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Hinweis 7.3 EStH 2006

Anschaffungskosten
Bei Anschaffung eines bebauten Grundstücks ist der Kaufpreis nicht nach der sog. Restwertmethode, sondern nach dem Verhältnis der Verkehrswerte oder Teilwerte auf den Grund und Boden und auf das Gebäude aufzuteilen (>BFH vom 10.10.2000 - BStBl 2001 II S. 183).
Das gilt auch bei der Anschaffung von Eigentumswohnungen; dabei rechtfertigt die eingeschränkte Nutzungs- und Verfügungsmöglichkeit des Wohnungseigentümers hinsichtlich seines Bodenanteils keinen niedrigeren Wertansatz des Bodenanteils (>BFH vom 15.1.1985 - BStBl II S. 252).
Aufteilung der Anschaffungskosten bei Erwerb eines Gebäudes mit mehreren Wohnungen, von denen eine Wohnung mit einem Wohnrecht belastet ist BMF vom 24.7.1998 (BStBl I S. 914) unter Berücksichtigung der Änderungen durch BMF vom 9.2.2001 (BStBl I  S. 171), Rz. 50, bestätigt durch BFH vom 31.5.2000 (BStBl 2001 II S. 594).
Aufwendungen für Baumaßnahmen, mit denen der Verkäufer einer Eigentumswohnung oder eine seiner Firmen zeitgleich mit dem Abschluss des Kaufvertrags beauftragt wird, gehören zu den Anschaffungskosten der Eigentumswohnung (>BFH vom 17.12.1996 - BStBl 1997 II S. 348).
Bei Erwerb einer Eigentumswohnung gehört der im Kaufpreis enthaltene Anteil für das in der Instandhaltungsrückstellung angesammelte Guthaben nicht zu den Anschaffungskosten der Eigentumswohnung (>BFH vom 9.10.1991 - BStBl 1992 II S. 152).
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind zur Berechnung der AfA zu mindern
  • bei Schiffen um den Schrottwert (>BFH vom 22.7.1971 - BStBl II S. 800) und
  • bei Milchkühen um den Schlachtwert (>BFH vom 1.10.1992 - BStBl 1993 II S. 284); dieser kann mit dem im BMF-Schreiben vom 14.11.2001 (BStBl I S. 864) festgelegten Gruppenwert angesetzt werden.
Beitrittsgebiet
Bemessungsgrundlage nach den Wiederherstellungs-/Wiederbeschaffungskosten zum 1.7.1990 >BMF vom 21.7.1994 (BStBl I S. 599) und vom 15.1.1995 (BStBl I  S. 14).
Dachgeschoss
Baumaßnahmen an einem Dachgeschoss >BMF vom 10.7.1996 (BStBl I S. 689)
Einlage eines Wirtschaftsguts
Beispiel:
Ein Gebäude (Anschaffungskosten 1.000.000 EUR) wurde in den Jahren 01 bis 10 zu Vermietungszwecken genutzt. Die AfA betrug jährlich 2 % Das Gebäude wird zu Beginn des Jahres 11 in ein Betriebsvermögen eingelegt und zu eigenbetrieblichen Zwecken genutzt. Der Teilwert beträgt 900.000 EUR. Die AfA-Bemessungsgrundlage bemisst sich nach § 7 Abs. 4 i. V. m. § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG wie folgt:
Anschaffungskosten 1.000.000 EUR
./. AfA 10 Jahre x 2 % 200.000 EUR
= Bemessungsgrundlage: 800.000 EUR
Bei einer künftigen AfA von 3 % (= 24.000 EUR, >R 7.4 Abs. 10 Satz 1 Nr. 1) verbleibt nach Ablauf von 33 Jahren ein Restbuchwert von 108.000 EUR (900.000 EUR./. 792.000 EUR). Im darauf folgenden Jahr darf nur noch eine AfA in Höhe von 8.000 EUR vorgenommen werden. Von dem danach verbleibenden Restbuchwert in Höhe von 100.000 EUR darf keine AfA vorgenommen werden. Bei einer Veräußerung ist dieser Restbuchwert gewinnmindernd zu berücksichtigen. § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 und § 7 Abs. 1 Satz 7 EStG bleiben unberührt.
Fertigstellung von Teilen eines Gebäudes zu verschiedenen Zeitpunkten
Bei der Errichtung eines zur unterschiedlichen Nutzung bestimmten Gebäudes sind die Herstellungskosten des noch nicht fertig gestellten selbständigen Gebäudeteils in die AfA-Bemessungsgrundlage des bereits fertig gestellten Gebäudeteils einzubeziehen (>BFH vom 9.8.1989 - BStBl 1991 II S. 132). Vgl. aber das Wahlrecht nach >R 7.3 Abs. 2.
Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten
>BMF vom 18.7.2003 (BStBl I S. 386)
Sind für ein Wirtschaftsgut nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgewendet worden, ohne dass hierdurch ein anderes Wirtschaftsgut entstanden ist, bemisst sich die weitere AfA
  • in den Fällen des § 7 Abs. 4 Satz 1 und Abs. 5 EStG nach der bisherigen Bemessungsgrundlage zuzüglich der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten (>BFH vom 20.2.1975 - BStBl II S. 412 und vom 20.1.1987 - BStBl II S. 491).
