicht zum Betriebsvermögen der offenen Handelsgesellschaft, sondern zum Grundvermögen des A, B und C zu je 1/3 des Grundbesitzwerts; denn das Grundstück steht, obwohl es dem Betrieb der Gesellschaft dient, nicht im alleinigen Eigentum eines Gesellschafters bzw. mehrerer oder aller Gesellschafter.
Abgrenzung Betriebsgrundstück bei gemischter Nutzung
Beispiel 1:
Auf einem Grundstück befinden sich ein eigenbetrieblich genutztes Gebäude und das Wohnhaus des Betriebsinhabers. Das Grundstück wird im Ertragswertverfahren nach § 146 BewG bewertet. Es ist Betriebsgrundstück, wenn der nach § 146 Abs. 2 bis 5 BewG ermittelte Ertragswert des betrieblich genutzten Gebäudes mehr als die Hälfte des Ertragswerts des gesamten Grundstücks beträgt. Das Verhältnis der Ertragswerte ist auch maßgebend, wenn für das Grundstück der Mindestwert ( § 146 Abs. 6 BewG ) anzusetzen ist.
Beispiel 2:
Auf einem Grundstück befinden sich ein eigenbetrieblich genutztes Gebäude und das Wohnhaus des Betriebsinhabers. Das Grundstück wird nach § 147 BewG bewertet. Es ist Betriebsgrundstück, wenn der nach ertragsteuerlichen Grundsätzen ermittelte Wert des betrieblich genutzten Gebäudes und der dazu gehörende Bodenwert mehr als die Hälfte des Grundstückswerts betragen. Für die Ermittlung des anteiligen Bodenwerts erfolgt eine Zuordnung der Flächen nach der tatsächlichen Nutzung im Besteuerungszeitpunkt.
Beispiel 3:
Auf einem Grundstück befindet sich ein Gebäude, das sowohl eigenbetrieblichen als auch anderen Zwecken dient (z.B. Wohnung des Betriebsinhabers oder fremdgewerbliche Zwecke). Das Grundstück wird nach § 147 BewG bewertet. Es ist Betriebsgrundstück, wenn der nach ertragsteuerlichen Grundsätzen ermittelte Wert des eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteils und der dazu gehörende Bodenwert mehr als die Hälfte des Grundstückswerts betragen. Für die Ermittlung des anteiligen Bodenwerts erfolgt eine Zuordnung der Flächen nach der tatsächlichen Nutzung im Besteuerungszeitpunkt. Der Bodenwert von gemischt genutzten Flächen ist nach dem Nutzflächenverhältnis des Gebäudes aufzuteilen (Anteil der eigenbetrieblichen Nutzflächen zur gesamten Nutzfläche des Gebäudes).
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