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Online-Ausgabe Nr. 208 vom 20.11.2008

ISSN 1617-7800 (Online-Ausgabe)

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I N H A L T S V E R Z E I C H N I S


1. Aktuelles

2. Aus der Steuerverwaltung

3. Aus der Rechtsprechung

4. Neue Fachliteratur

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Rechnungswesen / Steuern: Jahresschluss-Tagung 2008/2009

Anstehende Reformen, steuerliche Gesetzesänderungen und die Umsetzung durch die Finanzverwaltung bestimmen auch beim kommenden Jahreswechsel das Geschehen im Rechnungswesen.

 

Investieren Sie nur einen Tag für den Besuch einer der bundesweiten „Jahresabschluss-Tagungen Rechnungswesen / Steuern 2008/2009“ der Haufe Akademie und Sie haben alle Änderungen bestens im Blick.

 

Wir informieren Sie kompakt, tagesaktuell und vor allem rechtsicher über alle Neuerungen, die Sie wissen müssen.

 

Mehr Informationen

 


1. Aktuelles



Antrag auf Kirchensteuer-Einbehalt stellen!

Weshalb ihre Bank unbedingt über ihre Konfessionszugehörigkeit Bescheid wissen sollte

 

Die ab 2009 in Kraft tretende Abgeltungsteuer für Einkünfte aus Kapitalvermögen und Veräußerungsgewinne aus Wertpapiergeschäften wirkt sich bei kirchensteuerpflichtigen Anlegern auch auf deren Kirchensteuerzahlungen aus. Es besteht die Wahlmöglichkeit, die Kirchensteuer als Teil der Abgeltungsteuer direkt bei der Bank abziehen oder sich vom Finanzamt diesbezüglich zur Kirchensteuer veranlagen zu lassen. Die Bank kann die Kirchensteuer aber nur dann abführen, wenn die Religionszugehörigkeit des Kunden bekannt ist.

 

Damit die Bank ihrer Verpflichtung, die Steuern korrekt einzubehalten, auch nachkommen kann, werden deren Kunden derzeit aufgefordert, ihre Konfession mitzuteilen. In den Jahren 2009 und 2010 sind die Banken bzw. die Kirchen auf die Angaben der Kapitalanleger angewiesen, denn erst voraussichtlich ab 2011 wird beim Bundeszentralamt eine eigene Datenbank eingerichtet sein, die die zur korrekten Erhebung der Abgeltungssteuer erforderlichen Daten (einschließlich der Religionszugehörigkeit) enthält und den Banken einen Zugriff ermöglicht.

 

Die per Abgeltungsteuer erhobene Kirchensteuer auf Kapitalerträge bemisst sich nach der Höhe der 25%igen Kapitalertragsteuer und wird, im Gegensatz zur normalen Besteuerung, nicht durch den persönlichen Steuersatz beeinflusst.

 

Sofern Kapitalanleger oder deren Ehegatten als Mitglied einer erhebungsberechtigten Religionsgemeinschaft kirchensteuerpflichtig sind, sollten sie den Banken ihre Religionszugehörigkeit mitteilen und einen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer stellen. Denn nur dann wird die steuerliche Abgeltung der Kapitalerträge komplett von der Bank bewältigt, sodass die Kapitalerträge in der Regel nicht mehr in der Einkommensteuererklärung erklärt werden müssen.

 

Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Lohnsteuerhilfevereine e. V. (BDL): „Wird die Bank nicht mit dem Abzug der Kirchensteuer beauftragt, führt dies aus unserer Sicht zu unnötiger Mehrarbeit, weil dann allein für die richtige Behandlung der Kirchensteuer wiederum alle Kapitalerträge ermittelt und erklärt werden müssen, da die Abgeltungswirkung bezüglich der Kirchensteuer nicht eingetreten ist. Die gewollte Vereinfachung wird auf breiter Front nicht erreicht werden.“

 

Die Erklärung gilt für alle Konten und Depots bei der betroffenen Bank, die auf den Namen des Kapitalanlegers lauten. Bestehen Kontoverbindungen zu mehreren Banken, muss der Auftrag selbstverständlich bei allen Banken erteilt werden.

