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R 56 ErbStR 2003
Begünstigter Erwerb durch Schenkung unter Lebenden Zu § 13a ErbStG

(1)

Begünstigter Erwerb durch Schenkung unter Lebenden ist insbesondere die freigebige Zuwendung ( § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG ). Als weitere begünstigte Erwerbe kommen in Betracht
  • 1.
    der Erwerb infolge Vollziehung einer vom Schenker angeordneten Auflage oder infolge Erfüllung einer vom Schenker gesetzten Bedingung ( § 7 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG ). Der Auflagenbegünstigte erwirbt insoweit das begünstigte Vermögen vom Schenker. Die Weitergabeverpflichtung führt beim Auflagenbeschwerten dazu, dass er insoweit die Begünstigungen nicht in Anspruch nehmen kann (>  R 61 ),
  • 2.
    die Bereicherung des Ehegatten bei Vereinbarung der Gütergemeinschaft ( § 7 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG ),
  • 3.
    die Abfindung für einen Erbverzicht ( § 7  Abs. 1 Nr. 5 ErbStG ), wenn der künftige Erblasser selbst die Abfindung in Form begünstigten Vermögens leistet,
  • 4.
    der Erwerb des Nacherben vom Vorerben mit Rücksicht auf die angeordnete Nacherbschaft vor deren Eintritt ( § 7 Abs. 1 Nr. 7 ErbStG ). Auch bei Ausüben des Wahlrechts nach § 7 Abs. 2 Satz 1 ErbStG erwirbt der Nacherbe begünstigtes Vermögen unmittelbar vom Vorerben,
  • 5.
    der Übergang von Vermögen aufgrund eines Stiftungsgeschäfts unter Lebenden ( § 7 Abs. 1 Nr. 8 ErbStG ) und der Erwerb bei Aufhebung einer Stiftung oder bei Auflösung eines Vereins ( § 7  Abs. 1 Nr. 9 ErbStG ),
  • 6.
    die vorzeitige Abfindung für aufschiebend bedingt, betagt oder befristet erworbene Ansprüche ( § 7 Abs. 1 Nr. 10 ErbStG ), wenn der Schenker selbst die Abfindung in Form begünstigten Vermögens leistet,
  • 7.
    der Erwerb durch Übergang des Anteils an einer Personengesellschaft auf die verbleibenden Mitgesellschafter (Anwachsungserwerb) oder der Erwerb begünstigter Anteile an einer Kapitalgesellschaft aufgrund gesellschaftsvertraglicher Übertragungsverpflichtung ( § 7  Abs. 7 ErbStG ).

(2)

Eine begünstigte Übertragung von Vermögen liegt auch vor, wenn der Schenker dem Beschenkten einen Geldbetrag mit der Auflage zuwendet, dass der Erwerber sich damit am Betriebsvermögen oder land- und forstwirtschaftlichen Vermögen des Schenkers beteiligt oder vom Schenker unmittelbar gehaltene Anteile an einer Personengesellschaft oder einer Kapitalgesellschaft erwirbt (mittelbare Schenkung). Die mittelbare Schenkung ist nicht begünstigt, wenn die Beteiligung am Vermögen eines Dritten erfolgen soll, weil insoweit kein begünstigtes Vermögen vom Schenker auf den Erwerber übergeht.
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