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Hinweis 7.4 EStH 2006

AfaA
Wird ein im Privatvermögen gehaltenes Fahrzeug bei einer betrieblich veranlassten Fahrt infolge eines Unfalls beschädigt und nicht repariert, ist die Vermögenseinbuße im Wege der AfaA nach § 7 Abs. 1 Satz 7 EStG gewinnmindernd zu berücksichtigen. Die bei der Bemessung der AfaA zu Grunde zu legenden Anschaffungskosten sind um die (normale) AfA zu kürzen, die der Stpfl. hätte in Anspruch nehmen können, wenn er das Fahrzeug ausschließlich zur Einkünfteerzielung verwendet hätte (>BFH vom 24.11.1994 - BStBl 1995 II S. 318).
AfaA sind grundsätzlich im Jahr des Schadenseintritts, spätestens jedoch im Jahr der Entdeckung des Schadens vorzunehmen (>BFH vom 1.12.1992 - BStBl 1994 II S. 11 und 12). Dies gilt unabhängig von evtl. Ersatzansprüchen gegen eine Versicherung (>BFH vom 13.3.1998 - BStBl II S. 443).
Eine AfaA setzt voraus, dass die wirtschaftliche Nutzbarkeit eines Wirtschaftsguts durch außergewöhnliche Umstände gesunken ist (>BFH vom 8.7.1980 - BStBl II S. 743).
Baumängel vor Fertigstellung eines Gebäudes rechtfertigen keine AfaA (>BFH vom 31.3.1992 - BStBl II S. 805); auch wenn infolge dieser Baumängel noch in der Bauphase unselbständige Gebäudeteile wieder abgetragen werden (>BFH vom 30.8.1994 - BStBl 1995 II S. 306); dies gilt auch, wenn die Baumängel erst nach der Fertigstellung oder Anschaffung entdeckt werden (>BFH vom 27.1.1993 - BStBl II S. 702 und vom 14.1.2004 - BStBl II  S. 592).
Eine AfaA ist vorzunehmen, wenn
  • ein Gebäude durch Abbruch, Brand oder ähnliche Ereignisse aus dem Betriebsvermögen ausgeschieden ist (>BFH vom 7.5.1969 - BStBl II S. 464),
  • bei einem Umbau bestimmte Teile eines Gebäudes ohne vorherige Abbruchabsicht entfernt werden (>BFH vom 15.10.1996 - BStBl 1997 II S. 325) oder
  • ein Gebäude abgebrochen wird >H 6.4 (Abbruchkosten).
Eine AfaA ist nicht vorzunehmen, wenn
  • ein zum Privatvermögen gehörendes objektiv technisch oder wirtschaftlich noch nicht verbrauchtes Gebäude abgerissen wird, um ein unbebautes Grundstück veräußern zu können (>BFH vom 6.3.1979 - BStBl II S. 551), oder wenn es in der Absicht eines grundlegenden Umbaus erworben wird (>BFH vom 4.12.1984 - BStBl 1985 II S. 208 und 20.4.1993 - BStBl II S. 504),
  • im Verfahren nach dem WEG die Nutzung von erworbenen Gebäudeteilen als Wohnung untersagt wird, sich darin ein dem Kaufobjekt von vornherein anhaftender Mangel zeigt und die Parteien des Kaufvertrages die Gewährleistung hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten der Sache ausgeschlossen haben (>BFH vom 14.1.2004 - BStBl II S. 592).
AfA nach Einlage, Entnahme oder Nutzungsänderung oder nach Übergang zur Buchführung
Beispiele:
  1. 1.
    AfA-Verbrauch bei Umwidmung eines Gebäudes zur Einkünfteerzielung Eine im Jahr 01 fertig gestellte und am 1.12.01 erworbene Eigentumswohnung wird vom Dezember 01 bis Februar 03 vom Stpfl. selbst bewohnt und ab März 03 vermietet.
