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Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Steuer-Lexikon

Freistellungsauftrag


Um bereits im Laufe des Jahres in den Genuss des Sparer-Pauschbetrags (früher Sparerfreibetrag ) zu kommen, können die zinszahlenden Kreditinstitute aufgrund der vom Sparer vorgelegten Freistellungsaufträge bis zu 801 EUR/1.602 EUR (Ledige / Verheiratete) vom Steuerabzug Abstand nehmen ( § 44a Abs. 2 Nr. 1 EStG ).
Bis zu dem im Freistellungsauftrag genannten Betrag an Zinsen behält das Kreditinstitut keine Kapitalertragsteuer ein.

Praxistipp

Der Freistellungsauftrag muss nicht jedes Jahr neu erteilt werden. Ein einmal unbefristet erteilter Freistellungsauftrag gilt solange, bis er ausdrücklich gegenüber dem Kreditinstitut widerrufen oder ein neuer Freistellungsauftrag erteilt wird.
Der Sparer-Pauschbetrag muss nicht auf ein Kreditinstitut beschränkt werden. Damit kann der Betrag durch mehrere Freistellungsaufträge beliebig auf mehrere Institute verteilt werden, solange der Gesamtbetrag nicht über den o.g. Beträgen liegt.
Ehegatten, die unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, haben ein gemeinsames Freistellungsvolumen und können deshalb nur gemeinsam Freistellungsaufträge erteilen. Der gemeinsame Freistellungsauftrag kann sowohl für Gemeinschaftskonten als auch für Konten oder Depots erteilt werden, die auf den Namen nur eines Ehegatten geführt werden.
Vom BMF wurde ein abgestimmtes Muster des Freistellungsauftrages für Kapitalerträge, die nach dem 31.12.2008 zufließen, bekannt gegeben (BMF, 02.07.2008 - IV C 1 - S 2056/0). Eine Beschränkung des Freistellungsauftrages auf einzelne Konten und/oder Depots desselben Kreditinstituts ist nicht mehr möglich. Bereits vor dem 01.01.2009 unter Beachtung des § 20 Abs. 4 EStG in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung erteilte Freistellungsaufträge behalten ihre Gültigkeit. Eine vom Kunden beauftragte beschränkte Anwendung auf einzelne Konten darf aber vom Kreditinstitut ab dem Jahr 2009 nicht mehr berücksichtigt werden.
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