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Online-Ausgabe Nr. 140 vom 20.01.2006

ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)

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I N H A L T S V E R Z E I C H N I S


1. Aktuelles

2. Aus der Steuerverwaltung

3. Aus der Rechtsprechung

4. Neue Fachliteratur

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1. Aktuelles



Absetzung von Steuerberaterkosten beim Finanzamt

"Zum 1. Januar 2006 wurde der Sonderausgabenabzug für Steuerberatungskosten gestrichen. In Anfragen und Gesprächen wurde deutlich, dass in der Öffentlichkeit Unklarheiten über die Auswirkungen dieser Neuregelung bestehen. Manche Bürgerinnen und Bürger gehen nun davon aus, Steuerberatungskosten seien generell nicht mehr abziehbar. Dies trifft nicht zu", erläuterte Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus am Freitag (13. Januar 2006) in Stuttgart.

 

Betroffen von der Streichung des Sonderausgabenabzugs sind nur die ab dem 1. Januar 2006 gezahlten privaten Steuerberatungskosten. Dazu gehören beispielsweise die mit der Erstellung einer Erbschaftsteuererklärung anfallenden Beratungskosten. Beruflich oder betrieblich veranlasste Steuerberatungskosten können dagegen weiterhin als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden.

 

Steuerberatungskosten für die Erstellung der Einkommensteuererklärung müssen daher künftig aufgeteilt werden. Nicht mehr abziehbar sind insbesondere die anteiligen Kosten für die Erstellung des Mantelbogens und der Anlage "Kind". Abziehbar bleibt dagegen der Teil der Steuerberatungskosten, der mit der Ermittlung und Erklärung der jeweiligen Einkünfte zusammenhängt.

 

Für Arbeitnehmer ist das zum Beispiel die Ermittlung der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und das damit verbundene Ausfüllen der Anlage "N". Die dadurch verursachten Kosten sind als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abziehbar, soweit sie zusammen mit anderen Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 Euro übersteigen. Steuerberatungskosten im Zusammenhang mit Kapitaleinkünften und dem damit verbundenen Ausfüllen der Anlagen "KAP" und gegebenenfalls "AUS" wirken sich bei den Einkünften aus Kapitalvermögen als Werbungskosten aus, soweit sie höher sind als der Werbungskostenpauschbetrag von 51 Euro beziehungsweise 102 Euro bei Ehegatten. Entsprechendes gilt für den Teil der Steuerberatungskosten, der mit weiteren Einkünften zusammenhängt. "Damit kann regelmäßig ein wesentlicher Teil der Steuerberatungskosten weiterhin steuerlich berücksichtigt werden", erklärte Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus abschließend.

 

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ElsterFormular 2005/2006 ab sofort verfügbar

„Über 3,5 Millionen Bürger haben letztes Jahr ihre Einkommensteuererklärung elektronisch beim Finanzamt eingereicht. Ein Großteil der Bürger vertraut dabei auf ElsterFormular, das kostenlose Steuererklärungsprogramm der Finanzverwaltung. Das Programm ist ab sofort in der neuen Version für 2005 erhältlich“, erklärten die Finanzminister/-innen der Länder am Montag (16.1.) in München.

 

Das neue ElsterFormular 2005/2006 zur Erstellung einer elektronischen Steuererklärung (ELSTER) steht ab sofort kostenlos im Internet zum Herunterladen und ab Ende Januar auf CD-ROM bei den Finanzämter zur Verfügung.

 

Der Service für die Nutzer von ELSTER wurde weiter optimiert. Bisher war es für die gesetzlich vorgeschriebene persönliche Unterschrift notwendig, zusätzlich eine komprimierte Steuererklärung auf Papier beim Finanzamt einzureichen. Dieser Papieraufwand kann nun mit Hilfe eines neuen elektronischen Zertifikates vermieden werden. Das Zertifikat ersetzt die Unterschrift und stellt eine eindeutige Identifizierung sicher. Interessierte können sich das Zertifikat im neuen Internet-Portal der Finanzverwaltung unter www.elsteronline.de beschaffen. „Damit bietet die Finanzverwaltung alles für eine papierlose Steuererklärung mit höchster Sicherheit an“, sagten die Finanzminister/-innen der Länder.