    Der Stpfl. hat ab dem Jahr 03 die Wahl zwischen der linearen AfA nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG (Fall 1) und der degressiven AfA nach § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 3 Buchstabe c EStG (Fall 2).
    Anschaffungskosten im Jahr 01 300.000 EUR 300.000EUR
    AfA-Verbrauch
    Im Jahr 01 1/12 von 2 % 500 EUR 4 % 12.000EUR
    im Jahr 02 2 % 6.000 EUR 4 % 12.000 EUR
    im Jahr 03 2/12 von 2 % 1.000 EUR 2/12 von 4 % 2.000 EUR
    insgesamt 7.500 EUR 26.000 EUR
    verbleibendes AfA-Volumen 292.500 EUR 274.000 EUR
    AfA ab Übergang zur Einkünfteerzielung
    im Jahr 03 10/12 von 2 % 5.000 EUR 10/12 von 4 % 10.000 EUR
    ab Jahr 04 je 2 % 6.000 EUR
    im Jahr 04 bis 10 je 4 % 12.000 EUR
    im Jahr 11 bis 18 je 2,5 % 7.500 EUR
    ab Jahr 19 je 1,25 % 3.750 EUR
  2. 2.
    AfA bei Änderung des Nutzungsumfangs eines Gebäudeteils
    Von den gesamten Herstellungskosten in Höhe von 600.000 EUR eines zum Betriebsvermögen gehörenden Gebäudes, das je zur Hälfte eigenbetrieblichen Zwecken und fremden Wohnzwecken dient, entfallen je 300.000 EUR auf die beiden selbständigen Gebäudeteile. Der eigenbetrieblich genutzte Gebäudeteil wird nach § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG degressiv, der zu fremden Wohnzwecken genutzte Gebäudeteil nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG linear abgeschrieben. Die jährliche AfA beträgt
    a) für den eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteil
    10 % von 300.000 EUR = 30.000 EUR,
    b) für den zu fremden Wohnzwecken genutzten Gebäudeteil
    2 % von 300.000 EUR = 6.000 EUR.
    Vom Beginn des 3. Jahres an wird die eigenbetriebliche Nutzung auf ein Drittel des bisher zu Wohnzwecken genutzten Gebäudeteils ausgedehnt. Von diesem Zeitpunkt an beträgt die AfA-Bemessungsgrundlage für den eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteil 400.000 EUR, für den zu fremden Wohnzwecken genutzten Gebäudeteil 200.000 EUR. Für den nunmehr eigenbetrieblich genutzten Teil des bisher zu fremden Wohnzwecken genutzten Gebäudeteils ist die lineare AfA künftig mit dem höheren AfA-Satz des § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG vorzunehmen. Die AfA beträgt somit im 3. Jahr
    a) für den eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteil
    10 % von 300.000 EUR = 30.000 EUR,
    + 3 % von 100.000 EUR = 3.000 EUR,
    b) für den zu fremden Wohnzwecken genutzten Gebäudeteil
    2 % von 200.000 EUR = 4.000 EUR.
AfA nach nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Beispiele:
  1. 1.
    Degressive AfA nach § 7 Abs. 2 EStG bei nachträglichen Herstellungskosten Für ein im Jahre 01 angeschafftes bewegliches Wirtschaftsgut mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 12 Jahren, für das degressive AfA von (8 1/3 % x 2 =) 16 2/3 % vorgenommen worden ist, werden im Jahre 06 nachträgliche Herstellungskosten aufgewendet. Danach beträgt die neu geschätzte Restnutzungsdauer 8 Jahre.
    Restwert Ende 05 4.100 EUR
    nachträgliche Herstellungskosten 06 + 3.900  EUR
    Bemessungsgrundlage ab 06 8.000 EUR
    Die degressive AfA im Jahre 06 beträgt (12,5 % x 2, höchstens jedoch) 20 % von 8.000 EUR.
  2. 2.
    Lineare AfA nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG bei nachträglichen Herstellungskosten
    Ein zu Beginn des Jahres 01 angeschafftes Gebäude, für das lineare AfA nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG vorgenommen worden ist, wird im Jahre 24 erweitert. Die Restnutzungsdauer beträgt danach noch mindestens 50 Jahre.
