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Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Steuer-Lexikon

Sparerfreibetrag


Von den Einkünften aus Kapitalvermögen wird bis 2008 neben dem Abzug von Werbungskosten (ggf. Werbungskosten-Pauschbetrag ) ein Sparerfreibetrag abgezogen. Dieser beträgt
Jahr
Ledige, Geschiedene,
getrennt Lebende, verwitwete, Ehegatten mit getrennter und besonderer
Veranlagung
Ehegatten, die
zusammenveranlagt werden
bis 1992
600 DM
1.200 DM
1993 - 1999
6.000 DM
12.000 DM
2000/2001
3.000 DM
6.000 DM
ab 2002
1.550 EUR
3.100 EUR
ab 2004
1.370 EUR
2.740 EUR
2007 und 2008
750 EUR
1.500 EUR
Bei Ehegatten wird der Sparerfreibetrag zunächst bei jedem Ehegatten berücksichtigt. Schöpft ein Ehegatte seinen Sparerfreibetrag nicht oder nicht in voller Höhe aus, kann der verbleibende Rest auf den anderen Ehegatten übertragen werden.
Durch den Abzug des Sparerfeibetrags dürfen grundsätzlich keine Verluste entstehen. Hat bei Ehegatten einer von beiden Kapitaleinkünfte in ausreichender Höhe, kann der Sparerfreibetrag in voller Höhe bei diesem Ehegatten abgezogen werden, selbst wenn der andere Ehegatte Verluste aus Kapitalvermögen hat.
Beispiel 1
Ehemann
Ehefrau
Zusammen
Einkünfte
0 EUR
./. 1.100 EUR
./. 1.100 EUR
Einnahmen Kalenderjahr 2006
3.140 EUR
-
3.140 EUR
Werbungskosten
./. 400 EUR
./. 1.100 EUR
./. 1.500 EUR
----------
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Zwischensumme
2.740 EUR
./. 1.100 EUR
1.640 EUR
Sparerfreibetrag
2.740 EUR
--
2.740 EUR
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Praxistipp

Ehegatten, die sowohl über verlustbringende Anlagen als auch Gewinn bringende Anlagen verfügen und deren gemeinsamen Einkünfte (vor Sparerfreibetrag) unter 1.500 EUR liegen, sollten die Gewinn bringenden Anlagen komplett auf den einen und die verlustträchtigen Anlagen voll auf den anderen Ehegatten konzentrieren. Auf diese Weise profitieren sie von der vollen Höhe des Sparerfreibetrags (vgl. Beispiel oben). Bei einer anderen gemischten Aufteilung der Anlage kann ein Teil des Sparerfreibetrags trotz insgesamt gleicher Einkünfte ins Leere gehen.
Beispiel 2
Ehemann
Ehefrau
Zusammen
Einkünfte
0 EUR
0 EUR
0 EUR
Einnahmen Kalenderjahr 2006
1.770 EUR
1.800 EUR
3.570 EUR
Werbungskosten
400 EUR
1.100 EUR
1.500 EUR
Zwischensumme
1.370 EUR
700 EUR
2.070 EUR
Sparerfreibetrag
1.370 EUR
700 EUR
2.070 EUR
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Nur durch die anderweitige Verteilung der Einnahmen ergeben sich gegenüber dem Beispiel 1 um 1.100 EUR höhere Einkünfte. Der Verlust, der sich im Beispiel 1 ergab und der mit anderen Einkünften verrechnet werden könnte, ist im Beispiel 2 entfallen.

Praxistipp

Es empfiehlt sich, aufgrund des ab 2007 weiter abgesenkten Sparerfreibetrages möglicherweise stärker in Papiere mit laufendem Zinszufluss zu investieren.
Bei thesaurierenden Papieren, bei denen der gesamte Kapitalertrag in einem Jahr zufließt, kann es künftig sehr viel schneller zu einer Überschreitung des Sparerfreibetrags kommen.
Zur Auswirkung auf eventuell erteilte Freistellungsaufträge vgl. Freistellungsauftrag .
Ab dem VZ 2007 wird der Sparer-Freibetrag auf 750 EUR bzw. 1.500 EUR bei Verheirateten "halbiert". Der Bundesrat hat am 07.07.2006 der entsprechenden Regelung des Steueränderungsgesetzes 2007 zugestimmt.
Mitteilungspflichten bei Kapitaleinkünften (§ 45d Abs. 1 Nr. 3 EStG)
Bis 1999 waren vor allem die Kreditinstitute verpflichtet, dem Bundesamt für Finanzen (Bundeszentralamt für Steuern - BZSt) die Höhe der erteilten Freistellungsaufträge Ihrer Kunden zu Kontrollzwecken mitzuteilen. Diese Mitteilungen werden durch das BfF/BZSt zusammengefasst und den zuständigen Finanzämtern als Kontrollmaterial zur Verfügung gestellt.
Ab 2000 muss nicht mehr die Höhe des Freistellungsauftrags mitgeteilt werden, sondern
  • die tatsächliche Höhe der auf Grund des Freistellungsauftrags ohne Steuerabzug (Zinsabschlagsteuer) ausgezahlten Kapitalerträge und
  • die Höhe der Kapitalerträge, für die auf Grund eines Freistellungsauftrags beim BfF die Erstattung von Kapitalertragsteuer bzw. die Vergütung von Körperschaftsteuer beantragt wurde.
Dadurch wird für die Finanzverwaltung sehr viel einfacher als früher festzustellen sein, ob tatsächlich Kapitalerträge über den steuerfreien Grenzen angefallen sind.
Kreditinstitute oder Finanzdienstleistungsinstitute, die nach § 45a EStG zur Ausstellung von Steuerbescheinigungen berechtigt sind, sowie Wertpapierhandelsunternehmen und Wertpapierhandelsbanken haben dem Gläubiger der Kapitalerträge ab 2004 für alle Depots und Kosten eine zusammenfassende Jahresbescheinigung auszustellen, die das Finanzamt künftig auswerten kann ( § 24c EStG ).
Der bisherige Sparer-Freibetrag in Höhe von 750 EUR (bzw. 1.500 EUR bei Verheirateten) und der bisherige Werbungskosten-Pauschbetrag in Höhe von 51 EUR gehen ab 2009 in den neuen Sparer-Pauschbetrag auf (750 EUR + 51 EUR = 801 EUR). Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 801 EUR, bei zusammenveranlagten Ehegatten 1.602 EUR. Die tatsächlichen Werbungskosten sind durch den Ansatz des neuen Sparer-Pauschbetrages abgegolten. Der Ansatz der tatsächlichen Werbungskosten ist nach § 20 Abs. 9 Satz 1 2. Halbsatz EStG ausgeschlossen.
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