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Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Steuer-Lexikon

Begünstigte Wohnobjekte


Die Eigenheimzulage ist mit Wirkung zum 01.01.2006 abgeschafft worden. Für Wohneigentum, das nach dem 31.12.2005 erworben oder mit dessen Herstellung nach dem 31.12.2005 begonnen wurde, besteht kein Anspruch mehr auf die Eigenheimzulage.
Nach § 2 EigZulG und bei der bis zum 31.12.1995 gültigen Wohneigentumsförderung nach § 10e EStG sind die Herstellung oder Anschaffung einer im Inland belegenen Wohnung im eigenen Haus oder einer im Inland belegenen eigenen Eigentumswohnung sowie Ausbauten und Erweiterungen an einer solchen Wohnung begünstigt. Hinsichtlich weiterer Einzelheiten Eigenheimzulage - Wohneigentumsförderung .
Der Begriff der Wohnung ist grundsätzlich nach bewertungsrechtlichen Kriterien auszulegen. Auf die Art des Gebäudes (Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhaus) kommt es nicht an.
Bei der Wohneigentumsförderung und der Eigenheimzulage wird nicht das Haus, sondern nur die zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung gefördert. Insbesondere bei Anschaffung oder Herstellung eines Zwei- oder Mehrfamilienhauses bedeutet dies, dass insgesamt nur eine Wohnung begünstigt wird.
Der Steuerpflichtige erwirbt ein Zweifamilienhaus mit zwei gleich großen Wohnungen, von denen er aber beide selbst bewohnt.
Lösung:
Die Steuerermäßigung ist nur für insgesamt eine Wohnung zu gewähren, da nur eine zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung begünstigt ist.

Praxistipp

Beim Erwerb eines Hauses mit mehreren Wohnungen können durch einfache bauliche Umgestaltungen vor der erstmaligen Nutzung mehrere Wohnungen zu einer Wohnung zusammengefasst werden.
Hier kommen bei Zwei- oder Mehrfamilienhäuser vor allem das Entfernen eines Küchenanschlusses und/oder die Aufhebung der räumlichen Trennung durch einen Durchbruch in Betracht. Wichtig ist, dass nach der baulichen Umgestaltung bewertungsrechtlich ein Einfamilienhaus bezogen auf die umgestalteten Wohnungen vorliegt.
Ausdrücklich von der Begünstigung ausgenommen sind Ferien- und Wochenendwohnungen. Das sind Wohnungen, die in einem Sondergebiet für Ferien- oder Wochenendhäuser liegen oder die wegen ihrer Bauweise nicht zum dauerhaften Wohnen geeignet sind (BFH, 28.03.1990 - X R 160/88, BStBl II 1990, 815). ( Ferienwohnung )
Ebenfalls von der Begünstigung ausgeschlossen sind so genannte "Schwarzbauten", d.h. ohne Baugenehmigung errichtete Gebäude. ( Schwarzbauten )
Wohnungen oder Anteile an einer Wohnung, die von einem nach § 26 EStG zusammenveranlagten Ehegatten angeschafft worden sind, sind weder nach dem EigZulG noch nach § 10e EStG begünstigt. Der Ausschluss der Förderung innerhalb der Ehegemeinschaft verhindert insbesondere, dass eine von Ehegatten gemeinsam genutzte Wohnung bei unveränderten Nutzungsverhältnissen nochmals gefördert wird. Jedoch kann der erwerbende Ehegatte die Eigenheimzulage von dem Jahr an, das auf das Jahr des Erwerbs folgt, bis zum Ende des Förderzeitraums in der bisherigen Höhe weiter erhalten, solange die Voraussetzungen des § 26 EStG vorliegen. Zum Erwerb eines Ehegatten-Miteigentumsanteils nach Wegfall der Voraussetzungen Objektverbrauch .
Wohnungen, die in einem räumlichen Zusammenhang liegen, können nicht gleichzeitig gefördert werden. Dies liegt beispielsweise bei einem Zwei- oder Mehrfamilienhaus vor. Der Anspruchsberechtigte kann lediglich für eine Wohnung die Steuerbegünstigung bzw. die Eigenheimzulage erhalten. Auch bei zwei nebeneinander liegenden Eigentumswohnungen liegt ein räumlicher Zusammenhang vor.
Zur Behandlung der Herstellung von Wohnungen auf fremden Grund und Boden siehe Eigenheimzulage - Anspruchsberechtigung .
Weiterhin von der Steuerbegünstigung nach § 10e EStG und der Begünstigung nach dem Eigenheimzulagengesetz ausgeschlossen sind Wohnungen, für die Absetzungen für Abnutzung als Betriebsausgaben oder Werbungskosten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung abgezogen werden, oder für Wohnungen, die im Rahmen der großen Übergangsregelung der Nutzungswertbesteuerung unterliegen.
Wohnungen, für die keine Steuerbegünstigung nach § 10e EStG bzw. nach dem EigZulG in Anspruch genommen werden können:
  • Ferien- und Wochenendwohnungen,
  • Wohnung ohne Baugenehmigung (Schwarzbauten),
  • Wohnungen, die vom Ehegatten angeschafft worden sind,
  • Wohnungen, die in einem räumlichen Zusammenhang liegen,
  • Wohnungen, die auf fremden Grund und Boden errichtet worden sind,
  • Wohnungen, die im Rahmen der doppelten Haushaltsführung berücksichtigt werden, Wohnungen, die noch der Nutzungswertbesteuerung unterliegen.
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