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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Entscheidung


Im unternehmerischen Ablauf müssen täglich eine Reihe von Entscheidungen getroffen werden. So ist z.B. darüber zu befinden, ob das Lager aufgefüllt werden muss, ob ein neues Produkt so oder in veränderter Form auf den Markt kommt oder welche Werbestrategie angebracht ist.
Eine Entscheidung zu fällen heißt, zwischen verschiedenen sich bietenden Alternativen auszuwählen. Mit der Entscheidung wird ein zuvor festgelegtes Ziel verfolgt.
Damit Entscheidungen ohne Reibungsverluste oder Verzögerungen gefällt werden können, sollten die Kompetenzbereiche der Mitarbeiter und Führungskräfte klar umrissen sein. Das kann in einer ausführlichen Stellenbeschreibung , in Organisationsschaubildern oder sonstigen Dokumenten festgelegt werden, sollte aber in jedem Fall schriftlich festgehalten werden.
Wer in einem Unternehmen wo welche Entscheidungen fällen darf, ist eine der grundlegenden Fragen der Organisation. Bei Zentralisation liegt die letzte Entscheidungsinstanz auf der Führungsebene. Dezentralisierte Organisationsformen verlagern die Entscheidungen so weit wie möglich nach unten. Umfangreichere und extrem wichtige (strategische) Entscheidungen werden in allen Modellen zumindest durch Mitsprache der obersten Führungsebene gefällt.
Entscheidungen können auf allen Ebenen von einer Einzelperson oder im Team getroffen werden.
Es gibt unterschiedliche Entscheidungstypen , die sich inhaltlich oder zeitlich unterscheiden. Dazu zählen:
  • Relevanz: Grundsatzentscheidung und laufende Entscheidung
  • Einflussbereich: Gesamtunternehmens- (Totalentscheidung) und Teilbereichsentscheidung (Partialentscheidung)
  • Art der Entscheidung: Selbstentscheidung und Fremdentscheidung
  • Anzahl der Entscheidungsträger: Einzelentscheidung und Teamentscheidung
  • Ablauf der Entscheidung: simultane und sukzessive Entscheidung
  • Gliederung des Entscheidungsproblems: gut strukturierte und schlecht strukturierte Entscheidungsprobleme
  • Umfang der verfolgten Ziele: Entscheidung bei Einfach- und bei Mehrfachzielsetzung
  • Zuverlässigkeit der Information: Entscheidung bei Sicherheit, Unsicherheit oder Risiko
  • Häufigkeit: einmalige und wiederkehrende Entscheidung
  • Zeitraum: kurz-, mittel- und langfristige Entscheidung
Eine Entscheidung vollzieht sich in zwei Phasen, die einer ständigen Kontrolle bedürfen (Plan- und Kontrollwerte sind zu vergleichen).
  • Willensbildung
    In dieser Phase wird erarbeitet, welche Entscheidungen anstehen. Wird erkannt, dass neue Entscheidungen getroffen werden müssen, werden Informationen gesammelt, die über mögliche Entscheidungsalternativen aufklären. Die Alternativen werden analysiert und bewertet. Es werden Prioritäten in Übereinstimmung mit den Zielvorgaben gesetzt. Gemäß der Alternativkostenrechnung wird jede Alternative mit Punkten gewichtet. Die Alternative mit der höchsten Punktzahl ist zu favorisieren.
    An diese Bewertung knüpft sich die Wahl einer der Alternativen an.
  • Entscheidungsumsetzung
    In dieser Phase wird die gewählte Alternative realisiert . Es werden Maßnahmen ergriffen, die zur Umsetzung der Entscheidung führen.
Die Phasen der Entscheidung unterliegen keiner zeitlichen Vorgabe oder einer Reihenfolge. Sie können sich überschneiden und mischen.
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