    Anschaffungskosten im  Jahr 01 200.000 EUR
    AfA in den Jahren 01 bis 23: 23 x 2 % = 92.000 EUR
    nachträgliche Herstellungskosten im Jahr 24 + 100.000  EUR
    Bemessungsgrundlage ab  Jahr 24 300.000 EUR
    Vom Jahr 24 bis zur vollen Absetzung des Betrags von 208.000 EUR (Restwert 108.000 EUR zuzüglich nachträglicher Herstellungskosten 100.000 EUR) beträgt die AfA jährlich 2 % von 300.000 EUR = 6.000 EUR.
  3. 3.
    Degressive AfA nach § 7 Abs. 5 EStG bei nachträglichen Herstellungskosten
    Ein im Jahr 01 fertig gestelltes Gebäude, für das degressive AfA nach § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG vorgenommen worden ist, wird im Jahr 06 erweitert.
    Herstellungskosten im  Jahr 01 200.000 EUR
    AfA in den Jahren 01 bis 04: 4 x 10 % = 80.000 EUR
    AfA im Jahr 05: 1 x 5 % = 10.000 EUR
    nachträgliche Herstellungskosten im Jahr 06 + 80.000  EUR
    Bemessungsgrundlage ab  Jahr 06 280.000 EUR
    In den Jahren 06 und 07 beträgt die AfA je 5 % = 14.000 EUR; in den Jahren 08 bis 25 beträgt die AfA je 2,5 % = 7.000 EUR.
AfA-Volumen
Übergang
  • von der Schätzung zur Buchführung
    Die Buchwerte der abnutzbaren Anlagegüter sind, ausgehend von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die übliche AfA zu schätzen; übliche AfA ist die AfA in gleichen Jahresbeträgen nach einer den amtlichen AfA-Tabellen zu entnehmenden Nutzungsdauer. Für den Zeitraum der Schätzung können weder der Stpfl. noch das Finanzamt eine von den amtlichen AfA-Tabellen abweichende Nutzungsdauer geltend machen (>BFH vom 5.12.1985 - BStBl 1986 II S. 390).
  • von der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen zur Buchführung
    • Zur Ermittlung der in die Übergangsbilanz einzustellenden Buchwerte der abnutzbaren Anlagegüter sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beweglicher Anlagegüter um die übliche AfA zu mindern, die den amtlichen AfA-Tabellen zu entnehmen sind. Das Wesen der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen schließt Abweichungen von den sich hiernach ergebenden AfA-Sätzen aus (>BFH vom 12.12.1985 - BStBl 1986 II S. 392).
    • Vorhandene geringwertige Wirtschaftsgüter sind in der Übergangsbilanz mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die AfA nach § 7 EStG , anzusetzen, die während der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen angefallen wäre. Es kann nicht unterstellt werden, dass in dieser Zeit das Wahlrecht gemäß § 6 Abs. 2 EStG ausgeübt worden ist (>BFH vom 17.3.1988 - BStBl II S. 770).
    • Beim Wechsel von der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen zum Bestandsvergleich bestimmen sich die in die Übergangsbilanz einzustellenden Buchwerte landwirtschaftlicher Betriebsgebäude nach den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, gemindert um die im Zeitpunkt der Errichtung und im Laufe der Nutzung der Gebäude übliche AfA. Die besonderen betrieblichen Verhältnisse sind auch dann unbeachtlich, wenn für diesen Zeitraum amtliche AfA-Tabellen nicht zur Verfügung gestanden haben (>BFH vom 5.6.2003 - BStBl II  S. 801).
