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Online-Ausgabe Nr. 142 vom 20.02.2006

ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)

Die E-Mail-Ausgabe ging an 12.312 Empfänger


I N H A L T S V E R Z E I C H N I S


1. Aktuelles

2. Aus der Steuerverwaltung

3. Aus der Rechtsprechung

4. Neue Fachliteratur

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1. Aktuelles



Grundsatzentscheidung zum Alterseinkünftegesetz

BFH hält die beschränkte Abziehbarkeit von Beiträgen zu den gesetzlichen Rentenversicherungen für verfassungsrechtlich unbedenklich.

 

Durch das Alterseinkünftegesetz leitet der Gesetzgeber mit Wirkung ab dem Jahr 2005 die Besteuerung von Renten der gesetzlichen Rentenversicherungen und anderen Altersvorsorgebezügen auf die sog. nachgelagerte Besteuerung über. Danach steigt der Besteuerungsanteil solcher Renten --abhängig vom Jahr des jeweiligen Rentenbeginns-- von zunächst 50 v.H. schrittweise bis zum Jahr 2040 auf 100 v.H. an. Andererseits sind die Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung und andere Altersvorsorgeaufwendungen im Jahr 2005 mit einem Anteil von 60 v.H. abziehbar. Dieser Anteil erhöht sich schrittweise bis zum Jahr 2025 auf 100 v.H.

 

Durch Beschluss vom 1. Februar 2006 X B 166/05 hat der X. Senat des Bundesfinanzhofs eine erste Grundsatzentscheidung zum Alterseinkünftegesetz getroffen. Im Streitfall hatte ein Arbeitnehmer beantragt, die von ihm im Jahr 2005 zu leistenden Rentenversicherungsbeiträge als Werbungskosten zu behandeln und deshalb einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte einzutragen. Nach der Konzeption des Alterseinkünftegesetzes müsse er bei einem unterstellten Renteneintritt im Jahr 2038 seine zukünftigen Renteneinnahmen mit 98 v.H. versteuern. Seine Beitragszahlungen müssten deshalb zumindest mit 98 v.H. als vorweggenommene Werbungskosten bei seinen Renteneinkünften abziehbar sein.

 

Der X. Senat lässt die Frage, ob die Vorsorgeaufwendungen ihrer Rechtsnatur nach Werbungskosten sind, dahingestellt. Nach seiner Auffassung hat der Gesetzgeber jedenfalls im Rahmen der Spezialregelung des § 10 Abs. 3 Satz 5 EStG die in § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG genannten Altersvorsorgeaufwendungen --so auch Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen-- mit konstitutiver Wirkung dem beschränkten Sonderausgabenabzug zugewiesen.

 

Die beschränkte Abziehbarkeit der Beitragszahlungen ist nach Auffassung des X. Senats isoliert betrachtet verfassungsrechtlich unbedenklich. Im Zusammenhang mit der Besteuerung der späteren Rentenzuflüsse werde zu entscheiden sein, ob der Gesetzgeber das vom Bundesverfassungsgericht in seinem sog. Renten-Urteil ausgesprochene Verbot einer Doppelbesteuerung von Lebenseinkommen beachtet habe. Danach dürfen Rentenzuflüsse, soweit sie auf Beiträgen beruhen, die aus versteuertem Einkommen geleistet wurden, nicht erneut der Besteuerung unterworfen werden. Hierauf komme es im Streitfall nicht an, weil eine etwaige Überbesteuerung erst mit der Besteuerung der Rentenzuflüsse stattfinden könne.

 

Der X. Senat geht davon aus, dass die Problematik einer etwaigen Überbesteuerung die Gerichte der Finanzgerichtsbarkeit in absehbarer Zeit erreichen wird. Einschlägig sind insbesondere die in der Steuerrechtsliteratur erörterten Fälle, in denen ein Steuerpflichtiger keine steuerfreien Arbeitgeberanteile zur Rentenversicherung erhalten, sondern die Beitragszahlungen in vollem Umfang aus eigenem Einkommen bestritten hat.

 

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Zwischenbilanz zum "Steuergesetzbuch"

Deutschland braucht eine Unternehmensteuerreform zusammen mit einer Neufassung des Einkommensteuergesetzes und einer Neuordnung der Kommunalfinanzen. Dazu erarbeitet die Kommission „Steuergesetzbuch“ unter dem Dach der Stiftung Marktwirtschaft ein schlüssiges Gesamtkonzept, das unser Steuersystem einfacher und klarer macht und zugleich auf die Herausforderung des internationalen und europäischen Wettbewerbs reagiert.

