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Steuer-Lexikon

Halbeinkünfteverfahren


Bei natürlichen Personen als Anteilseigner galt bis 2008 nach der Abschaffung des Anrechnungsverfahrens durch das Steuersenkungsgesetz ( StSenkG ) das sogenannte Halbeinkünfteverfahren ( § 3 Nr. 40 EStG VZ 2008 i.V.m. § 3c EStG VZ 2008 ). Das Halbeinkünfteverfahren bestand dabei aus zwei Komponenten. Über eine Steuerbefreiung in § 3 Nr. 40 EStG EStG VZ 2008 wurden bestimmte Einnahmen, z.B. Gewinnausschüttungen, zu 50 % steuerbefreit. Im Gegenzug dazu regelte § 3c Abs. 2 EStG VZ 2008 , dass im Zusammenhang mit solchen Einkünften stehende Werbungskosten bzw. Anschaffungskosten ebenfalls nur zu 50 % abgezogen werden durften.
Ab dem Veranlagungszeitraum 2009 gilt das Teileinkünfteverfahren . Hiernach sind nur noch 40 % der Einkünfte von natürlichen Personen als Anteilseigner steuerfrei, sofern diese Einkünfte dem betrieblichen Bereich (Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständige Arbeit) zuzuordnen sind ( § 3 Nr. 40 EStG ). Befinden sich Beteiligungen natürlicher Personen im Privatvermögen , unterliegen die laufenden Einkünfte hieraus und die Einkünfte aus Veräußerungen der Beteiligungen grundsätzlich der Abgeltungsteuer . Werden die Beteiligungen im Betriebsvermögen eines Einzelunternehmers oder einer Personengesellschaft gehalten, ist grundsätzlich für die Besteuerung der laufenden Einkünfte und der Gewinne aus Veräußerungen der Beteiligungen das Teileinkünfteverfahren maßgebend.
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