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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Lernende Organisation


    Das Modell der lernenden Organisation zählt zu den neueren Organisationsmodellen .
    Da die Märkte sich ständig wandeln, muss ein Unternehmen, wenn es seine Existenz sichern will, den wechselnden Ansprüchen gerecht werden können. Veränderungen des Marktes müssen hierzu rasch aufgenommen und verarbeitet werden. Ein Unternehmen, das wechselnde Umweltanforderungen schnell erkennt und auf sie reagiert, wird als lernende Organisation bezeichnet.
    Eine lernende Organisation versteht sich darauf, eine Wissensgrundlage zu schaffen, auf der Veränderungsmaßnahmen entwickelt werden können ( organisationales Lernen ). Das betrifft sowohl das gesamte Unternehmens als auch den einzelnen Mitarbeiter. Die Erkenntnisse schlagen sich in der Unternehmenskultur , in der Organisationsstruktur und in den Unternehmenszielen nieder.
    Unterschieden werden i. d. R. drei Arten des organisationalen Lernens:
  • Anpassungslernen (Single-Loop-Learning)
    Beim Anpassungslernen (so genanntes Single-Loop-Learning - "einschleifiges" Lernen) werden die Tätigkeiten und das Verhalten des Unternehmens an Umweltveränderungen angepasst. Diese Anpassung ist in Erfahrungen aus früheren Handlungen begründet. Die Unternehmensgrundsätze und -ziele werden hiervon nicht tangiert.
    Eine bloße Anpassung von Verhaltensweisen erweist sich in der Praxis jedoch nicht als ausreichend. Erfolg versprechender ist es, auch die Ziele ( Unternehmensziele ) anzupassen.
  • Veränderungslernen (Double-Loop-Learning)
    Veränderungslernen (Double-Loop-Learning - "zweischleifiges" Lernen) umfasst mögliche Veränderungen von Tätigkeiten und Einstellungen sowie Zielen und Grundsätzen in einem Unternehmen ( Unternehmenskultur ). Es ist dabei notwendig, dass die Zielsetzungen und Einstellungen aller Ebenen und damit auch der einzelnen Mitarbeiter klar erkennbar sind. Nur dann können sie kritisch betrachtet und gegebenenfalls verändert werden. Um die Unternehmenskultur an einer lernenden Organisation auszurichten, können spezielle Weiterbildungsmaßnahmen ( Motivation ) angeboten werden. Hier lassen sich neue Erkenntnisse gewinnen und alte Denkmuster umstrukturieren.
  • Prozesslernen (Deutero-Learning)
    Durch Prozesslernen (Deutero-Learning) können die Ergebnisse von Anpassungs- und Veränderungslernen verbessert werden. Prozesslernen bezeichnet die Überprüfung und Beurteilung des Lerngegenstands, der Lernmethoden und -phasen und vor allem der Resultate. Mit dieser Methode kann starres Verhalten gegenüber organisationalen Innovationen erkannt werden.
    Eine Basis für eine lernende Organisation wird durch Dezentralisation geschaffen.
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