 

Anders als bei der Papiererklärung werden die Steuerdaten bei ELSTER vom Bürger elektronisch erfasst und dem Finanzamt überspielt. Die manuelle Eingabe beim Finanzamt wird überflüssig. Die Finanzminister/-innen der Länder: „Wer die Steuerverwaltung unterstützt, Arbeit zu vermeiden, soll auch Steuererstattungen schneller erhalten“. Die Finanzämter sind deshalb in fast allen Ländern angewiesen, ELSTER-Erklärungen vorrangig zu bearbeiten. Als weiteren Vorteil kontrolliert das Programm die Eingaben mittels einer internen Plausibilitätsprüfung und vermeidet so Eingabefehler. Ein integriertes Steuerberechnungsprogramm ermittelt unverbindlich die sich aus den Angaben ergebende Steuerschuld und sorgt so - vorbehaltlich von Korrekturen durch das Finanzamt - für Klarheit und Kalkulierbarkeit der persönlichen Steuerschuld.

 

Die elektronische Steuererklärung verzichtet weitestgehend auf Papierverkehr: Wer ELSTER nutzt, muss gesetzlich nicht zwingend einzureichende Belege dem Finanzamt nur auf Anforderung vorlegen. Diese Bestätigungen sind jedoch bis zur Bestandskraft des Steuerbescheides aufzubewahren. Ausgenommen hiervon sind die gesetzlich geforderten Unterlagen - z.B. Steuerbescheinigungen sowie Einzelaufstellungen bei Überschusseinkünften. Auch dieser Papierverkehr wird schrittweise abgebaut. So sind die Arbeitgeber bereits gesetzlich verpflichtet, die Lohnsteuerdaten ihrer Arbeitnehmer elektronisch an die Steuerverwaltung zu übermitteln. Daher ist nur noch in den wenigen Ausnahmefällen, in denen Arbeitgeber noch keine elektronische Datenübermittlung vornehmen, noch die Abgabe der papierenen Lohnsteuerkarte zusammen mit der Steuererklärung notwendig.

 

ElsterFormular 2005/2006 unterstützt die Einkommensteuererklärung 2005, die Umsatzsteuererklärung 2005, die Gewerbesteuererklärung 2005 sowie die Umsatzsteuer-Voranmeldung 2006, die Lohnsteuer-Anmeldung 2006 und die Lohnsteuerbescheinigung 2005.

 

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Einkommensteuergesetz (EStG) in der aktuellen Fassung

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Kostenloser Ratgeber - SteuerGuide 2006

Eigenheimzulage? Seit Januar abgeschafft. Pendlerpauschale? Wird jetzt erst ab dem 21. Fahrtkilometer gewährt. Arbeitszimmer? Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer berücksichtigt der Fiskus nur noch dann, wenn dort der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit liegt. Keine Frage: Nachdem 2004 und 2005 bereits sehr weit reichende Steueränderungen wie etwa das Paket zum Alterseinkünftegesetz auf dem Plan standen, bringt die Große Koalition nun derartig viele Neuerungen wie schon lange nicht mehr auf den Weg, so dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung bereits kommentiert: „Die Große Koalition geht in der Finanzpolitik auf abenteuerliche Fahrt. Dabei scheut sie weder Risiko noch Kritik.“ Die Folgen für den Bürger sind dabei gleich unter zwei Gesichtspunkten sehr aufwendig: So ist der neu geschaffene Steuerdschungel ohne ausreichende Expertise noch schwieriger zu durchdringen. Und zum zweiten ist das Steuersparen mit den neuen Vorschriften und Gesetzen wesentlich erschwert worden.