 

Bei Konten und Depots mit Gläubigervorbehalt (z.B. Mietkautionskonten) kann der Antrag nicht gestellt werden. Auch bei Konten von Wohneigentümergemeinschaften dürfte der Antrag selten gelingen, denn er ist grundsätzlich (Ausnahme Ehegatten) nur möglich, wenn alle Kontoinhaber der gleichen Religionsgemeinschaft angehören.

 

Eine gemeinsame Erklärung von Ehegatten gilt für alle Konten und Depots, die auf den Namen des Ehemannes, der Ehefrau und auf beider Namen lauten. Bei Gemeinschaftskonten von Ehegatten, die verschiedenen Konfessionen angehören, ist ein Antrag möglich, der Bank muss jedoch mitgeteilt werden, in welchem Verhältnis die Kapitalerträge den Ehegatten zuzurechnen sind, ansonsten erfolgt automatisch eine hälftige Aufteilung.

 

Die oben genannte Erklärung sollte bis spätestens Anfang oder Mitte Dezember 2008 bei der Bank vorliegen, damit diese sie noch berücksichtigen kann.

 

  • Quelle: Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (BDL), 14.11.2008

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Was tun bei fehlerhafter Steueridentifikationsnummer?

Anlässlich der teilweise noch immer bestehenden Unklarheiten, was bei falschen Eintragungen bei der Steueridentifikationsnummer zu tun ist, erklärt der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Flüchtlinge und Aussiedler der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jochen-Konrad Fromme MdB:

 

Bei der neuen Steueridentifikationsnummer kommt es leider teilweise zu falschen Eintragungen in den Mitteilungsschreiben, so wurde z. B. bei einigen Vertriebenen ein ausländischer Geburtsort eingetragen, obwohl sie im damaligen Deutschen Reich geboren wurden und damit Deutsche sind.

 

Hintergrund der falschen Eintragungen ist, dass das Bundeszentralamt für Steuern, welches für die Erstellung der Mitteilungsschreiben zuständig ist, die Daten hierfür von den Meldebehörden übermittelt bekommt und diese verwendet, ohne sie auf Richtigkeit zu überprüfen.

 

Die fehlerhaften Daten in den Schreiben beruhen also auf ursprünglich falschen Eintragungen bei den Meldebehörden. Auf die Vergabe der Identifikationsnummer hatten diese Daten jedoch keinen ursächlichen Einfluss. Mit der Bekanntgabe sollte die einmalige Chance aufgegriffen werden, allen Bürgern mitzuteilen, welche Eintragungen über sie bei den Meldebehörden gespeichert sind, um ihnen die Möglichkeit einer Korrektur zu geben.

 

Da das Bundeszentralamt nicht zur Berichtigung der Meldedaten befugt ist, müssen sich die Bürger an die im Mitteilungsschreiben unter „Rücksendeadresse“ genannte Stelle – im Regelfall ist das die für sie zuständige Meldebehörde – wenden und eine Korrektur der Daten verlangen. Die Meldebehörde übermittelt diese dann elektronisch an das Bundeszentralamt für Steuern, womit die Aktualität der dortigen Datenbank ebenfalls gewährleistet ist.

 

  • Quelle: CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 19.11.2008

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Höhere Freigrenzen für Reisemitbringsel aus Drittländern

Urlauber können sich freuen. Die Freigrenzen für aus Drittländern, also Nicht-EU-Staaten oder Gebieten, die als solche behandelt werden (z.B. die Kanarischen Inseln), mitgebrachte Reisemitbringsel werden ab dem 1. Dezember 2008 deutlich erhöht.

 

Wesentliche Neuerung: Künftig dürfen Personen, die per Flugzeug oder Seeschiff einreisen, Waren für ihren persönlichen Ge- oder Verbrauch, für ihre Familienangehörigen oder als Geschenk bis zu 430 Euro abgabenfrei mitbringen. Für die Einreise auf anderen Verkehrswegen gilt eine Freimenge von 300 Euro. Bislang galt einheitlich ein Betrag von 175 Euro. Für Reisende unter 15 Jahren bleibt es bei der bisherigen Grenze von 175 Euro.

