Wichtiger Hinweis

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Hinweis 13 LStH 2007

Aufwandsentschädigungen, bei denen die Voraussetzungen des § 3 Nr. 12 Satz 1 EStG nicht vorliegen, sind nach § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG nur steuerfrei, wenn sie aus öffentlichen Kassen (> H 14a ) an Personen gezahlt werden, die öffentliche Dienste für einen inländischen Träger öffentlicher Gewalt leisten (>BFH vom 3.12.1982 - BStBl 1983 II S. 219). Dabei kann es sich auch um eine Nebentätigkeit handeln. Aufwandsentschädigungen können nicht nur bei Personen steuerfrei sein, die öffentlich-rechtliche (hoheitliche) Dienste leisten, sondern auch bei Personen, die im Rahmen des öffentlichen Dienstes Aufgaben der schlichten Hoheitsverwaltung erfüllen (>BFH vom 15.3.1968 - BStBl II S. 437, vom 1.4.1971 - BStBl II S. 519 und vom 27.2.1976 - BStBl II S. 418).
Beamte bei Postunternehmen
Begriff der Aufwandsentschädigung
  • Abgeltung für Werbungskosten/Betriebsausgaben >BFH vom 9.7.1992 - BStBl. 1993 II S. 50
  • Zur Prüfung dieser Voraussetzung durch das Finanzamt >BFH vom 3.8.1962 - BStBl. III S. 425 und 09.06.1989 - BStBl. 1990 II S. 121 und 123
Fiskalische Verwaltung
Keine öffentlichen Dienste i. S. d. § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG leisten Personen, die in der fiskalischen Verwaltung tätig sind (>BFH vom 13.8.1971 - BStBl II S. 818, vom 9.5.1974 - BStBl II S. 631 und vom 31.1.1975 - BStBl II S. 563). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sich die Tätigkeit für die juristische Person des öffentlichen Rechts ausschließlich oder überwiegend auf die Erfüllung von Aufgaben
  • 1.
    in einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb einer juristischen Person des öffentlichen Rechts oder
  • 2.
    in einem Betrieb gewerblicher Art einer juristischen Person des öffentlichen Rechts i. S. d. § 1 Abs. 1  Nr. 6 KStG bezieht.
Ob es sich um einen Betrieb gewerblicher Art einer juristischen Person des öffentlichen Rechts handelt, beurteilt sich nach dem Körperschaftsteuerrecht ( § 4 KStG und R 6 KStR ). Hierbei kommt es nicht darauf an, ob der Betrieb gewerblicher Art von der Körperschaftsteuer befreit ist. Zu den Betrieben gewerblicher Art in diesem Sinne gehören insbesondere die von einer juristischen Person des öffentlichen Rechts unterhaltenen Betriebe, die der Versorgung der Bevölkerung mit Wasser, Gas, Elektrizität oder Wärme (>BFH vom 19.1.1990 - BStBl II S. 679), dem öffentlichen Verkehr oder dem Hafenbetrieb dienen, sowie die in der Rechtsform einer juristischen Person des öffentlichen Rechts betriebenen Sparkassen (>BFH vom 13.8.1971 - BStBl II S. 818).
Öffentliche Kassen
Steuerlicher Aufwand
Zur Voraussetzung der Abgeltung steuerlich zu berücksichtigender Werbungskosten / Betriebsausgaben >BFH vom 3.8.1962 (BStBl III S. 425), vom 9.6.1989 (BStBl 1990 II S. 121 und 123) und vom 9.7.1992 (BStBl 1993 II S. 50)
Übertragung nicht ausgeschöpfter steuerfreier Monatsbeträge (Beispiel)
Für öffentliche Dienste in einem Ehrenamt in der Zeit vom 1.1. bis 31.5. werden folgende Aufwandsentschädigungen im Sinne von § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG und R 13 Abs. 3 Satz 3 LStR gezahlt:
Januar 250 EUR, Februar 50 EUR, März 180 EUR, April 100 EUR,  Mai 200 EUR; Zeitaufwand wird nicht vergütet. Für den Lohnsteuerabzug können die nicht ausgeschöpften steuerfreien Monatsbeträge i. H. v. 154 EUR wie folgt mit den steuerpflichtigen Aufwandsentschädigungen der anderen Lohnzahlungszeiträume dieser Tätigkeit verrechnet werden:
Gezahlte Aufwands-entschä-digung Steuerliche Behandlung nach R 13 Abs. 3 Satz 3 LStR Steuerliche Behandlung bei Übertragung nicht ausgeschöpfter steuerfreier Monatsbeträge
Steuer-frei sind: Steuer-pflichtig sind: Steuer-freier Höchst-betrag: Steuerpflichtig sind:
Januar 250 EUR 154 EUR 96 EUR 154 EUR 96 EUR
Februar 50 EUR 50 EUR 0 EUR 2x154 EUR = 308 EUR 0 EUR (250 + 50 - 308), Aufrollung des Januar
März 180 EUR 154 EUR 26 EUR 3x154 EUR = 462 EUR 18 EUR (250 + 50 + 180 - 462)
April 100 EUR 100 EUR 0 EUR 4x154 EUR = 616 EUR 0 EUR (250 + 50 + 180 + 100 - 616),Aufrollung des März
Mai 200 EUR 154 EUR 46 EUR 5x154 EUR = 770 EUR 10 EUR (250+50+180+100+200-770)
Summe 780 EUR 612 EUR 168 EUR 5x154 EUR = 770 EUR 10 EUR
Bei Verrechnung des nicht ausgeschöpften Freibetragsvolumens mit abgelaufenen Lohnzahlungszeiträumen ist im Februar der Lohnsteuereinbehalt für den Monat Januar und im April für den Monat  März zu korrigieren.
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