Hinweis

Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Funktionsoptimierung


Die Funktionsoptimierung ist ein Prinzip zur organisatorischen Gestaltung der Fertigung. Sie hat ihre konzeptionellen Wurzeln in den klassischen Management- und Organisationslehren (= scientific Management, Taylorismus ), die die Ressourcenperspektive der betrieblichen Leistungserstellung betonen.
Vorteile werden in einer tief greifenden Spezialisierung gesehen, durch die sich Produktivitätsreserven erschließen lassen.
Durch eine funktionale Strukturierung von Aufgabeninhalten, Personal- und Maschinenkapazitäten sowie Organisations- und Unternehmenseinheiten sollen die Vorteile der Spezialisierung und Kostendegression erreicht werden.
Im Mittelpunkt der organisatorischen Gestaltung stehen die Standardisierung und Normierung von Aufgaben, Prozessen und Beziehungen.
Mit der sich dynamisch entwickelnden Unternehmensumwelt und den komplexen, kurzlebigen Produkten stieß dieses organisatorische Gestaltungsprinzip an seine Grenzen.
Die Nachteile der Funktionsoptimierung resultieren aus
  • der ausgeprägten Arbeitsteilung, die zu zahlreichen Schnittstellen führt.
  • dem rein funktionalen Denken der Mitarbeiter und
  • einem eingeschränkten Marktbezug und mangelnder Kundenorientierung.
Durch die hochgradige Arbeitsteilung sind die Mitarbeiter nur auf die Erfüllung ihrer Funktion fixiert und sind nicht bereit, Verantwortung für das Endprodukt und das übergreifende Unternehmensziel zu übernehmen. Die Funktionsoptimierung verhindert das Entstehen von durchgängigen unternehmensübergreifenden Auftragsverantwortlichkeiten. Dieses Verhalten wird durch entsprechende Lohn- und Gehaltskonzepte gestützt.
Notwendige funktions- und abteilungsübergreifende Koordination und Kooperation wird nicht gefördert. Es sind Schnittstellen entstanden, die ein zusätzliches Management erfordern und zu Zeitverlusten führen.
Funktionale Konzepte begrenzen den Marktkontakt auf bestimmte Funktionen im Unternehmen (z.B. Vertrieb, Einkauf). Die Produktion, die für die Mehrzahl von Industrieunternehmen als wettbewerbsentscheidend gilt, ist vom tatsächlichen Marktgeschehen weitgehend abgekoppelt. Kundenwünsche erreichen die Produktion nur mittelbar über die Planung. Die Leistungsfähigkeit der Produktion wird wesentlich von der Qualität der Produktionsplanung und -steuerung bestimmt. Produktionsinterne Probleme lassen sich auf die Planung abwälzen und es besteht kein Interesse, Reserven aufzudecken und für den Kunden zu erschließen.
Erst mit der Flussoptimierung , die die gesamte logistische Kette im Unternehmen und nicht einzelne Stellen und Bereiche optimiert, lassen sich diese Probleme überwinden.
WoltersKluwer