 

Die ab dem 1. Dezember 2008 geltenden Regelungen im Überblick:

 

1. Tabakwaren (nur für Personen ab 17 Jahren):

  • 200 Zigaretten oder
  • 100 Zigarillos oder
  • 50 Zigarren oder
  • 250 Gramm Rauchtabak oder
  • eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren

2. Alkohol und alkoholhaltige Getränke (nur für Personen ab 17 Jahren):

  • Ein Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Volumenprozent oder unvergällter Ethylalkohol mit einem Alkoholgehalt von 80 Volumenprozent oder mehr oder
    zwei Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 Volumenprozent oder
    eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren,
  • vier Liter nicht schäumende Weine und
  • 16 Liter Bier

3. Arzneimittel:

die dem persönlichen Bedarf des Reisenden entsprechende Menge

4. Kraftstoffe:

für jedes Motorfahrzeug

 

  • die im Hauptbehälter befindliche Menge und
  • bis zu zehn Liter in einem tragbaren Reservebehälter

5. andere Waren:

  • bis zu einem Warenwert von insgesamt 300 Euro;
  • für Flug- bzw. Seereisende bis zu einem Warenwert von insgesamt 430 Euro;
  • für Reisende unter 15 Jahren bis zu einem Warenwert von insgesamt 175 Euro.

 

Die Waren, für die eine besondere Mengengrenze nach den Nummern 1 bis 4 gilt, werden beim Warenwert nicht mit eingerechnet.

 

Für Bewohner grenznaher Gemeinden zur Schweiz, Arbeitnehmer, die zu ihrem Arbeitsplatz im Drittland pendeln, und bestimmte Personen in Ausübung ihres Berufes, wie z.B. Berufskraftfahrer, gelten weiterhin eingeschränkte Freimengen.

 

  • Quelle: Bundesministerium der Finanzen - Bundeszollverwaltung, 12.11.2008

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Postverkehr: Höchstgrenze für die zollfreie Einfuhr von Kleinsendungen erhöht

Rechtzeitig vor Weihnachten wird ab dem 1. Dezember 2008 die Höchstgrenze für die zollfreie (nicht für die einfuhrumsatzsteuerfreie!) Einfuhr von Kleinsendungen im Postverkehr von derzeit 22 Euro auf 150 Euro je Sendung erhöht.

 

Für die Einfuhrumsatzsteuer bleibt es bei der bisherigen Wertgrenze von 22 Euro.

Das bedeutet, dass nur Postsendungen bis zu einem Wert von 22 Euro vollständig von den Einfuhrabgaben (Zoll und Einfuhrumsatzsteuer) befreit sind.

 

Ist dieser Wert überschritten, fallen nach der Neuregelung bis zu einem Wert von 150 Euro keine Zölle an. Die Sendung muss jedoch mit dem Einfuhrumsatzsteuersatz von 19 Prozent oder dem reduzierten Satz von 7 Prozent (z.B. bei Büchern) versteuert werden.

 

  • Quelle: Bundesministerium der Finanzen - Bundeszollverwaltung, 12.11.2008

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Abkommen zur vorübergehenden Weitergeltung des Erbschaftssteuer-DBA mit Österreich unterzeichnet

Am 6.11.2008 wurde in Wien ein Abkommen zur vorübergehenden Weitergeltung des von deutscher Seite mit Wirkung zum Jahresende 2007 gekündigten Doppelbesteuerungsabkommens auf dem Gebiet der Erbschaftssteuern vom 4.10.1954, BGBl 1955/220 idF BGBl III 2004/125, unterzeichnet.

 

Das Abkommen sieht die Weitergeltung des gekündigten Doppelbesteuerungsabkommens auf Erbfälle vor, in denen der Erblasser nach dem 31.12.2007 und vor dem 1.8.2008 verstorben ist. Damit wird nunmehr die Vermeidung der erbschaftssteuerlichen Doppelbesteuerung im Verhältnis zu Deutschland bis zum Auslaufen der österreichischen Erbschaftssteuer völkerrechtlich abgesichert. Das Ratifikationsverfahren wurde bereits eingeleitet.

