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Steuer-Lexikon

Berufsschule


Aufwendungen, die Auszubildenden durch die Fahrten zur Berufsschule entstehen, kann der Arbeitgeber als Reisekosten steuerfrei erstatten. Fahrtkosten mit dem eigenen oder überlassenen Pkw können mit 0,30 EUR/je gefahrenen Kilometer berücksichtigt werden. Dies gilt zumindest dann, wenn die Berufsschule nicht im räumlichen Zusammenahng mit der regelmäßigen Arbeitsstätte gelegen ist (BFH, 02.03.2011 - III B 106/10).
Anstelle einer Arbeitgebererstattung ist auch ein Werbungskostenabzug möglich. Dies kann insofern Bedeutung erlangen, als dass dadurch die Einkünfte des Kindes unter die für die Gewährung des Kindergeldes bzw. Kinderfreibetrages zu beachtende Grenze gedrückt werden können Kinder - Einkünfte und Bezüge .
Der Arbeitgeber kann auch über drei Monate hinaus Fahrtkosten steuerfrei erstatten. Die frühere Dreimonatsfrist für auswärtige Tätigkeiten ist aufghehoben worden. Für Verpflegungsmehraufwendungen gilt die Frist weiter.
Der wöchentlich ein- oder zweimalige Berufsschulbesuch kann jeweils als eigene (neue) Auswärtstätigkeit gewertet werden. Die 3-Monats-Frist für Verpflegungsmehraufwendungen ( R 9.6 Abs. 4 LStR ) ist hier nicht anzuwenden. Der Arbeitgeber kann die Fahrtkosten zuzüglich der Verpflegungsmehraufwendungen steuerfrei erstatten.
Wird die Berufsschule in der Woche mindestens an 3 Tagen besucht, ist dies eine durchgehende Auswärtstätigkeit( R 9.6 Abs. 4 LStR ).

Praxistipp

Der Auszubildende kann auch die Kosten zur Teilnahme an privaten Lernarbeitsgemeinschaften als Werbungskosten geltend machen. Jedoch muss er damit rechnen, dass das Finanzamt diese Kosten näher hinterfragt. Vielfach überwiegen hierbei auch private Interessen. Das Finanzamt ist auch berechtigt, die Teilnehmer einer Lernarbeitsgemeinschaft als Zeugen zu vernehmen (FG Düsseldorf, 04.06.2002 - 3 K 2300/99 E, EFG 2002, 1221).
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