 

Licht ins Steuerdickicht und viel praktischen Nutzwert bietet der „Haufe SteuerGuide 2006“ – und das zum Nulltarif! Ein übersichtliches Booklet mit den relevanten Steuer- und Wirtschaftsrechtsänderungen 2006, in dem der Steuerpflichtige alles Wichtige schnell nachschlagen kann. Die Redaktionen der Haufe Zeitschrift „Consultant“, der Steuerrechtsdatenbank „Haufe Steuer Office“ sowie die Fachautoren der Beratungsgruppe Ecovis haben mit dem 80 Seiten starken SteuerGuide eine kompakte und kompetente Übersicht über die neue Rechtslage 2006 geschaffen, die sich alle Interessenten unten auf dieser Seite kostenlos herunterladen können. Das Plus: Hier lesen die Steuerzahler nicht nur was sich ändert, sondern auch welche Gegenstrategie sie fahren müssen, um kein Geld zu verschenken.

 

In 15 Kapiteln behandelt der SteuerGuide Fakten, die nahezu alle Steuerbürger betreffen, wie die Pendlerpauschale, Kosten für Arbeitszimmer oder Kindergeld und Kinderfreibeträge. Darüber hinaus natürlich auch die vielen Neuerungen für Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige wie das neue Formular für die Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) für den Jahresabschluss und die veränderten Abschreibungsregelungen. Durchweg kompetent verfasst, aber ebenso einfach verständlich, so dass auch Steuerlaien schnell einen Überblick bekommen. Dazu dienen vor allem die praxisnahen Beispielfälle, übersichtlich aufgebaute Tabellen und die deutliche Angabe aller wichtigen Fristen. Und: Da viele Steuerexperten davon ausgehen, dass die Große Koalition auch über 2006 hinaus tiefe Einschnitte ins Steuerrecht vornehmen wird, enthält der „Haufe SteuerGuide 2006“ selbstverständlich auch eine Vorschau auf weitere geplante Maßnahmen bis zum Jahr 2008.

 

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2. Aus der Steuerverwaltung



Übersicht der Doppelbesteuerungsabkommen am 1. Januar 2006

Mit einem aktuellem BMF-Schreiben wurde eine Übersicht über den gegenwärtigen Stand der Doppelbesteuerungsabkommen und der Abkommensverhandlungen veröffentlicht.

 

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3. Aus der Rechtsprechung



Nachträgliche Prüfung von Ursprungsnachweisen

Für eine in der Form des Verwaltungsakts getroffene zollamtliche Feststellung, der Ausführer habe für eine nach Rumänien exportierte Ausfuhrsendung die Ursprungserklärung auf der Rechnung zu Unrecht abgegeben, enthält das Abkommen EG-Rumänien keine Rechtsgrundlage.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 15. November 2005 VII R 55/04)

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Keine Teilwertabschreibung eigenkapitalersetzender Darlehen wegen Unverzinslichkeit

1. Die Teilwertabschreibung eines eigenkapitalersetzenden Dar­lehens, das der Betriebskapitalgesellschaft vom Gesellschafter des Besitz­unternehmens gewährt wurde, kann nicht auf die Un­verzinslichkeit der im Sonderbetriebsvermögen II bilanzierten Darlehensforderung gestützt werden. Es gelten vielmehr die Grundsätze, die der Senat in seinem Urteil vom 6. November 2003 IV R 10/01 (BFHE 204, 438, BStBl II 2004, 416) aufgestellt hat.

 

2. In der Krise stehen gelassene Darlehen sind nicht nur in Höhe des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages, son­dern in voller Höhe eigenkapitalersetzend, wenn die Betriebs-Gesellschaft ohne die Weitergewährung der Darlehen ihren Ge­schäftsbetrieb einstellen und liquidieren müsste.

 

3. Eine Rangrücktrittsvereinbarung führt nicht schon dann zur Anwendung des § 5 Abs. 2a EStG i.d.F. des StBereinG 1999, wenn eine ausdrückliche Bezugnahme der Vereinbarung auf die Möglich­keit der Tilgung auch aus einem Liquidationsüberschuss oder aus sonstigem freien Vermögen fehlt (Klarstellung zum BMF-Schreiben vom 18. August 2004, BStBl I 2004, 850).

