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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

CAP (Computer Aided Planning)


EDV-Systeme, die zur Unterstützung der Arbeitsplanung zum Einsatz gelangen, werden als CAP-Systeme bezeichnet. Solche Systeme reichen heute weit über einfache Editierfunktionen zur Erstellung und Modifikation von Arbeitsplänen hinaus und lassen sich unternehmensspezifisch anpassen, was zu einer Vielzahl von in der Praxis anzutreffenden Kombinationen von Ausprägungen solcher Systeme geführt hat.
Die Komponenten in CAP-Systemen setzen sich aus neutralen Bausteinen (z.B. Datenein- und -ausgabe, Steuerung des Systemablaufs, Regelverarbeitung und Datenhandhabung) und betriebsspezifischen Bausteinen (z.B. aktuelle Planungsdaten, Planungsstammdaten, Maschinenauswahl, Werkzeuge- und Arbeitsvorrichtungsauswahl usw.) zusammen.
In der betrieblichen Praxis sind sowohl Systeme anzutreffen, die die vollständige Arbeitsplanerstellung unterstützen, als auch Systeme, die einzelne Planungsfunktionen erleichtern, z.B. die Berechnung der Vorgabezeiten. Die Entscheidung für den Einsatz des jeweiligen Systems wird u.a. vom Planungsumfang und dem zu erwartenden Rationalisierungseffekt, dem vorhandenen EDV-System, dem Finanzierungsaufwand und -möglichkeiten im Betrieb, aber auch vom Betreuungs- und Pflegeaufwand des Systems bestimmt.
Es werden zwei grundsätzliche Planungsarten in CAP-Systemen unterschieden
  • die Planung auf der Grundlage von vorhandenen Planungsergebnissen oder
  • die Planung auf der Grundlage von Planungsregeln.
Die Planung auf der Grundlage von Planungsergebnissen setzt die Möglichkeit der Suche nach ähnlichen Arbeitsplänen durch verschiedene Suchtechniken (z.B. Suche nach Zeichenketten) voraus. Die erforderliche Änderung bzw. Aktualisierung vorhandener Arbeitspläne z.B. auf Grund veränderter Grunddaten (u.a. modifizierter Zeittabellen) wird durch CAP-Systeme rationell unterstützt. Wichtige Voraussetzung für die Anwendung dieser Planungsart ist die Aktualisierung des Arbeitsplanbestands durch die Pflege des Datenbestands und der Planungsinformationen.
Die Planung auf der Grundlage von Planungsregeln setzt unbedingt die vollständige Bereitstellung von Planungslogiken (z.B. Entscheidungstabellen ) und Planungsinformationen voraus. Dies ist ohne einen immensen Aufwand nicht für alle Planungsfunktionen bzw. Verfahren und Maschinen möglich, weshalb das Eingreifen des Benutzers bzw. der Dialog zwischen Benutzer und System weiterhin auch bei "automatisierter Planung" stattfindet.

Praxistipp

Für den Entscheidungsprozess zum Einsatz bzw. zur Auswahl eines CAP-Systems ist zu beachten, dass diese häufig Speziallösungen darstellen oder vor ihrer Anwendung noch mit firmenspezifischen Stammdaten versorgt werden müssen. Da die Arbeitsvorbereitung eine zentrale Stellung als Bindeglied zwischen Konstruktion und Fertigung mit ihren Arbeitsergebnissen einnimmt, sind CAP-Systeme als Schnittstelle zu anderen Systemen der Auftragsabwicklung von Bedeutung (z.B. geometrischer Daten zur Produktbeschreibung aus CAD oder bei der Kapazitäts- und Terminplanung in PPS-Systemen). Bei der Implementierung dieser betriebsspezifischen CAP-Lösung kann möglicherweise auf Datenbestände zurückgegriffen werden, die in diesen Systemen bereits verwaltet werden. Die Voraussetzung dafür ist die Bereitstellung von Schnittstellen, die das Verarbeiten der Informationen zwischen den anderen computerunterstützten Systemen ermöglichen, z.B. die geometrischen Produktdaten aus CAD in CAP ermöglichen. Die Frage nach solchen standardmäßigen Schnittstellen muss unbedingt an den Hersteller gerichtet werden, da sonst wichtiges Rationalisierungspotenzial verloren geht.
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