  • in den Fällen des § 7 Abs. 1 , Abs. 2 und Abs. 4 Satz 2 EStG nach dem Buchwert oder Restwert zuzüglich der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten (>BFH vom 25.11.1970 - BStBl 1971 II S. 142).
  • in den Fällen des § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG (Einlage) nach den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Beispiel:
Ein Gebäude (Anschaffungskosten 1.000.000 EUR) wurde in den Jahren 01 bis 10 zu Vermietungszwecken genutzt. Die AfA betrug jährlich 2 %. Das Gebäude wird zu Beginn des Jahres 11 in ein Betriebsvermögen eingelegt und zu eigenbetrieblichen Zwecken genutzt. Im Jahr 13 fallen nachträgliche Herstellungskosten in Höhe von 100.000 EUR an. Die AfA-Bemessungsgrundlage bemisst sich nach § 7 Abs. 4 i . V. m. § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG wie folgt:
Anschaffungskosten 1.000.000 EUR
./. AfA 10 Jahre x 2 % 200.000 EUR
= Bemessungsgrundlage ab dem Jahr 11 800.000 EUR
AfA in den Jahren 11 und 12 je 3 % = 24.000 EUR
+ nachträgliche Herstellungskosten 100.000 EUR
= Bemessungsgrundlage ab dem Jahr 13 900.000 EUR
AfA ab dem Jahr 13 27.000 EUR
Keine nachträglichen Herstellungskosten, sondern Herstellungskosten für ein anderes Wirtschaftsgut entstehen, wenn das bisherige Wirtschaftsgut im Wesen geändert und so tiefgreifend umgestaltet oder in einem solchen Ausmaß erweitert wird, dass die eingefügten neuen Teile der Gesamtsache das Gepräge geben und die verwendeten Altteile bedeutungs- und wertmäßig untergeordnet erscheinen. Das kann z. B. der Fall sein bei
  • einem mit dem Gebäude verschachtelten Anbau (>BFH vom 9.8.1974 - BStBl 1975 II S. 342 und vom 18.8.1977 - BStBl 1978 II S. 46),
  • Umbau einer einfachen Scheune in eine Pferdeklinik (>BFH vom 26.1.1978 - BStBl II S. 280),
  • Umbau eines alten Gasthofs in eine moderne Gastwirtschaft (>BFH vom 26.1.1978 - BStBl II S. 363),
  • Umbau einer Hochdruck-Rotationsmaschine zu einer Flachdruck-(Offset)maschine (>BFH vom 6.12.1991 - BStBl 1992 II S. 452),
  • Umgestaltung von Pflanztischen in ein automatisches Tischbewässerungssystem (>BFH vom 28.9.1990 - BStBl 1991 II S. 361),
  • Umbau einer Mühle zu einem Wohnhaus (>BFH vom 31.3.1992 - BStBl II S. 808).
Zur Höhe der AfA bei Entstehen eines anderen Wirtschaftsgutes >R 7.4 Abs. 10. Die degressive AfA nach § 7 Abs. 5 EStG ist nur zulässig, wenn das andere Wirtschaftsgut ein Neubau ist >R 7.4 Abs. 10 Satz 5, H 7.4 (Neubau).
Zur Abgrenzung nachträglicher Herstellungskosten von Herstellungskosten für ein anderes Wirtschaftsgut bei Baumaßnahmen an einem Dachgeschoss >BMF vom 10.7.1996 (BStBl I  S. 689).
Überführung in das Privatvermögen
  • Bei der Überführung eines Wirtschaftsguts in das Privatvermögen ist die AfA auch dann nach dem Wert zu bemessen, mit dem das Wirtschaftsgut steuerlich erfasst worden ist, wenn er falsch ermittelt worden ist (>BMF vom 30.10.1992 - BStBl I S. 651),
  • Die AfA ist nach den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bemessen, wenn bei einer vorangegangenen Überführung eines Wirtschaftsguts in das Privatvermögen der Entnahmegewinn kraft gesetzlicher Regelung außer Ansatz geblieben ist (>BFH vom 3.5.1994 - BStBl II S. 749). Das Gleiche gilt, wenn die Überführung nicht erkannt und in Folge dessen die stillen Reserven nicht erfasst worden sind und steuerliche Konsequenzen nicht mehr gezogen werden können (>BFH vom 14.12.1999 - BStBl 2000 II S. 656),
  • Die AfA ist im Fall einer Betriebsaufgabe auch dann nach dem gemeinen Wert zu bemessen, wenn der Gewinn wegen des Freibetrags nach § 16 Abs. 4 EStG steuerfrei ist (>BFH vom 14.12.1999 - BStBl 2000 II S. 656).
Vorweggenommene Erbfolge, Erbauseinandersetzung
  • Ertragsteuerliche Behandlung der Erbengemeinschaft und ihrer Auseinandersetzung >BMF vom 14.3.2006 (BStBl I S. 253).
  • Ertragsteuerliche Behandlung der vorweggenommenen Erbfolge >BMF vom 13.1.1993 (BStBl I S. 80).
  • Einkommensteuerrechtliche Behandlung von wiederkehrenden Leistungen im Zusammenhang mit der Übertragung von Privat- oder Betriebsvermögen > BMF vom 16.9.2004 (BStBl I S. 922), Rz. 10.
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