 

4. Entsprechend führt der Rangrücktritt eines Gesellschafters des Besitzunternehmens in der Regel auch nicht zu nachträgli­chen Anschaffungskosten für seine Beteiligung an der Betriebs­kapitalgesellschaft.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 10. November 2005 IV R 13/04)

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Abschreibung von nachträglich errichteten Garagen eines Mietwohnkomplexes

Anders als Garagen von Ein- oder Zweifamilienhäusern sind Gara­gen, die auf dem Gelände eines großen Mietwohnungskomplexes nachträglich errichtet werden, jedenfalls dann als selbständige Wirtschaftsgüter gesondert abzuschreiben, wenn ihre Errichtung nicht Bestandteil der Baugenehmigung für das Mietwohngebäude war und kein enger Zusammenhang zwischen der Nutzung der Woh­nungen und der Garagen besteht, weil die Zahl der Garagen hin­ter der Zahl der Wohnungen deutlich zurückbleibt und die Gara­gen zum Teil an Dritte vermietet sind.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 22. September 2005 IX R 26/04)

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Ermittlung Betriebsaufgabegewinn / Zeitpunkt einer Betriebsaufgabe

1. Soweit die Finanzverwaltung die Ermittlung des Betriebsauf­gabegewinns auf einen ‑‑längstens drei Monate‑‑ zurückliegenden Zeitpunkt zulässt (nunmehr R 139 Abs. 5 Satz 13 EStR 2003), handelt es sich nicht um die steuerliche Anerkennung einer rückwirkend erklärten Betriebsaufgabe, sondern um die Übertra­gung von Werten, die für einen früheren Zeitpunkt ermittelt werden, auf den Betriebsaufgabezeitpunkt. Eine solche Übertra­gung von Werten ist aber nur zulässig, wenn zwischenzeitlich keine bedeutenden Wertveränderungen eingetreten sind (Bestäti­gung des Urteils vom 27. Februar 1985 I R 235/80, BFHE 143, 436, BStBl II 1985, 456).

 

2. Im Fall einer Betriebsverpachtung gilt eine Betriebsaufgabe im Zweifel ohnedies erst mit dem Zugang der Betriebsaufgabeer­klärung beim FA als vollzogen.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 18. August 2005 IV R 9/04)

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Versteuerung privater Wertpapierveräußerungsgewinne

Die Besteuerung von Einkünften aus privaten Veräußerungsge­schäften i.S. des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG in der Fassung ab 1999 ist verfassungsgemäß.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 29. November 2005 IX R 49/04)

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Aufgeld bei Optionsanleihe - Einlagen

Der Zufluss eines Aufgeldes bei der Ausgabe von Optionsanleihen begründet steuerrechtlich eine Einlage.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 30. November 2005 I R 3/04)

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Zur betrieblichen Veranlassung unfallbedingter Schadensersatzleistungen

1. Unfallschäden teilen steuerrechtlich das Schicksal der Fahrt, auf der sie entstanden sind. Unfallbedingte Schadenser­satzleistungen sind daher betrieblich veranlasste Aufwendungen, soweit sich der Unfall auf einer betrieblichen Reise ereignet hat.

 

2. Beruht die Reise als solche auf einer doppelten Veranlas­sung, so kann die private Veranlassung der Aufwendungen von un­tergeordneter Bedeutung sein. Werden aber aufgrund der privaten Mitveranlassung einer Reise erhebliche Unfallkosten ausgelöst, die nicht mehr von untergeordneter Bedeutung sind, so führt dies zu einem Abzugsverbot für diese privat veranlassten Auf­wendungen, das die betriebliche Veranlassung der übrigen Auf­wendungen unberührt lässt.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 1. Dezember 2005 IV R 26/04)

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Abzugsfähigkeit von Krankenversicherungsbeiträge / Vorlage an BVerfG

Es wird eine Entscheidung des BVerfG darüber eingeholt, ob § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a i.V.m. § 10 Abs. 3 EStG in der für das Streitjahr 1997 geltenden Fassung insofern verfassungsmäßig ist, als

 

1. diese Vorschrift den Abzug von Beiträgen zu Krankenversiche­rungen mit der Wirkung begrenzt, dass diese im Streitfall nicht ausreichen, damit die Kläger für sich selbst Krankenversiche­rungsschutz in dem von den gesetzlichen Krankenversicherungen gewähr­ten und somit angemessenen Umfang erlangen können,

