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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Fertigungstiefe


Entscheidungen zur Erweiterung der Fertigungskapazität und der Reorganisation von Unternehmen schließen Überlegungen zur Fertigungstiefe ein. Bei Entscheidungen zur Fertigungstiefe wird untersucht, ob die Eigenfertigung des Unternehmens erhöht oder Teile der Wertschöpfungskette ausgelagert und in Fremdfertigung realisiert werden sollen (= Make-or-buy-Entscheidungen). Diese Entscheidungen können in zwei Richtungen getroffen werden: Sie können zur Verringerung oder Erhöhung der Fertigungstiefe führen.
Die Verringerung der Fertigungstiefe gestattet die Konzentration auf jene Wertschöpfungsstufen, die Produkteigenschaften und Kosten erheblich beeinflussen. Aufgaben, die von anderen Unternehmen wirtschaftlicher wahrgenommen werden können, werden als Auftrag nach außen vergeben (= Outsourcing). Das Unternehmen kann sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, um die Qualität und die Kosten punktuell zu steuern oder Kapazitäten in den entscheidenden Bereichen zu erhöhen. Kernkompetenzen beeinflussen damit die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig.
Die Erhöhung der Fertigungstiefe führt zur Übernahme von Fertigungsaufgaben und Weiterverarbeitungsprozessen, die ehemals von Zulieferern realisiert wurden, in das eigene Unternehmen. Die Zuverlässigkeit hinsichtlich Qualität und Terminen sind neben den Fertigungskosten und der verbesserten Kapazität sauslastung entscheidungsrelevante Kriterien.
Aus wirtschaftlicher Sicht sind bei Entscheidungen zur Fertigungstiefe die Beschaffungs-, Lager- und Transportkosten, die Stückkosten, die Koordinationskosten, der Kapitalbedarf und die Wettbewerbsfähigkeit zu beachten.
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