Wichtiger Hinweis

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Hinweis 34b.1 EStH 2006

Außerordentliche Holznutzungen
Es ist unerheblich, ob sie in Nachhaltsbetrieben oder in aussetzenden Betrieben anfallen.
Sie können auch bei der Veräußerung von forstwirtschaftlichen Betrieben, Teilbetrieben oder einzelner forstwirtschaftlicher Grundstücksflächen vorliegen (>R 14 Abs. 4).
Forstschäden-Ausgleichsgesetz
> Anhang 20
Höhere Gewalt
Außerordentliche Holznutzungen infolge gesetzlicher oder behördlicher Anordnungen gehören nicht zu den Holznutzungen infolge höherer Gewalt (>RFH vom 23.8.1939 - RStBl S. 1056).
Kalamitätsfolgehiebe
Muss ein nach einem Naturereignis stehengebliebener Bestand nach forstwirtschaftlichen Grundsätzen eingeschlagen werden (sog. Kalamitätsfolgehiebe), werden die daraus anfallenden Nutzungen steuerlich nur als Kalamitätsnutzungen begünstigt, wenn sie nicht in die planmäßige Holznutzung der nächsten Jahre einbezogen werden können, insbesondere aber, wenn nicht hiebreife Bestände eingeschlagen werden müssen (>BFH vom 11.4.1961 - BStBl III  S. 276).
Nachgeholte Nutzungen
Beispiele zu R 34b.1 Abs. 3 und 4:
  1. A.
    Nutzungssatz 10.000 fm
    Gesamtnutzung des laufenden Wirtschaftsjahrs 14.000 fm
    Gesamtnutzung in den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren:
    1. Wirtschaftsjahr 8.000 fm
    2. Wirtschaftsjahr 15.000 fm
    (die Übernutzung ist aus wirtschaftlichenGründen erfolgt)
    3. Wirtschaftsjahr 7.000 fm.
    Von den Übernutzungen des 2. Wirtschaftsjahrs waren auf Grund des § 34b Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG 2.000 fm als nachgeholte Nutzungen zu erfassen. Die restlichen 3.000 fm waren als außerordentliche Holznutzungen zu begünstigen und können deshalb nicht mit den im 3. Wirtschaftsjahr eingesparten Nutzungen ausgeglichen werden. Es verbleiben demnach aus den letzten dreiWirtschaftsjahren an eingesparten Nutzungen 3.000 fm. Um diese 3.000 fm eingesparte Nutzungen ist die Übernutzung des laufenden Wirtschaftsjahrs von (Gesamtnutzung 14.000 fm - Nutzungssatz 10.000 fm =) 4.000 fm zu kürzen. Im laufenden Wirtschaftsjahr sind also 3.000 fm der Übernutzung als nachgeholte Nutzung anzusehen und 1.000 fm als außerordentliche Holznutzung zu versteuern. Wegen der Berechnung >Zusammentreffen der verschiedenen Holznutzungsarten.
  1. B.
    In den ersten beiden Wirtschaftsjahren betrug der Nutzungssatz 8.000 fm. Er wurde zu Beginn des 3. Wirtschaftsjahrs auf 10.000 fm neu festgesetzt.
    Für die Berechnung der Übernutzung im 4. Wirtschaftsjahr und für die Berechnung der eingesparten Nutzung im 3. Wirtschaftsjahr gilt der Nutzungssatz von 10.000 fm. Für die Berechnung der eingesparten Nutzungen in den beiden ersten Wirtschaftsjahren gilt der Nutzungssatz von 8.000 fm.
Nutzungssatz
>R 34b.1 Abs. 8
>R 34b.2 Abs. 2
Privatwirtschaftliche Gründe
Eine Nutzung ist aus privatwirtschaftlichen Gründen erfolgt, wenn sie der Stpfl. zur Erhaltung und Vermehrung seines Vermögens und nicht allein zur Erlangung steuerlicher Vorteile vornimmt. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich Einkünfte i. S. d. EStG ergeben oder ob andere Vermögensbestandteile vorhanden sind (>BFH vom 11.11.1993 - BStBl 1994 II S. 629).