 

2. die verfassungsrechtlich gebotene steuerliche Abziehbarkeit der den gesamten Vorsorgebedarf abdeckenden Aufwendungen durch den dem Steuerpflichtigen selbst und seinem Ehegatten zustehen­den Höchstbetrag unabhängig davon begrenzt wird, ob unterhalts­berechtigte Kinder vorhanden sind oder nicht. Weder § 10 Abs. 3 EStG noch eine sonstige Vorschrift des EStG sieht eine steuer­liche Entlastung oder bei der Bemessung des Kindergeldes eine Transferleistung für den Fall vor, dass der Steuerpflichtige seine Kinder privat gegen Krankheit versichert, um für diese im Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung Versiche­rungsschutz zu erlangen.

 

  • Zum Beschluss im Volltext (BFH vom 14. Dezember 2005 X R 20/04)

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Vorfälligkeitsentschädigungen / Werbungskosten / Kapitaleinkünfte

Durch die Verpflichtung zur lastenfreien Veräußerung von Grundbesitz veranlasste Vorfälligkeitsentschädigungen sind auch dann --als Veräußerungskosten-- dem Vorgang der Veräußerung zuzurechnen, wenn der hierbei erzielte Veräußerungsgewinn nicht steuerbar ist. Die Vorfälligkeitsentschädigungen können deshalb auch nicht als Werbungskosten im Zusammenhang mit den aus dem Veräußerungserlös finanzierten (neuen) Einkunftsquellen (hier: Kapitalanlagen nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG) berücksichtigt werden.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 6. Dezember 2005 VIII R 34/04)

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Vergleichszahlung / Vertragsrücktritt / Werbungskosten vorab

Auch nach Aufgabe der Einkünfteerzielungsabsicht können vorab entstandene vergebliche Werbungskosten abziehbar sein, wenn der Steuerpflichtige sie tätigt, um sich aus einer gescheiterten Investition zu lösen und so die Höhe der vergeblich aufgewendeten Kosten zu begrenzen. Der durch die Absicht der Einkünfteerzielung begründete Veranlassungszusammenhang wirkt fort, solange er nicht durch eine der privaten Vermögenssphäre zuzuweisende neue Veranlassung überlagert wird.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 15. November 2005 IX R 3/04)

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Bekanntgabe eines Steuerbescheids

Wird ein Steuerbescheid mit der Post übermittelt und wird die betreffende Postsendung später als drei Tage nach Absendung in den Hausbriefkasten des Empfängers eingeworfen, so beginnt die Einspruchsfrist am Tag des Einwurfs. Das gilt auch dann, wenn der Empfänger des Steuerbescheids ein Unternehmen ist, der Einwurf an einem Sonnabend erfolgt und in dem betreffenden Unternehmen sonnabends nicht gearbeitet wird (Abgrenzung zum BFH-Urteil vom 14. Oktober 2003 IX R 68/98, BFHE 203, 26, BStBl II 2003, 898).

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 9. November 2005 I R 111/04)

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Abgrenzung: stille Gesellschaft/partiarisches Darlehen

1. Ob im Einzelfall eine stille Gesellschaft i.S. des § 8 Nr. 3 GewStG oder ein partiarisches Darlehen vereinbart worden ist, unterliegt im gerichtlichen Verfahren der Beurteilung des Tatrichters. Dessen Würdigung kann der BFH nur daraufhin überprüfen, ob sie in verfahrensfehlerhafter Weise zustande gekommen ist oder ob sie gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze verstößt.

 

2. Bei der Ermittlung des Gewerbeertrags ist ein Gewinnanteil eines stillen Gesellschafters auch dann gemäß § 8 Nr. 3 GewStG dem Gewinn hinzuzurechnen, wenn der stille Gesellschafter eine gemäß § 3 Nr. 24 GewStG von der Gewerbesteuer befreite Kapitalbeteiligungsgesellschaft ist.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 19. Oktober 2005 I R 48/04)

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Keine Berücksichtigung als Kind für die Dauer seiner Vollzeiterwerbstätigkeit

1. Geht ein volljähriges Kind nach Abitur und anschließendem Zivildienst bis zum Beginn des Studiums einer Vollzeiter­werbstätigkeit nach, ist es für die vollen Monate, in denen es erwerbstätig ist, nicht als Kind zu berücksichtigen.

