Hinweis

Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Kommunikations-Mix, Medien-Mix


Neue Kommunikationswege und der stetige Zuwachs an Medienformen erweitern die Möglichkeiten von Betrieben, ihre externe und interne Kommunikation ( Unternehmenskommunikation ) zu gestalten.
Das Kommunikationsziel und die zu erledigenden Aufgaben bestimmen die Wahl des Mediums. Da in der Praxis bei bereits seit längerer Zeit existierenden Unternehmen eine Vielzahl von Kommunikationsmedien genutzt wird, ist es sinnvoll, eine systematische Übersicht nach Inhalten, Zielgruppen, Erscheinungsweise, Kosten, verantwortlichen Abteilungen und Akzeptanz- oder Nutzungswerten herzustellen. Kommunikation ist kostenintensiv, daher müssen die genutzten Kommunikationskanäle von Zeit zu Zeit einer kritischen Begutachtung hinsichtlich ihrer Effizienz unterzogen werden, um neue Potenziale zu erschließen.
Für eine modern ausgerichtete Unternehmenskommunikation liegt eine Herausforderung darin,
  • einen Abgleich zwischen den Kommunikationsaufgaben und den geeigneten Medien herzustellen, um diese gezielt einzusetzen und
  • einen Kommunikations-Mix aus verschiedenen, aufeinander abgestimmten Medien zu entwickeln, der z.B. sichert, dass die persönliche Kommunikation nicht durch elektronische Medien verdrängt wird.
Unter einem Kommunikations-Mix ist ein aufeinander abgestimmter Einsatz der verschiedenen Formen der Kommunikation von der Face-to-Face-Kommunikation über den Einsatz elektronischer Medien und Kommunikationswege bis zur Nutzung von schriftlichen oder gedruckten Medien zu verstehen.

Praxistipp

Die Auswahlentscheidung für ein konkretes Medium zur Einbeziehung in den Kommunikations-Mix eines Unternehmens kann durch die Beachtung folgender Überlegungen erleichtert werden:
  • In welche Richtung soll die Kommunikation gehen?
    Die Abwärtskommunikation ("Top-down") ist in den meisten Unternehmen durch Besprechungen und Meetings organisiert, während die Aufwärtskommunikation ("Bottom up") oder die horizontale Kommunikation häufig dem Zufall oder informellen Kontakten überlassen bleiben. Diese Richtung in der Kommunikation muss unbedingt durch die Formen der Face-to-Face-Kommunikation gesichert werden. Das Intranet kann als modernes Medium zur Erhaltung und zum Ausbau von Face-to-Face geknüpften Kontakten beitragen.
  • Welche der Grundfunktionen der Unternehmenskommunikation sollen durch das Medium abgedeckt werden?
    Persönliche Kontakte durch Face-to-face-Kommunikation decken alle Funktionen ab. Gedruckte Medien eignen sich nur für bestimmte Ebenen und können auch als Motivatoren oder Interpreten die Belegschaft ansprechen. Intranet und E-Mail erfassen ebenfalls nur bestimmte Ebenen
    Der gezielte Einsatz und die Vernetzung der zur Verfügung stehenden Medien steigert die Leistungsfähigkeit der Unternehmenskommunikation.
  • Eignet sich die Kommunikationsform tatsächlich für die anstehenden Ziele und Aufgaben? Müssen aufwändige Kommunikationswege zum Einsatz kommen oder erfüllen auch einfache Kommunikationskanäle den angestrebten Zweck?
    Beispielsweise kann eine einfache Kommunikationsaufgabe wie die Abstimmung eines Besprechungstermins durchaus durch elektronische Medien vorgenommen werden. Der zeitaufwändige Einsatz einer persönlichen Abstimmung innerhalb einer Gruppe von Mitarbeitern sollte nicht in Betracht kommen.
Die Wahl der geeigneten Kommunikationsform und des Mediums muss durch das Kommunikationsziel und die zu realisierende Aufgabe, nicht durch Tradition, Zufall oder persönliche Vorlieben bestimmt werden. Sie dient dazu, Defizite der Unternehmenskommunikation abzubauen oder gar zu verhindern.
WoltersKluwer