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Abschnitt 18.8. UStAE
Verfahren bei der Beförderungseinzelbesteuerung

(1) Befördert ein Unternehmer Personen im Gelegenheitsverkehr mit einem Kraftomnibus, der nicht im Inland zugelassen ist, wird die Umsatzsteuer für jede einzelne Beförderungsleistung durch die zuständige Zolldienststelle berechnet und festgesetzt, wenn bei der Ein- oder Ausreise eine Grenze zwischen dem Inland und dem Drittlandsgebiet (z. B. Grenze zur Schweiz) überschritten wird ( § 16 Abs. 5 , § 18 Abs. 5 UStG , Abschnitt 16.2 ). Wird im Einzelfall geltend gemacht, dass die Voraussetzungen für eine Besteuerung nicht gegeben seien, muss dies in eindeutiger und leicht nachprüfbarer Form gegenüber der Zolldienststelle nachgewiesen werden. Anderenfalls setzt die Zolldienststelle die Umsatzsteuer durch Steuerbescheid fest ( § 155 Abs. 1 AO ).
(2) Gegen die Steuerfestsetzung durch die Zolldienststelle ist der Einspruch gegeben ( § 347 Abs. 1 Satz 1 AO ). Die Zolldienststelle ist berechtigt, dem Einspruch abzuhelfen ( § 367 Abs. 3 Satz 2 AO , § 16 Abs. 5 Satz 3 UStG ). Hilft sie ihm nicht in vollem Umfang ab, hat sie die Sache dem für sie örtlich zuständigen Finanzamt zur weiteren Entscheidung vorzulegen. Der Einspruch kann auch unmittelbar bei dem zuständigen Finanzamt eingelegt werden.
(3) Anstelle der Beförderungseinzelbesteuerung kann der Unternehmer bei dem für ihn zuständigen Finanzamt die Besteuerung der Beförderungsleistungen im allgemeinen Besteuerungsverfahren ( § 18 Abs. 3 und 4 UStG ) beantragen ( § 16 Abs. 5b UStG ). Auf die Steuer, die sich danach ergibt, wird die bei den Zolldienststellen entrichtete Umsatzsteuer angerechnet, soweit sie auf diese Beförderungsleistungen entfällt ( § 18 Abs. 5b UStG ). Die Höhe der anzurechnenden Umsatzsteuer ist durch Vorlage aller im Verfahren der Beförderungseinzelbesteuerung von den Zolldienststellen ausgehändigten Durchschriften der Umsatzsteuererklärung (Vordruckmuster 2603) mit allen Steuerquittungen nachzuweisen.
(4) Ist das Verfahren der Beförderungseinzelbesteuerung nicht durchzuführen, weil bei der Ein- und Ausreise keine Grenze zum Drittlandsgebiet überschritten wird, ist das allgemeine Besteuerungsverfahren ( § 18 Abs. 1 bis 4 UStG ) durchzuführen. Zur umsatzsteuerlichen Erfassung in diesen Fällen vgl. § 18 Abs. 12 UStG und Abschnitt 18.17 .
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