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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Innovation


    Der Begriff Innovation basiert auf dem lat. Wort "novus" = neu und kann wörtlich als Neuerung, Neueinführung, Erneuerung oder Neuheit übertragen werden.
    Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist eine Innovation die Durchsetzung neuer technischer, wirtschaftlicher, organisatorischer und sozialer Problemlösungen. Durch sie sollen die Unternehmensziele auf neuartige Weise erreicht werden. Dieser Sichtweise liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass Innovationen sich nicht nur auf Produkte, Verfahren und Materialien, sondern auch auf Menschen und soziale Prozesse beziehen können.
    Von wesentlicher praktischer Bedeutung für die Planung der Innovationsaktivitäten ist die Einschätzung des Neuheitsgrades einer Innovation. Nach dem Grad der Erneuerung lassen sich
    • Basisinnovationen, die zu neuen Wirkprinzipien und zu völlig neuen Produkten und Verfahren führen;
    • Verbesserungsinnovationen, die einige oder mehrere Qualitätsparameter verbessern;
    • Anpassungsinnovationen, die vorhandene Lösungen an spezifische Kundenwünsche anpassen;
    • Imitationen, die bereits vorhandene Lösungen nachentwickeln und
    • Scheininnovationen, die keinen wirklichen Nutzen für den Kunden erbringen.
    unterscheiden.
    Ein übergeordnetes Ziel von Unternehmen und Dienstleistern ist i. d. R. die ständige Verbesserung ihrer Arbeitsweise und Produkte bzw. Dienstleistungen. Sie müssen an die ständig wandelnden Bedürfnisse des Marktes angepasst werden, will das Unternehmen Bestand haben. Weit greifende Neuerungen werden als Innovationen bezeichnet. Innovationen im weiteren Sinne sind Neuerungen für das betreffende Unternehmen oder für ein bestimmtes geografisches Gebiet , z.B. Europa: Für ein traditionell mit Hilfe von Karteikästen geführtes Sekretariat kann die Einführung eines PC innovativ sein. Innovationen im engeren Sinne bezeichnet die Einführung oder Entwicklung von weltweit bisher noch nicht Dagewesenem, z.B. des Internets.
    Innovationen sind nicht zwangsläufig neue technische Erfindungen. Sie können auch in einer Umgestaltung bestehender Strukturen oder in der Verknüpfung bereits vorhandener Produkte ( Produktinnovation ) oder Verfahren bestehen ( Prozessinnovation ) und werden im Managementbereich, in speziellen Abteilungen wie Forschung und Entwicklung (FuE) oder Marketing und mit Hilfe speziell gebildeter Teams erarbeitet.
    Bei technischen Neuerungen lassen sich Methoden des funktionsübergreifenden Technologiemanagements einsetzen, das die Bereiche Forschung und Entwicklung, Einkauf, Marketing und Produktion koordiniert und Innovationen gezielt plant, steuert und kontrolliert. Bereits bei der Konzeption werden sie an den Bedürfnissen des Marktes ausgerichtet. Bei nicht-technischen Neuerungen lassen sich vor allem Erkenntnisse der betrieblichen Organisationsforschung oder des Marketing für Innovationen genutzt.
    Innovationen werden im Unternehmen auf unterschiedlichen Ebenen in unterschiedlichen Formen und Ausmaß entwickelt. Folgende Arten sind zu unterscheiden:
  • Unternehmensexterne Innovationen
    • fortschrittlicheres Produktsortiment auf dem Markt
    • Einsatz fortschrittlicherer Produktionsverfahren
    • Ausrichtung der Produktion an Umweltansprüchen, z.B. umweltfreundlichere und arbeitnehmerfreundlichere Verfahren
  • Unternehmensinterne Innovationen
    • Einführung eines computergesteuerten Informationssystems (z.B.  CIM )
    • Erhöhung der Produktivität der Betriebsmittel
    Innovation ist ein komplexer Prozess, dessen Phasen immer von Entscheidungen bestimmt werden. Zu den Phasen, die die Einführung eines neuen Produkts begleiten, zählen:
    • Suche nach Veränderungs- und Erneuerungspotenzial (Müssen Neuerungen eintreten? Wenn ja, wo?)
    • Suche nach neuen Ideen
    • konkrete Form der Suche im Bereich Forschung und Entwicklung
    • Fertigung eines Prototyps
    • Verbesserungen
    • Fertigung
    • Einführung am Markt
    Ein innovationsfreundliches Klima (positives Betriebsklima , größere Gestaltungsspielräume für Mitarbeiter oder die Einführung eines prämienbezogenen betrieblichen Vorschlagwesens) kann die Schaffung von Innovationen fördern. Projekt- und produktbezogene Workshops und Gruppenarbeit können ebenfalls hierzu beitragen.
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