Wichtiger Hinweis

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Hinweis 68 ErbStH 2003

Hinweis 68 (2)
Folgen des Verzichts auf die Steuerbefreiungen
Beispiel:
Erblasserin M hatte sämtliche Anteile an einer GmbH für 5.000.000 EUR erworben, finanziert durch ein Darlehen, das am Todestag mit 4.000.000 EUR valutiert. Der gemeine Wert der Anteile am Todestag beträgt 3.000.000 EUR. Alleinerbin ist Tochter T. Zum Nachlass gehört außerdem ein Bankguthaben mit einem Steuerwert von 1.000.000 EUR.
a) Bereicherung ohne Verzicht auf die Steuerbefreiung
Bankguthaben 1.000.000 EUR
GmbH-Anteile (begünstigt) 3.000.000 EUR
Freibetrag ./. 256.000 EUR
---------------
Verbleiben 2.744.000 EUR
Bewertungsabschlag ./. 1.097.600 EUR + 1.646.400 EUR
--------------- ---------------
Wert des Erwerbs 2.646.400 EUR
Schulden (Kürzung § 10 Abs. 6 Satz 5 ErbStG)
4.000.000 EUR (1.646.400 EUR: 3.000.000 EUR) ./. 2.195.200 EUR
---------------
Bereicherung 451.200 EUR
b) Bereicherung bei Verzicht auf die Steuerbefreiung
Bankguthaben 1.000.000 EUR
GmbH-Anteile (nicht begünstigt) 3.000.000 EUR
---------------
Wert des Erwerbs 4.000.000 EUR
Schulden (ohne Kürzung § 10 Abs. 6 Satz 5 ErbStG) ./. 4.000.000 EUR
---------------
0 EUR
Hinweis 68 (3)
Verzicht bei mehreren Arten begünstigten Vermögens
Beispiel:
Erblasserin M hatte sämtliche Anteile an einer GmbH für 5.000.000 EUR erworben, finanziert durch ein Darlehen, das am Todestag mit 4.000.000 EUR valutiert. Der gemeine Wert der Anteile am Todestag beträgt 3.000.000 EUR. Zum Nachlass gehört außerdem ein Gewerbebetrieb mit einem Steuerwert von 200.000 EUR und ein Bankguthaben mit einem Steuerwert von 1.000.000 EUR. Alleinerbin ist Tochter T. T verzichtet auf die Steuerbefreiung für die GmbH-Anteile.
Bankguthaben 1.000.000 EUR
Betriebsvermögen (begünstigt) 200.000 EUR
Freibetrag ./. 200.000 EUR + 0 EUR
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GmbH-Anteile (nicht begünstigt) + 3.000.000 EUR
---------------
Wert des Erwerbs 4.000.000 EUR
Schulden (ohne Kürzung § 10 Abs. 6 Satz 5 ErbStG) ./. 4.000.000 EUR
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Bereicherung 0 EUR
Wirkung der Verzichtserklärung bei Schenkungen unter Lebenden
Werden bei einer Übertragung begünstigten land- und forstwirtschaftlichen Vermögens oder begünstigter Anteile an Kapitalgesellschaften durch Schenkung unter Lebenden von dem Erwerber Schulden übernommen oder andere Gegenleistungen erbracht, die in wirtschaftlichem Zusammenhang mit diesem übertragenen Vermögen stehen, sind die Schulden und Lasten nach den Grundsätzen der Bereicherungsermittlung bei gemischten Schenkungen/Schenkungen unter Leistungsauflagen keine Abzugsposten. Sie bestimmen lediglich den entgeltlichen Teil des Übertragungsvorgangs. Der begrenzte Schuldenabzug ( § 10 Abs. 6 Satz 5 ErbStG , R 31 Abs. 1 ) und eine etwaige Erklärung nach § 13a Abs. 6 ErbStG sind insoweit gegenstandslos.
Beispiel:
Vater V überträgt einen GmbH-Anteil von 30 v.H. durch Schenkung unter Lebenden auf seine Tochter T. V hat den Anteil drei Monate zuvor im gewöhnlichen Geschäftsverkehr für 3.000.000 EUR erworben und mit einem Darlehen von 1.000.000 EUR teilfinanziert. Der gemeine Wert des Anteils beträgt zur Zeit der Ausführung der Schenkung unverändert 3.000.000 EUR. T übernimmt das voll valutierende Darlehen als persönliche Schuld. Sie trägt außerdem die Nebenkosten der Schenkung (Notargebühren, Kosten der Rechtsänderung) von zusammen 20.000 EUR. V erklärt, dass der Freibetrag nach § 13a ErbStG in Anspruch genommen werden soll (Freibetrag bisher nicht verbraucht).
Unentgeltlicher Teil der Zuwendung
3.000.000 EUR x 2.000.000 EUR---------------3.000.000 EUR = 3.000.000 EUR x 0,6666 = 1.999.800 EUR
Freibetrag ./. 256.000 EUR
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Verbleiben 1.743.800 EUR
Bewertungsabschlag ./. 697.520 EUR
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Wert des Erwerbs 1.046.280 EUR
Auf unentgeltlichen Teil der
Zuwendungen entfallende Nebenkosten
= 20.000 EUR x 0,6666 = 13.332 EUR
Abzugspflichtig nach § 10 Abs. 6 Satz 5 ErbStG
(1.046.280 EUR : 1.999.800) x 13.332 EUR = 0,5232 x 13.332 EUR = ./. 6.976 EUR
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Bereicherung 1.039.304 EUR
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