 

2. Für die Monate des Jahres, in denen es nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a bis c EStG als Kind zu berücksichtigen ist, z.B. weil es studiert, besteht Anspruch auf Kindergeld, sofern die Einkünfte und Bezüge des Kindes die maßgebende Grenze nicht übersteigen. Bei der Ermittlung der Einkünfte und Bezüge des Kindes bleiben die Einkünfte aus der Vollzeiterwerbstätigkeit außer Ansatz, soweit sie auf die Monate entfallen, in denen das Kind den gesamten Monat erwerbstätig war.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 15. September 2005 III R 67/04)

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Buchwertfortführung bei Spaltung von Unternehmen

Die Buchwertfortführung nach § 11 Abs. 1 UmwStG 1995 in Fällen der Spaltung von Unternehmen ist nach § 15 Abs. 3 Satz 4 UmwStG 1995 unwiderleglich in allen Fällen ausgeschlossen, in denen die Anteile innerhalb von fünf Jahren nach dem steuerlichen Übertragungsstichtag unter den weiteren Voraussetzungen dieser Regelung veräußert werden.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 3. August 2005 I R 62/04)

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4. Neue Fachliteratur



Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2005

Die Anleitung zur Einkommensteuer-Erklärung 2005 enthält - zu jeder Zeile der amtlichen Vordrucke - fundierte Erläuterungen und Steuerersparnistipps mit Berechnungsbeispielen. Alle eingetretenen Neuregelungen sind berücksichtigt, ebenso wie die neueste Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs und Ausführungen zu Grundsatzfragen.

 

Die amtlichen Erklärungsvordrucke und die Einkommensteuer-Grund- und Splittingtabelle sind beigefügt.

 

    Helmut Stuber/Adolf Oppolzer, Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2005 - Hinweise auf Rechtsänderungen 2006, 372 Seiten, EUR 32,95 - ISBN 3-7910-2459-0

 

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Optimale Vermögensübertragung. Erbschaft- und Schenkungsteuer

Das Gesamtvermögen der Deutschen an Geld, Immobilien, Wertpapieren, Kunstgegenständen usw., das in den kommenden Jahren auf neue Eigentümer übergeht, erreicht nie da gewesene Größen. Gleichzeitig droht in Deutschland das Erben und Schenken in naher Zukunft erheblich teurer zu werden.

 

Grund zur Besorgnis gibt vor allem der Zweite Senat des BFH, der große Teile des derzeit gültigen Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts für verfassungswidrig hält und diesbezüglich das Bundesverfassungsgericht angerufen hat. Aber auch der Gesetzgeber selbst lässt Tendenzen für eine stetige Erhöhung der Erbschaft- und Schenkungsteuer erkennen.

 

Für den Berater ist es schwer, sowohl für die Erbfolgeplanung seiner Mandanten als auch für die Steueroptimierung bereits bestehender Sachverhalte den Überblick zu behalten.

 

Dieses Buch zeigt in der völlig aktualisierten und überarbeiteten 2. Auflage Wege zur steueroptimalen Vermögensübertragung auf nächste Generationen auf und gibt professionelle Gestaltungsempfehlungen. Erklärende Beispiele und übersichtliche Hinweise sind dabei eine zusätzliche Hilfe. Der auf dem Gebiet erfahrene Autor informiert rechtssicher über die steuerliche Erfassung und Bewertung des Vermögens, die Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen und gibt Gestaltungsempfehlungen zur steueroptimalen Unternehmensnachfolge bis hin zum Vermögenserhalt mit einer Stiftung.

 

    Anton-Rudolf Götzenberger, Optimale Vermögensübertragung. Erbschaft- und Schenkungsteuer, 2. Auflage 2006, 590 Seiten, EUR 74,00 - iSBN 3-482-51392-9.

 

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