Wichtiger Hinweis

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Hinweis 96 ErbStH 2003

Verfahrensweise bei der Wertermittlung
Die ErbSt-/SchenkSt-Erklärung soll nach § 31 Abs. 1 und 2 ErbStG ein Verzeichnis der zum Nachlass gehörenden Gegenstände und die sonstigen für die Feststellung des Gegenstandes und des Wertes des Erwerbes erforderlichen Angaben enthalten.
Die eingehende Anlage zur Ermittlung des gemeinen Werts von nichtnotierten Anteilen an Kapitalgesellschaften ist, soweit nach den Umständen des Einzelfalles erforderlich und zweckmäßig, von dem für die Festsetzung der Erbschaft-/Schenkungsteuer zuständigen Finanzamt (ErbSt-FA) dem zuständigen Betriebsfinanzamt der Kapitalgesellschaft zuzuleiten.
Dort ist im Wege der Amtshilfe zu prüfen, ob und inwieweit die Angaben in der Erklärung zutreffend sind. Das Amtshilfe-Finanzamt teilt dem ErbSt-FA anschließend den überprüften Anteilswert mit. Dabei sind in jedem Fall auch ergänzend Angaben zu einer evtl. geplanten oder laufenden Betriebsprüfung bei der Kapitalgesellschaft zu machen. Bei der Bearbeitung bedeutender Steuerfälle sind vom ErbSt-FA stets auch selbst die Akten zur Körperschaftsteuer heranzuziehen. Ggf. sind die Prüfungsdienste mit der Wertermittlung zum Stichtag zu beauftragen.
Werden in der ErbSt-/SchenkSt-Erklärung trotz Aufforderung keine oder unzureichende Angaben zum Anteilswert gemacht, ist das ErbSt-FA nicht verpflichtet, den Wert im Besteuerungszeitpunkt von Amts wegen aufwändig zu ermitteln. Die Besteuerungsgrundlagen sind in diesem Fall insoweit zu schätzen.
Der Steuerpflichtige wird in der Regel über die Informationen über die in der Erklärung abgefragten Werte erst mit erheblichem zeitlichen Abstand zum Besteuerungszeitpunkt verfügen. Im Interesse einer zeitnahen Festsetzung der Erbschaft-/Schenkungsteuer ist der Anteilswert zunächst überschlägig nach den vorliegenden Erkenntnissen zu schätzen ( § 162 AO ) und die Festsetzung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ( § 164 AO ) oder hinsichtlich dieses Steuerwerts teilweise vorläufig ( § 165 AO ) durchzuführen.
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