 

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Vom Arbeitgeber übernommene Zahlung einer gegen den Arbeitnehmer verhängten Geldbuße bzw. -auflage als Arbeitslohn

Übernimmt der Arbeitgeber gegen seinen Arbeitnehmer verhängte Bußgelder oder strafrechtliche Geldauflagen, ist darin Arbeitslohn zu sehen, wenn der Arbeitgeber nicht aus ganz überwiegend eigenbetrieblichem Interesse handelt. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 22. Juli 2008 VI R 47/06 in Fortführung seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden. Ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse liegt nur vor, wenn nach einer Gesamtwürdigung der Begleitumstände der jeweils verfolgte betriebliche Zweck im Vordergrund steht und ein damit einhergehendes eigenes Interesse des Arbeitnehmers an der Übernahme von Geldbuße bzw. -auflage durch den Arbeitgeber überlagert.

 

Im entschiedenen Fall hatte eine GmbH die Zahlung eines Bußgelds und einer Geldauflage übernommen, die gegen ihren Geschäftsführer verhängt worden waren. Dem Geschäftsführer war vorgeworfen worden, gegen Vorschriften des Lebensmittelrechts durch Umetikettieren von Waren verstoßen zu haben. Ihm war deshalb ein Bußgeld von insgesamt ca. 17.000 DM auferlegt worden. Außerdem war ein Strafverfahren gegen ihn gegen Auflage einer Zahlung von 62.000 DM eingestellt worden. Der Geschäftsführer muss die von der GmbH übernommenen Beträge danach als Arbeitslohn versteuern.

 

Er kann auch nicht zugleich einen Abzug der Buße als Werbungskosten erreichen. Der BFH hat darauf hingewiesen, dass der Arbeitnehmer Bußgeld oder Geldauflage nicht als Werbungskosten abziehen kann, selbst wenn die Zahlungsverpflichtung Folge schuldhafter Handlungen ist, die im Rahmen der beruflichen Aufgabenerfüllung des Arbeitnehmers liegen. Denn nach ausdrücklicher Regelung im Einkommensteuergesetz sind die von einer Behörde der Bundesrepublik Deutschland festgesetzten Geldbußen nicht als Werbungskosten abziehbar. Auch ein Werbungskostenabzug von Geldauflagen i.S. des § 153a der Strafprozessordnung scheidet aus, soweit diese Auflagen nicht lediglich der Wiedergutmachung des durch die Tat verursachten Schadens dienen.

 

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Einkommensteuer-Erstattungsanspruch zusammen veranlagter Eheleute wird auch bei Insolvenz eines Ehegatten hälftig geteilt

Haben zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Eheleute Vorauszahlungen geleistet, ohne dabei anzugeben, dass mit der Zahlung nur die Steuerschuld eines Ehegatten beglichen werden soll, und führt die spätere Veranlagung der Eheleute zu einer Steuererstattung, hat das Finanzamt den Erstattungsbetrag hälftig auf die Eheleute zu verteilen. Mit Urteil vom 30. September 2008 VII R 18/08 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass dies auch gilt, wenn über das Vermögen eines der Ehegatten das Insolvenzverfahren eröffnet ist.

 

In dem vom BFH entschiedenen Fall hatte das Finanzamt für die zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Eheleute Vorauszahlungen für das laufende Steuerjahr festgesetzt, welche die Ehefrau unter Angabe der gemeinsamen Steuernummer und des Verwendungszwecks "Einkommensteuer/Soli" beglich, während über das Vermögen des Ehemannes das Insolvenzverfahren eröffnet war. Nachdem die Veranlagung der Eheleute zur Einkommensteuer für das betreffende Jahr eine Steuererstattung ergeben hatte, teilte das Finanzamt das Guthaben zwischen der Ehefrau und dem Insolvenzverwalter hälftig auf. Die Ehefrau beanspruchte mit ihrer Klage das gesamte Guthaben und machte geltend, dass es sich trotz des unterbliebenen Hinweises im Zeitpunkt der Vorauszahlungen in Anbetracht der Insolvenz ihres Ehemannes von selbst verstanden habe, dass die von ihr geleisteten Zahlungen nicht auch auf dessen Rechnung hätten bewirkt werden sollen. Im Fall der Insolvenz eines Ehegatten sei es geradezu offensichtlich, dass der andere Ehegatte mit seiner Zahlung nur seine Steuerschulden begleichen wolle.

