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Steuer-Lexikon

Spekulationsgeschäft - Anteilsveräußerung


Als privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 Abs. 1 Nr. 4 EStG gilt auch die Veräußerung von ehemals einbringungsgeborenen Anteilen an Kapitalgesellschaften, für die ein Antrag nach § 21 Abs 2 Satz 1 Nr. 1 UmwStG auf freiwillige Aufdecken der stillen Reserven ohne Veräußerung der Anteile gestellt worden ist.
§ 21 UmwStG regelt im Grundsatz, dass Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften, die durch Einbringung eines Betriebs oder Teilbetriebs zu Buchwerten erworben worden sind (einbringungsgeborene Anteile), bei der Veräußerung auch dann besteuert werden müssen, wenn die Voraussetzungen des § 17 EStG nicht vorliegen. § 21 UmwStG bietet aber die Möglichkeit, diese Steuerverstrickung der Anteile dadurch aufzulösen, dass der Anteilseigner zu einem beliebigen Zeitpunkt die in den Anteilen enthaltenen stillen Reserven freiwillig ohne Veräußerung aufdeckt und versteuert. Bei einem späteren Verkauf würden die Veräußerungserlöse dann nicht mehr der Besteuerung nach § 21 UmwStG unterliegen.
§ 23 Abs. 1 Nr. 4 EStG regelt, dass im Falle der freiwilligen Entstrickung der Anteile ein Spekulationsgeschäft vorliegt, wenn die Anteile innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr nach der Versteuerung gem. § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UmwStG vom Anteilseigner veräußert werden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Bewertungsschwierigkeiten bei der Steuerentstrickung dazu führen, über einen relativ zeitnahen anschließenden Verkauf einen Teil der in den Anteilen enthaltenen stillen Reserven steuerfrei im Privatvermögen zu realisieren.
A hatte vor Jahren sein Einzelunternehmen gegen die Gewährung von 8 % Gesellschaftsanteilen in die ABC-GmbH zum Buchwert eingebracht. Zum 31.12.2005 stellt A den Antrag auf Versteuerung nach § 21 Abs. 2 Satz 1 UmwStG . Der als Veräußerungspreis anzusetzende gemeine Wert der Anteile wurde zum 31.12. im Einvernehmen mit dem Finanzamt mit 750.000 EUR ermittelt. Am 01.10.2006 veräußert A seine Anteile zu einem Preis von 1.000.000 EUR.
Lösung:
Die Veräußerung der Anteile innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr nachdem ein Antrag auf Versteuerung gem. § 21 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 UmwStG gestellt worden ist, daher gilt der Verkauf als Spekulationsgeschäft.
Die Einkünfte sind wie folgt zu ermitteln:
Veräußerungserlös 1.000.000 EUR
- abzgl. Anschaffungskosten (= Wert 31.12.1998) 750.000 EUR
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= Spekulationseinkünfte 250.000 EUR
In diesen Fällen tritt hinsichtlich der Ermittlung des Veräußerungsgewinns, wie im Falle der Veräußerung im Anschluss an eine Entnahme ( Spekulationsgeschäft - Entnahmen ), der bei der Versteuerung nach § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UmwStG zu Grunde gelegte gemeine Wert an die Stelle der Anschaffungskosten der Beteiligung.
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