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Hinweis 119 LStH 2007

Beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer
Beispiele:
  1. A.
    Berechnung des voraussichtlichen Jahresarbeitslohnes
    • Ein Arbeitgeber X zahlt im September einen sonstigen Bezug von 1.200 EUR an einen Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer hat seinem Arbeitgeber zwei Ausdrucke der elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen seiner vorigen Arbeitgeber vorgelegt:
      a) Dienstverhältnis beim Arbeitgeber A vom 1.1. bis 31.3.,
      Arbeitslohn 8.400 EUR
      b) Dienstverhältnis beim Arbeitgeber B vom 1.5. bis 30.6.,
      Arbeitslohn 4.200 EUR
      Der Arbeitnehmer war im April arbeitslos. Beim Arbeitgeber X steht der Arbeitnehmer seit dem 1.7. in einem Dienstverhältnis; er hat für die Monate Juli und August ein  Monatsgehalt von 2.400 EUR bezogen, außerdem erhielt er am 20.8. einen sonstigen Bezug von 500 EUR. Vom ersten September an erhält er ein Monatsgehalt von 2.800 EUR zuzüglich eines weiteren halben (13.)  Monatsgehalts am 1.12.
      Der vom Arbeitgeber im September zu ermittelnde voraussichtliche Jahresarbeitslohn (ohne den sonstigen Bezug, für den die Lohnsteuer ermittelt werden soll) beträgt hiernach:
      Arbeitslohn 1.1. bis 30.6. (8.400 EUR + 4.200 EUR) 12.600 EUR
      Arbeitslohn 1.7. bis 31.8. (2 x 2.400 EUR + 500 EUR) 5.300 EUR
      Arbeitslohn 1.9. bis 31.12. (voraussichtlich 4 x 2.800 EUR) 11.200 EUR
      29.100 EUR
      Das halbe 13. Monatsgehalt ist ein zukünftiger sonstiger Bezug und bleibt daher außer Betracht.
      Abwandlung 1:
      Legt der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber X zwar den Nachweis über seine Arbeitslosigkeit im April, nicht aber die Ausdrucke der elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen der Arbeitgeber A und B vor, ergibt sich folgender voraussichtliche Jahresarbeitslohn:
      Arbeitslohn 1.1. bis 30.6. (5 x 2.800 EUR) 14.000 EUR
      Arbeitslohn 1.7. bis 31.8. (2 x 2.400 EUR + 500 EUR) 5.300 EUR
      Arbeitslohn 1.9. bis 31.12. (voraussichtlich 4 x 2.800 EUR) 11.200 EUR
      30.500 EUR
      Abwandlung 2:
      Ist dem Arbeitgeber X nicht bekannt, dass der Arbeitnehmer im April arbeitslos war, ist der Arbeitslohn für die Monate  Januar bis Juni mit 6 x 2.800 EUR = 16.800 EUR zu berücksichtigen.
  1. B.
    Berechnung des voraussichtlichen Jahresarbeitslohns bei Versorgungsbezügen i.V.m. einem sonstigen Bezug
    Ein Arbeitgeber zahlt im April einem 65jährigen Arbeitnehmer einen sonstigen Bezug (Umsatzprovision für das vorangegangene Kalenderjahr) in Höhe von 5.000 EUR. Der Arbeitnehmer ist am 28.2.2007 in den Ruhestand getreten. Der Arbeitslohn betrug bis dahin monatlich 2.300 EUR. Seit dem 1.3.2007 erhält der Arbeitnehmer neben dem Altersruhegeld aus der gesetzlichen Rentenversicherung Versorgungsbezüge i. S. d. § 19  Abs. 2 EStG von monatlich 900 EUR. Auf der Lohnsteuerkarte ist ein Jahresfreibetrag von 750 EUR eingetragen.
