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Steuer-Lexikon

Eigenheimzulage - Einkommensgrenze


Die Eigenheimzulage ist mit Wirkung zum 01.01.2006 abgeschafft worden. Für Wohneigentum, das nach dem 31.12.2005 erworben oder mit dessen Herstellung nach dem 31.12.2005 begonnen wurde, besteht kein Anspruch mehr auf die Eigenheimzulage.
Der Anspruch auf Eigenheimzulage ist von der Einhaltung von Einkommensgrenzen abhängig.
Nachfolgend wird die Rechtslage ab dem 01.01.2004 dargestellt. Diese gilt für alle Objekte, bei denen der Bauantrag nach dem 31.12.2003 gestellt oder der notarielle Kaufvertrag nach dem 31.12.2003 abgeschlossen wurde.
Voraussetzung für die Gewährung der Eigenheimzulage ist, dass die Summe der positiven Einkünfte im Erstjahr und in dem vorangegangenen Jahr insgesamt 70.000 EUR (Alleinstehende) bzw. 140.000 EUR (Ehegatten) nicht übersteigt. Für jedes berücksichtigungsfähige Kind erhöht sich dieser Betrag um 30.000 EUR. In den Fällen des § 9 Abs. 5 S. 3 EigZulG , d.h. wenn mehrere Anspruchsberechtigte Eigentümer einer Wohnung sind und diese beide für dasselbe Kind Anspruch auf die Kinderzulage haben, erhöht sich die Einkunftsgrenze für jeden Anspruchsberechtigten um 15.000 EUR.
Beachte:
  • Maßgebend ist - wie oben beschrieben - die Summe der positiven Einkünfte. D.h. Verluste aus einer Einkunftsart bleiben unberücksichtigt.
  • Die für die Gewährung der Eigenheimzulage maßgebende Einkunftsgrenze ist unabhängig von der bestandskräftig gewordenen Einkommensteuerfestsetzung zu ermitteln.
  • Hat der Anspruchsberechtigte bei der bestandskräftig gewordenen Einkommensteuerveranlagung von einem Wahlrecht Gebrauch gemacht, kann er im Rahmen des Antrags auf Eigenheimzulage sein Wahlrecht nicht abweichend ausüben. Er kann daher keine höheren Sonderabschreibungen in Anspruch nehmen, um die maßgebende Einkunftsgrenze nicht zu überschreiten (BFH, 04.11.2004 - III R 73/03).
Unter Erstjahr ist nicht das erste Jahr des Förderzeitraums zu verstehen. Erstjahr ist vielmehr das Kalenderjahr, in dem die Wohnung erstmals zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird und in dem die Grenze von 70.000 EUR bei Ledigen und 140.000 EUR bei Verheirateten nicht überschritten wird. Liegen diese Voraussetzungen in dem ersten Jahr des Förderzeitraums, in dem die Wohnung zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird, nicht vor, verschiebt sich das Erstjahr um ein weiteres Kalenderjahr. Anspruchsberechtigten, die nach dem Erstjahr die Grenze von 70.000 EUR bzw. 140.000 EUR überschreiten, wird die Eigenheimzulage weiterhin ausgezahlt. Anspruchsberechtigten, die die Grenze erst im Verlauf des Förderzeitraums unterschreiten, können die Eigenheimzulage ab diesem Jahr für den restlichen Förderzeitraum in Anspruch nehmen. Dies gilt selbst dann, wenn die Einkunftsgrenze in den nachfolgenden Jahren wieder überschritten wird.
A erwirbt am 01.11.2004 eine Eigentumswohnung, die noch bis zum 15.02.2005 vermietet ist. Nach Auszug der Mieter nutzt A die Wohnung zu eigenen Wohnzwecken. A hat folgenden Gesamtbetrag der Einkünfte (GdE) erzielt:
Jahr 2003 2004 2005 2006
Summe der positiven Einkünfte 30.000 35.000 37.000 32.000
Der achtjährige Förderzeitraum beginnt im Jahr der Anschaffung. Da A die Wohnung 2004 noch nicht zu eigenen Wohnzwecken nutzt, erhält er für 2004 noch keine Eigenheimzulage. 2004 kann daher nicht das Erstjahr sein. Auch das Jahr 2005 ist noch nicht das Erstjahr, da A in diesem Jahr die Einkommensgrenze von 70.000 EUR überschreitet. Er kann für dieses Jahr noch keine Eigenheimzulage erhalten, obwohl er in 2005 die Wohnung zu eigenen Wohnzwecken nutzt. Erst das Jahr 2006 ist das Erstjahr, denn der Gesamtbetrag der Einkünfte des Erstjahres 2006 und des Vorjahres 2005 übersteigen zusammen nicht 70.000 EUR, sodass A für den restlichen Förderzeitraum von 2006 bis 2011 die Eigenheimzulage erhält. Sollte später die Einkommensgrenze wieder überschritten werden, besteht der Anspruch auf Eigenheimzulage unverändert fort.
Die Grenze von 140.000 EUR gilt bei Ehegatten, die die Voraussetzungen der Ehegattenveranlagung erfüllten unabhängig von der Wahl der Veranlagungsart. D.h. durch die Wahl der getrennten Veranlagung kann die Eigenheimzulage nicht mehr "gerettet" werden, selbst wenn einer der beiden Ehegatten für sich alleine die Einkommensgrenze (für Ledige: 70.000 EUR) nicht überschreiten würde.
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