  • Umwidmung eines Wirtschaftsguts in den Bereich der Einkünfteerzielung
    Werden Wirtschaftsgüter des bisher nicht der Einkünfteerzielung dienenden Vermögens umgewidmet und nunmehr zur Erzielung von Überschusseinkünften genutzt, sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Gesamtnutzungsdauer einschließlich der Zeit vor der Umwidmung zu verteilen. Als Werbungskosten (AfA) ist nur der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abziehbar, der auf die Zeit nach der Umwidmung entfällt. § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG ist nicht entsprechend anwendbar (>BFH vom 14.2.1989 - BStBl II S. 922; >H 6.12 Geringwertiges Wirtschaftsgut).
Degressive AfA bei Nutzungsänderung
Abweichend von R 7.4 Abs. 7 Satz 2, 2. Halbsatz muss der Stpfl. nicht zur linearen AfA gemäß § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG übergehen, sondern kann weiterhin eine degressive AfA gemäß § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG beanspruchen, wenn ein zunächst zu fremden Wohnzwecken genutztes und gemäß § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 3 EStG degressiv abgeschriebenes Gebäude nunmehr zu fremdbetrieblichen Zwecken genutzt wird (>BFH vom 15.2.2005 - BStBl 2006 II S. 51 ).
Degressive AfA nach § 7 Abs. 5 EStG in Erwerbsfällen
§ 7 Abs. 5 Satz 2 EStG schließt die Inanspruchnahme der degressiven AfA nach § 7 Abs. 5 EStG durch den Erwerber nur für das Jahr der Fertigstellung aus. Im folgenden Jahr kann der Erwerber zur degressiven AfA übergehen (>BFH vom 3.4.2001 - BStBl II  S. 599).
Entnahme eines Gebäudes
Für ein Gebäude, das im Jahr der Fertigstellung aus dem Betriebsvermögen entnommen worden ist, ist die Inanspruchnahme der degressiven AfA nach § 7 Abs. 5 EStG für den Zeitraum der Zugehörigkeit zum Privatvermögen im Jahr der Entnahme ausgeschlossen, wenn für das Gebäude bereits während der Zugehörigkeit zum Betriebsvermögen degressive AfA in Anspruch genommen worden ist. Im folgenden Jahr kann der Stpfl. zur degressiven AfA übergehen (>BFH vom 3.4.2001 - BStBl II S. 599).
Für ein Gebäude, das nach dem Jahr der Fertigstellung unter Aufdeckung der stillen Reserven entnommen worden ist, kann die degressive AfA nach § 7 Abs. 5 EStG nicht mehr vorgenommen werden (>BFH vom 8.11.1994 - BStBl 1995 II S. 170).
Fertigstellung
  • Ein Wirtschaftsgut ist fertig gestellt, sobald es seiner Zweckbestimmung entsprechend genutzt werden kann (>BFH vom 20.2.1975 - BStBl II S. 412, vom 11.3.1975 - BStBl II S. 659 und vom 21.7.1989 - BStBl II S. 906).
  • Ein Gebäude ist fertig gestellt, wenn die wesentlichen Bauarbeiten abgeschlossen sind und der Bau so weit errichtet ist, dass der Bezug der Wohnungen zumutbar ist oder dass das Gebäude für den Betrieb in all seinen wesentlichen Bereichen nutzbar ist (>BFH vom 11.3.1975 - BStBl II S. 659 und vom 21.7.1989 - BStBl II S. 906).
  • Ein Gebäude ist nicht fertig gestellt, wenn Türen, Böden und der Innenputz noch fehlen (>BFH vom 21.7.1989 - BStBl II S. 906),
  • Auf die Höhe der noch ausstehenden Herstellungskosten im Verhältnis zu den gesamten Herstellungskosten des Gebäudes kommt es nicht an (>BFH vom 16.12.1988 - BStBl 1989 II S. 203).
  • Gebäudeteile, die auf Grund ihrer unterschiedlichen Funktion selbständige Wirtschaftsgüter sind, sind fertig gestellt, sobald diese Teile bestimmungsgemäß nutzbar sind (>BFH vom 9.8.1989 - BStBl 1991 II S. 132). Zur AfA-Bemessungsgrundlage >R 7.3 Abs. 2.
