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Hinweis 67 ErbStH 2003

Hinweis 67 (1)
Nachversteuerung
Beispiel 1:
Auf A als Alleinerbin ist ein Gewerbebetrieb (Steuerwert 800.000 EUR) und ein KG-Anteil (Steuerwert 400.000 EUR) übergegangen. Nach drei Jahren veräußert sie den KG-Anteil für 450.000 EUR. Für die Nachversteuerung ergibt sich der Wert des steuerpflichtigen Betriebsvermögens wie folgt:
Betriebsvermögen (begünstigt) 800.000 EUR
Freibetrag ./. 256.000 EUR
---------------
Verbleiben 544.000 EUR
Bewertungsabschlag 217.600 EUR 326.400 EUR
---------------
Betriebsvermögen (nicht begünstigt) + 400.000 EUR
---------------
Steuerpflichtiges Betriebsvermögen 726.400 EUR
Die Bemessungsgrundlage hat sich dadurch um 160.000 EUR (von ursprünglich 566.400 EUR) erhöht.
Beispiel 2:
Auf B als Alleinerben ist ein Gewerbebetrieb (Steuerwert 700.000 EUR) übergegangen. Zum Betrieb gehört als wesentliche Betriebsgrundlage ein Betriebsgrundstück (Grundstückswert 480.000 EUR) und weiteres Vermögen mit einem saldierten Wert von 220.000 EUR. B veräußert ein Jahr nach dem Erwerb das Betriebsgrundstück und entnimmt den Veräußerungserlös von 900.000 EUR. Für die Nachversteuerung ergibt sich der Wert des steuerpflichtigen Betriebsvermögens wie folgt:
Betriebsvermögen (begünstigt) 220.000 EUR
Freibetrag ./. 256.000 EUR
--------------- 0 EUR
Betriebsvermögen (nicht begünstigt) + 480.000 EUR
---------------
Steuerpflichtiges Betriebsvermögen 480.000 EUR
Die Bemessungsgrundlage hat sich dadurch um 213.600 EUR (von ursprünglich 266.400 EUR) erhöht.
Hinweis 67 (2)
Verstoß gegen die Behaltensregelungen durch einen Miterwerber
Beispiel 1:
E und F haben einen Gewerbebetrieb zu gleichen Teilen geerbt und fortgeführt. Jeder von ihnen hat den Freibetrag zur Hälfte in Anspruch genommen, der darüber hinausgehende Wert wurde mit 60 v.H. angesetzt. Nach drei Jahren veräußert einer der Erben seinen Anteil an dem Gewerbebetrieb.
Die Steuerfestsetzung ist in diesem Fall nur bei dem Erben zu ändern, der gegen die Behaltensregelung verstoßen hat. Die Entlastung des anderen Erben durch Freibetragsanteil und verminderten Wertansatz bleibt unberührt.
Beispiel 2:
M und O haben einen Gewerbebetrieb (Steuerwert 800.000 EUR) zu gleichen Teilen geerbt. Jede von ihnen hat den Freibetrag zur Hälfte beansprucht. Bei der Erbauseinandersetzung hat M den Betrieb allein erhalten. Nach zwei Jahren veräußert sie ein Viertel des Betriebs (Steuerwert = 200.000 EUR). Für die Nachversteuerung bei M und O ergibt sich der jeweilige Wert des steuerpflichtigen Betriebsvermögens wie folgt:
Erbin M und O jeweils
Betriebsvermögen (nicht begünstigt) 100.000 EUR
Betriebsvermögen (begünstigt) 300.000 EUR
Freibetrag ./. 128.000 EUR
---------------
Verbleiben 172.000 EUR
Bewertungsabschlag ./. 68.800 EUR + 103.200 EUR
---------------
Steuerpflichtiges Betriebsvermögen 203.200 EUR
Die Bemessungsgrundlage hat sich dadurch um je 40.000 EUR (von ursprünglich je 163.200 EUR) erhöht.
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