    Der maßgebende Jahresarbeitslohn, der zu versteuernde Teil des sonstigen Bezugs und die einzubehaltende Lohnsteuer sind wie folgt zu ermitteln:
    I. Neben dem Arbeitslohn für die Zeit vom 1.1. bis 28.2. von (2 x 2.300 EUR =) 4.600 EUR
    gehören zum voraussichtlichen Jahresarbeitslohn die Versorgungsbezüge vom 1.3. an mit monatlich 900 EUR; voraussichtlich werden gezahlt
    (10 x 900 EUR) 9.000 EUR ------------
    Der voraussichtliche Jahresarbeitslohn beträgt somit 13.600 EUR ==========
    II. Vom voraussichtlichen Jahresarbeitslohn sind folgende Beträge abzuziehen (> § 39b Abs. 3 S. 3 EStG):
    a) der zeitanteilige Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag, unabhängig von der Höhe der bisher berücksichtigten Freibeträge für Versorgungsbezüge)
    (36,8 % von 10.800 EUR Maßgebend ist der erste Versorgungsbezug (900 EUR) x 12 Monate >§ 19 Abs. 2 Satz 4 EStG. = 3.974 EUR höchstens 2.760 EUR zuzüglich 828 EUR = 3.588 EUR, davon 10/12) 3.250 EUR
    b) der Altersentlastungsbetrag unabhängig von der Höhe des bisher berücksichtigten Betrags
    (36,8 % von 4.600 EUR = 1.693 EUR höchstens 1.748 EUR) 1.693 EUR
    c) ein auf der Lohnsteuerkarte eingetragener Freibetrag von jährlich 750 EUR-----------
    Gesamtabzugsbetrag somit 5.433 EUR =========
    III. Der maßgebende Jahresarbeitslohn beträgtsomit (13.600 EUR ./. 5.433 EUR) 8.167 EUR =========
    IV. Von dem sonstigen Bezug in Höhe von 5.000 EUR
    Ist der Altersentlastungsbetrag in Höhe von 36,8 %, höchstens jedoch der Betrag um den der Jahreshöchstbetrag von 1.748 EUR den bei Ermittlung des maßgebenden Jahresarbeitslohns abgezogenen Betrag überschreitet, abzuziehen
    (36,8 % von 5 000 EUR = 1.840 EUR, höchstens 1.748 EUR abzüglich 1.693 EUR) 55 EUR
    Der zu versteuernde Teil des sonstigen Bezugs beträgt somit 4.945 EUR =========
    V. Der maßgebende Jahresarbeitslohn einschließlich des sonstigen Bezugs beträgt somit
    (8.167 EUR + 4.945 EUR) 13.112 EUR ==========
  1. C.
    Berechnung der Lohnsteuer beim gleichzeitigen Zufluss eines regulär und eines ermäßigt besteuerten sonstigen Bezugs
    Ein Arbeitgeber zahlt seinem Arbeitnehmer, dessen Jahresarbeitslohn 40.000 EUR beträgt, im Dezember einen sonstigen Bezug (Weihnachtsgeld) in Höhe von 3.000 EUR und daneben eine Jubiläumszuwendung von 2.500 EUR, von dem die Lohnsteuer nach § 39b  Abs. 3 Satz 9 i.V.m. § 34 EStG einzubehalten ist.
    Die Lohnsteuer ist wie folgt zu ermitteln:
    darauf entfallende Lohnsteuer
    Jahres-arbeitslohn 40.000 EUR 9.000 EUR
    zzgl. Weihnachts-geld 3.000 EUR
    43.000 EUR---------- 10.000 EUR = LSt auf dasWeihnachts-geld 1.000 EUR
    zzgl. 1/5 der Jubiläums-zuwendung 500 EUR
    = 43.500 EUR========== 10.150 EUR = LSt auf 1/5 der Jubiläums-zuwendung
    = 150 EUR x 5 750 EUR----------
    LSt auf beide sonstigen Bezüge = 1.750 EUR=========
  1. D.
    Berechnung der Lohnsteuer bei einem ermäßigt besteuerten sonstigen Bezug im Zusammenspiel mit einem Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte
    Ein Arbeitgeber zahlt seinem ledigen Arbeitnehmer, dessen Jahresarbeitslohn 78.000 EUR beträgt, im Dezember eine steuerpflichtige Abfindung von 62.000 EUR, von der die Lohnsteuer nach § 39b  Abs. 3 Satz 9 i.V.m. § 34 EStG einzubehalten ist. Auf der Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers ist ein Freibetrag (Verlust V+V) i. H. v. 80.000 EUR eingetragen.
    Die Lohnsteuer ist wie folgt zu ermitteln:
    Jahresarbeitslohn 78.000 EUR
    abzüglich Freibetrag 80.000 EUR--------------
    ./. 2.000 EUR
    zuzüglich Abfindung 62.000 EUR ----------
    Zwischensumme 60.000 EUR
    Davon 1/5 12.000 EUR
    darauf entfallende Lohnsteuer 200 EUR
    Lohnsteuer auf die Abfindung (5 x 200 EUR) 1.000 EUR
Fünftelungsregelung
  • Allgemeine Grundsätze >BMF vom 24.5.2004 (BStBl I S. 505, berichtigt BStBl I S. 633)
  • Die Fünftelungsregelung ist nicht anzuwenden, wenn sie zu einer höheren Steuer führt als die Besteuerung als nicht begünstigter sonstiger Bezug (>BMF vom 10.1.2000 - BStBl I S. 138).
  • Bei Jubiläumszuwendungen kann der Arbeitgeber im Lohnsteuerabzugsverfahren eine Zusammenballung unterstellen, wenn die Zuwendung an einen Arbeitnehmer gezahlt wird, der voraussichtlich bis Ende des Kalenderjahres nicht aus dem Dienstverhältnis ausscheidet (>BMF vom 10.1.2000 - BStBl I S. 138).
Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit
> R 34.4 EstR und H 34.4 EStH
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