  • Eine Eigentumswohnung ist mit der Bezugsfertigkeit fertig gestellt, auch wenn zu diesem Zeitpunkt zivilrechtlich noch kein Wohneigentum begründet und die Teilungserklärung noch nicht abgegeben worden ist (>BFH vom 26.1.1999 - BStBl II S. 589).
  • Gebrauchstiere sind bei der ersten Ingebrauchnahme fertig gestellt (>BMF vom 14.11.2001 - BStBl I S. 864).
  • Die bestimmungsgemäße Nutzbarkeit einer Dauerkultur beginnt mit ihrer Ertragsreife (>BMF vom 17.9.1990 - BStBl I S. 420).
Lieferung
Ein Wirtschaftsgut ist geliefert, wenn der Erwerber nach dem Willen der Vertragsparteien darüber wirtschaftlich verfügen kann; das ist in der Regel der Fall, wenn Eigenbesitz, Gefahr, Nutzen und Lasten auf den Erwerber übergehen (>BFH vom 28.4.1977 - BStBl II  S. 553).
Liegt der Zeitpunkt des Übergangs eines Wirtschaftsguts auf den Erwerber im Schnittpunkt von zwei Zeiträumen, so ist das Wirtschaftsgut mit Beginn des zweiten Zeitraums geliefert (>BFH vom 7.11.1991 - BStBl 1992 II S. 398).
Wirtschaftlicher Übergang bei Leasing- und Mietkauf-Verträgen >BMF vom 28.6.2001 (BStBl I S. 379), Rz. 144.
Mietereinbauten
  • Bei Mietereinbauten und -umbauten, die keine Scheinbestandteile oder Betriebsvorrichtungen sind, bestimmt sich die AfA abweichend von Nr. 10 des BMF-Schreibens vom 15.1.1976 (BStBl I S. 66) nach den für Gebäude geltenden Grundsätzen >BFH vom 15.10.1996 (BStBl 1997 II S. 533),
  • Zur Nutzungsdauer von Ladeneinbauten, Schaufensteranlagen und Gaststätteneinbauten >BMF vom 30.5.1996 (BStBl I S. 643).
Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Werden nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten für Wirtschaftsgüter aufgewendet, die nach § 7 Abs. 1 oder Abs. 2 oder Abs. 4 Satz 2 EStG abgeschrieben werden, so bemisst sich die AfA vom Jahr der Entstehung der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten an nach der Restnutzungsdauer (>BFH vom 25.11.1970 - BStBl 1971 II S. 142).
Werden nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten für Gebäude aufgewendet, die nach § 7 Abs. 4 Satz 1 oder Abs. 5 EStG abgeschrieben werden, so ist der für das Gebäude geltende Vomhundertsatz anzuwenden (>BFH vom 20.2.1975 - BStBl II S. 412 und vom 20.1.1987 - BStBl II S. 491).
Wird in den Fällen des § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG auf diese Weise die volle Absetzung innerhalb der tatsächlichen Nutzungsdauer nicht erreicht, so kann die AfA vom Zeitpunkt der Beendigung der nachträglichen Herstellungsarbeiten an nach der Restnutzungsdauer des Gebäudes bemessen werden (>BFH vom 7.6.1977 - BStBl II S. 606).
Neubau
Die AfA nach § 7 Abs. 5 EStG kann nur bei Neubauten in Anspruch genommen werden. Bei Umbauten, Ausbauten und Modernisierungsmaßnahmen liegt ein Neubau nicht bereits dann vor, wenn sich dadurch die Zweckbestimmung des Gebäudes ändert. Er entsteht nur, wenn die eingefügten Neubauteile dem Gesamtgebäude das Gepräge geben, so dass es in bautechnischer Hinsicht neu ist. Das ist dann der Fall, wenn die tragenden Gebäudeteile (z. B. Fundamente, tragende Außen- und Innenwände, Geschossdecken und die Dachkonstruktion) in überwiegendem Umfang ersetzt werden (>BFH vom 25.5.2004 - BStBl II  S. 783).
