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Dieser einzigartige Mix ist der Hit: Deutsches Bilanzrecht und Unternehmensbesteuerung

Mit der Zeitschrift StuB - Steuern und Bilanzen - drehen Sie beruflich richtig auf!

Wer sich als Steuer- und Bilanzprofi mit der Thematik Steuerrecht und Rechnungslegung von Unternehmen beschäftigt, ist auf Spezialwissen angewiesen. Die Kombination von Deutschem Bilanzrecht und Unternehmensbesteuerung in einer Zeitschrift ist in dieser Form einmalig. Mit praxisnahen Vergleichen von HGB und IFRS sowie zahlreichen Beispielen und Handlungsempfehlungen zu Fragen der Unternehmensbesteuerung spannt StuB einen rechtsvergleichenden Bogen, der Ihnen Sicherheit und Klarheit gibt.

 

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1. Aktuelles



Jahressteuergesetz 2009 im Kabinett beschlossen

Das Jahressteuergesetz 2009 umfasst eine Vielzahl von Verbesserungen in verschiedenen Bereichen des Steuerrechts. Die Maßnahmen betreffen ganz unterschiedliche Bereiche – das Spektrum reicht von Gesundheitsförderung, über die Bekämpfung von Steuerstraftaten oder extremistischen Vereinen bis hin zur Eigenheimzulage und Maßnahmen zur Vereinfachung des Steuerrechts. Ende April wurde das Jahresteuergesetz als Referentenentwurf vorgestellt, am 18.06.2008 wurde der Gesetzesvorschlag im Kabinett behandelt.

 

Wichtige Punkte des Gesetzes im Überblick:

 

  • Neue Altersgrenze für Kinder bei der Eigenheimzulage:
    Die Kinderzulage wird weiterhin für Kinder bis zum 27. Lebensjahr gewährt. Die Absenkung der Altersgrenze für Kinder vom 27. auf das 25. Lebensjahr, wie sie das Steueränderungsgesetz 2007 vorsah, bleibt unberücksichtigt.
  • Neue Besteuerung von Ehegatten:
    Ab dem Jahr 2010 soll für Doppelverdiener-Ehepaare ein so genanntes "optionales Faktorverfahren" eingeführt werden. Konkret sollen Ehepaare nicht nur die Kombination der Steuerklassen III und V wählen können, sondern gemeinsam nach Steuerklasse IV besteuert werden. Durch das neue Verfahren soll der Splitting-Vorteil durch die gemeinsame Besteuerung auf beide verteilt werden.
  • Steuerfreiheit für betriebliche Gesundheitsförderung:
    Um Arbeitgeber zu ermuntern, künftig noch mehr betriebsinterne Maßnahmen zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter durchzuführen, sollen diese von der Besteuerung befreit werden.
  • Unternehmen können Buchführung ins Ausland verlegen:
    Immer mehr Unternehmen sind weltweit tätig. Häufig wäre es da von Vorteil, Buchführungsaufgaben ins Ausland zu verlagern. Dies ist bisher rein rechtlich gesehen nicht möglich. Um Bürokratiekosten zu senken, soll diese Beschränkung aufgehoben und zumindest die Verlagerung der EDV-gestützten Buchführung erlaubt werden.
  • Wirtschaftliche Tätigkeiten der öffentlichen Hand:
    Die seit langer Zeit bestehende Verwaltungspraxis bei der steuerlichen Behandlung im Bereich der Daseinsvorsorge der öffentlichen Hand (sog. steuerlicher Querverbund) wird gesetzlich festgeschrieben. Damit wird entsprechenden Forderungen der Kommunen nachgekommen. Ein Urteil des Bundesfinanzhofs im vergangenen Jahr hatte die bestehende Praxis in Frage gestellt.  Praktisch heißt das, dass es weiterhin zulässig ist, die Ergebnisse aus defizitären Bereichen (z.B. öffentlicher Personennahverkehr) mit den Ergebnissen aus gewinnträchtigen Bereichen (z.B. Energieversorgung) zu verrechnen.