 

Der BFH entschied dagegen, dass das Guthaben zu Recht geteilt worden sei. Erstattungsberechtigt sei derjenige, auf dessen Rechnung die Zahlung bewirkt worden sei. Bei nicht dauernd getrennt lebenden zusammen veranlagten Eheleuten könne das Finanzamt nach ständiger Rechtsprechung des BFH davon ausgehen, dass der auf die gemeinsame Steuerschuld zahlende Ehegatte zugleich auch die Steuerschuld des anderen Ehegatten begleichen wolle, falls er im Zeitpunkt der Zahlung keine andere Tilgungsabsicht bekundet habe. Fehle ein solcher Hinweis, müsse das Finanzamt keine Vermutungen über eine bestimmte wirtschaftliche Interessenlage auf Seiten der steuerpflichtigen Eheleute für den Fall anstellen, dass die Vorauszahlungen später zu einem Erstattungsanspruch führen.

 

Dies sei nicht anders, wenn über das Vermögen eines der Ehegatten das Insolvenzverfahren eröffnet sei. Denn auch in diesem Fall könne es Gründe für den jeweils anderen geben, Steuervorauszahlungen auf Rechnung beider Eheleute zu bewirken. Es obliege in erster Linie den betroffenen Eheleuten zu entscheiden, ob sich die Teilung eines künftigen Steuerguthabens wirtschaftlich nachteilig auf einen der Ehegatten auswirken könnte. Es sei daher ihre Sache, Steuervorauszahlungen ggf. nur auf Rechnung eines der Ehegatten zu leisten. Dafür bedürfe es lediglich eines entsprechenden Hinweises an das Finanzamt im Zeitpunkt der Steuervorauszahlung.

 

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2. Aus der Steuerverwaltung



Einkommensteuerrechtliche Behandlung von Umsatzsteuervorauszahlungen als regelmäßig wiederkehrende Ausgaben im Sinne von § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG

Für regelmäßig wiederkehrende Ausgaben gilt § 11 Abs. 1 Satz 2 EStG i. V. m. § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG entsprechend, so dass diese als in dem Kalenderjahr abgeflossen gelten, zu dem sie wirtschaftlich gehören, wenn der Steuerpflichtige sie kurze Zeit vor Beginn oder kurze Zeit nach Beendigung dieses Kalenderjahres gezahlt hat.

 

Der BFH hat mit Urteil vom 1. August 2007 (BStBl II 2008 S. 282) entschieden, dass Umsatzsteuervorauszahlungen regelmäßig wiederkehrende Ausgaben im Sinne des § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG sind. Daher werden sie in dem Kalenderjahr als Betriebsausgabe oder Werbungskosten

erfasst, in dem sie entstanden sind, sofern sie innerhalb von 10 Tagen nach Beendigung

dieses Kalenderjahres entrichtet wurden. Diese Grundsätze gelten für Umsatzsteuererstattungen

entsprechend.

 

In Abstimmung mit den obersten Finanzbehörden der Länder ist wie folgt zu verfahren: Die Grundsätze des BFH-Urteils vom 1. August 2007 (BStBl 2008 II S. 282) sind in allen noch offenen Fällen anzuwenden. Es ist jedoch nicht zu beanstanden, wenn sämtliche Umsatzsteuervorauszahlungen und -erstattungen mit Zahlung oder Gutschrift vor dem 30. April 2008 (Veröffentlichung des BFH -Urteils im Bundessteuerblatt) einheitlich nicht als regelmäßig wiederkehrende Ausgaben oder Einnahmen i. S. d. § 11 EStG behandelt werden.

