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Steuer-Lexikon

Verpflegungsmehraufwendungen


Der Arbeitgeber kann Aufwendungen im Zusammenhang mit beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten ( R 9.4 LStR ) und doppelter Haushaltsführung erstatten, siehe Reisekosten und Mehraufwand für Verpflegung . Ansonsten hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, die im Rahmen von Auswärtstätigkeiten anfallenen Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten geltend zu machen.
Verpflegungsmehraufwendungen aus Anlass von Auswärtstätigkeiten und doppelter Haushaltsführung können gem. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 EStG längstens 3 Monate berücksichtig werden. Bei derselben Auswärtstätigkeit beschränkt sich der Abzug der Verpflegungsmehraufwendungen auf die ersten drei Monate. Dieselbe Auswärtstätigkeit liegt nicht vor, wenn die auswärtige Tätigkeitsstätte nur an ein bis zwei Tagen wöchentlich aufgesucht wird ( R 9.6 Abs. 4 Satz 4 LStR ).
Architekt A ist zur Koordinierung einer Großbaustelle für 12 Monate jeden Montag auf einer Baustelle in B. Der Arbeitgeber kann für den gesamten Zeitraum Verpflegungsmehraufwendungen steuerfrei erstatten.

Praxistipp

Die Frist beginnt erneut, wenn der Einsatz mindestens für vier Wochen unterbrochen worden ist ( R 9.6 Abs. 4 Satz 4 LStR ).
Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit rechtskräftigem Urteil (FG Düsseldorf, 28.09.2007 - 18 K 638/06 E) entschieden, dass Schiffe auf hoher See völkerrechtlich als "schwimmender Gebietsteil" des Landes anzusehen sind, dessen Flagge sie führen. Schiffe der Bundesmarine gehören demnach völkerrechtlich immer zum Inland. Hiervon ausgehend sprach das Gericht dem Steuerpflichtigen im Streitfall nur die Inlandspauschalen zu. Die Lohnsteuerrichtlinien ( R 39 Abs. 3 Nr. 2 LStR 2005 bzw. R 9.6 Abs. 3 Nr. 2 LStR 2008 ) hält das Finanzgericht Düsseldorf nicht für einschlägig, weil es an einer Tätigkeit im Ausland fehle.
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