 

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Kostenlose Teilnahme am 3. Calwer Steuerfachtag am 18. März 2006

Unter dem Motto "Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung – Voraussetzung für einen Wirtschaftsaufschwung!" steht der 3. Calwer Steuerfachtag der SRH Hochschule Calw am 18. März 2006 ab 10:00 Uhr in der Kundenhalle der Sparkasse Pforzheim Calw in Calw. Zu diesem Themenkreis, der v.a. für Mittelstandsunternehmen von erheblicher Bedeutung ist, werden namhafte Steuerrechtsexperten Stellung beziehen und mit dem Fachpublikum und der interessierten Öffentlichkeit diskutieren.

 

Zur Teilnahme am 3. Calwer Steuerfachtag am 18. März 2006 ist eine Anmeldung erforderlich, die die SRH Hochschule Calw gerne entgegennimmt (SRH Hochschule Calw, Badstraße 27, 75365 Calw, Tel. 07051 / 9203-0, Fax: 07051 / 9203-59, E-Mail: info@hochschule-calw.de). Der Eintritt ist frei.

 

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Lukrative Steuergestaltung mit dem Zugewinnausgleich

Leben Ehepaare im gesetzlichen Güterstand, erfasst das Finanzamt die Aufteilung ihres angesammelten Besitzes nicht. Klassischer Fall ist eine Scheidung, hier gilt das im Rahmen des Zugewinnausgleichs übergebene Vermögen nicht als Schenkung. Ähnlich sieht es aus, wenn ein Gatte verstirbt. Auch wird der Anspruch auf Zugewinnausgleich pauschal errechnet und das Ergebnis steuerfrei belassen. Diese Regel lässt sich aber auch bereits gezielt während einer noch bestehenden und harmonischen Ehe verwenden. Gleicht das Paar den bis dahin aufgelaufenen Zugewinn aus, indem es den gesetzlichen Güterstand beendet, stellt der gesamte Vermögenstransfer keine Schenkung dar. Das gilt sogar dann, wenn die Ehegatten bereits am Folgetag wieder zur Zugewinngemeinschaft zurückkehren.

 

Diesen Richterspruch zur Gestaltung eines steuerfreien Übertrags auf den Gatten können Ehepaare auch optimal nutzen, wenn sie ihrem Nachwuchs etwas im Wege der vorweggenommenen Erbfolge zukommen lassen möchten. Wird nun zuerst die Zugewinngemeinschaft für einen Tag beendet, um im Anschluss Vermögen auf Kinder zu übertragen, können die Sprösslinge Steuervergünstigungen von beiden Elternteilen in Anspruch nehmen. Denn in diesem Fall erhalten Kinder die Schenkung von Vater und Mutter und somit zweifach den Freibetrag von 205.000 Euro und auf das hiernach verbleibende Vermögen eine geringere Progression, als hätten sie nur von einer Person etwas erhalten.

 

Wie diese unter dem Fachbegriff Güterstandsschaukel bekannte kurzfristige Auflösung der Zugewinngemeinschaft steuerlich funktioniert, lesen Ehepaare hier.

 

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2. Aus der Steuerverwaltung



Umsatzsteuer-Umrechnungskurse; Gesamtübersicht für das Jahr 2005

Gesamtübersicht für das Jahr 2005 über die gemäß § 16 Abs. 6 Satz 1 UStG monatlich festgesetzten Umsatzsteuer-Umrechnungskurse.

 

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Umsatzsteuer; Abgrenzung zwischen Lieferungen und sonstigen Leistungen; Leistungen im Zusammenhang mit der Abgabe von Saatgut

Das BMF-Schreiben vom 14.02.2006 regelt die umsatzsteuerrechtlichen Beurteilung der Zahlungen im Zusammenhang mit der Abgabe von Saatgut.

 

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Vorläufige Steuerfestsetzung im Hinblick auf anhängige Musterverfahren (§ 165 Abs. 1 AO)

Neu hinzugekommen sind:

 

  • Beschränkte Abziehbarkeit von Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 3 EStG) - für Veranlagungszeiträume vor 2005 -
  • Beschränkte Abziehbarkeit von Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 3, 4, 4a EStG) - für Veranlagungszeiträume ab 2005 -

 

Der Vorläufigkeitsvermerk umfasst auch die beschränkte Abziehbarkeit von Beiträgen zu Krankenversicherungen.

