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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Netzwerk


Relativ autonome natürliche Personen, Gruppen oder Unternehmen, die durch gemeinsame Ziele miteinander verbunden sind, können sich zur Realisierung dieser Zielstellung zu einem Netzwerk vereinen, in dem jeder der Beteiligten einen spezifischen, abgestimmten Beitrag zur Leistungs-erfüllung einbringt. Netzwerke stellen aus Unternehmenssicht eine neuartige Form der Kooperation in einer sich chaotisch und dynamisch verändernden Umwelt dar. Netzwerke stellen aus organisatorischer Sicht hinsichtlich ihres Aufbaus und der Kooperationsbeziehungen eine neuartige Organisationsform dar, daher spricht man auch von der Netzwerkorganisation .
Netzwerke zeichnen sich allgemein durch ein geringes Maß an Zentralisierung und Formalisierung in Führung und Organisation aus. Dadurch wird ihre hohe Flexibilität je nach Aufgabenstellung möglich. Sie setzen allerdings ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen voraus, das sich in einem offenen Austausch von Wissen und Informationen zeigt.
Es lassen sich die verschiedenen Typen von Netzwerken unterscheiden. Als Merkmale für ihre Systematisierung werden häufig die Integrationsrichtung und die Beständigkeit der Netzwerke herangezogen. Nach der Integrationsrichtung unterscheidet man interne und externe Netzwerke und nach der Beständigkeit stabile und dynamische Netzwerke.
Interne oder auch intraorganisationale Netzwerke sind ein Beziehungsgefüge aus organisatorischen Einheiten (Personen, Gruppen, Abteilungen) innerhalb einer Organisation bzw. eines Unternehmens. Abweichend von den hierarchischen Strukturen in der funktionalen Organisation arbeiten die Netzwerkpartnerinnen direkt und intensiv sowohl auf gleicher hierarchischer Ebene als auch auf unterschiedlichen hierarchischen Ebenen zusammen. Sie weisen eine partnerschaftliche Teamstruktur jenseits aller Hierarchien auf, weshalb sie oftmals auch mit dem Begriff der Teamorganisation bezeichnet werden.
Externe (interorganisationale) Netzwerke sind Kooperationen verschiedener wirtschaftlich und rechtlich selbstständiger Unternehmen, die auf mittlere bis langfristige Sicht angelegt sind. Ziel ist auch hier die partnerschaftliche Erfüllung gemeinsamer Aufgaben innerhalb einer Wertschöpfungskette, bei der sich jeder Partner auf seine Kernkompetenzen stützt.
In der Praxis haben sich in den letzten Jahren besonders die Formen der interorganisationalen Kooperation in externen Netzwerken deutlich gewandelt. Die Unsicherheit der Märkte, hohe Innovationskosten, erforderliche Größenordnungen von Kapital und Know-how als Entwicklungstendenzen haben bewirkt, dass sowohl die Kooperation in stabilen Netzwerken als auch (begünstigt durch die fortschreitende Entwicklung moderner Informations- und Kommunikations-technologien) in dynamischen Netzwerken zunehmen.
Stabile (externe) Netzwerke sind langfristig angelegte Wertschöpfungspartnerschaften , in denen sich ein führendes Unternehmen mit zahlreichen Partnern umgibt. Bezieht sich diese Kooperation auf bestimmte strategische Kernbereiche (wie Forschung und Entwicklung, Marketing) bezeichnet man diese Form der Netzwerkorganisation als strategische Allianz .
Die flexibelste und modernste Form der Netzwerkorganisation stellen virtuelle Organisationen oder Unternehmen dar. Je nach Projekt oder Auftrag arbeiten temporär unterschiedliche Partner zusammen, die gegenüber Dritten aber als organisatorische Einheit in Erscheinung treten.
Neben der Auffassung vom Netzwerk als organisatorischer Form für die kooperative Zusammenarbeit verschiedener Partner findet dieser Begriff auch aus informationstechnischer Sicht Anwendung. Die Möglichkeit des rechnergestützten Austausches von und des Zugriffs auf Informationen durch verschiedene Personen, deren Computerarbeitsplätze miteinander verbunden ('vernetzt') sind, wird ebenfalls als Netzwerk bezeichnet.
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