 

Steuerbetrug soll besser bekämpft werden können, extremistischen Organisationen sollen finanzielle Vorteile durch Steuerprivilegien genommen werden. Das Jahresteuergesetz sieht hierzu unter anderem vor:

 

  • Steuerstraftaten verjähren weniger schnell:
    Bisher verjährte eine Steuerstraftat bereits nach fünf Jahren. Nun soll dies erst nach zehn Jahren der Fall sein – angesichts der jüngsten Fälle von Steuerhinterziehung eine sinnvolle Maßnahme, um Steuerbetrug einzudämmen.
  • Ausschluss extremistischer Vereine von der Gemeinnützigkeit:
    Vereine sollen nur dann als gemeinnützig gelten, wenn sie kein extremistisches Gedankengut fördern. Damit verlieren verfassungsfeindliche Vereine ihre Steuervorteile, sind zum Beispiel nicht mehr von der Gewerbsteuer befreit und müssen künftig den vollen Mehrwertsteuersatz zahlen.
  • Besteuerung von ausländischen Familienstiftungen:
    Für ausländische Familienstiftungen galt nach § 15 des Außensteuergesetzes schon immer, dass die Erträge der Stiftung den im Inland ansässigen Stiftern oder Begünstigten zuzurechnen sind, d.h. sie erhöhen die Einkünfte der Stifter oder Begünstigten. Dies gilt unabhängig davon, ob die Stiftung tatsächlich Zuwendungen an den Stifter oder die Begünstigten leistet. Daran soll sich im Grundsatz nichts ändern.

    Die im Entwurf eines Jahressteuergesetzes 2009 vorgesehene Änderung des § 15 des Außensteuergesetzes sieht vor, dass die Zurechnung der Erträge der ausländischen Stiftung entfällt, wenn die Stiftung Sitz oder Geschäftsleitung in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraums hat und nachgewiesen wird, dass es sich um eine echte Stiftung handelt und nicht um eine Scheinstiftung. Das soll jedoch nicht gelten, wenn mit dem Staat, in dem sich Sitz oder Geschäftsleitung der Stiftung befindet, kein Auskunftsaustausch für Besteuerungszwecke möglich ist. Die Gesetzesänderung ist aufgrund der Rechtsprechung des EuGH notwendig geworden.

    Die Besteuerung der Zuwendungen der Stiftung bleibt unberührt.

 

Das deutsche Steuerrecht muss des Weiteren an Recht und Rechtsprechung der Europäischen Union angepasst werden. Unter anderem sollen folgende Punkte neu geregelt werden:

 

  • Keine Umsatzsteuer für Heilbehandlungen:
    Ambulante und stationäre Heilbehandlungen werden von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit.
  • Schulgeld bis Höchstbetrag absetzbar:
    Wie bisher soll das Schulgeld zu dreißig Prozent als Sonderausgabe abgesetzt werden können, allerdings wird ein steuerlich wirksamer Höchstbetrag von 3.000 Euro eingeführt. Voraussetzung ist des Weiteren, dass die Schule zu einem allgemein bildenden Schul- oder Jahrgangsabschluss führen muss, der von einem Kultusministerium oder der Kultusministerkonferenz in Deutschland anerkannt wird. Auslöser für die Änderung ist eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes.

 

Informieren Sie in einer Serie von acht Beiträgen über alle relevanten Änderungen, die sich aus dem Jahressteuergesetz 2009 ergeben werden. Berücksichtigt sind in den Beiträgen auch alle Anpassungen des Gesetzentwurfs durch den Kabinettsbeschluss v. 18.6.2008.

  • Teil 1 - Gesetzesfahrplan; §§ 2a bis 23 EStG
    Teil 2 - §§ 32b bis 46 EStG
    Teil 3 - §§ 49 bis 68 EStG; EStDV
    Teil 4 - Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer
    Teil 5 - Abgabenordnung
    Teil 6 - Umsatzsteuer und Investmentsteuerrecht
    Teil 7 - REITG
    Teil 8 - Außensteuerrecht und Eigenheimzulage
    Zur Serie von acht Beiträgen gehen ...

