Wichtiger Hinweis

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Hinweis 8.1 (7) LStH 2011

Begriff der Mahlzeit
Zu den Mahlzeiten gehören alle Speisen und Lebensmittel, die üblicherweise der Ernährung dienen, einschließlich der dazu üblichen Getränke (>BFH vom 21.3.1975 - BStBl II S. 486 und vom 7.11.1975 - BStBl 1976 II S. 50).
Essenmarken
Beispiele zu R 8.1 Abs. 7 Nr. 4 Buchst. b
Beispiel 1:
Ein Arbeitnehmer erhält eine Essenmarke mit einem Wert von 1 EUR. Die Mahlzeit kostet 2 EUR.
Preis der Mahlzeit 2,00 EUR
./. Wert der Essenmarke 1,00 EUR
Zahlung des Arbeitnehmers 1,00 EUR
Sachbezugswert  der Mahlzeit 2,83 EUR
./. Zahlung des Arbeitnehmers 1,00 EUR
Verbleibender Wert 1,83 EUR
Anzusetzen ist der niedrigere Wert der Essenmarke 1,00 EUR
Beispiel 2:
Ein Arbeitnehmer erhält eine Essenmarke mit einem Wert von 3 EUR. Die Mahlzeit kostet 3 EUR.
Preis der Mahlzeit 3,00 EUR
./. Wert der Essenmarke 3,00 EUR
Zahlung des Arbeitnehmers 0,00 EUR
Sachbezugswert  der Mahlzeit 2,83 EUR
./. Zahlung des Arbeitnehmers 0,00 EUR
Verbleibender Wert 2,83 EUR
Anzusetzen ist der Sachbezugswert  2,83 EUR
Essenmarken und Gehaltsumwandlung
  • Änderung des Arbeitsvertrags
    Wird der Arbeitsvertrag dahingehend geändert, dass der Arbeitnehmer anstelle von Barlohn Essenmarken erhält, so vermindert sich dadurch der Barlohn in entsprechender Höhe (>BFH vom 20.8.1997 - BStBl II S. 667).
    Beispiel:
    Der Arbeitgeber gibt dem Arbeitnehmer monatlich 15 Essenmarken. Im Arbeitsvertrag ist der Barlohn von 3.500 EUR im Hinblick auf die Essenmarken um 60 EUR auf 3 440 EUR herabgesetzt worden.
    1. a)
      Beträgt der Verrechnungswert der Essenmarken jeweils 5 EUR, so ist dem Barlohn von 3 440 EUR der Wert der Mahlzeit mit dem Sachbezugswert  (15 x 2,83 EUR =) 42,45 EUR hinzuzurechnen.
    2. b)
      Beträgt der Verrechnungswert der Essenmarken jeweils 6 EUR, so ist dem Barlohn von 3.440 EUR der Verrechnungswert der Essenmarken (15 x 6 EUR =) 90 EUR hinzuzurechnen.
  • Keine Änderung des Arbeitsvertrags
    Ohne Änderung des Arbeitsvertrags führt der Austausch von Barlohn durch Essenmarken nicht zu einer Herabsetzung des steuerpflichtigen Barlohns. In diesem Fall ist der Betrag, um den sich der ausgezahlte Barlohn verringert, als Entgelt für die Mahlzeit oder Essenmarke anzusehen und von dem für die Essenmarke maßgebenden Wert abzusetzen.
    Beispiel:
    Ein Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttolohn von 3.500 EUR erhält von seinem Arbeitgeber 15 Essenmarken. Der Arbeitsvertrag bleibt unverändert. Der Arbeitnehmer zahlt für die Essenmarken monatlich 60 EUR.
    1. a)
      Auf den Essenmarken ist jeweils ein Verrechnungswert von 6 EUR ausgewiesen.
      Der Verrechnungswert der Essenmarke übersteigt den Sachbezugswert  von 2,83 EUR um mehr als 3,10 EUR. Die Essenmarken sind deshalb mit ihrem Verrechnungswert anzusetzen:
      15 Essenmarken × 6 EUR 90,00 EUR
      ./. Entgelt des Arbeitnehmers 60,00 EUR
      Vorteil 30,00 EUR
      Dieser ist dem bisherigen Arbeitslohn von 3 500 EUR hinzuzurechnen.
    2. b)
      Auf den Essenmarken ist jeweils ein Verrechnungswert von 5 EUR ausgewiesen.
      Der Verrechnungswert der Essenmarke übersteigt den Sachbezugswert  von 2,83 EUR um nicht mehr als 3,10 EUR. Es ist deshalb nicht der Verrechnungswert der Essenmarken, sondern der Wert der erhaltenen Mahlzeiten mit dem Sachbezugswert  anzusetzen:
      15 Essenmarken × Sachbezugswert  2,83 EUR 42,45 EUR
      ./. Entgelt des Arbeitnehmers 60,00 EUR
      Vorteil 0,00 EUR
      Dem bisherigen Arbeitslohn von 3.500 EUR ist nichts hinzuzurechnen.
Sachbezugsbewertung
Beispiel zu R 8.1 Abs. 7 Nr. 3
Der Arbeitnehmer zahlt 2 EUR für ein Mittagessen im Wert von 4 EUR.
Sachbezugswert  der Mahlzeit 2,83 EUR
./. Zahlung des Arbeitnehmers 2,00 EUR
geldwerter Vorteil 0,83 EUR
Hieraus ergibt sich, dass die steuerliche Erfassung der Mahlzeiten entfällt, wenn gewährleistet ist, dass der Arbeitnehmer für jede Mahlzeit mindestens einen Preis in Höhe des amtlichen Sachbezugswerts zahlt.
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