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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Flache Strukturen


Wenn es wenig unterschiedliche Hierarchie stufen und damit wenig Instanzen gibt, spricht man von einer flachen Organisationsstruktur . Da es bei flachen Strukturen keine herausgehobenen Vorgesetzten gibt, werden Entscheidungen häufig von der ganzen Gruppe , also durch Vereinbarung aller getroffen. Eine solche Gruppe auf der oberen Hierarchie-Ebene kann ein Rat, ein Ausschuss, ein Komitee oder aber ein Vorstand sein. Die nachfolgenden Hierarchie-Ebenen sind nur in Ausnahmefällen flach strukturiert.
Die Gruppenentscheidung ist häufig schwerfällig und führt zu langwierigen Diskussionen. Daher eignet sich eine flache Organisationsstruktur am besten für kleine Unternehmen, in denen eine gute Übersicht über Aufgaben und Kompetenzen gegeben ist. Die flache Struktur eignet sich auch für Arbeitsgemeinschaften, Partnerschaften und Genossenschaften.
Sind wenige Hierarchie-Ebenen vorhanden, kann eine flache Organisationsstruktur von Nutzen sein. Die Vorteile sind:
  • kurze Weisungslinien
  • erhöhtes Reaktionsvermögen
  • größere Kompetenzen und Entscheidungsgewalt auf der Betriebsebene
  • mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz (besseres Betriebsklima )
  • Kosteneinsparung durch personelle Einschränkung oder sogar Einsparung des mittleren Managements und damit Einsparung von Sekretärinnen, Dienstwagen, Renten, Spesen usw.
Die Nachteile einer flachen Organisationsstruktur sind:
  • für Mitarbeiter: kaum Aussicht auf Karriereschub
  • auf der Führungsebene: Leitung über zu viele Personen
Nicht in jedem Unternehmen lassen sich bedenkenlos flache Strukturen durchsetzen. Besonders in großen, komplexen Unternehmen sind mehrere Leitungsebenen notwendig. Bei Fehlen des mittleren Managements gerät die Aufgabenverteilung leicht ins Ungleichgewicht.
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