Mehr Geld für Rentner:Rentenerhöhung zum 1. Juli 2008

Die Renten in der gesetzlichen Rentenversicherung werden nach dem Rentenanpassungsgesetz 2008 zum 1. Juli 2008 um 1,1 % erhöht. Die Brutto-Eckrente (= Rente eines Durchschnittsverdieners nach 45 Berufsjahren) steigt damit in den alten Ländern monatlich um ca. 13 EUR, in den neuen Länder um ca. 11 EUR.

 

Im Wesentlichen orientiert sich die Rentenanpassung an der Entwicklung der Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer. Diese sind im Jahr 2007 gegenüber dem Jahr 2006 so gestiegen, dass daraus eine Rentenerhöhung um 1,4 % folgen würde. Allerdings wirken sich auf die Rentenanpassung zusätzlich folgende Anpassungskriterien aus, sodass es insgesamt zu einer Anhebung um 1,1 % kommt:

 

  • Die Veränderung des Rentenversicherungsbeitragssatzes von 19,9 % im Jahr 2007 gegenüber 19,5 % im Jahr 2006 bewirkt eine Dämpfung der Rentenanpassung.
  • Die Mehrbelastung der Arbeitnehmer für die private Altersversorgung wird seit 2003 in jährlichen Schritten von jeweils 0,5 % auf die Rentner übertragen. Dieser ursprünglich bis 2011 vorgesehene sogenannte Riesterfaktor wird nach dem Rentenanpassungsgesetz 2008 in diesem und im nächsten Jahr ausgesetzt und in den Jahren 2012 und 2013 nachgeholt.
  • Die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnern und Beitragszahlern wirkt sich bei der Rentenanpassung leicht positiv aus.

 

Quelle: SUMMA SUMMARUM Ausgabe 03/2008

 

Weitere Themen dieser von der Deutsche Rentenversicherung herausgegebenen Informationszeitschrift sind:

 

  • Aufwandsentschädigungen
    Personen, die öffentliche Dienste leisten, können seit Jahresbeginn Sozialversicherungsbeiträge in höherem Maße sparen.
  • Reisekosten
    Wesentliche Änderungen im Reisekostenrecht bringen einheitliche steuerliche Regelungen bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten.
  • Hinzuverdienst
    Rentner unter 65 Jahren können jetzt mehr nebenher verdienen, ohne dass dieser Ver­dienst die Rentenzahlung gefährdet.
  • Künstlersozialabgabe
    Die Rentenversicherung hat den Erhebungsbo­gen, mit dem Arbeitgeber Angaben zur Künstler­sozialabgabe machen, übersichtlicher gestaltet.
  • Betriebsnummern
    Bei Änderungen in den Betriebsdaten müssen Arbeitgeber den Betriebsnummernservice der Bundesagentur für Arbeit informieren.

    "SUMMA SUMMARUM" Ausgabe 3/2008" (PDF - 468 KB)

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Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte richtet sich nach tatsächlicher Nutzung des Dienstwagens

Wird der geldwerte Vorteile der privaten Nutzung eines Dienstwagens typisierend nach der 1%-Regelung besteuert, so erhöht sich diese Pauschale um monatlich 0,03% des Listenpreises für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, wenn das Fahrzeug auch zu diesem Zweck genutzt werden kann. Für diesen Zuschlag kommt es nach zwei Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 4. April 2008 darauf an, ob und in welchem Umfang der Dienstwagen tatsächlich für Fahrten zur Arbeitsstätte genutzt wird.

 

1. Dem Urteil VI R 68/05 lag ein sog. Park-and-Ride-Fall zugrunde, in dem der Kläger, ein Verband, seinem Hauptgeschäftsführer (H) einen Dienstwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung gestellt hatte. Beim Lohnsteuerabzug ermittelte er den Zuschlag nicht auf der Grundlage der Entfernung von der Wohnung des H zur Arbeitsstätte (118 km), sondern nach der Teilstrecke zum nächstgelegenen Bahnhof (3,5 km), weil er davon ausging, dass H von dort aus mit der Bahn zur Arbeitsstätte gefahren war. Das Finanzamt (FA) legte dem Zuschlag die gesamte Entfernung zur Arbeitsstätte zugrunde.