 

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Reedereien gehören zu den Gewinnern der Globalisierung

Die Globalisierung macht es möglich: Immer mehr Güter werden rund um die Welt verschifft. Die Gewinner sind neben den Werften, die die Schiffe herstellen, auch diejenigen, die mit ihrem Kapital den Bau der Schiffe ermöglicht haben. In Form einer Schiffsbeteiligung kann dies eigentlich jeder Anleger, sofern er wie bei einer Festgeldanlage ein paar Jahre auf die Anlagesumme verzichten kann.

 

Welche Schiffe für Beteiligungen zur Verfügung stehen und was Schiffsbeteiligungen leisten können, erfahren Sie gleich hier.

 




3. Aus der Rechtsprechung



Streitwert bei Streitigkeiten über Grundstückswerte für Zwecke der Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer

Bei Streitigkeiten über Grundstückswerte, deren gesonderte Feststellung gemäß den §§ 138 ff. BewG für die Erbschaft- oder Schenkungsteuer erforderlich ist, ist der Streitwert pauschal, aber gestaffelt, wie folgt anzusetzen:

 

a) Bei Grundstückswerten bis einschließlich 512 000 € mit 10 v.H. der streitigen Wertdifferenz;

 

b) bei Grundstückswerten bis einschließlich 12 783 000 € mit 20 v.H. der streitigen Wertdifferenz;

 

c) bei darüber hinausgehenden Grundstückswerten mit 25 v.H. der streitigen Wertdifferenz.

 

  • Zum Beschluss im Volltext (BFH vom 11. Januar 2006 II E 3/05)

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Mineralölsteuervergütungsanspruch nach § 25 Abs. 1 Nr. 2 MinöStG 1993

1. Bei den in Altölen vorhandenen Anteilen an Benzin und Die­selkraftstoff, die aus der unvollständigen Verbrennung dieser Kraftstoffe im Motorinneren stammen, handelt es sich um ge­brauchte Mineralöle, für die nach § 25 Abs. 1 Nr. 2 MinöStG 1993 keine Vergütung beansprucht werden kann.

 

2. Eine solche Vergütung ist auch für Heizölrückstände ausgeschlossen, die nach der vollständigen Entleerung eines Heizöltanks bei der Tankreinigung anfallen und in Gemischen aus Wasser und Reinigungsmittel gelöst sind.

 

3. Das bloße Einfüllen von Mineralölen in Kraftstoff- und Heizöltanks oder in Reservekanister stellt noch keinen Ge- oder Verbrauch des Mineralöls dar.

 

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 6. Dezember 2005 VII R 43/04)

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Verpflegungsmehraufwendungen wegen Auswärtstätigkeit bei vorübergehenden Einsätzen auf seegehenden Schiffen

Ein Soldat der Bundesmarine kann für die ersten drei Monate eines jeden vorübergehenden Einsatzes an Bord eines Schiffes Verpflegungsmehraufwendungen wegen Auswärtstätigkeit geltend machen.

 

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 16. November 2005 VI R 12/04)

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Häusliche Arbeitszimmer - beschränkter Abzug von Renovierungskosten vor Bezug der Wohnung

Liegen zwar die gesetzlichen Voraussetzungen für einen beschränkten Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, nicht jedoch jene für einen unbeschränkten Abzug vor, so kann der auf 1 250 € begrenzte Abzugsrahmen nicht dadurch ausgeweitet werden, dass im gleichen Veranlagungszeitraum das Arbeitszimmer gewechselt oder ein weiterer Raum für eine künftige Nutzung als häusliches Arbeitszimmer hergerichtet wird.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 9. November 2005 VI R 19/04)

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Steuerfreiheit für "technische Fachkräfte" der NATO-Truppen

1. "Technische Fachkräfte" i.S. des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut sind, auch wenn sie im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, soweit sie sich nur in ihrer Eigenschaft als "technische Fachkraft" in der Bundesrepublik aufhalten.