Rotfäule
kann nur insoweit zu einer Holznutzung infolge höherer Gewalt führen, als sie einen Schaden verursacht, der die Summe der im forstwirtschaftlichen Betrieb des Stpfl. regelmäßig und üblich anfallenden Schäden mengenmäßig in erheblichem Umfang übersteigt (>BFH vom 10.10.1963 - BStBl 1964 III  S. 119).
>Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 15.6.1967 (BStBl II S. 197)
Zusammentreffen der verschiedenen Holznutzungsarten
Beispiele:
  1. A.
    Kalamitätsnutzungen und übrige Holznutzungen übersteigen zusammen den Nutzungssatz
    Nutzungssatz 10.000 fm
    Gesamtnutzung 15.000 fm
    (davon 7.000 fm infolge höherer Gewalt)
    Die Holznutzungsarten sind wie folgt zu ermitteln:
    Gesamtnutzung 15.000 fm
    davon infolge höherer Gewalt - 7.000 fm
    übrige Holznutzungen 8.000 fm
    Nutzungssatz 10.000 fm
    übrige Holzntzungen - 8.000 fm
    Restbetrag 2.000 fm
    Holznutzungen infolge höherer Gewalt 7.000 fm
    Begünstigt sind nach § 34b Abs. 3 Nr. 1 EStG 5.000 fm
  1. B.
    Begrenzung begünstigter Holznutzungen durch eingesparte Nutzungen i. S. d. § 34b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG
    Nutzungssatz 10.000 fm
    Gesamtnutzung 17.000 fm
    (davon - 2.000 fm Holznutzungen infolge höherer Gewalt
    - 3.500 fm außerordentliche Holznutzungen)
    Gesamtnutzung in den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren:
    im 1. Wirtschaftsjahr: 8.000 fm
    im 2. Wirtschaftsjahr: 12.000 fm (davon 4.500 fm infolge höherer Gewalt)
    im 3. Wirtschaftsjahr: 9.000 fm
    Die Holznutzungsarten sind wie folgt zu ermitteln:
    Gesamtnutzung 17.000 fm
    davon infolge höherer Gewalt
    (begünstigt nach § 34b Abs. 3 Nr. 1 EStG) - 2.000 fm
    15.000 fm
    Nutzungssatz    - 10.000 fm
    verbleibende Übernutzung 5.000 fm
    Berechnung der eingesparten Nutzungen:
    1. Wirtschaftsjahr: 8.000 fm
    2. Wirtschaftsjahr insgesamt: 12.000 fm
    Abzüglich
    Holznutzungen infolge höherer Gewalt 4.500 fm
    darauf entfallender Teil des Nutzungssatzes
    (10.000 fm-7.500 fm = 2.500 fm) - 2.500 fm
    2.000 fm - 2.000 fm
    10.000 fm 10.000 fm
    3. Wirtschaftsjahr: 9.000 fm
    Unter Berücksichtigung des Nutzungssatzes von 10.000 fm ergeben sich eingesparte Nutzungen:
    im 1. Wirtschaftsjahr (10.000 fm - 8.000 fm) 2.000 fm
    im 2. Wirtschaftsjahr (10.000 fm - 10.000 fm) 0 fm
    im 3. Wirtschaftsjahr (10.000 fm - 9.000 fm) 1.000 fm
    eingesparte Nutzungen i. S. d. § 34b Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG 3.000 fm
    verbleibende Übernutzung 5.000 fm
    eingesparte Nutzungen - 3.000 fm
    verbleiben (maximales Begünstigungsvolumen i. S. d. § 34b Abs. 1 Nr. 1 EStG) 2.000 fm
    außerordentliche Holznutzungen insgesamt 3.500 fm
    begünstigt sind nach § 34b Abs. 1 Nr. 1 i. V. m. § 34 Abs. 2 Nr. 5 EStG maximal 2.000 fm
    Die verbleibenden 1.500 fm außerordentliche Holznutzungen sind nicht begünstigt.
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