 

Der BFH bestätigte (anders als die Vorinstanz) die vom Kläger vorgenommene Ermittlung des Zuschlags. Er sah den Zweck der Zuschlagsregelung darin, den - überschießenden - pauschalen Werbungskostenabzug für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Entfernungspauschale) zu kompensieren, der dem Arbeitnehmer bei Nutzung eines Dienstwagens zustehe, ohne dass dieser eigene Aufwendungen zu tragen habe. Aus der Korrekturfunktion des Zuschlags ergebe sich, dass für den Zuschlag ebenso wie für die Entfernungspauschale nur auf die tatsächliche Nutzung des Dienstwagens abzustellen sei. Zwar spreche ein Anscheinsbeweis dafür, dass H den Dienstwagen für die gesamte Entfernung zur Arbeitsstätte genutzt habe. Dieser könne jedoch durch Vorlage einer auf H ausgestellten Jahres-Bahnfahrkarte entkräftet werden. Der BFH verwies den Streitfall zur Nachholung entsprechender Feststellungen an die Vorinstanz zurück.

 

2. Das Urteil VI R 85/04 betraf einen Fall, in dem dem Kläger, einem Außendienstmitarbeiter, von seinem Arbeitgeber für Kundenbesuche ein Dienstwagen überlassen wurde, den dieser auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen durfte. Der Kläger suchte an einem Arbeitstag in der Woche den Betriebssitz des Arbeitgebers auf. Das FA sah den Betriebssitz als (regelmäßige) Arbeitsstätte an und erhöhte bei der Veranlagung des Klägers den Bruttoarbeitslohn um den Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

 

Der BFH beurteilte (ebenso wie die Vorinstanz) den Betriebssitz als (regelmäßige) Arbeitsstätte, da diesem Ort durch das fortdauernde und wiederholte Aufsuchen gegenüber den Tätigkeitsstätten des Klägers bei den Kundenbesuchen eine hinreichend zentrale Bedeutung zukomme. Im Gegensatz zur Vorinstanz machte er den Ansatz des Zuschlags aber davon abhängig, dass der Dienstwagen tatsächlich für die Fahrten zum Betriebssitz genutzt wurde. Zur Klärung dieser Frage verwies der BFH die Streitsache an die Vorinstanz zurück. Für die Nutzung des Dienstwagens bestehe ein Anscheinsbeweis, der vom Kläger entkräftet werden könne. Für den Fall, dass der Kläger den Dienstwagen einmal wöchentlich für die Fahrten zum Betriebssitz genutzt habe, sei bei der Ermittlung des Zuschlags auf die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Fahrten abzustellen und entgegen dem Wortlaut des § 8 Abs. 2 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) eine Einzelbewertung der Fahrten entsprechend § 8 Abs. 2 Satz 5 EStG vorzunehmen.

 

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Ermittlung der Fahrtkosten im Rahmen einer längerfristigen, jedoch befristeten Fortbildungsmaßnahme

Mit Urteil vom 10. April 2008 VI R 66/05 hat der Bundesfinanzhof (BFH) seine Rechtsprechung zur Ermittlung von Fahrtkosten zu einer nebenberuflichen Bildungsstätte fortentwickelt.

 

Im Streitfall hatte ein Arbeitnehmer neben seiner Vollbeschäftigung vier Jahre lang an zwei Abenden und am Samstag an einer auswärtigen beruflichen Bildungsmaßnahme teilgenommen. Das Finanzamt beurteilte das Bildungsinstitut als weitere regelmäßige Ausbildungs- bzw. Arbeitsstätte des Klägers und berücksichtigte daher die Fahrtkosten nur durch Ansatz der Entfernungspauschale.

