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Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Steuer-Lexikon

Mehraufwendungen für Verpflegung


  • Übersicht über die Höchst- und Pauschbeträge für Mehraufwand für Verpflegung
    Für Auswärtstätigkeiten und doppelte Haushaltsführung gelten einheitliche Pauschbeträge. Die Aufwendungen können nicht mit den tatsächlichen Kosten berücksichtigt werden.
    Dauer der Auswärtstätigkeit
    Pauschbetrag
    Mindestens 8 Stunden
    6 EUR
    Mindestens 14 Stunden
    12 EUR
    Mindestens 24 Stunden
    24 EUR
    Es besteht eine Sonderregelung für Tätigkeiten, die nach 16 Uhr begonnen und vor 8 Uhr des nachfolgenden Tages beendet werden: Danach wird die gesamte Abwesenheitsdauer im o.g. Zeitrahmen dem Kalendertag der überwiegenden Abwesenheit zugerechnet, wenn eine Übernachtung nicht stattgefunden hat.
    Dienstreisebeginn 16.00 Uhr am 05.02.;
    keine Übernachtung Rückkehr 7.00 Uhr am 06.02
    Lösung:
    Abwesenheit 05.02.: 8 h Abwesenheit 06.02.: 7 h, Summe 15 h, die dem 05.02. zugerechnet werden und dort zur Berücksichtigung einer Verpflegungspauschale von 12 EUR führen.
    Abwandlung
    Am 05.02. ist bereits morgens um 5.00 Uhr eine andere Dienstreise begonnen und um 13.30 Uhr beendet worden: Abwesenheit 8,5 h + 15,0 h aus Sonderregelung, Gesamtabwesenheit am 05.02. = 23,5 h: Zu berücksichtigender Pauschbetrag 12 EUR
    Für den Ansatz von Verpflegungsmehraufwendungen bei Auslandsdienstreisen treten an die Stelle der vorgenannten Pauschbeträge länderweise unterschiedliche Auslandstagegelder. Die zurzeit geltenden Pauschbeträge für Auslandsdienstreisen sind im BMF-Schreiben vom 09.11.2004, IV C 5 - S 2353 - 108/04 veröffentlicht, s. auch Reisekosten im Ausland .
    Im Übrigen gilt für Auswärtstätigkeitendie generelle Begrenzung des Abzugs von Verpflegungsmehraufwendungen auf 3 Monate. Eine Ausnahme besteht dann, wenn die Auswärtstätigkeit nur an ein bis zwei Tagen wöchentlich stattfindet ( R 9.6 Abs. 4 LStR ).
  • Pauschalierung der Lohnsteuer für Verpflegungsmehraufwendungen (§ 40 Abs. 2 Satz Nr. 4 EStG)
    Es besteht die Möglichkeit, vom Arbeitgeber über die steuerfreien Pauschbeträge hinaus gezahlte Verpflegungsmehraufwendungen pauschal zu besteuern. Die Lohnsteuer kann dazu gemäß § 40 Abs. 2 S. 1 Nr. 4 EStG mit einem Pauschsteuersatz von 25 % erhoben werden. Die Pauschalierung der Lohnsteuer ist allerdings auf den Betrag des jeweils gültigen Pauschbetrags für Verpflegungsmehraufwendungen beschränkt. Zahlt der Arbeitgeber somit mehr als das Doppelte des Pauschbetrags, sind die übersteigenden Beträge individuell nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte zu versteuern.
    Die steuerpflichtigen Tagegelder sind, soweit sie nach § 40 Abs. 2 EStG pauschaliert werden, beitragsfrei in der Sozialversicherung (vgl. § 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung ).
  • Weitere Einzelheiten zu Verpflegungsmehraufwendungen
    Näheres über Art und Umfang der berücksichtigungsfähigen Mehraufwendungen ist in den R 9.6 LStR und R 9.11 Abs. 5 LStR geregelt. Zu Einzelheiten siehe Reisekosten ( Dienstreise ), Doppelte Haushaltsführung , Einsatzwechseltätigkeit , Fahrtätigkeit , Auswärtstätigkeit und die oben stehenden Übersichten.
    Der Arbeitgeber kann die Mehraufwendungen für Verpflegung im Rahmen der zulässigen Grenzen steuerfrei erstatten. Die Vorschriften über die Steuerfreiheit des Arbeitgeberersatzes sind
    festgelegt.

    Praxistipp

    Sofern Mehraufwendungen für Verpflegung vom Arbeitnehmer im Rahmen einer Veranlagung zur Einkommensteuer als Werbungskosten geltend gemacht werden, prüft das Finanzamt nicht, ob die Gewährung von Pauschalen zu einer unzutreffenden Besteuerung führen kann.
  • Einsatz auf Schiffen
    Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit rechtskräftigem Urteil vom 28.09.2007 (FG Düsseldorf, 28.09.2007 - 18 K 638/06 E) entschieden, dass Schiffe auf hoher See völkerrechtlich als "schwimmender Gebietsteil" des Landes anzusehen sind, dessen Flagge sie führen. Schiffe der Bundesmarine gehören demnach völkerrechtlich immer zum Inland. Hiervon ausgehend sprach das Gericht dem Steuerpflichtigen im Streitfall nur die Inlandspauschalen zu. Die Lohnsteuerrichtlinien ( R 39 Abs. 3 Nr. 2 LStR 2005 , R 9.6 Abs. 3 Nr. 2 LStR 2008 ) hält das Finanzgericht Düsseldorf nicht für einschlägig, weil es an einer Tätigkeit im Ausland fehle.
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