Bei Anbauten liegt ein Neubau vor, wenn
  • dadurch selbständige Wirtschaftsgüter i.S. d. von R 4.2 geschaffen werden oder
  • sie mit dem bestehenden Gebäude verschachtelt sind und die Neubauteile dem Gesamtgebäude das Gepräge geben; hierfür sind regelmäßig die Größen- und Wertverhältnisse der Alt- und Neubauteile maßgebend (>BFH vom 9.8.1974 - BStBl 1975 II S. 342 und vom 18.8.1977 - BStBl 1978 II S. 46).
Für Eigentumswohnungen, die durch die rechtliche Umwandlung eines bestehenden Gebäudes geschaffen werden, kann keine AfA nach § 7 Abs. 5 EStG in Anspruch genommen werden (>BFH vom 24.11.1992 - BStBl 1993 II S. 188).
Für neu geschaffene Wohnungen, die in einem einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang mit einer bereits vorhandenen Wohnung stehen, kann keine AfA nach § 7 Abs. 5 EStG in Anspruch genommen werden (>BFH vom 7.7.1998, BStBl II S. 625).
Zur degressiven AfA nach § 7 Abs. 5 EStG bei Baumaßnahmen an einem Dachgeschoss >BMF vom 10.7.1996 (BStBl I S. 689).
Nutzungsdauer
Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts sind nur dann nach § 7 EStG zu verteilen, wenn die Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts zwölf Monate (Jahreszeitraum im Sinne eines Zeitraums von 365 Tagen) übersteigt (>BFH vom 26.8.1993 - BStBl 1994 II S. 232).
Die Nutzungsdauer eines Wirtschaftsguts entspricht regelmäßig dem Zeitraum, in dem es sich technisch abnutzt. Eine kürzere wirtschaftliche Nutzungsdauer liegt nicht vor, wenn das Wirtschaftsgut zwar nicht mehr entsprechend der ursprünglichen Zweckbestimmung rentabel nutzbar ist, aber noch einen erheblichen Verkaufswert hat (>BFH vom 19.11.1997 - BStBl 1998 II S. 59). Zur Anwendung der amtlichen AfA-Tabellen >BMF vom 6.12.2001 (BStBl I  S. 860).
Zur Nutzungsdauer des Geschäfts- und Firmenwerts, des Praxiswerts und sogenannter firmenwertähnlicher Wirtschaftsgüter >BMF vom 20.11.1986 (BStBl I S. 532) und BMF vom 15.1.1995 (BStBl I S. 14). >H 5.5, H 6.1.
Begriff der Nutzungsdauer eines Gebäudes > § 11c Abs. 1 EStDV
Die Absicht, ein zunächst noch genutztes Gebäude abzubrechen oder zu veräußern, rechtfertigt es nicht, eine kürzere Nutzungsdauer des Gebäudes zugrunde zu legen (>BFH vom 15.12.1981 - BStBl 1982 II S. 385).
Eine Verkürzung der Nutzungsdauer kann erst angenommen werden, wenn die Gebäudeabbruchvorbereitungen soweit gediehen sind, dass die weitere Nutzung in der bisherigen oder einer anderen Weise so gut wie ausgeschlossen ist (>BFH vom 8.7.1980 - BStBl II S. 743).
Die der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprechende AfA kann erst vorgenommen werden, wenn der Zeitpunkt der Nutzungsbeendigung des Gebäudes fest steht, z. B. weil sich der Stpfl. verpflichtet hat, das Gebäude zu einem bestimmten Zeitpunkt abzubrechen (>BFH vom 22.8.1984 - BStBl 1985 II S. 126).
Nutzungsdauer für Ladeneinbauten, Schaufensteranlagen und Gaststätteneinbauten >BMF vom 30.5.1996 (BStBl I  S. 643).