 

Dieser Auffassung schloss sich der BFH nicht an. Eine Bildungseinrichtung wird im Allgemeinen nicht zu einer regelmäßigen Arbeitsstätte i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Einkommensteuergesetz a.F. (EStG) (jetzt § 9 Abs. 2 EStG), wenn ein vollbeschäftigter Arbeitnehmer eine längerfristige, jedoch vorübergehende berufliche Bildungsmaßnahme durchführt. Die Fahrtkosten zu dem Bildungsinstitut sind deshalb nicht mit der Entfernungspauschale, sondern in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten zu berücksichtigen. Der BFH hob zur Begründung insbesondere hervor, der Begriff der regelmäßigen Arbeitsstätte, der demjenigen des Tätigkeitsmittelpunkts i.S. des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 2 EStG (zum Verpflegungsmehraufwand) entspreche, sei nur erfüllt, wenn die dortige Tätigkeit auf Nachhaltigkeit und Dauer angelegt sei. Entgegen der bisherigen Verwaltungsauffassung könne deshalb eine auswärtige Tätigkeitsstätte nicht durch bloßen Zeitablauf von drei Monaten zur regelmäßigen Arbeitsstätte werden. Die Voraussetzungen einer regelmäßigen Arbeitsstätte seien auch nicht erfüllt, wenn ein Bildungsinstitut im Rahmen einer nebenberuflichen Fortbildungsmaßnahme längerfristig über vier Jahre aufgesucht werde.

 

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Gebrauchtwagenverkauf innerhalb eines Jahres nach Anschaffung steuerbar

Die Veräußerung eines Gebrauchtwagens innerhalb eines Jahres nach Anschaffung ist nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetzes (EStG) steuerbar.

 

Im Streitfall erwarb der Kläger ein gebrauchtes BMW-Cabrio und verkaufte es binnen Jahresfrist. Den Veräußerungsverlust macht er vergeblich in seiner Einkommensteuererklärung geltend. Auch vor dem Finanzgericht (FG) hatte der Kläger keinen Erfolg. Nach Auffassung des FG fallen unter den Begriff "anderes Wirtschaftsgut" in § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG keine Gegenstände des täglichen Gebrauchs, bei denen Wertsteigerungen von vornherein ausgeschlossen seien.

 

Der Bundesfinanzhof (BFH) sah dies in seinem Urteil vom 22. April 2008 IX R 29/06 anders und gab dem Kläger Recht. Das Gesetz erfasst anders als frühere Fassungen des EStG alle Wirtschaftsgüter im Privatvermögen. Der Gebrauchtwagen ist als körperlicher Gegenstand eine Sache und damit ein Wirtschaftsgut. Der BFH hielt sich nicht für berechtigt, Wirtschaftsgüter des täglichen Verbrauchs mangels objektiven Wertsteigerungspotentials aus dem Anwendungsbereich der Vorschrift herauszunehmen. Eine entsprechende Einschränkung aufgrund eines Gesetzesentwurfs der Bundesregierung im Zusammenhang mit der Einführung einer allgemeinen Wertzuwachsbesteuerung ist nicht Gesetz geworden. Der Kläger hatte den aus der Veräußerung erwirtschafteten Verlust auch "erzielt". Das Gesetz objektiviert durch die verhältnismäßig kurzen Veräußerungsfristen in typisierender Weise die Einkünfteerzielungsabsicht.

 

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2. Aus der Steuerverwaltung



Betriebliche Altersversorgung, bilanzsteuerrechtliche Berücksichtigung von sog. Nur-Pensionszusagen

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 9. November 2005 entschieden, dass die Zusage einer sog. Nur-Pension zu einer sog. Überversorgung führt, wenn dieser Vereinbarung keine Entgeltumwandlung zugrunde liegt. In diesen Fällen könne keine Pensionsrückstellung nach § 6a EStG gebildet werden.

 

Einzelheiten regelt hierzu nun ein aktuelles BMF-Schreiben.