 

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Neuer Vorläufigkeitsvermerk

Festsetzungen der Einkommensteuer sind - NEU - hinsichtlich der Höhe des Freibetrags zur Abgeltung des Sonderbedarfs eines sich in Berufsausbildung befindenden, auswärtig untergebrachten, volljährigen Kindes (§ 33a Abs. 2 EStG) für Veranlagungszeiträume ab 2002 als vorläufig vorzunehmen.

 

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Betrieblicher Schuldzinsenabzug nach § 4 Abs. 4a EStG - Gesellschafterbezogene Ermittlung der Überentnahmen

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3. Aus der Rechtsprechung



Erstattungsanspruch bei zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Eheleuten - Personelle Zuordnung geleisteter Vorauszahlungen

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 30. September 2008 VII R 18/08 )


Arbeitnehmer mit Bereitschaftsdiensten als Grenzgänger zur Schweiz

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 27. August 2008 I R 64/07 )


Zusammenveranlagung bei fiktiver unbeschränkter Steuerpflicht - Ermittlung der Einkünfte nach § 1 Abs. 3 Satz 2 EStG

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 20. August 2008 I R 78/07 )


Verdeckte Gewinnausschüttung gemäß § 8a KStG 2002 als kapitalertragsteuerpflichtige Beteiligungserträge gemäß § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG 2002 - Nicht in einem Bruchteil des Kapitals bemessene Vergütungen - Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegenüber einer "Überbesteuerung" - Keine Exkulpation des Steuerpflichtigen i.S. des § 44 Abs. 5 EStG 2002

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 20. August 2008 I R 29/07 )


Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG - Überlassung des Eigenjagdrechts zum Einzelabschuss - Veranstaltung von Treibjagden - Keine Bindung an nationale einkommensteuerrechtliche Beurteilung der landwirtschaftlichen Dienstleistungen

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 13. August 2008 XI R 8/08 )


Steuerbegünstigung des Gewinns aus der Veräußerung eines Unternehmens bei anschließendem Tätigwerden des Veräußerers für den Erwerber

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 17. Juli 2008 X R 40/07 )


Legen eines Hausanschlusses durch ein Wasserversorgungsunternehmen als dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz unterliegende "Lieferung von Wasser" - Kein Ausschluss von der Steuerermäßigung durch bloße Verwaltungsanweisung

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 08. Oktober 2008 V R 61/03 )


Übernahme von Geldbußen und Geldauflagen als Arbeitslohn - Vorteilsgewährung aus ganz überwiegend eigenbetrieblichem Interesse - Werbungskostenabzug und Bemessung von Geldauflagen und Geldbußen

Zum Urteil im Volltext (BFH vom 22. Juli 2008 VI R 47/06 )

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4. Neue Fachliteratur



Auswirkungen des MoMiG auf bestehende GmbHs

Das MoMiG bewirkt einschneidende Änderungen des GmbH-Rechts, insbesondere auch für die Haftung des Geschäftsführers und die Anforderungen an seine Bestellung, ferner im Kapitalaufbringungs- und -erhaltungsrecht, beim erstmals möglichen gutgläubigen Erwerb von Geschäftsanteilen sowie in der Insolvenz. Der neue Band klärt alle Auswirkungen des MoMiG auf bestehende GmbHs für Gesellschafter, Geschäftsführer, Aufsichtsrat oder Beirat. Das Werk bringt dazu Praxistipps, Hinweise, Beispiele und Musterformulierungen. Behandelt werden auch die Themen: Finanzierung der Gesellschaft, Transaktions- und Restrukturierungspraxis, Gesellschaft in der Krise.

 

Berücksichtigung findet auch die neu geschaffenen Unterform der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft, die mit nur 1 Euro Stammkapital gegründet werden kann.

 

Bunnemann / Zirngibl, Auswirkungen des MoMiG auf bestehende GmbHs, Beck, 2008, 291 Seiten, ISBN 978-3-406-58076-5, EUR 32,00.

 

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