Teil des auf ein Jahr entfallenden AfA-Betrags
Die AfA nach § 7 Abs. 5 EStG ist im Jahr der Anschaffung oder Herstellung eines Gebäudes in Höhe des vollen Jahresbetrags abzuziehen (>BFH vom 19.2.1974 - BStBl II S. 704); >aber R 7.4 Abs. 2   Satz 1
Bei Veräußerung eines Gebäudes kann die degressive AfA nach § 7 Abs. 5 EStG nur zeitanteilig abgezogen werden (>BFH vom 18.8.1977 - BStBl II S. 835).
Unterlassene oder überhöhte AfA
  • AfA - Allgemein
    Ist AfA nach § 7 Abs. 1 oder Abs. 2 oder Abs. 4 Satz 2 EStG unterblieben, so kann sie in der Weise nachgeholt werden, dass die noch nicht abgesetzten Anschaffungs- oder Herstellungskosten (Buchwert) entsprechend der bei dem Wirtschaftsgut angewandten Absetzungsmethode auf die noch verbleibende Restnutzungsdauer verteilt werden (>BFH vom 21.2.1967 - BStBl III S. 386 und vom 3.7.1980 - BStBl 1981 II S. 255).
  • Lineare Gebäude-AfA
    Ist AfA nach § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG überhöht vorgenommen worden oder unterblieben und hat sich die tatsächliche Nutzungsdauer des Gebäudes nicht geändert, so sind weiterhin die gesetzlich vorgeschriebenen Vomhundertsätze anzusetzen, so dass sich ein anderer Abschreibungszeitraum als von 25, 33, 40 oder 50 Jahren ergibt (>BFH vom 3.7.1984 - BStBl II S. 709, vom 20.1.1987 - BStBl II S. 491 und vom 11.12.1987 - BStBl 1988 II S. 335).
  • Degressive Gebäude-AfA
    Ist AfA nach § 7 Abs. 5 EStG überhöht vorgenommen worden, so ist die weitere AfA während des verbleibenden Abschreibungszeitraums weiterhin von den ungekürzten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorzunehmen (>BFH vom 4.5.1993 - BStBl II S. 661).
  • Betriebsvermögen
    Bisher unterlassene AfA kann nicht nachgeholt werden, wenn ein Wirtschaftsgut des notwendigen Betriebsvermögens im Wege der Fehlerberichtigung erstmals als Betriebsvermögen ausgewiesen wird (BFH vom 24.10.2001 - BStBl 2002 II S. 75).
  • Unberechtigte Steuervorteile
    AfA, die unterblieben ist, um dadurch unberechtigte Steuervorteile zu erlangen, darf nicht nachgeholt werden (>BFH vom 3.7.1980 - BStBl 1981 II S. 255 und vom 20.1.1987 - BStBl II S. 491).
Verlustzuweisungsgesellschaft
Geht eine Verlustzuweisungsgesellschaft nach ihrem Betriebskonzept von einer erheblich längeren Nutzungsdauer eines Wirtschaftsguts als in den amtlichen AfA-Tabellen angegeben aus und beruht ihre Betriebsführung überwiegend auf diesem Umstand, wird die in ihrem Betriebskonzept zugrunde gelegte Nutzungsdauer angewandt. Unberührt davon bleiben Wirtschaftsgüter, wenn der für die Anschaffung oder Herstellung maßgebliche obligatorische Vertrag oder gleichstehende Rechtsakt vor dem 5.3.1999 rechtswirksam abgeschlossen und das Wirtschaftsgut vor dem 1.1.2001 angeschafft oder hergestellt wurde (>BMF vom 15.6.1999 - BStBl I S. 543).
Wechsel der AfA-Methode bei Gebäuden
Der Wechsel zwischen den Absetzungsverfahren nach § 7 Abs. 5 EStG sowie zwischen den Absetzungsverfahren nach § 7 Abs. 4 EStG und § 7 Abs. 5 EStG ist unzulässig (>BFH vom 10.3.1987 - BStBl II S. 618).
>aber: Degressive AfA nach § 7 Abs. 5 EStG in Erwerbsfällen.
>aber: Degressive AfA bei Nutzungsänderung
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