 

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3. Aus der Rechtsprechung



Umfang der steuerfreien Entnahme des zur Wohnung gehörenden Grund und Bodens bei der Abwahl der Nutzungswertbesteuerung durch einen Landwirt - Bindung des Finanzamtes an eine im Besteuerungsverfahren erteilte Zusage

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 24. April 2008 IV R 30/05 )


Veräußerung eines Gebrauchtwagens innerhalb des Zeitraums des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG steuerbar - kein Ausschluss von Wirtschaftsgütern des täglichen Gebrauchs aus dem Anwendungsbereich - kein strukturelles Vollzugsdefizit

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 22. April 2008 IX R 29/06 )


Übertragung von Lebensrückversicherungsverträgen; Anwendung von Art. 9 Abs. 2 Buchst. e fünfter Gedankenstrich; Art. 13 Teil B Buchst. a, Buchst. c und Buchst. d Nr. 2 und 3 der Richtlinie 77/388/EWG

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 16. April 2008 XI R 54/06 )


Besteuerung des Biokraftstoffanteils in Mischungen

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 14. April 2008 VII B 216/07 )


Ermittlung der Fahrtkosten im Rahmen einer längerfristigen, jedoch vorübergehenden beruflichen Bildungsmaßnahme

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 10. April 2008 VI R 66/05 )


Zulässigkeit einer Außenprüfung bei zur Verschwiegenheit verpflichteten und zur Auskunftsverweigerung berechtigten Berufsträgern - Keine vorbeugende Unterlassungsklage gegen die Anfertigung von mandantenbezogenen Kontrollmitteilungen vor Beginn der Außenprüfung

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 08. April 2008 VIII R 61/06 )


Umqualifizierung der Einkünfte einer freiberuflichen Personengesellschaft infolge mitunternehmerischer Beteiligung einer Freiberufler-Kapitalgesellschaft - Kapitalgesellschaft als berufsfremde Person - Gewerblichkeit der Kapitalgesellschaft Kraft Rechtsform verstößt nicht gegen den Gleichheitssatz

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 08. April 2008 VIII R 73/05 )


Zuschlag nach § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG nur für die tatsächlich mit dem Dienstwagen gefahrene Teilstrecke - Entkräften des Anscheinsbeweises - Führung eines Fahrtenbuches

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 04. August 2008 VI R 68/05 )


Betriebssitz ist bei wöchentlichem Aufsuchen durch Außendienstmitarbeiter regelmäßige Arbeitsstätte - Zuschlag nach § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG hängt von tatsächlicher Nutzung des Dienstwagens ab - Einzelbewertung bei wöchentlichen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 04. April 2008 VI R 85/04 )


Nachholverbot für Pensionsrückstellungen - Grundsatz des formellen Bilanzzusammenhangs - Passivierungspflicht für sog. Neuzusagen - Nachholverbot des § 6a Abs. 4 Satz 1 EStG kann nicht auch auf die Aktivierung von Ansprüchen aus den Rückdeckungsversicherungen übertragen werden

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 13. Februar 2008 I R 44/07 )


Bilanzberichtigung und Bilanzänderung - Nachträgliche Bildung von Rückstellungen

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 23. Januar 2008 I R 40/07 )


Mindestdauer des Gewinnabführungsvertrages zur Begründung einer gewerbesteuerlichen Organschaft - Vertragsauslegung - Keine Bindungswirkung zwischen Körperschaftsteuerfestsetzung und Gewerbesteuermessbetragsfestsetzung - Revisibilität von Vereinbarungen der Gesellschafter mit körperschaftsrechtlichem Charakter

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 28. Dezember 2007 I R 94/06 )


Ort der Leistung eines als Testamentsvollstrecker und Nachlasspfleger tätig werdenden Steuerberaters bei Wohnsitz der Erben im Drittland - Ermittlung und Unterrichtung des Erben - "Ähnliche Leistungen" i.S. des § 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG 1993

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 03. April 2008 V R 62/05 )

 

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4. Neue Fachliteratur



Die Betriebsaufspaltung

Ein Leitfaden für die Rechts-, Steuer- und Wirtschaftspraxis

 

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Haftungs- und Steuervorteile machen die Betriebsaufspaltung besonders für den Mittelstand attraktiv. Per Gesetz ist die Gesellschaftsform für Unternehmen nicht geregelt - umso mehr aber durch eine kaum überschaubare Rechtsprechung geprägt.

 

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