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Steuer-Lexikon

Personenkonten


Zu den Sachkonten gehören auch die Kundenforderungen - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Forderungen aus L+L) und die Lieferantenverbindlichkeiten - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Verbindlichkeiten aus L+L). Häufig werden jedoch für die einzelnen Kunden und Lieferanten zusätzlich Personenkonten geführt. Insbesondere bei einer Vielzahl verschiedener Kunden und Lieferanten ist dies auf Grund der besseren Übersichtlichkeit geboten.
Werden Personenkonten geführt, dann weisen die Bestandskonten (Forderungen aus L+L und Verbindlichkeiten aus L+L) in der Regel nur die Summen der offenen Kundenforderungen bzw. der offenen Lieferantenverbindlichkeiten aus. Für die Nachprüfbarkeit der Buchungen einzelner Geschäftsvorfälle (vgl. Tz. 2 GoB - Verfolgbarkeit der Geschäftsvorfälle ) sind in diesen Fällen die Personenkonten unentbehrlich.
Für jeden Kunden und für jeden Lieferanten, bei denen zwischen Entstehung der Forderung bzw. Entstehung der Verbindlichkeit und der Zahlung eine gewisse Zeit (mehrere Tage) liegt, ist grundsätzlich ein Personenkonto einzurichten. Zu den Ausnahmen und Erleichterungen vgl. Ausführungen zu Kreditgeschäfte .
Die Personenkonten für die Kundenforderungen ( Debitoren ) und die Personenkonten für die Lieferantenverbindlichkeiten ( Kreditoren ) fließen mit ihren Salden über die Bestandskonten (Forderungen aus L+L und Verbindlichkeiten aus L+L) in die Bilanz ein.
Beispiele debitorischer und kreditorischer Buchungen im System DATEV:
Vorbemerkung:
Die für die Kunden bzw. Lieferanten zur Verfügung stehenden Kontennummern sind fünfstellig. Die Debitorenkonten können von "10000" bis "69999", die Kreditorenkonten von "70000" bis "99999" jeweils in alphabetischer Reihenfolge eingerichtet werden. Die Salden aller Bewegungen auf den Personenkonten werden automatisch in die dafür vorgesehenen Sammelkonten eingestellt. Im SKR 03 sind für die Debitoren das Forderungskonto "1400" (aktives Bestandskonto) und für die Kreditoren das Verbindlichkeitskonto "1600" (passives Bestandskonto) eingerichtet. Auf diese Konten können keine Direktbuchungen vorgenommen werden.
1. Kundenforderung
Geschäftsvorfall:
Verkauf von Ware 11.600 EUR (incl. 16 % USt) an Kunde K (Konto 12200) am 08.04.2006. Zahlung der Ware am 25.04.2006 (Überweisung auf betriebliches Bankkonto 1200).
Warenverkauf:
12200 (Debitor)
11.600 EUR
an
8400 (Erlöse)
11.600 EUR
(8400 = Konto mit
automatischer USt)
bedeutet:
Forderung Kunde K
11.600 EUR
an
Erlöse
10.000 EUR
USt
1.600 EUR
Zahlung:
1200
11.600 EUR
an
12200 (Debitor)
11.600 EUR
bedeutet:
Bank
11.600 EUR
an
Forderung Kunde K
11.600 EUR
2. Lieferantenverbindlichkeit
Geschäftsvorfall:
Einkauf von Ware 23.200 EUR (incl. 16 % USt) von Lieferant L (Konto 72200) am 28.12.2005. Zahlung der Ware am 08.01.2006 (Überweisung vom betrieblichen Bankkonto 1200).
Warenverkauf:
3400
23.200 EUR
an
72200 (Kreditor)
23.200 EUR
(3400 = Konto mit
automatischer VorSt)
bedeutet:
Wareneinkauf
20.000 EUR
an
Verbindlichkeit Lieferant L
23.200 EUR
VorSt
3.200 EUR
Jahresabschluss 2005:
Im Rahmen des Jahresabschlusses 2005 fließt die Verbindlichkeit des Personenkontos 72200 (Kreditor Lieferant L) i.H.v. 23.200 EUR in die Summe aller offenen Verbindlichkeiten ein und wird über das Sammelkonto "1600" abgeschlossen.
Zahlung der Ware in 2006:
72200 (Kreditor)
23.200 EUR
an
1200
23.200 EUR
bedeutet:
Verbindlichkeit Lieferant L
23.200 EUR
an
Bank
23.200 EUR
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