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R E 13b.1 ErbStR 2011
Begünstigte Erwerbe von Todes wegen

(1)

Begünstigter Erwerb von Todes wegen ist insbesondere der Erwerb durch Erbanfall ( § 3 Absatz 1 Nummer 1 ErbStG , § 1922 BGB ) nach gesetzlicher oder gewillkürter Erbfolge. Ist begünstigtes Vermögen Gegenstand einer Vorerbschaft ( § 6 ErbStG ), führen der Vor- und der Nacherbfall zu zwei getrennten Erwerbsfällen, für die beide die Vergünstigungen nach § 13a ErbStG in Betracht kommen. Die vorzeitige Übertragung des Nacherbschaftsvermögens an den Nacherben stellt keinen Erwerb durch Erbanfall, sondern eine Schenkung unter Lebenden dar ( § 7 Absatz 1 Nummer 7 ErbStG ). Als weitere begünstigte Erwerbe kommen in Betracht
  1. 1.
    der Erwerb durch Vermächtnis (Vorausvermächtnis), wenn der Vermächtnisnehmer begünstigtes Vermögen erhält ( § 3 Absatz 1 Nummer 1 ErbStG ),
  2. 2.
    der Erwerb durch Schenkung auf den Todesfall ( § 3 Absatz 1 Nummer 2 Satz 1 ErbStG ),
  3. 3.
    der Erwerb durch Übergang des Anteils an einer Personengesellschaft auf die überlebenden Mitgesellschafter (Anwachsungserwerb) oder der Erwerb begünstigter Anteile an einer Kapitalgesellschaft auf Grund gesellschaftsvertraglicher Übertragungsverpflichtung ( § 3 Absatz 1 Nummer 2 Satz 2 ErbStG ),
  4. 4.
    der Erwerb durch Vertrag zugunsten Dritter ( § 3 Absatz 1 Nummer 4 ErbStG ),
  5. 5.
    der Übergang von Vermögen auf eine vom Erblasser angeordnete Stiftung ( § 3 Absatz 2 Nummer 1 ErbStG ),
  6. 6.
    der Erwerb infolge Vollziehung einer vom Erblasser angeordneten Auflage oder infolge Erfüllung einer vom Erblasser gesetzten Bedingung ( § 3 Absatz 2 Nummer 2 ErbStG ) oder
  7. 7.
    der Erwerb infolge Abfindung für einen Verzicht auf den entstandenen Pflichtteilsanspruch oder für die Ausschlagung einer Erbschaft, eines Erbersatzanspruchs oder eines Vermächtnisses oder für die Zurückweisung eines Rechts aus einem Vertrag zugunsten Dritter auf den Todesfall oder anstelle eines anderen in § 3 Absatz 1 ErbStG genannten Erwerbs ( § 3 Absatz 2 Nummer 4 ErbStG ).

(2)

Der Übergang eines Anteils an einer Personengesellschaft auf Grund einer qualifizierten Nachfolgeklausel wird erbschaftsteuerrechtlich wie ein Erwerb durch Erbanfall behandelt (zu Folgen einer vom Erblasser angeordneten Weitergabeverpflichtung in Form einer Teilungsanordnung >  R E 13a.3 ). Geht ein Anteil an einer Personengesellschaft auf einen Erben über, der von einer Eintrittsklausel Gebrauch macht, liegt ein begünstigter Erwerb von Todes wegen vor. Bestimmt eine Eintrittsklausel, dass ein Nichterbe gegen eine Einlage in Höhe des Abfindungsanspruchs des verstorbenen Gesellschafters rückbezüglich auf dessen Tod eintrittsberechtigt ist, und ist ihm dieser Abfindungsanspruch vom Erblasser vermächtnisweise zugewendet worden, führt die Ausübung des Eintrittsrechts beim Nichterben zu einem begünstigten Erwerb von Todes wegen nach § 3 Absatz 1 Nummer 4 ErbStG . Setzen die überlebenden Gesellschafter die Gesellschaft allein fort ( § 3 Absatz 1 Nummer 2 Satz 2 ErbStG ), ist deren Anwachsungserwerb begünstigt, nicht dagegen der Erwerb der Abfindung, die die Erben von den überlebenden Mitgesellschaftern des Erblassers erhalten. Letzteres gilt auch, wenn der Erbe eines Anteils an einer Kapitalgesellschaft auf Grund des Gesellschaftsvertrags verpflichtet ist, den geerbten Anteil auf die Gesellschaft oder die Gesellschafter zu übertragen.

(3)

Die Sondernachfolge nach der Höfeordnung ist bei einer Mehrzahl von Erben entsprechend Absatz 2 Satz 1 zu behandeln, wenn der Erblasser den Hoferben bestimmt hat. Wenn der Erblasser keine Bestimmung getroffen hat, ist der Anfall des Hofes wie ein gesetzliches Vorausvermächtnis zu behandeln.

(4)

Der Erblasser selbst muss von ihm stammendes begünstigtes Vermögen dem Erwerber zugewiesen haben. Deshalb sind die Erwerbe nicht begünstigt, die ursprünglich - wie z. B. im Fall des geltend gemachten Pflichtteilsanspruchs oder eines Geldvermächtnisses - auf eine Geldleistung gerichtet sind, auch wenn an Erfüllungs statt begünstigtes Vermögen übertragen wird. Ein Verschaffungsvermächtnis ( § 2170 BGB ) ist nicht begünstigt, weil das erworbene Vermögen nicht vom Erblasser stammt.
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