 

2. Eine "technische Fachkraft" hält sich dann nur in dieser Eigenschaft im Inland auf, wenn nach ihren gesamten Lebensumständen erkennbar ist, dass sie nach Beendigung ihres Dienstes in den Ausgangsstaat oder in ihren Heimatstaat zurückkehren wird. Maßgeblich sind insoweit die Verhältnisse aus der Sicht des jeweiligen Besteuerungszeitraums.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 9. November 2005 I R 47/04)

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Anschaffungskosten - Eigenheimzulage - Gestaltungsmissbrauch - Rückschenkung

Wird bei dem Abschluss eines Grundstückskaufvertrages zwischen Angehörigen zugleich die (Rück-)Schenkung des Kaufpreises vereinbart, kann eine missbräuchliche Gestaltung i.S. von § 42 AO 1977 zur Erlangung der Eigenheimzulage vorliegen.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 27. Oktober 2005 IX R 76/03)

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Lohnsteuerpauschalierung für Aushilfskräfte in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft

1. Traktorführer sind jedenfalls dann als Fachkräfte i.S. des § 40a Abs. 3 Satz 3 EStG und nicht als Aushilfskräfte zu beurteilen, wenn sie den Traktor als Zugfahrzeug mit landwirtschaftlichen Maschinen führen.

 

2. Reinigungsarbeiten, die ihrer Art nach während des ganzen Jahres anfallen (hier: Reinigung der Güllekanäle und Herausnahme der Güllespalten), sind nicht vom Lebensrhythmus der produzierten Pflanzen oder Tiere abhängig und sind daher keine saisonbedingten Arbeiten.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 25. Oktober 2005 VI R 59/03)

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Lohnsteuerpauschalierung für Aushilfskräfte in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft

1. Land- und forstwirtschaftliche Arbeiten fallen nach § 40a Abs. 3 Satz 2 Halbsatz 1 EStG nicht ganzjährig an, wenn sie wegen der Abhängigkeit vom Lebensrhythmus der produzierten Pflanzen oder Tiere einen erkennbaren Abschluss in sich tragen. Dementsprechend können darunter auch Arbeiten fallen, die im Zusammenhang mit der Viehhaltung stehen.

 

2. Wenn die Tätigkeit des Ausmistens nicht laufend, sondern nur im Zusammenhang mit dem einmal jährlich erfolgenden Vieh-Austrieb auf die Weide möglich ist, handelt es sich um eine nicht ganzjährig anfallende Arbeit. Unschädlich ist, dass ähnliche Tätigkeiten bei anderen Bewirtschaftungsformen ganzjährig anfallen können.

 

3. Die Unschädlichkeitsgrenze von 25 v.H. der Gesamtbeschäftigungsdauer in § 40a Abs. 3 Satz 2 Halbsatz 2 EStG bezieht sich auf ganzjährig anfallende land- und forstwirtschaftliche Arbeiten. Für andere land- und forstwirtschaftliche Arbeiten gilt sie nicht.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 25. Oktober 2005 VI R 60/03)

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Bewertungswahlrecht bei der formwechselnden Umwandlung nach § 25 UmwStG

In den Fällen des Formwechsels einer Personengesellschaft in eine Kapitalgesellschaft darf die Kapitalgesellschaft das übergegangene Betriebsvermögen gemäß § 25 Satz 1 i.V.m. § 20 Abs. 2 Satz 1 UmwStG 1995 mit seinem Buchwert oder mit einem höheren Wert ansetzen (entgegen BMF-Schreiben vom 25. März 1998, BStBl I 1998, 268 Tz. 20.30).

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 19. Oktober 2005 I R 38/04)

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Einheitlicher Leistungsgegenstand bei Beteiligung mehrerer Personen auf der Veräußererseite

1. Die durch die Annahme eines einheitlichen --sowohl den Verkauf eines bestimmten Grundstücks als auch die Errichtung eines bestimmten Gebäudes umfassenden-- Angebots ausgelöste Indizwirkung für das Vorliegen eines engen sachlichen Zusammenhangs zwischen Kauf- und Bauvertrag im Sinne der Grundsätze zum einheitlichen Leistungsgegenstand gilt auch dann, wenn auf der Veräußererseite mehrere Personen auftreten.

 

2. Ein einheitliches Angebot im vorbezeichneten Sinne kann auch dann gegeben sein, wenn die bis (annähernd) zur Baureife gediehene Vorplanung inhaltlich maßgebend von der Erwerberseite mit beeinflusst oder gar veranlasst worden ist (Änderung der Rechtsprechung).

 

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 21. September 2005 II R 49/04)

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Ab 1.1.2005 geleistete Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung als Sonderausgaben - Antrag auf vorläufige Eintragung eines Freibetrags auf der Lohnsteuerkarte im AdV-Verfahren - Zugangsvoraussetzungen nach § 69 Abs. 4 Satz 1 FGO

Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass im zeitlichen Anwendungsbereich des AltEinkG (ab dem 1. Januar 2005) geleistete Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG) als Sonderausgaben nach näherer Maßgabe der Überleitung in die sog. nachgelagerte Besteuerung (§ 10 Abs. 3 EStG) nur beschränkt abziehbar sind. Gegen diese gesetzliche Regelung bestehen bei summarischer Beurteilung keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken.

 

  • Zum Beschluss im Volltext (BFH vom 1. Februar 2006 X B 166/05)

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Ort der Lieferung bei Umsätzen aus einer auf einem Kreuzfahrtschiff betriebenen Boutique

1. Lieferungen von Gegenständen während einer Kreuzfahrt an Bord eines Schiffes sind grundsätzlich steuerbar, wenn die Kreuzfahrt in der Bundesrepublik Deutschland beginnt und dort oder im übrigen Gemeinschaftsgebiet endet.

 

2. Ausgenommen von der Steuerbarkeit sind lediglich Lieferungen während eines Zwischenaufenthalts des Schiffes in Häfen von Drittländern, bei denen die Reisenden das Schiff, und sei es auch nur für kurze Zeit, verlassen können.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 20. Dezember 2005 V R 30/02)

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Abzug von Arbeitszimmeraufwendungen während der Erwerbslosigkeit

Nutzt ein Steuerpflichtiger ein häusliches Arbeitszimmer während einer Phase der Erwerbslosigkeit zur Vorbereitung auf eine künftige Erwerbstätigkeit, so kann er die Aufwendungen für das Arbeitszimmer regelmäßig nur geltend machen, wenn und soweit ihm der Werbungskostenabzug auch unter den zu erwartenden Umständen der späteren beruflichen Tätigkeit zustehen würde.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 2. Dezember 2005 VI R 63/03)

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Aufhebung des FG-Urteils bei nicht mehr existierendem Verwaltungsakt - Verkauf von "Duty Free"-Waren kein steuerbefreiter Umsatz

1. Die im Transitbereich deutscher Flughäfen ausgeführten Umsätze werden im Inland ausgeführt.

 

2. Der Verkauf von "Duty-Free"-Waren im Transitbereich ist nicht nach § 4 Nr. 1 Buchst. a, § 6 Abs. 1 Nr. 1 UStG 1999 befreit, weil der Unternehmer den Gegenstand der Lieferung nicht befördert oder versendet.

 

3. Die Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 1 Buchst. a, § 6 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3 a Nr. 1 UStG 1999 setzt einen Abnehmernachweis voraus.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 3. November 2005 V R 63/02)

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Verbindlichkeitsrückstellung: Wahrscheinlichkeit des Bestehens der Verbindlichkeit und der Inanspruchnahme

1. Das Bestehen einer ungewissen Verbindlichkeit ist wahrscheinlich, wenn nach den am Bilanzstichtag objektiv gegebenen und bis zur Aufstellung der Bilanz subjektiv erkennbaren Verhältnissen mehr Gründe dafür als dagegen sprechen. Ein gegen eine dritte Person in einer vergleichbaren Sache ergangenes erstinstanzliches Urteil genügt für sich allein noch nicht, um für das Bestehen einer entsprechenden Verbindlichkeit überwie­gende Gründe annehmen zu können.

 

2. Eine Inanspruchnahme ist wahrscheinlich, wenn der Steuerpflichtige ernstlich damit rechnen musste, aus der Verpflichtung in Anspruch genommen zu werden. Er darf im Hinblick auf seine Inanspruchnahme nicht die pessimistischste Alternative wählen; auch für die Inanspruchnahme müssen mehr Gründe dafür als dagegen sprechen.

 

3. Als "wertaufhellend" sind nur die Umstände zu berücksichtigen, die zum Bilanzstichtag bereits objektiv vorlagen und nach dem Bilanzstichtag, aber vor dem Tag der Bilanzerstellung lediglich bekannt oder erkennbar wurden. Der zu beurteilende Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung ist daher auf die am Bilanzstichtag --objektiv-- bestehenden Verhältnisse zu beziehen (Anschluss an BFH-Urteil vom 30. Januar 2002 I R 68/00, BFHE 197, 530, BStBl II 2002, 688).

 

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 19. Oktober 2005 XI R 64/04)

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Steuerpflicht von Zinsen aus ausländischen Lebensversicherungen

Die Entscheidung ist nachräglich zur Veröffentlichung bestimmt worden.

 

1. Die Steuerbefreiung in § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 2 EStG für Zinsen aus Lebensversicherungen ist nicht an die Voraussetzungen des Sonderausgabenabzugs für die Versicherungsbeiträge geknüpft.

 

2. § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 2 EStG nimmt lediglich Bezug auf § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG, nicht aber auch auf § 10 Abs. 2 EStG. Für die Anwendung des § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 2 EStG kommt es deshalb lediglich darauf an, ob der betreffende Versicherungsvertrag generell zu den nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG begünstigten Vertragstypen gehört.

 

3. Es ist daher unschädlich, wenn der ausländischen Lebensversicherungsgesellschaft die Erlaubnis zum Betrieb eines nach § 10 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG begünstigten Versicherungszweigs im Inland nicht erteilt worden ist.

 

  • Zum Urteil im Volltext (BFH vom 1. März 2005 VIII R 47/01)

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4. Neue Fachliteratur



Reisekosten 2006

Was genau versteht man unter einer „regelmäßigen Arbeitsstätte“? Wie hoch ist 2006 der Pauschbetrag für Verpflegungsmehraufwendungen oder einer Übernachtung bei einem geschäftlichen Aufenthalt in Österreich? Und was hat sich bei der Firmenwagenbesteuerung nun wirklich geändert? – Das umfangreiche Thema Reisekosten betrifft beinahe jeden Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Selbstständigen. Es ist ein oftmals schwer überschaubares Feld mit einer äußerst komplexen Rechtslage, die sich laufend wandelt. So hat auch der Koalitionsvertrag der neuen Regierung vom 11. November 2005 einige Änderungen im Bereich Reise- und Fahrtkosten mit sich gebracht, die man als Steuerzahler unbedingt kennen sollte, um optimal Steuern sparen zu können. Darunter fallen vor allem die neuen Sachbezugswerte sowie die geänderten Regelungen bei der so genannten Einsatzwechseltätigkeit und der Doppelten Haushaltsführung.

 

Mit dem Ratgeber „Reisekosten 2006“ bringt der Rudolf Haufe Verlag Licht ins Dunkel der Reisekostenabrechnung. Das nützliche Werk erläutert nicht nur die Grundzüge zum steuerlichen Reisekostenrecht auf dem aktuellen Stand der Rechtslage 2006, sondern klärt ebenso knifflige Detailfragen und wird dadurch auch für erfahrene Praktiker wie Steuerberater, Lohnbuchhalter oder Betriebsleiter zur unverzichtbaren Lektüre.

 

Der Ratgeber beantwortet ausführlich sämtliche Fragen zu Dienstreisen, Firmenwagen, Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, Doppelter Haushaltsführung und Bewirtungskosten. Die übersichtlichen Tabellen, zahlreiche Fallbeispiele, Checklisten und Berechnungsformulare erleichtern dem Leser die sichere Umsetzung des aktuellen Reisekostenrechts in die Praxis. Hilfreiche Tipps zur Gestaltung der Reisekostenabrechnung, wertvolle Hinweise für Selbstständige und Freiberufler sowie eine Auflistung der Auslands-Reisekostensätze runden die Darstellung gelungen ab.

 

Für eine entscheidende Arbeitserleichterung sorgt die zugehörige CD-ROM. Die dort bereitgestellten Arbeitshilfen wie der Rechner Auslandsreisekosten 2006 und viele Formulare – etwa für das Fahrtenbuch – zum direkten Bearbeiten und Ausdrucken am PC sparen Zeit und Mühe.

 

    Rainer Hartmann, Reisekosten 2006, 10., völlig überarbeitete Auflage 2006, Ratgeber mit CD-ROM, 224 Seiten, 24,80 EUR, ISBN 3-448-06754-7

 

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